Nur eine Phase?!

Guten Morgen,
Geht es jemanden auch so wie mir? Unser Sohn ist dreieinhalb Jahre alt und hat täglich mehrere Ausraster. Wir waren deshalb schon zur Erziehungsberatung. Und haben dort auch gute Tipps bekommen. Das Gespräch ist jetzt schon circa drei Monate her, aber wirklich gebessert hat es sich immer noch nicht. Manchmal frage ich mich, ob er eine Art Autismus hat, denn er ist wie in einem Tunnel wenn er wütend ist. Er haut und schlägt, Schreit, schmeißt Sachen durch die Gegend und kann sich kaum beruhigen. In diesen Situationen stehen wir ihm bei sogut es geht. Aber manchmal müssen wir ihn auch alleine lassen, weil er uns sonst mit Dingen beschmeißt und er uns auch gar nicht in seiner Nähe haben möchte. Es tut mir dann total leid ihn so alleine zulassen. Wir sagen ihm natürlich, dass wir da sind, wenn er getröstet werden möchte. Aber es ist ja echt Nerven aufreibend wenn man mehrmals am Tag minutenlang von seinem Kind angeschrien wird. Das kennen sicher viele von euch.

Wie geht ihr in solchen Situationen mit euren Kindern um?

Mal als Beispiel: Kind soll abends ins Bett, ist müde und will partout nicht schlafen gehen. Es will nicht kuscheln, kein Buch lesen, keine Zähne putzen nichts. Und es ist egal, ob man sich vorher viel oder wenig Zeit für ihn genommen hat. Verschiedene Uhrzeiten, Rituale...haben wir auch schon ausprobiert.

Ist er einfach so, ist es eine Phase (von sehr vielen) oder machen wir was falsch?!

Liebe Grüße
Binasti

1

Hallo,

ich denke viele Kinder haben solche Ausraster.

Bei uns hilft eine strenge Routine. Es geht immer zur selben Zeit ins Bett, auch wenn er bereits eine Stunde eher müde ist.

Geholfen hat uns am meisten alles vorher anzukündigen. Z.B. "noch 10 Minuten dann machen wir los", oder "am Mittwoch fahren wir zur Oma xyz". Spontan ist das zwar nicht mehr, aber wir alle leben ruhiger damit.

Wir kündigen auch jeden Arzt/Zahnarztbesuch an, auch sagen wir was gemacht wird (impfen/bohren/Zahn ziehen oder ähnliches).

Vielleicht magst Du noch ein paar Beispiele erzählen.

Viele Grüße

2

Hallo,

manche Kinder sind so.

Unsere Tochter kam mit 3 nur runter, wenn sie alleine war, wenn sie richtig wütend war und das kam nicht so selten vor.
Was soll man denn machen, wenn die Kinder in dem Moment nicht getröstet werden wollen?
Wenn man das bei unsere Tochter versucht hat, bekam man höchstens noch einen Tritt vor's Schienbein.#schwitz
Wenn unsere Tochter sich alleine wieder beruhigt hatte, kam sie und wollte kuscheln und reden.

Das abends nicht runter kommen, kennen wir auch und zwar von beiden Kindern. Unser Sohn hat sich mit Zappeln wach gehalten, unsere Tochter mit Motzen.
Sie waren dann schon müde, fanden aber irgendwie nicht in den Schlaf.
Wichtig ist, kein Fernsehen oder Tablet vor dem Schlafen, kein Toben, sondern etwas ruhiges. Möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett bringen. Manche Kinder werden schläfrig, wenn sie baden (Unsere allerdings nicht.)
Und ganz wichtig: so eine Umstellung braucht Zeit bis sie Erfolg zeigt und zwar ein bis zwei Wochen.

Unsere Kinder sind 10 und 13 und definitiv keine Autisten.
Unser Sohn hat ADS, aber unsere Tochter, die als kleines Kind viel anstrengender war, hat gar nichts. Sie ist nur sehr willensstark und vermutlich hochbegabt. Sie will aber keinen Test machen.
Unsere Tochter wurde übrigens mit ca. 3,5 bis 4 friedlicher, wurde dann im Vorschulalter nochmal sehr schwierig und seitdem geht es eigentlich - abgesehen von ein paar Pubertätsaussetzern in letzter Zeit.

LG

Heike

3

Hallo!
Unser Sohn ist auch 3,5 Jahre alt und ich kann so gut nachempfinden wie es dir geht.
Sohnemann rastet im Moment auch tgl mehrmals aus, bei den alltäglichsten Dingen.
Am schlimmsten ist Zähneputzen...
Ich bin im Moment im Tunnel und hab keine Ahnung, wie man diesen Weg am besten gehen soll.
Also, ich habe leider keinen Rat, wünsche uns aber, dass diese Phase schnell vorüber geht.
LG

4

Eure Antworten haben mir schon geholfen ;-) ist ja irgendwie immer schön zu hören, dass man mit seinem "Problem" nicht alleine ist. Ich glaube auch nicht wirklich, dass er Autist o.ä. ist. Denn er benimmt sich den Erziehern und anderen Kindern gegenüber immer sehr rücksichtsvoll, teilt sein Essen und oft auch sein Spielzeug sehr gerne. Aber manchmal ist man am Rande des Wahnsinns und vergisst leider all die guten Seiten. Es tut mir einfach für ihn immer so leid. Muss ja auch für ihn echt anstrengend sein.
Mal sehen wann es wieder besser wird.
Liebe Grüße und vielen Dank für eure Antworten

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