Mein Kind verweigert wichtige Arztbesuche und hört nicht

Liebe Eltern,

ich bin langsam am Ende mit den Latein. Mein Sohn hat vom Kinderarzt Ergotherapiestunden verordnet bekommen, die wir bereits 5von10 mal besucht haben. Grund für die Verordnung war, weil mein 4-jähriger Sohn nicht malen kann, außer Krickeln. Aber am meisten, weil er nicht das machen wollte, was der Arzt von ihm wollte.
Er hat nicht geredet, sondern bockig gebrummt, mehr nicht.
Problem ist nun, dass er bei der Ergo zwar redet, aber nicht die Übungen machen will, die man von ihm sehen will. Lieber will er das machen, was er will: spielen.
Die Ergohelferin - so nenne ich sie jetzt mal - ist da auch ratlos. Sie kennt nur Kinder, die sich anfänglich verweigern und dann trotzdem mitmachen. Meiner machte von Anfang an nicht mit. Außer, wenn es um Spielen ging.
Ich habe keine Ahnung, was ich machen soll! Auch so, habe ich einige Problemchen mit ihm, denn er ist verdammt stur und weigert sich oft, an der Hand zu laufen oder stehen zu bleiben, wenn er dann vorrennt. Es ist sogar schon passiert, dass er über eine rote Ampel gerannt ist, obwohl ich - bestimmt 10 mal - gerufen habe, dass er stehen bleiben soll. So schnell kam ich nicht hinterher, wie der gerannt war.
Ich kriege das nicht in den Griff, dass er auf mich hört.
Kennt das jemand von euch und hat vielleicht eine Ahnung, was ich machen kann?

Ich Danke euch schon jetzt, für eure Antworten!

Liebe Grüße

MInk

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Hallo MInk,

Um ehrlich zu sein bin ich etwas erschrocken von der ersten Antwort hier 🙈

Ich persönlich finde das man mit Ü4 schon so weit sein sollte sich in ein soziales miteinander einzufügen.
Dazu gehören nun mal auch Dinge auf die man persönlich keine lust hat und da zu sagen wenn er keine Lust hat dann lass ihn,was solls... finde ich echt falsch...

Wenn du ihm jetzt nicht bei bringst das es halt auch Sachen/Situationen gibt die nicht immer nur Spaß und Spiel beinhalten können, wann dann?
Spätestens in der Schule wird er in ein riesiges Loch fallen wenn er bis dahin immer nur das machen konnte was für ihn toll ist und den Rest halt nicht.

Und dafür ist die Ergo auch super ...
Er soll da ja nicht nur hin um malen zu lernen, da wird ja rundum geschaut und man kann mit den Ergo Therapeuten besprechen was man sich wünscht wo man selber Defizite sieht, sprich nicht hören, nur Dinge tun die er will etc. Bei all den Dingen könnte die Ergo Hilfe Stellung sein eventuelle.
Bist du mit im Raum bei den Terminen?
Ich war die ersten 2 mal mit im Raum.und mein Sohn war ähnlich wie deiner, ist aufgedreht und hat nicht gehört.
Am Ende der Std. fragte ich sie ob wir es mal ohne mich versuchen könnten, und siehe da ab da sagte sie ,totale Mitarbeit, ruhig, konzentriert und er hat ganz , ganz viel positives mit genommen aus der Ergo und war am Ende total traurig das er nocht mehr hin durfte.


Und beim Thema Straße/Straßenverkehr habe ich sowieso eine 0% Toleranz grenze und finde das die Grundlagen der Verkehrserziehung mit 4 Jahren sitzen MÜSSEN.
Wenn mein Sohn mit 4 Jahren einfach nicht hören würde an der Straße und auf die Straße bezw. Über rote Ampeln läuft ist Schluss mit lustig für ihn dann kommt er an die Hand,Leine oder irgendein Buggy (hätte ich mir zur Not auch wieder angeschafft!).
Wer sich benimmt wie ein Baby.wird behandelt wie ein Baby, zumindest im Straßenverkehr und da könnte er heulen und plären wie er möchte!!!
Zum Glück war und ist mein Junge ein totaler Polizei Fan und hat mit 3 schon gewusst wie man sich im Straßenverkehr verhält, mir war das Thema aber auch immer sehr wichtig und es gab keinerlei Ausnahmen oder Kompromisse,.an viel befahrenen Straßen gab es kein vorrennen und basta! Da wurde neben mir gegangen oder es ging an die Hand!
An Ampeln und Zebrastreifen wurde auch nur mit mir ran gegangen und nicht vor gelaufen, das verunsichert nämlich nur die Autofahrer wenn da schon ein kleines Kind am Zebrastreifen steht aber noch auf Mama wartet und noch garnicht rüber will!

Ich würde mich an deiner stelle mal mit deinem jungen zusammen setzten und ihm ganz in Ruhe erklären was da alles hätte passieren können und ihm auch klipp und klar sagen das ihn ein Autofahrer auch hätte Tod fahren können und was das für ihn, dich, eurer Familie und auch für den Autofahrer zu bedeuten hätte.

Ich wünsche dir alles gute und viel Erfolg

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Guten Morgen Mlnk,

Ich hab hier auch ein sehr Willensstarkes und eigensinniges Kind zu Haus (6 Jahre). Bereits der gyn in der Schwangerschaft hat gemeint, es sei sehr eigensinnig, weil er es nicht vermessen konnte.

Der Arzt meint sicher, ergo wäre für die feinmotorik gut. Wenn dein Sohn nicht malt, baut er vielleicht gern lego?

Ich persönlich würde ihm seinen Kopf lassen. Wenn er beim Arzt nicht mitmachen will, dann ist der Arzt gefordert. Ich kann mir vorstellen wie du dich als Mutter gefühlt hast, und trotzdem ist es der Job vom Arzt hier mit deinem Kind "effektiv" umzugehen.

Was den Straßenverkehr angeht, hätte ich an deiner Stelle sicher auch Angst, grad wenn er schon auf die Straße gerannt ist.
Mein Kind geht auch nicht an der Hand, sicher schon seit es drei ist. Anfangs hatte ich echt Sorgen, aber nen schreindes Kind hinter mir herziehen wäre die Alternative gewesen.
Ich habe mit meinem Kind außerhalb einer solchen Situation gesprochen und erklärt, dass ich einfach Angst habe, dass etwas passiert. Wir haben uns auf Kompromisse geeinigt. Bis zur Laterne, dann warten. An dem Zebrastreifen warten. Und so weiter. Hat geklappt.

Ich kann dir nicht wirklich was raten, ich kenne dich und dein Kind nicht. Mein Vorschlag wäre nur, nimm den Druck raus! Er will nicht mitmachen bei der ergo, was solls. Er will nicht mit dem Arzt reden, was solls. Nicht an der Hand laufen, versuche gefährlich Wege zu meiden und lass ihn.
Und du selbst, versuch locker zu lassen, deine Anspannung spürt er und macht selbst dicht.

Habt ihr schon mal an ne Mutter kind Kur gedacht?

Liebe Grüße!

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Liebe minkyminnie,

ich antworte Dir mal auf das mit dem Hören primär: Du schreibst leider nicht, wie bei Euch Grenzen gesetzt und wie konsequent sie verteidigt werden.
Klingt so, als würde Dein Sohn grundsätzlich grade testen wie weit er gehen kann und überschreitet dabei Deine gesetzten Grenzen (an der Ampel zb). Was machst Du dann wenn er nicht hört?

Kinder testen ganz automatisch wie weit sie gehen können und ich persönlich finde, es gibt vieles, bei denen sie ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen und müssen.
Wo Grenzen notwendig sind, müssen sie aber klar umrissen, erklärt und dann konsequent eingehalten werden.

Ich mache das zB so: Zum einen erkläre ich warum sie etwas nicht dürfen. Dann erkläre ich was passiert wenn sie es doch machen (zb Klettern an gefährlicher Stelle --> können sich etwas brechen) und welche Strafe ich stelle wenn ich sie beim Versuch erwische (zB keine Gutenachtgeschichte, keine Süßigkeiten, sofort vom Spielplatz heim... je nach Situation).
Testen Sie es dennoch aus, bin ich konsequent und setze die vorher gesagte Strafe um.

Die Kinder lernen so sehr schnell, wo Stop ist und nach ein paar mal Grenze ziehen bzw Strafe hören sie deutlich besser. Also unsere zumindest weitestgehend.

Und das mit dem Malen: ein Problem vieler Jungs. Haben wir auch. Malbücher mit dem Lieblingsthema, Kneten, Kekse backen, Bügelperlen, kleine Legos, ... das alles trainiert die Finger. Manche machen einfach sowas nicht gerne (unserer auch nicht). Ich probiere es immer wieder, meist macht er wenigstens kurz mit. Besser als nichts.

Alles Gute!

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Hallo,

Mein Sohn möchte auch nicht zur Logopädie, muss aber. Anfangs war ich dabei, aber als man merkte, ich lenke ihn nur unnötig ab (auch wenn ich nie aktiv mitgewirkt habe) bin ich den Std fern geblieben. Vielleicht gehst du einfach und lässt die Ergo mal allein machen. Die müsste eigentlich wie sie sich verhalten soll.

Wegen dem nicht hören / weglaufen. Meiner war auch so... Bis zu seinem 3.Lj.
Ich habe ihn konsequent an die Hand genommen und /oder in den Buggy gesetzt. Bei jedem anhalten ' Stop' gesagt. Irgendwann hat er es geschnallt und seit es verbindlich funktioniert, darf er allein laufen. Ist jedoch eine Sache der Übung und Erziehung. Fange noch heute damit an, denn er wird ja auch immer kräftiger und kann auch leichter losreißen. Halte die Hand am besten mit dem kleinen Finger ums Handgelenk gewickelt... So ist er in einer Art Zangengriff sicher. Ich würde ihm eindringlich verbieten abzuhauen. Notfalls eine Konsequenz androhen und / aber die dann auch durchführen.
Er muss merken, dass du der Chef bist 😉
Es bleibt ja nicht dabei sondern zieht sich durchs Leben

Grüße

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Bitte lern dich durchsetzen, fertig. Du bist die Mutter. Natürlich erst liebevoll, aber wenn das nichts hilft, dann muss es Konsequenzen geben. Ich hab einen 4,5 jährigen Sohn und auch eine sehr große Tochter.
Überleg, wie das Spiel weitergeht? Schule, Hausübung oder Kindergarten und Spielplatz Besuch.
Auf jede Aktion vom Kind kommt eine Reaktion.
Das ist ja noch schöner, wenn 4 jährige den Eltern sagen, wo es lang geht.

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Vielleicht eine Abmachung mit ihm vereinbaren? z.B zuerst machen wir, was die Ergo. möchte und die letzten 15 Minuten darfst du dir ein Spiel aussuchen oder wenn er mitmacht geht ihr ein Eis essen, darf sich vielleicht ein Sticker aussuchen...

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Bis auf die Sache mit dem Straßenverkehr sehe ich eigentlich keine gravierenden Fehler seitens deines Sohnes.
Er muss zu Ergotherapeuten weil er nicht malen kann? Im Ernst?
Er macht nicht bei Sachen mit, die ihm keinen Spaß machen? Nicht ungewöhnlich.
Er hat nicht mit dem KA gesprochen? War das nicht der Typ, der ihm Spritzen verpasst?
Also all die Dinge würden auf meinen 3,5 jährigen auch zutreffen.
Gestern waren wir beim Osteopathen. Er hat sie getreten und gehauen. 🙉🙈
Ich musste ihn mit einem Video auf dem Handy ablenken. (Später hat er mir gesagt, dass er Angst hatte)
Ich brauche auch nicht zu erzählen, dass mein Sohn noch nie in seinem Leben Medizin bekommen hat. Er war Gott sei Dank nie ernsthaft krank, aber letztens wollte ich ihm Fenchelhonig geben bei Husten. Ich hatte keine Chance.

Tja, an der Hand laufen mit 4? Das kann ich auch vergessen.
Was aber gar nicht geht sind die gefährlichen Situationen im Straßenverkehr.
Da musst du schon deutlich werden und Grenzen klar setzen.
Das bedingt aber auch, dass man genügend Freiraum lässt. Damit die Grenze, die wirklich von Bedeutung ist, auch als solche erkannt wird.
(Wenn man den ganzen Tag seinen Namen und Nein hört, hört man irgendwann auch nicht mehr hin)

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Puh, und ich befürchtete schon, ich bin alleine mit meiner Sicht.
Ich find auch, er hat nix schlimmes gemacht.

Auf die Straße laufen geht nicht.
Alles andere ist aus der Sicht eines vier jährigen doch gut. Jasager ohne eigen Willen haben wir doch genug. Und anpassen müssen sich in dem Alter die Erwachsenen.

Aber das sieht ja jeder wie er will oder wie es ihm besser passt.
Liebe Grüße

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"Alles andere ist aus der Sicht eines vier jährigen doch gut. Jasager ohne eigen Willen haben wir doch genug. Und anpassen müssen sich in dem Alter die Erwachsenen. "

Die Kinder, deren Eltern meinten, sie sollten keine Ja-Sager werden, sind die, bei denen die anderen Eltern genervt die Augen verdrehen, mit denen kein vernünftiges Kind spielen will und wo die Lehrer ständig die Eltern in die Grundschule zitieren, weil es nicht möglich ist, das Kind zu unterrichten.

Wir leben nicht jeder auf seiner einsamen Insel, sondern in einer Gemeinschaft.
Da hat sich jeder an Regeln anzupassen, auch Kinder.

Wir haben schon genug rücksichtslose Egoisten, die sich einen feuchten Dreck um ihre Mitmenschen und um Gemeinschaftseigentum scheren.

Und nein, diese egoistischen Nicht-Ja-Sager-Kinder werden nicht auf wundersame Weise zu sozialen Erwachsenen. Die bleiben asozial.

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Moin,

was du tun kannst? Aufhören Unangenehmem aus dem Weg zu gehen, dich den Situationen stellen. Es heißt ErgoTHERAPEUTIN! Und wenn eine ausgebildete Therapeutin schon an ihre Grenzen kommt finde ich das schon gravierend.
Ich finde es bezeichnend dass man ne einfache Berufsbezeichnung schon umgehen will und ich weiß nicht, versucht es "schönreden"? Es ist keine Schande dass ein Kind wegen Graphomotorik Ergotherapie braucht.

Und nein, Lego hilft da nicht, sonst hätten ja viel weniger Jungs Probleme damit, und bis zur Schule warten ist auch keine Lösung wie schon vorgeschlagen, da stürmt dann soviel neues auf Dein Kind ein, dann noch an der Motorik rumzuschrauben halte ich für falsch.

Ich finde es wichtig dass sich Kinder von ihren Eltern führen lassen. Das fängt beim an der Hand gehen an, für mich ist dass der Inbegriff des "sich führen lassens". Dein Kind vertraut Dir nicht, hat nie gelernt dass Mamas Weg vielleicht der richtige sein kann. Wie soll dass in der Schule werden? Geht ihr auf ne alternative Schulform die weiter eine dermaßen freie Entfaltung fördert? Da ich nicht glaube dass Du der Typ bist der mit klaren Konsequenzen zurechtkommt, musst Du versuchen es durch positive Bestätigung zu erreichen. Vorlesen, Fernsehen, Nachtisch, mit was auch immer Du ihn "bekommst" gibt es nur wenn er sich eine gewisse Weile hat führen lassen. Das ist leider das Alter "wenn du nicht ... dann gibts kein Betthupferl ..." Fang mit kurzen Strecken an. Beim Einkaufen von der Wursttheke bis zur Kasse mit dem Versprechen dass Kaubonbon an der Kasse (zur Not selbst gekauft" gibt es nur wenn er am Wagen läuft. Vom Auto zum Metzger an der Hand -> dann gibt es auch die Scheibe Kinderwurst. Du musst dann im Zweifel auch mal nein sagen, dann liegt er halt vor der Theke und heult, aber anders bekommt man das langfristig nicht hin. Das muss jede Mutter.

Alles Gute!

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Hallo,

ich bin ziemlich entsetzt, wieviel hier über deinen Satz "Auch so, habe ich einige Problemchen mit ihm, "
einfach überlesen haben.
Es scheint völlig ok zu sein, dass ein 4jähriger Junge nicht auf seine Mutter hört??

Du musst dich durchsetzen!! Er will nicht an der Hand laufen? Halt ihn fest! Noch (!) kannst du ihn an der Hand oder am Arm festhalten. Er bleibt nicht stehen? Dann läuft er von da ab an der Hand, alles andere ist zu gefährlich - das kann schon ein Dreijähriger verstehen.
Er kommt nicht, wenn Mama ruft? Dann holt Mama ihn, aber ganz schnell und deutlich!! Er muss merken, dass er sich so etwas nicht erlauben darf.

Wann, bitte schön, soll ein Kind ein freundliches Miteinander lernen, wenn nicht mit 3 und 4 Jahren?

Und dazu gehört, dass man nicht einfach weiterspielt, wenn es Essen gibt, man mit Mama zum Einkaufen soll oder Abends ins Bett geht.

Wenn dein Mann dich ruft "Schatz, komm doch mal bitte und halt das hier fest, damit es nicht runter fällt" - antwortest du dann auch "Nein. Ich will grad nicht..."?
Wenn es Essen gibt - müsst ihr den jeweils anderen Erwachsen auch erst bitten oder bearbeiten, damit er seine Tätigkeit unterbricht?

Bei der Sache mit der Ergotherapie finde ich, man darf ein Kind ausnahmsweise ein bisschen bestechen: Wenn du alles mitmachst, was Frau X mit dir macht, gehen wir hinterher ein Eis essen. (Wenn nicht, natürlich nicht!!)

Bei allem anderen sollte dein Sohn dringend lernen, dass das, was Mama sagt, sein Gesetz ist!
Wie soll er fremde Regeln akzeptieren (Kindergarten, Schule, Verkehrsregeln) wenn er noch nicht mal seine Mutter ernst nimmt?

Viel Erfolg!

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