Sohn weit wegen jeder Kleinigkeit

Einen schönen guten Abend miteinander,

ich habe ein "Problem" mit meinem Sohn (4 Jahre alt).

Er war schon von klein auf ein sensibles Kind. Schon damals war es, als würde ihm ein gewisses Grundvertrauen zu allem fehlen (ist jetzt wahrscheinlich härter ausgedrückt, als es gemeint ist, mir fällt aber gerade nichts ein, wie ich es besser ausdrücken sollte).
Bei vielen Dingen, die anderen Kindern Spaß gemacht hätten, ist mein Sohn "getürmt" (z. B. Nikolaus, Kasperletheater, ect.), obwohl ihm in dieser Hinsicht nie etwas schlechtes widerfahren ist.

Aber seit ca. einem halben Jahr ist es extrem schlimm.
Er ist fast ständig am weinen.
Ein Kind redet ein bisschen rauer mit ihm; er weint.´
Die Kindergärtnerin sagt was zu ihm; er weint.
Ich sage "nein" oder guck etwas strenger; ratet mal, er weint.
Und es ist nicht nur ein trotziges Weinen, für ihn bricht im wahrsten Sinne des Wortes eine Welt zusammen.

Hatte neulich ein Gespräch mit der Erzieherin. Sie meint, dass dieses Verhalten typisch bei z. B. Scheidungskindern (ist er nicht) oder bei misshandelten Kindern (wird er bei Gott nicht) vorkommt.

Langsam bin ich aber mit meinem Latain am Ende. Ich finde es wirklich schlimm, wenn für ihn die Welt so zusammenbricht, aber ich kann ihm ja deshalb auch nicht alles durchgehen lassen, denn so wird er später im Leben ja auch nicht weiter kommen.

Ich denke auch weniger, dass es eine Phase ist, denn wie gesagt, den Hang zum sensiblen hatter er schon immer, wiedersprüchlicherweise hat er aber trotzdem ein starkes Selbstbewusstsein.

Ich weiß echt nicht mehr weiter.
Kennt jemand auch solche Situationen und kann mir vielleicht weiterhelfen oder einen Tipp geben?!

Danke schon mal..

Liebe Grüße Julia

1

Hallo,

ja, daß kenne ich zu gut.

Bei unserer Kleinen (5) hat das vor einem 3/4 Jahr angefangen.

Warum? Kann mir keiner so richtig sagen!

Der Arzt meint es liegt vielleicht an zu wenig Aufmerksamkeit!? Da sie ein Brüderchen bekommen hat!

Wir geben Ihr aber Aufmerksamkeit! Deswegen glaube ich, liegt es nicht daran.

Und im Kiga gibt es auch Kinder, die so geworden sind.

Ich versuche nicht auf das weinen einzugehen! Sie abzulenken und Ihr es immer wieder aufs Neue zu erklären, daß sie nicht weinen braucht. Weil sie keinen Grund hat.

Ich weiß, war kein so guter Tipp! Aber was anderes fällt mir leider auch nicht ein.


Gruß Mia

2

Hallo Mia,

danke für die Antwort.
Mein Sohn ist ein Einzelkind und hat eigentlich einen geregelten Tagesablauf (wurde ich auch gefragt, ob er wegen unregelmäßigen Tagesabläufen irgendwie irritiert oder verunsichert sein könne).

Ich versuche auch nicht allzuoft darauf einzugehen.

Aber es ist halt schon heftig, wenn du siehst wie verzweifelt dein Kind gerade ist.

Neulich hatten wir folgende Situation im Kindergarten (neulich ist gut, war im Herbst):

Die Kinder waren im Garten beim Spielen. Mein Sohn nimmt einen Stein vom Boden und wirft (klar, in dem Alter denken die ja nicht an mögliche Konzequenzen) und hat natürlich ein anderes Kind getroffen.

Gott sei dank ist nichts passiert. Die Erzieherinnen haben ihm gesagt, dass er das nicht darf (eine Bekannte von mir hat die Situation beobachtet, und sagt auch, dass sie ihn nicht wirklich geschimpft hat).

Das passierte um zwölf. Als ich ihn um halb zwei abgeholt habe hat er immer noch rotz und Wasser geheult und ich hatte wirklich noch ne viertel Stunde damit zu tun, mein Kind zu beruhigen. Sogar der Junge, den er getroffen hat, hat ihn getröstet.

Das nur als Beispiel um das Ausmaß zu sehen. Wenn dir das ganze 5 - 6 mal am Tag passiert, weißt halt echt nicht mehr, was du tun sollst.

Aber trotzdem vielen Dank für deine Antwort.

Liebe Grüße Julia

7

Bei diesem Beispiel kann man den Eindruck bekommen daß er mit dem Weinen durchsetzten möchte, keinen Ärger zu bekommen?!

weitere Kommentare laden
3

Huhu,
also bei Hannah (5) ist das zur Zeit auch so. Wenn ich mal wütend bin (muss ich bei der Süßen wirklich nicht sehr oft), fängt sie sofort an zu weinen, hängt sich an mein Hosenbein und sagt: "Mama, bitte bitte, nicht böse sein!" Und wenn ich etwas ärgerlich bin, kommt sie nach einer Weile und fragt: "Bist du noch böse?" - "Nein"
"Sauer?" - "Nein" "Wirklich nicht?" - "Nein". Also sie tut mir dann leid, so klein, hilflos und verzweifelt, aber manchmal lässt sich ein ernstes Wort nicht vermeiden. Tiefenpsychologische Gedanken habe ich mir bisher darüber keine gemacht, aber wenn ich das hier lese...oh weh.
Gruß,
Doreen

4

Hallo Doreen,

oh weh, ist genau richtig beschrieben.

Klar solche Phasen wie deine Kleine kommen vor, aber mein Süßer fängt ja oft ohne für mich ersichtlichen Grund zu weinen an.

Eigentlich ist er ein frohliches und auch lernbegieriges, also kein introvertiertes Kind. Also eigentlich genau das Gegenteil zu den "Weltuntergängen" die er hat.

Ich bin mit meinem Latain langsam am Ende...

Weiß auch nicht wirklich, an wen oder welche Stelle ich mich wenden könnte um herauszufingen, was los ist, denn normal oder als Phase würde ich es schon nicht mehr bezeichnen.

Im Kiga meinen sie nur ich soll mit ihm zur Frühförderung. Aber wie sollen die mir denn weiterhelfen können?

Danke für deine Antwort

Julia

5

Hallo,

was hat denn das Weinen mit der Notwendigkeit der Frühförderung zu tun?
Ich kenne mich nicht so gut aus darin aber ich denke eher weniger.
Wie reagiert er denn wenn Du ihn fragst wiso er weint?
Mein Sohn hatte auch mal eine Phase in der er schnell anfing zu heulen.
Ich habe ihm dann gesagt daß er sprechen kann und mir sagen soll wenn ihm was nicht paßt und ich es gar nicht leiden kann wenn er einfach anfängt zu heulen.
Er kann weinen wenn er traurig ist oder er sich weh getan hat aber nicht aus heiterem Himmel.
Immer wenn dann die Heulerei los ging habe ich ihm wieder gesagt: Sprich mit mir wenn was ist aber hör` mit dem Heulen auf!
Das hat dann auch bald geklappt!

LG Z.

weiteren Kommentar laden
13

Hallo Julia,

ich finde es wirklich traurig, wie ihr über eure ängstlichen Kinder sprecht. Wie kannst Du beurteilen, ob Nikolaus, oder Kasperltheather für einen 4Jährigen beängstigend ist, oder nicht. Ich kann mich z.B. noch gut daran erinnern, wie beängstigend ich in dem Alter den Nikolaus fand. ich hab mich zwar auf ihn gefreut, aber irgendwie war er mir auch unheimlich.

Das letzte, was ich in der Situation gebraucht hätte, wäre eine Mutter gewesen, die mir deutlich macht, dass ich ein Weichei bin, weil ich mich doch eigentlich zu freuen habe#schmoll

Ich verstehe auch Deine Angst nicht, dass Dein Sohn sich nicht in der Welt behaupten können wird, weil er jetzt ängstlich ist. Nicht umsonst heißt es "Eine Kindheit voll Liebe reicht für ein ganzes Leben" und ich denke, gerade weil er so sensibel ist, braucht er vor allem die Sicherheit, dass der Mensch, der für ihn am wichtigsten ist, nämlich seine Mutter, ihn so annimmt, wie er ist: Mit all seinen Ängsten und Zweifeln. Das heißt ja nicht, dass Du ihm alles durchgehen lassen musst, aber TROST verdient er auf jeden Fall in so einer Situation!

Zeig ihm, dass Du ihn verstehst, dass Du für ihn da bist und führe ihm immer wieder vor Augen, wie toll er ist. Dass er auch vieles sehr gut kann, trotz oder gerade wegen seiner Vorsicht. Nur, wenn er das Gefühl bekommt, so richtig zu sein, wie er ist, wird er die Stärke entwickeln, selbstbewusst zu agieren. Damit, dass DU ihm zeigst, dass Du seine Tränen unangebracht findest, erreichst Du mMn nur das absolute Gegenteil.

Grüße
Coli
mit Jule und Lena (3J 9M)