"Vorschulprogramm" im Kindergarten

Hallo #winke
Wie oft und lang machen die Kindergärten eurer Kinder etwas mit den Vorschülern?
Hier haben die letzten Urgesteine, die teilweise sehr an der Vergangenheit festgehalten haben und nicht offen für neues waren, den Kindergarten verlassen. Damit wird noch das ein oder andere umstrukturiert und das "Programm" für die Vorschulkinder ist mit dabei.
Ab September sind dann täglich eigentlich 30-60 Minuten angesetzt, in denen mit den Vorschülern seperat gearbeitet wird. Das kann auch mal länger werden, wenn sie etwas bestimmtes machen, spazieren gehen oder so.. Dazu eigentlich 1-2 größere,geplantere Ausflüge im Monat (das ist natürlich jetzt unklar).
Das stösst nicht bei allen auf Begeisterung. Ich kenne hier tatsächlich keinen anderen Kindergarten, der da täglich was macht. Ich denke nicht, dass das schaden kann.Aus anderen Ländern kenne ich das ganz anders. So wie es vorgestellt wurde und so wie man die Erzieherinnen kennt, wird das sicher toll und auch alters- und situationsgerecht gestaltet.
Wie ist das bei euch?

LG

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Hallo,
das kommt wohl auf das System des Kindergartens an. Bei uns gab es damals jede Woche einen festen Tag, an dem die Vorschüler separat etwas unternommen haben. 30 - 60 Minuten am Tag zerreißt bloß die Gruppendynamik und bringt unglaubliche Unruhe jeden Tag in die Rituale rein. Die Vorschüler hingegen haben von der extrem kurzen Zeit gar nichts. Was soll da gemacht werden? Ehe alle Vorschulkinder eingesammelt und wieder zurückgebracht wurden, sind 30 Minuten locker um.
Bei uns wurden regelmäßig Ausflüge gemacht. Die Vorschüler waren bei Polizei, Feuerwehr, auf dem Bauernhof, in der Kirche (war ein kirchlicher Kita), logischerweise mehrfach in der Schule. Sie haben den Fußgängerführerschein gemacht und so die wichtigsten Verkehrsregeln für Fußgänger gelernt. Natürlich war das ein Projekt über mehrere Wochen. Sie haben in den Räumlichkeiten der Kita unheimlich viel experimentiert. Und sie haben eine Art Freundebuch der Vorschüler gebastelt.

Bei uns gab es geschlossene Gruppen und da hätte die ständige Störung jeden Tag gestört. Aber bei einem offenem Konzept - warum nicht?

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Es ist ein relativ kleiner Kindergarten mit offenem Konzept ;-) Das wird da kein Problem sein. Projekt mit festem Treffpunkt jeweils zur gleichen Zeit gibt es schon, das kennen alle.
Die Dauer wird auch davon abhängen, was gemacht wird. Nach 60 Minuten ist nicht einfach Schluss. Es soll Spaß machen. Es war wohl auch klar dass es nicht allen Eltern gefällt, da sind die niedrig angesetzten 30 Minuten wohl auch zum angependeln angegeben worden.

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Das war einmal die Woche ich meine etwa eine Stunde + eine halbe Stunde Sozialtraining.

Schaden kann das schon, kommt drauf an was genau gemacht wird. Bei meiner sind die Kinder aus 2 verschiedenen Kindergärten. In dem anderen wurde kaum etwas gemacht, unsere hatten einen Vorsprung. Besonders Mathe war dann das ersten Schuljahr durch recht öde und einige sind im zweiten dann aus allen Wolken gefallen.

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So einen Vorsprung alleine wegen einer Stunde die Woche? Da gibt es sicher noch andere Gründe. Und ob man da über „schaden“ sprechen kann, ist auch Ansichtssache ;-)
Wenn ein Kind interessiert ist, ist es doch richtig darauf einzugehen und Futter anzubieten. Gerade in der 1 Klasse ist es doch auch gar nicht ungewöhnlich, dass manche schon schreiben, lesen,... können. Unsere Grundschule hier fängt die Schüler da gut auf.

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Da die anderen kaum etwas gemacht haben und unsere so begeistert waren das sie sich selber angestachelt haben hat das gereicht.

Es kann halt Schaden, das heisst ja nicht das es das muss.
Unsere Schule hat drumm gebeten das die Kinder eben nicht schon schreiben oder lesen können sollen. In Mathe sollten sie eigendlich nur wissen welche Zahl vor und hinter Zahl X kommt. Bei denen wird nur nach den Nachzüglern geschaut, dadurch ist für uns tatsächlich ein großer Schaden entstanden.
Wenn eure Schule flexibel ist und einen Vorsprung auffängt und den Kindern genug freie Zeit bleibt passt da ja alles.

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Sicher dass da das Rad wirklich neu erfunden wird?
Glückwunsch, ihr habt anscheinend einen Kindergarten gefunden der euch Vorschulprogramm plus Zahlenland plus Hören Lauschen Lernen und ein bisschen Tamtam als nie dagewesene Dienstleistung verkauft. Das sind vermutlich größtenteils Standards die wo ander einfach stillschweigend gemacht werden .... weil sie eigentlich selbstverständlich sein sollten.

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Von Zahlenland oder Hören Lauschen Lernen habe ich noch nie gehört #kratz Das Rad wurde sicher nicht neu erfunden, darum geht es doch auch überhaupt nicht. Die Frage war einfach, wie der Ablauf bei anderen ist.
Dass es hier besser als vorher wird, bezweifle ich nicht ;-) Engagierte Erzieherinnen können durchaus einen Unterschied machen.

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Engagierte Eltern würden es genauso schaffen.
Was ich sagen wollte ist ihr bekommt keinen 'Vorsprung' in der Schule weil das was der Kindergarten anbietet so außergewöhnlich ist sondern sondern kommt endlich auf das Level das eigentlich heute üblich ist. Zahlenland wöchentlich und hören lauschen lernen das auch mindestens einmal die Woche stattfindet für die Schulung der akustischen Wahrnehmung sind heute eigentlich Standart. Bei uns werden die Vorschulkinder nicht für alles separiert, aber diese 3 Tage Programm ist üblich und da geschlossenes Konzept werden einige vorschulsachen im Morgenkreis täglich vor allen 'exerziert'. Monate, Wochentage, viel Reime aufsagen, sogar Kleinstreferate halten die kids hier ... aber in der Gruppe. Und es gibt zumindest ohne Corona ein Dutzend Ausflüge ganztags. Feuerwehr Polizei Krankenhaus.... Das erschreckende ist dass unser kiga keinen Ton darüber verliert ... wie gesagt es sind standarts .. und die teiloffenen Kindergärten im Ort geben ähnlich wie eurer damit an wieviel getan wird ... und die Eltern sind nur am Jammern. Bei uns sind die Kinder aus unserem naturnahen Kindergarten im Vorteil weil im geschlossenen Konzept die Vorbereitung oft einfach so mitläuft. Im teiloffenen Fällen diese Aktivitäten alle Nase lang aus ... sobald ein Erzieher krank ist werden diese extra Aktivitäten nämlich gestrichen. Ich drücke euch die Daumen dass es bei euch auch so durchgezogen wird.

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Hallo

Ich hatte meine beiden geoßen in verschiedenen kindergärten.

Kind 1 hat vorschulprogramm gehabt da wurden fürs letztes jahr ALLE "aufgaben" seperiert. Gesonderte ausflüge bis auf zum abschluss gab es keine.

Kind 2 hat 2 std pro woche vorschulprogramm gehabt inkl eg geplanter ausflüge die auf Grund von corona aber nicht stattfanden. Dafür aber die Übernachtung und eine kleine Abschlussfeier jedich coronabedingt ohne die Eltern und ajch kürzer und anders als geplant.

Kind 3 geht in den selben kiga wie kind 2.
Vom fördern her hätte ich mich im nachinein für kind 3 für kiga 1 entschieden. Auch wenn wir oft geflucht haben hat die leitung gewechselt und ich hab es zutiefst bereut kind 2 aus der einrichtung genommen zu haben.


LG

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Einen "Vorsprung" werden sie in extremen Ausmaß nicht haben. Wie eine User in hier schreibt. Das ist eher die Ausnahme das Kinder schon so viel können das sie sich langweilen.

Bei uns sah das so aus,das die Polizei kam und es wurde Verkehrserziehung gemacht. Anschließendmit einen kleinen Test. Kommt jedes Jahr gut an bei den Vorschulkindern.
Dann gab es einen Besuch im örtlichen Altenheim. Was auch immer schön ist für alle Beteiligten. Und natürlich ein Probetag in der Schule.

Vor der Schule sah so aus,das viel geübt wurde wie Stifthaltung. Ausschneiden von großen und kleinen Sachen. Den Namen schreiben lernen. Sagen wie man heißt und wo man wohnt. Schwungübungen. Kleine Rätselaufgaben. Nähen für die Feinmotorik. Aber auch Experimente.

Viele denken jetzt bestimmt,das sind Sachen der Eltern. Leider nicht. Es zeigte sich das Kinder aus einem anderen Kindergarten die nichts getan hatten, erhebliche Probleme hatten und die Lehrer erstmal bei Null angefangen haben. Die Kinder die es schon konnten haben sich allerdings nicht gelangweilt,es gab genug Input für alle. Nach den Herbstferien waren dann alle auf einem Stand und es konnte richtig mit Schule losgehen.

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Wir hatten zwar durch Corona ein etwas merkwürdiges Vorschuljahr. Aber ich schreib Dir mal, wie es bei uns normalerweise läuft.

Die Kinder machen täglich im Wald Wetterarbeit. D.h. sie notieren Temperatur, Niederschlag, Wetter... teilweise schriftlich, teilweise gezeichnet. Das dauert aber eher 5-10 min.

An einem Tag in der Woche werden alle Vorschulkinder aus allen Gruppen zusammen gefasst und es wird gemeinsam sukzessive ein Vorschulbuch bearbeitet.

In dieser großen Gruppe wird etwa einmal pro Monat ein Ausflug gemacht. In den Verkehrsgarten, in die Schule, zum Puppentheater...

Dazu werden über den gesamten Zeitraum 2 Projekte bearbeitet.

Also ja, die haben gut zu tun.

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Unsere Grundschule hat eine Kooperation mit 4 Kindergärten.

Da wird sich gegenseitig besucht und auch zusammen gearbeitet. Bevor die Kinder aus der Kita bei uns einen Schultag mitmachen, sollen gewisse Aspekte schon in der Kita erabeitet worden sein, damit die Lehrerinnen darauf zurückgreifen können. Was genau gemacht wird, wird immer wieder in den Kooperationstreffen abgesprochen.

Wenn euch das eine Nummer zu groß ist, einfach mal mit einer Grundschule sprechen, was die so denken, was Kinder können und wissen sollten, bevor sie zur Schule kommen.
In NRW bietet es sich an sich dafür an die sozialpädagogische Fachkraft in der Schuleingansphase zu wenden, da diese Stelle den Übergang Kita-Schule impliziert.

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bei uns kommt einmal die Woche die Verbindungslehrerin für eine "Vorschul-Schulstunde"

Dann gibt es für die Vorschüler eine "Mappe", die bis zum Jahresende durchgemacht sein soll --- das sind spielerisch alle Zahlen und Buchstaben und Logikspiele, bestimmte Zeichenaufgaben an Stationen (Lichttisch - Sachen legen, - nachfahren, mit Wolle kleben usw...)

Sie werden regelmässig in der Freispielzeit daran ohne festen Tagesplan erinnert, mal wieder eine weitere Seite zu erledigen.

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achja --- es gibt noch ein paar Extra Ausflüge plus Schultüte basteln nur für die Schulanfänger (2 mal Schulbesuch, ein Abschlußausflug, Theater)

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Bei uns gab es einen Vorschultag.

4 Schulstunden + Pause

Das ganze war sehr spielerisch. Zahlenland, Reime, ausmalen.

Auch die Pause wurde geübt, sprich Zeiteinteilung/Zeitgefühl - erst essen, dann spielen

Es wurden auch kleine Hausaufgaben mitgeben, welche die Kinder bis zum nächsten Tag erledigen mussten. Irgendetwas ausmalen oder ausschneiden.

Ausflüge gab es 1-2 im Monat + Verkehrserziehung und Besuch der Feuerwehr.

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