Wie arbeiten an geringer Frustrationstoleranz?

Meine Tochter ist 4, fast 5 und ein tolles und kluges Mädchen, wir kommen eigentlich sehr gut aus miteinander und kommunizieren auch sehr gut würde ich sagen. Der Alltag läuft eigentlich 👍😅
Nun gibt es ein "Problem" oder vielleicht ist es vielmehr eine Schwäche von ihr schon seit sie ein Baby war im Grunde 🙈. Undzwar eigentlich fast nur im motorischen Bereich. Sie möchte gerne alles selbst tun und probieren und auch klettern usw, geht mutig ans Werk, aber dann plötzlich mitten drin bricht sie in Tränen aus, schreit sich total in Rage (was man sonst überhaupt nicht von ihr kennt!). Und dann beginnt eine Art innerer Kampf: sie WILL es aber sie schafft es nicht, sich zu überwinden es zu tun. Durch das Schreien und Ausrasten geht ihre ganze Energie und Konzentration flöten und es geht weder vor noch zurück. Sie möchte unter keinen Umständen dass wir helfen, sie möchte auch nicht aufhören sondern das tun und schaffen was sie sich vorgenommen hat, steht sich aber selbst so sehr im Weg dass es nicht mehr klappt. 😞😧
Das kann man auf sehr, sehr viele Situationen übertragen und immer wenn sie sich überwindet und es dann schafft ist sie stolz und glücklich aber das klappt eben oftmals nicht.

Ich weiß zum einen nicht, wie ich angemessen reagiere. Was würdet ihr tun? Meine Worte scheinen oft gar nicht mehr bei ihr anzukommen.
Und zum anderen frage ich mich, wie wir ihr helfen können, dass solche krassen Situationen gar nicht erst entstehen? Natürlich weiß ich ganz genau, in welchen Momenten sie sehr wahrscheinlich wieder ausrasten wird 😅 Aber sie komplett von Herausforderungen fernzuhalten kann ja auch nicht der Weg sein. Oder wird sich das einfach "verwachsen".
Ich hab spaßeshalber gestern Abend zu meinem Mann schon gesagt: ich sehe sie schon in der ersten Klasse Buchstaben aufs Blatt schreien 🙈

Manchmal reicht auch schon eine Frage dass sie sich da reinsteigert. Zum Beispiel: möchtest du die Rutsche da noch ausprobieren bevor wir fahren? Du könntest da ja noch eine Blume hinmalen ("ICH KANN KEINE BLUME 😫)"?...
Und sie WILL eigentlich, traut sich aber nicht oder denkt dass sie das nicht kann und rastet direkt aus obwohl noch nichts passiert ist 😱
Und es sind natürlich nicht immer Dinge, die ich anrege. Sie hat sich auch das Laufen lernen und Krabbeln schon "ermeckert"... sowie Radfahren usw

Falls noch jemand konkretere Beispiele braucht, bitte Bescheid sagen 😅

Was können wir tun? 🤷‍♀️

1

Ich hänge mich bei der Frage an. Mein Sohn ist 5 und wir haben dasselbe Problem. Ich hoffe das gibt sich noch sonst wird es schwierig für ihn in der Schule 😕

2

Meiner ist zwar erst 22 Monate alt daher weiß ich nicht ob das auch bei 4/5 jährigen noch wirkt... Aber ich kenne die Situation die du beschreibst. Was wir generell bei Ausraster machen ist ihm seine Gefühle wieder zu spiegeln. Dabei kommt es darauf an, dass man auch im Tonfall das Gefühl spiegelt nicht nur in den Worten. Da muss man vielleicht auf Grund des Alters das Level bisschen anpassen, damit sich das Kind nicht veralbert vorkommt. Die Faustregel ist "2 Grad unterm Gefühls-Level vom Kind" also wenn mein Kleiner von 0 auf 100 geht weil er den Fuß beim ersten Versuch nicht sofort in den Gummistiefel bekommt, dann sag ich mit aufgeregter Stimme "Ich kann sehen du bist wütend (oder frustriert, traurig, etc. was halt passt). Du bist wütend, wütend wütend!!! Der Fuß geht nicht in den Stiefel! Das ist so frustrierend/doof etc...!!!" Und wenn ich seine Aufmerksamkeit habe dann fahre ich das Level runter und werde ruhiger. "Du willst das alleine machen. Und es klappt nicht. Da kann man schon mal wütend werden. Aber wenn du Mama fragst, dann zeigt sie dir noch mal wie es geht oder etc pp"
Ich denke auch wenn ich so nicht alles magisch löse so hilft es ihm doch mit dem Frust umzugehen. Er sagt mittlerweile von alleine "wütend, wütend, ich bin wütend" und das mit 22 Monaten. Ich denke Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Das Gefühl überrennt ihn halt und das wird auch noch lange so bleiben, aber vielleicht hilft es ihm schon zu wissen, dass es ein Gefühl ist und keine Lebensbedrohliche Situation und irgendwann denkt er vielleicht "Ach das olle Gefühl schon wieder" und dann geht es mit ihm schon nicht mehr so durch wie jetzt. Aber er ist ja noch klein. Ich denke die Entwicklung kommt bei ihm noch nicht so bald. :) so lange muss ich ihn halt "runter holen" bis er es selber kann.
Vielleicht hilft euch die Strategie ja auch 🤷‍♀️
LG
Lillemor

3

Ich arbeite in einer Grundschule.

Kinder, die zu Hause zu solchen Wutausbrüchen neigen, zeigen dieses Verhalten nicht grundsätzlich auch in der Schule. Dort ist ja alles neu, auch die Kinder und die Lehrerinnen.

Meist reißen sich die Kinder dort zusammen....


Ich könnte jetzt so etwas schreiben wie : in ausgesuchten Situationen , wie z.B. beim Mensch ärger dich nicht,den Frust erzeugen, um dann darüber zu sprechen und ein anderes Verhalten üben.

Aber ich find es es schon sehr drüber und vielleicht ist doch mal der Besuch in einer Beratungsstelle angesagt. Nur für dich, ohne Kind und Mann, nur um zu klären , ob das noch eine zu Hause Baustelle ist, oder ob schon mehr ( Fachleute) mit ran müssen.

4

Ich hänge mich auch mal eben mit ran :) unser Sohn wird auch 5 und im Krabbelalter kristallisierte es sich heraus. Er hat es 1x probiert und schrie sich dann müde und hat aufgegeben.

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