Was wurde aus Mal- und Bastelverweigerer?

Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe, dass ich hier viel Input bzw. Erfahrungen bekomme und zwar geht es um meinen 4,5 jährigen Sohn.

Er mag Basteln und Malen überhaupt nicht und dementsprechend sehen seine "Kunstwerke" auch aus. Er ist von sich selbst so enttäuscht, weil es halt nicht so schön aussieht. Er ist momentan im Teufelskreis.
Wir haben so gut wie alles, was mit Basteln und Malen zu tun hat, sogar Malbücher von Dingen, für die er sich interessiert (Autos, PJ Maske etc.). Er hat Papier, auch Maltafel und er kann sogar auf seinem Schrank malen.
Kreativ ist er halt nur mit Lego (statt Malen baut er halt). Weben und kneten und verschiedene Steckspiele macht er auch gern.

Da ich Malen als Vorstufe zum Schreiben sehe, mache ich mir so langsam Gedanken, wie es irgendwann in der Schule wird.

Wer hat auch so ein Kind? Hat es irgendwann mal "Klick" gemacht?

Freue mich auf eure Erfahrungen.

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Naja wenn er nicht gerne malt, würde ich nix erzwingen. Vllt kommt das in einem halben Jahr - Jahr von alleine 🤷‍♀️

Nicht jeder malt gerne und fast alle lernen trotzdem schreiben 😜

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Hallo,

mein Großer war als Kindergartenkind ein Bastelverweigerer und hat auch nicht gerne gemalt. Wann immer andere Mütter gebastelte Werke bekamen, ging ich leer aus. Er wollte einfach nicht, auch nicht zu Hause.

In der ersten Klasse ist das aber nicht beim Schreibenlernen aufgefallen, sondern im Werkenunterricht. ;-) Schreiben war kein Problem, aber er konnte nicht sauber schneiden.

Irgendwann hat ihn das Bastel- und Malfieber gepackt und seitdem tut er es oft und gerne. Er paust ab oder zeichnet selbst, probiert verschiedene Techniken aus... schneidet und klebt. Es sieht sogar richtig gut aus.

LG

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Hallo,

das kenne ich nur zu gut von unserem Sohn. Was hat der Kindergarten damals auf uns eingeredet, wir müssten das forcieren usw. Aber nicht jedes Kind bastelt/malt halt gern.

Was soll ich sagen... es hat in der Schule keine Probleme gegeben. Er konnte von Anfang an ausdauernd und vor allem schön schreiben. Stifthaltung war super.
Auch bei der Schreibschrift hatte er keine Schwierigkeiten. Zum Glück gab es hier keine ewigen Ausmalaufgaben.

Heute mit 14 J. hat er eine ansprechende Schrift entwickelt, die alle gut lesen können. Im Kunstunterricht macht er das was verlangt wird und bekommt Noten zwischen 2 und 3.

LG
Tanja

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Ich habe so ein Exemplar hier. In der Mappe, die es am Ende der KiTa-Zeit mit nach Hause gab, waren 3 Bilder von denen er keins komplett selber gemalt hatte. Die Erzieherinnen hatten ein richtig schlechtes Gewissen, dass sie nie gemerkt hatten, dass der Schlawiner nur so tat als würde er malen und dann immer andere Kinder anstiftete, seine Bilder zu vollenden.

Nun ist er in der 10.Klasse und nein, es hat nicht 'klick' gemacht. Im Grunde hat er nur seine Strategie der Selbst-Malen-Vermeidung weiter verfeinert, so dass es selbst im schlimmsten Fall noch für eine 4 in Kunst reicht.

Sein Schriftbild war und ist trotzdem völlig ok und gab nie Anlass zur Beanstandung.

Grüsse
BiDi

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Mein Sohn ist 7 und geht in die erste Klasse. Malen und basteln mochte er noch nie und das obwohl ich einen Stoff und Bastelladen habe, Kreatives gehört also in meinen Alltag :D

Auch jetzt in der Schule mag er Aufgaben bei denen gemalt werden soll absolut nicht. Er macht es halt nicht gerne und es macht ihm null Freude. Und ich habe mich damit abgefunden, denn nicht jeder muss alles mögen oder gerne machen. Er schreibt aber ganz gerne und hat sich da von Anfang an sehr Mühe gegeben. Aber an sich ist Mathe sein Fach und nicht Deutsch. Ist genau so in Ordnung und ich denke er wird seinen Weg trotzdem super gehen. Sein Vater malt übrigens auch nicht gerne, ist sehr witzig wenn wir Tabu oder sowas spielen 😉

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Also. Ich war so ein Mal und Bastel Verweigerer... selbst in der Grundschule hab ich es gehasst!! Ich hatte tatsächlich eine vier in Kunst (was damals schon echt unmöglich war...
Meine Lehrerin hat mir immer gesagt, dass ich so viele Talente hätte, aber Kunst würde definitiv nicht dazu gehören.😂
Naja... sie war völlig irritiert und perplex als ich sie Jahre später mal zufällig getroffen habe und ihr meine Berufliche Laufbahn erzählt habe.
Ich hab Kunst studiert. Hab einen Abschluss in Malerei, Bildhauerei und Plastik.😂😂
Hab dann im Bereich Illustration weitergemacht...

Was ich damit sagen möchte.. weil man als Kind etwas nicht bevorzugt oder nicht mag, heißt es nicht, dass es so bleiben muss.
Dein Sohn lebt seine Kreativität anders aus, lass ihn. Nur weil man als Kind super toll malen kann, ist man auch kein Überflieger im Schreiben.
Mein Bruder kann bis heute keinen geraden Strich malen😂 hatte in Deutsch immer eine eins.
Alles kann, nichts muss.

Stell ihm weiterhin die Materialien zur Verfügung. So schaffst du die Grundlage. Vielleicht probiert ihr auch mal anderes Material. Kreide oder Wachsmalstifte. Es gibt ja wirklich viel und Kinder sind unterschiedlich.
Während einige an Fingerfarben ihre reinste Freude haben, mögen es andere so überhaupt nicht die Hände schmutzig zu machen.

Gruß

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Ich: malen und basteln gehasst.
Schreiben fand ich super. Zahlen besonders.
Späteres Lieblingsfach: technisches Zeichnen.

Ganz toller Arzt: menschlich super. Fachlich einer der besten Ärzte, die ich kenne. Sowohl in seinem Gebiet, als auch ansatzweise in anderen Bereichen. Anerkennt seine Grenzen und scheut sich nicht, sofort zum Fachkollegen zu schicken, wenn es aus seinem Bereich heraus geht. Vermutungen stellten sich dann als richtige Richtung heraus.


Anderes Extrem:

Ein Kind, das es liebte zu malen und zu basteln. Top Bilder malt:
brauchte Ergotherapie in der Grundschule.
Die Ergebnisse sehen Top aus!
Aber die Stifthaltung war falsch antrainiert, zum Schreiben viel zu verkrampft. Starke Schmerzen beim Schreiben lernen.

Wurde mit Ergotherapie gelöst.
Malt und bastelt weiterhin gerne.
Lernte im Grunde zwei Mal schreiben. Mit neuer Stifthaltung quasi noch mal neu.


Dazwischen gibt es sooooooooooo vieles. In alle Richtungen.

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Nicht jeder Schriftsteller könnte auch ein Künstler sein 😉 Ich Male mittlerweile ganz gerne Mandalas aus. Das war's aber auch schon. Schreiben kann ich dennoch sehr leserlich und gut. Hab sogar ein Abi ... 😅 In Kunst war ich immer ne Katastrophe. Habe sogar Mal meinen Kunstlehrer gefragt wozu man den Kunstunterricht eigentlich braucht. 😅
Und das obwohl ich als Kind eigentlich immer gern gebastelt hab. Nur malen war nie meins.
Meine Tochter hat mit 14 Monaten die ersten Stifte bekommen und kritzelt sehr gerne. Aber niemals würde oder werde ich dahingehend irgendwelche Erwartungen stellen. Malen ist toll und eine Schöne ruhige Beschäftigung. Natürlich soll man das fördern. Aber wenn das Kind nicht gerne malt, dann lass ihn doch. Meine Güte. Er soll die Sachen die er gerne mag Perfektionieren, statt seine Zeit damit zu verschwenden Sachen zu machen die er nicht mag und daher auch nicht wirklich so gut machen wird.
Du solltest ihm den Druck rausnehmen. Er spürt, dass du von ihm erwartest, dass er bastelt und malt, aber er mag nicht und kann das auch nicht so wie er denkt, dass es sein müsste. Daher ist er dann traurig weil er dich enttäuscht. Also hör auf ihm Druck zu machen und leg den Fokus auf seine Stärken. Auch wenn diese dich vielleicht nicht so interessieren.

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Du Kunstbanause😜

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Hallo!

In dem Alter konnte mein Sohn mit Stift und Papier noch so gar nichts anfangen. Er hat manchmal etwas gemalt (meist Feuerwehrautos oder LKWs), dann war er mit sich selbst nicht zufrieden und hat mit einem dicken schwarzen Stift alles wieder übergekritzelt.
Mit 5 fing es dann langsam an, dass er tatsächlich erkennbare Gegenstände und erste Figuren gemalt hat - gerne hat er auch das nicht gemacht.
Allerdings haben wir die Feinmotorik unseres Sohnes immer anders fördern können. Das fing beim Schmieren des Brotes an, gerne gearbeitet hat er auch mit Schraubenziehern oder Hammer / Nagel.
Kurz vor dem letzten KiGa-Jahr fing er außerdem an, sich für Nachspurübungen zu interessieren. Das hat er tatsächlich ganz gerne gemacht. Nur malen - das macht er heute noch nicht gerne.
Nun ja, was soll ich sagen: Ich hab mir natürlich die gleichen Gedanken gemacht wie Du, aber letztlich waren die unbegründet. Mit dem Schreiben hat es von Anfang an gut geklappt, und nach einem halben Jahr meinte seine Klassenlehrerin, von den Jungen hätte er die schönste Handschrift. Mittlerweile ist der Kleine in der 3. Klasse, und leider ist ihm die Geschwindigkeit beim Schreiben wichtiger als das Schriftbild. In der Lernphase hatte er aber immer eine tolle Schrift - er kann, wenn er will! Malen ist ihm aber nach wie vor ein Graus, damit könnte man ihn glatt bestrafen ;-).

LG

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