Die andere Seite

Ich liebe meine Frau und noch mehr liebe ich meinen Sohn (1,5 Jahre). Gerade diese Liebe ist die stärkste Liebe die ich je empfunden habe.

Ich habe eigentlich ein tolles Leben. Habe einen gut bezahlten Job, relativ viel Freizeit, einen tollen Sohn, bin sportlich, habe die besten Schwiegereltern der Welt und könnte das perfekte leben führen, wäre da nicht nur meine Frau:
Wie ich oben geschrieben habe, liebe ich meine Frau doch sie macht mir es Jahr für Jahr schwerer. Sie nörgelt ständig rum, macht aus einer Mücke einen Elefanten, lässt sich total gehen etc. Wir funktionieren als Team hervorragend aber als Paar kriselt es. Ich bin für sie einfach selbstverständlich geworden. Das unser Sexleben darunter leidet, wird wohl niemanden wundern. Dabei geht es nicht nur um die Quantität sondern vor allem die Qualität hat nachgelassen.

Ich persönlich bin in der Form meines Lebens und mir würde es sehr einfach fallen nach einer Trennung eine neue Partnerin kennenzulernen.
Jedoch sprechen zwei Dinge dagegen:
1. Ich liebe meinen Sohn so dermaßen, dass ich ihm keine Scheidung zumuten möchte
2. Liebe ich meine Frau immer noch und weiß auch, dass sie nach mir es derzeit echt schwierig hätte einen neuen Partner zu finden.

Ich werde also bei meiner Frau bleiben... Sie weiß, dass ich unzufrieden bin und macht nichts. Sie bekommt ihren Arsch nicht hoch um etwas zu ändern und kann auch nicht über ihren Schatten springen und etwas neues ausprobieren.

Meine Prognose ist, dass wir uns immer weiter auseinander entwickeln werden auch wenn ich immer auf sie zugehe und sie anflehe sich zu ändern.

Irgendwann werde ich dann wenn mein Sohn groß genug ist dann doch die Scheidung einreichen und meine Frau wird nach außen hin so tun, als ob sie nicht wüsste warum. Doch insgeheim wissen wir beide dann... Sie hat es vermasselt. Das macht mich echt traurig...

Vielleicht fällt euch ja etwas ein, was uns helfen könnte. Paartherapie etc. will sie nicht machen.

Btw. Meine Frau ist an sich in der Beziehung total zufrieden und will nichts ändern. Sie hat ja auch alles was man sich nur träumen kann. Haus, Auto, Kind, Urlaube etc...

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Ich formuliere das dann mal in deutlicheren Worten.

Ich bin ein super Typ mit einem super Körper und einem tollen Job und könnte das perfekte Leben haben, wenn da meine Frau nicht wäre. Sie kümmert sich um unser gemeinsames Kind, während ich viel Freizeit habe, und nörgelt dauernd rum. Dass die Geburt erst eineinhalb Jahre her ist, ist mir egal. Sie soll mal ihren Arsch hochbekommen, damit sie meinen optischen Ansprüchen wieder gerecht wird, und sich außerdem beim Sex mehr ins Zeug legen.
Tja, SIE hat es vermasselt, aber großmütig wie ich bin bleibe ich bei ihr, weil sie sonst keinen mehr abbekommen würde. Ich hingegen würde - so als super Typ - natürlich sofort wieder eine Frau finden, die attraktiver, freundlicher und besser im Bett ist als die, die ich jetzt habe. Bitte lobt mich mal feste.

Wenn du auch nur einen Bruchteil deiner Einstellung deiner Frau gegenüber durchscheinen lässt: Ich würde mich auch vor dir zurückziehen. Bei so einer abwertenden Einstellung wäre ich lieber alleine und jede Frau könnte einen Mann, der so über mich denkt, geschenkt haben.

Gruß
Baumtraum

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Amen!!! Genau meine Meinung!nur wüsste ich nicht wie ich es besser schreiben sollte. Danke, danke, genau meine Gedanken!!

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Es ist wieder Mal typisch: als Mann muss man automatisch der böse sein. Es ist sogar so, dass ich in Teilzeit gegangen bin damit sie wieder in den Job einsteigen kann. Ich kümmere mich in jeder freien Minute um meinen Sohn und muss mich da vor keiner Mutter verstecken. Ich gehe zum Kinderarzt mit ihm, gehe zum Babyschwimmen usw...

Ich finde es echt zum kotzen, dass man als Mann direkt abgestempelt wird. Das du so ein Bild von einem fremden Mann hast den du nicht kennst sagt eher etwas über deinen Mann aus als über mich... Echt traurig

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Das sind aber keine Gründe trotzdem bei ihr zu bleiben und noch unglücklicher zu werden.

Aber das ist außerordentlich gnädig von dir, dass du es weiterhin aushältst.

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Das ehrt dich sicherlich, aber auf Dauer werdet ihr beide nicht glücklich werden oder bleiben.

Ein Kind ist kein Trennungshindernis.

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Ich will niemanden zu nahe treten aber bei den meisten Frauen ist es ja so, dass bei einer Trennung das Kind die meiste Zeit bei der Mutter ist. Ich würde als Mann meinen Sohn nur noch am Wochenende sehen und er ist mir wirklich das wichtigste im Leben. Ich habe halt immer noch die Hoffnung, dass meine Frau irgendwann Mal aufwacht... Ich befürchte halt, dass sie es erst bemerken wird, wenn es zu spät ist.

Es ist einfach so traurig weil eigentlich sonst so viel richtig läuft. 😔

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Es gibt auch das Wechselmodell. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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Ich kann dich verstehen.

Mir geht es als Frau genauso wie dir als Mann.

Ich bin totunglücklich mit meiner Ehe auf dem Papier und kann dir daher nur einen Rat geben:

Im Sinne des Kindes und auch in deinem, trenne dich bald. Sofern du alles versucht hast.
Für das Kind wird es mit zunehmendem Alter immer schwerer das zu verkraften.

Jetzt finde ich, ist er noch zu klein, um zu leiden, vorausgesetzt, ihr bekommt das fair und ordentlich hin, das sollte oberste Priorität haben!!

Findet zuverlässige Absprachen, wer ihn wann und wie oft hat, er wird sich dran gewöhnen, sofern ihr euch nicht daneben benehmt und die Dinge auf seinem Rücken austragt.
Wenn er erst mal älter ist, immer mehr mitbekommt von der Stimmung zu Hause, von deiner Unzufriedenheit, Traurigkeit usw. wird es für ihn auch schwer werden.

Wenn wirklich gar nichts mehr geht, dann rate ich dir, warte nicht mehr. Es wird nicht besser werden, ihr tickt einfach zu verschieden. Du willst mehr vom Leben als sie, vielleicht kann sie es auch gar nicht geben, sonst würde sie es ja selbst merken.

Und Sexlosigkeit bzw. schlechter Sex wird von allein auch nicht besser. Du bist schon drauf und dran dich zu entlieben.

Sicher wird es nicht einfach mit Kind, du wirst auf die komplette Zeit mit deinem Sohn verzichten müssen, aber du bekommst effektive Zeit mit ihm, die du gut nutzen kannst, wenn du mit dir im Reinen bist.
Versucht das zusammen hinzubekommen. Für ihn. Bleibt friedlich.

Alles Gute

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"Meine Frau ist an sich in der Beziehung total zufrieden und will nichts ändern."
So toll kann es auch aus ihrer Sicht nicht laufen, denn:
"Sie nörgelt ständig rum, macht aus einer Mücke einen Elefanten, lässt sich total gehen etc."

So verhält sich ein zufriedener Mensch nicht.

"Sie hat ja auch alles was man sich nur träumen kann. Haus, Auto, Kind, Urlaube etc..."
Und dazu noch einen Mann in der "Form seines Lebens". Tja, da möchte man glatt mit deiner Frau tauschen. Wenn da nicht ein Mann an ihrer Seite wäre, der sich für toll hält, es aber nicht ist. Und der es als Gnade sieht, bei ihr zu bleiben, weil sie es ja so schwer hätte, einen anderen zu finden, während er - versteht sich! - locker gleich eine bei der Hand hätte, was er eigentlich ja auch will.

Sollte das alles ernst gemeint sein, verstehe ich ihre Haltung, eine Paartherapie zu verweigern, es bleibt dann nur die Trennung. Damit könnten dann womöglich auch ihr Probleme gelöst sein. Vater bist du trotzdem. Und deinem Kind wirst du nicht ernsthaft diese Mischung aus pseudo-überlegener und verachtender Einstellung zur Mutter vorleben wollen.

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Du bleibst also aus Mitleid bei deiner Frau, weil sie sonst, fett und faul wie sie ist, keinen anderen mehr abkriegen würde?

Du Guter. Wie altruistisch von dir auf dein Lebensglück zu verzichten für so ne fette Kuh. Obwohl du in der Form deines Lebens bist...

Man liest viel Scheiß hier bei Urbia, aber dein Post hier, den packe ich jetzt mal auf Platz 2 auf der Empathie-Hasen -Liste nach dem Typen, der den Hamster seines Kindes umgebracht hat, weil er ja kein Haustier wollte.

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Hallo.

Leider nagt auch an Beziehungen der Zahn der Zeit. Und oft ist die Erweiterung der Familie, quasi Familienzuwachs Kind, eine Sache, die das Paarleben nachrangig bestellt. Ist leider so und erleben viele Paare zu Hauf. Wir kennen hier nur deine geschilderte Sicht und ich würde gern mal die Meinung deiner Frau dazu hören. Auch, wenn sie materiell alles zu haben scheint: "Meine Frau ist an sich in der Beziehung total zufrieden und will nichts ändern. Sie hat ja auch alles was man sich nur träumen kann. Haus, Auto, Kind, Urlaube etc."

Wie sieht es denn mit Unterstützung im Haushalt, Betreuung des Kindes und sonst dergleichen aus?
Vielleicht erhofft sie sich da mehr Unterstützung deinerseits und ist in den 1,5 Jahren nach der Geburt deines Kindes auch einfach mal geschlaucht und fertig was dann die nächtliche Liebelei angeht?

Ich finde mit deiner Einstellung wird es nicht besser und anhand deines Posts bewegt wir euch beide in einer Komfortzone.

"Ich persönlich bin in der Form meines Lebens und mir würde es sehr einfach fallen nach einer Trennung eine neue Partnerin kennenzulernen.
Jedoch sprechen zwei Dinge dagegen:
1. Ich liebe meinen Sohn so dermaßen, dass ich ihm keine Scheidung zumuten möchte
2. Liebe ich meine Frau immer noch und weiß auch, dass sie nach mir es derzeit echt schwierig hätte einen neuen Partner zu finden."
Hast du ihr das wortwörtlich so mal ins Gesicht gesagt???

Ich denke, Reisende soll man nicht aufhalten...

Und deinem Kind tust du auch keinen Gefallen, wenn du von seiner Mama in der Partnerschaft eher abgeneigt bist statt zugewandt, weil die Qualität mal nicht so läuft...

Dein Kind bekommt auch spitz, wenn was im Argen liegt, egal wie alt.

Rede ihr mal so offen ins Gesicht wie hier geschrieben... Dann teile mir gern mal ihre Reaktion mit.

Viel Erfolg

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Genauso ging es mir auch, nur war ich die Frau..
Ich hab echt lange drum gekämpft und im nach hinein hätte ich das schon viel früher beenden sollen..

Für das Kind ist es viel einfacher je jünger es ist, den es lernt es dann ja nicht anders kennen.
Ausserdem spürt das Kind wenn man unglücklich ist, konnte ich bei meinem Sohn auch sehen. Jetzt ist er wieder lockerer und ist viel ausgeglichener, obwohl wir noch am Anfang der Scheidung sind.

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Ich hab schon ein paar Beiträge deinerseits zu diversen Themen bzgl. Sex und Gefühlen gelesen und alle sind sehr ähnlich geartet.
Schätze, bei euch ist der Zug einfach abgefahren. Du hast den Respekt vor ihr verloren und bleibst aus Mitleid, Gewohnheit und Bequemlichkeit mit ihr zusammen, damit du mehr von deinem Sohn hast, sie will oder kann nichts ändern. Ihr tretet auf der Stelle. Trenn dich und findet eine Regelung für den Umgang mit eurem Sohn. So ist das doch nur noch Krampf.

Abgesehen von Kindern (und "sogar" für die bringt man genug Opfer) ist v.A. Materielles übrigens keineswegs "alles, was man sich nur träumen kann". Je mehr man davon hat, desto gebundener ist man und klar ists schön, während der zehn Tage auf Zypern den Alltag auszublenden, aber dummerweise sind auch die irgendwann vorbei.
Mach nicht den Fehler, einem gut gemeinten "das will ich dem Kind nicht antun" heraus bei deiner Frau zu bleiben. Wenn du deinen Sohn wirklich so liebst wie du behauptest, dann tust du ihm nicht an, inmitten einer kaputten Ehe aufzuwachsen.

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