Kind orientiert sich an erwachsene

Hallo zusammen,

Hatte heute ein seltsames Gespräch mit der Erzieherin meiner 19 monatigen Tochter.

Folgende Situation:
Die kleine ist in Vollzeit in der Kita. Sprich bis 15:30. bei gutem Wetter bringen die Erzieherin die Kids ab 15:15 vor die Tür u d da dürfen diese mit
Kreide malen.
Mir ist es schon zwei
Mal passiert dass ich die kleine abgeholt haben und gesehen habe wie alle Kinds zusammen spielen aber meine ist alleine.

Was mich ziemlich verwundert hat da sie ein ziemlich aufgeschlossenes und aufgewecktes Mädchen ist.

Heute habe ich die Erzieherin gefragt ob meine kleine mit
Andern Kids spiel oder ob sie eher ein Einzelgänger ist und sie sagte: „ja, sie
Spielt schon mit Kindern aber orientiert sich eher an uns erwachsene“. Sie musste direkt weiter aber dieser Satz geht
Mir nicht mehr aus dem Kopf. Ist es schlimm wenn sie sich an den Erwachsenen orientiert? Bzw was bedeutet das überhaupt?

Gruss
Lale

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Mir wurde genau der selbe Satz gesagt. Meine Tochter kam mit 3 Jahren in den Kindergarten und spielte überhaupt nicht mit den anderen Kindern dort, nur allein oder mit den Erzieherinnen (ich habe zu diesem Thema hier auch einen Thread eröffnet). Ich habe mir große Sorgen gemacht, dass sie keine Freunde/keinen Anschluss findet. Beim Abholen war sie auch immer allein.

Dann kam Corona, der Kindergarten war geschlossen und meine Tochter eher erleichtert, dass sie nicht mehr hin muss. Aber Tag für Tag wurde es zu Hause langweiliger. Als sie im Juli wieder in den Kindergarten durfte, fand sie am ersten Tag drei Freundinnen. Jetzt wird sie 4 und wir sind schon am diskutieren, welche Kinder sie einladen darf, am liebsten sollten es nämlich alle sein 😅

Es war bei ihr einfach so, dass sie erstmal im Kindergarten ankommen musste. Sie kannte ja zuvor wenige andere Kinder und hat nur mit Erwachsenen (Oma und Oma, wir Eltern, die Tante) gespielt. In der neuen Situation hielt sie sich an Bekanntes. Deiner Tochter wird es nicht anders gehen. Sicher wird sie sich bald den anderen Kindern öffnen.

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Meine Älteste war immer sehr aufgeschlossen und stand direkt im Mittelpunkt. Die Kleine ist eher schüchtern und sehr zurückhaltend. Mit anderen Kindern spielte sie nur, wenn eine Erzieherin dabei war. Inzwischen hat sich das etwas gebessert auch wenn sie immer noch sehr ruhig und zurückhaltend ist :)

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Aber das ist es ja gerade, meine ist sehr aufgeschlossen und überhaupt nicht schüchtern. In die Kita geht wie auch sehr gerne wenn ich sie morgens fertig machen brabbelt sie die ganze Zeit von der Kita und sagt alle Namen auf.

Deswegen bin ich auch mega verwirrt.

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Das hat meine große Tochter auch gemacht.
Ich glaube die Kinder waren ihr zu kindisch.
Heute ist sie Schulkind und hat ganz normal gleichaltrige Freundinnen.

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Ich finde das überhaupt nicht ungewöhnlich für ein noch so junges Kind das ist völlig normal . In dem Alter wo dein Kind ist spielen Kinder noch nicht wirklich miteinander sondern eher nebeneinander her . Das sie vermehrt mit anderen Kindern spielt das kommt erst noch .

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Hallo,

zum einen spielen manche Kinder erst später richtig mit anderen, wie meine Vorschreiberin schon schrieb.

Zum anderen gibt es aber auch Kinder, die mehr Input wollen und sich deswegen lieber an mehrere Jahre älteren Kindern oder Erwachsenen orientieren.
Unsere Kinder waren damals weit entwickelt und haben sich an älteren Kindern oder Erwachsenen orientiert. Mein Eindruck war, dass die Gleichaltrigen oder wenig älteren für sie zu uninteressant waren, weil sie von denen nichts lernen konnten.

Unser Sohn hat ab ca. 3 Jahre mit Gleichaltrigen gespielt.
Unsere Tochter hatte ab ca. 4 Jahren zwar gleichaltrige Freundinnen, aber immer auch Kontakte zu älteren Mädchen und damit meine ich 2 Jahre aufwärts älter.

LG

Heike

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Hallo!

So war es bei unserer Tochter auch. Bei ihr kam außerdem noch dazu, dass sie in einer inklusiven Kita war und ausgerechnet in der Gruppe gelandet ist, wo überwiegen Kinder mit I-Status waren. Im ersten Jahr war anfangs ein Vorschulkind (auch I-Kind, aber recht fit) in der Gruppe, mit dem meine Tochter gerne gespielt hatte. Da dieses Mädchen aber niemanden in der Gruppe hatte, der auch nur annähernd so weit entwickelt war, wie sie, hat sie nach 6 Monaten die Gruppe gewechselt. Es war noch ein anderes Vorschulkind in der Gruppe, das war aber geistig kaum weiter entwickelt als meine damals gerade 3jährige Tochter. Mit diesem Mädchen hat meine Tochter dann noch ganz gerne gespielt, außerdem mit einem 5jährigen Jungen, der erst ein Jahr später eingeschult wurde und im nächsten Kindergartenjahr auch recht bald die Gruppe gewechselt hat. Alle anderen Kinder waren unserer Tochter so deutlich unterlegen, dass sie für sie langweilig waren (beide Kinder in der Gruppe, die mit unserer Tochter eingeschult wurden, gehen heute auf die Förderschule, unsere Tochter hingegen hätte auf der Grundschule vom kognitiven her locker 1-2 Klassen überspringen können und geht heute aufs Gymnasium).
Unsere Tochter war immer ein Kind, was lernen wollte. An den Kindern in ihrer Gruppe konnte sie sich nicht orientieren (schon bei der Tagesmutter hat sie am liebsten mit älteren Kindern gespielt), somit blieben nur die Erzieherinnen. Im letzten Kindergartenjahr kam unsere Tochter dann Gott sei dank in eine andere Gruppe. In dieser Gruppe waren neben ihr noch 4 weitere Vorschulmädchen, das hat ganz gut gepasst, sodass sie im letzten Jahr dann doch noch Freunde gefunden hat.

LG

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Mit 19 Monaten hat mein Sohn auch kein Interesse an anderen Kindern gehabt. Das ging erst so ab 3 Jahren los. Vorher hat er eher alleine gespielt und Rollenspiele sind bis heute nicht so sein Ding.
Da würde ich mir keine Sorgen machen.

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Dein Kind ist noch viel zu klein, um mit anderen Kindern zu spielen. Das wirkliche miteinander spielen geht erst im Alter von ca 3 Jahren los. Vorher spielen die meisten Kinder für sich, bzw nebeneinander her. Im Spiel sozial interagieren erfordert einen Reifeprozess, das können so kleine Mäuse noch nicht.

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Huhu

erst einmal zur Beruhigung: Deine Tochter ist 19 Monate und in dem Alter fängt das alles erst an und gestaltet sich zunächst durch ein "Nebeneinander-Spielen". Also kein Grund zur Sorge.
Es gibt Ausnahmen - so wie überall - da spielen die Kinder schon vor ihrem 3. Geburtstag wirklich miteinander - oftmals Rollenspiele - aber das ist kein Muss und viele Kinder fangen erst mit 3 Jahren damit an. Da kommt es auf die Entwicklung, die familiären Gegebenheiten, die eigene Persönlichkeit, die Persönlichkeit der Kinder, die Spielsituationen, etc. an. Also noch einmal ganz viel Individuelles. Deswegen ist erst einmal absolut kein Grund zur Sorge.

Dass sich Kinder gerne mal an die Erwachsenen hängen, kommt häufiger vor, als du glaubst.
Es gibt Kinder, die können mit anderen - gleichaltrigen - Kindern einfach nichts anfangen. Die sind denen zu kindisch, die liegen ihnen nicht, die Persönlichkeiten passen nicht zusammen oder sie haben wenig Kontakt zu Gleichaltrigen und müssen sich erst einmal auf das andere Spielverhalten einstellen.
Dann gibt es schüchterne Kinder - auch solche die daheim eigentlich sehr aufgeschlossen sind, Kita ist einfach etwas anderes. Die bleiben erst einmal bei den Erziehern, also im sicheren Hafen, kundschaften aus, sehen sich alles an und entscheiden dann mit wem sie was und zu welchen Bedingungen machen wollen.
Dann gibt es auch die verschmusten Kinder, die einfach noch ein sehr starkes Bedürfnis nach Nähe haben, das von den anderen Kindern nicht so befriedigt werden kann, wie sie es brauchen. Also geht man auch da wieder eher zu den Erziehern, da die das besser umsetzten können.
Und dann gibt es noch solche, die einfach keinen Bock auf andere Kinder haben. Die haben Zuhause, durch Geschwister, große Familie, viel Besuch, so viel HalliGalli, dass sie in der Kita einfach noch nicht das Bedürfnis haben, sich an größere Spielgruppen anzuhängen. Die suchen sich irgendwann ihren festen Freund, spielen mit dem und wenn er nicht da ist, auch okay, dann wird eben mal in Ruhe alleine gespielt. In größeren Gruppen findet man die Kinder eher, wenn sie von einer Spielidee begeistert sind und dann unbedingt mitspielen möchten. Aber, auch das ist kein Problem, solange man erkennen kann, das die soziale Entwicklung des Kindes fortschreitet. Und das kann man, wenn man sich mal ausführlich Zeit nimmt und die Interaktionen mit anderen und dann dem einen engen Freund beobachtet.

Wie lange geht sie denn schon in die Krippe? Wenn das auch erst ein paar Monate her ist, dann braucht sie vielleicht auch einfach noch den Bezug zu den Erziehern.

Mit anderen Worten: Lass ihr noch etwas Zeit. Solange sie sich in ihrer Sozialkompetenz entwickelt und langsame Schritte macht, dann ist alles in Ordnung.

Ich wünsche euch noch alles Gute und eine entspannte Kita-Zeit,
liebe Grüße
nakaomi93

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Sie ist 1,5 Jahre alt. In dem Alter haben Kinder keine richtigen Freunde in dem Sinne, wie wir es kennen. Es ist absolut normal, dass so kleine Kinder sich an Erwachsene halten.

Wirklich gezieltes Miteinander spielen kommt später. Bei meiner großen kam das mit 3.

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