Flaute im Bett

Hallo mein Mann und ich hatten schon immer eher weniger Sex. Nach Geburt der Großen über ein Jahr nicht, was für uns beide kein Thema war. Nachdem ich abgestillt hatte hatten wir für unsere Verhältnisse viel Sex auch sehr leidenschaftlich und wild ...
Nun nach der 2. Sw und Geburt ,Baby ist schon wieder 7 Monate, wieder Flaute. Diesmal stört es mich.... ich versuche mich oft meinen Mann zu nähern aber er hat dann immer Bauchschmerzen oder ihm tut was anderes weh ... ich hab ihn schon öfters angesprochen und er meinte dann immer " kannst du nur noch daran denken?"
Ich hab das Gefühl je länger der zustand andauernd desto schlimmer wird es und desto mehr entfernen wir uns wobei ich ja eigentlich weiß das es bei der Großen auch wieder klappte... ich weiß es ist ihm unangenehm wegen dem stillen und da wir nur mit Kondom verhüten können... eine weitere SW möchte er unbedingt ausschließen. Er würde sich auch gern sterilisieren lassen...
Ich bin nun auch nicht der Typ für ein Striptease... versuche es halt immer über Nähe aber befürchte das ich ihn nun schon zu sehr unter Druck gesetzt habe.
Tipps?

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Da hilft vermutlich nur ein Gespräch auf der Meta-Ebene. Zum einen solltest du deinem Mann klar machen, dass Sätze wie “Du kannst auch nur an das eine denken“ genauso verletzend sind wie “Du bist doch sowieso frigide“. Die Bedürfnisse des anderen in einer Partnerschaft abzuwerten, ist der Anfang vom Ende, wobei ich das nun auch nicht überbewerten würde, weil solche Sätze in der Regel dann fallen, wenn sich ein Partner mit dem Rücken an die Wand gestellt fühlt.
Er wird seine Lustlosigkeit als Makel empfinden und geht daher in die Defensive.

Was ich finde, ist, dass man als Paar einander verpflichtet ist, in sich hineinzuhorchen und sich mitzuteilen, warum Sex haben bzw. nicht haben möchte. Du willst ja vermutlich nicht bloß mit deinem Mann schlafen, weil du deine Triebe an ihm abreagieren willst, sondern vermutlich geht es dir um Nähe und Intimität, um etwas, was nur ihr als Paar miteinander habt. Und seine Lustlosigkeit wird auch Ursachen haben, sei es hormoneller Art, sei es aufgrund von Lebensumständen oder anderen Baustellen in der Beziehung.
Darüber müsst ihr sprechen!!

Absolut sinnvoll in eurer Situation finde ich, Sex erst Mal eine Weile auszuklammern und euch anders wieder Nähe zu kommen. Setzt euch abends an einen Tisch mit einem Glas Wein/Tee, umarmt euch im Alltag, massiert euch. Habt aber keinen Sex. Der lustlose Partner muss auch mal wieder erleben können, dass körperliche Nähe auch ohne erwartungsdruck möglich ist.


Btw. In der dritten Folge des Podcastes Paardiologie wird sehr schön dargestellt, wie Charlotte Roche die permanente Lust ihres Mannes erlebt hat und wie er ihre Lustlosigkeit wahrgenommen hat. Fand ich sehr erhellend und so wahr.

Und auch wenn ich Kondome super finde und wir seit Jahren damit verhüten (auch auf Wunsch des Mannes), kenne ich sehr viele Männer mit ausgeprägter Kondom-Angst: der Moment, wo sie aus dem Lustrausch raus müssen, um das Kondom ordnungsgemäß über zu ziehen, führt oft dazu, dass die Erektion dahinschmilzt wie Eis in der Sonne. Das ist vielen Männern peinlich.
Auch darüber könntet ihr sprechen und nach Alternativen suchen oder ausprobieren, ob es mit Gummi nicht doch klappt, wenn man das Überstreifen mehr einbindet ins Liebesspiel.

Alles in allem denke ich aber die Lösung eures Problems liegt in der Kommunikation und darin, euch wieder in würden unterschiedlichen Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen. Wir überbrücken Phasen, wo nur ein Partner Lust hat und der andere nicht, oft durch Massagen, die nur für einen ein Happy End haben, während der andere sich einfach nur geliebt und gestreichelt fühlt.

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Naja, mit Kondom ist es ja wirklich nicht so schön; vielleicht hat er damit ja ein Problem.
Dann ist es doch super, wenn er sich sterilisieren lassen will.

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Öhm was genau ist das Problem an Kondomen?! 🙄 Da könnte kein Singlemann auf der Welt jemals Sex haben, wenn die Dinger ein Problem wären...

An die TE: Wieso sollte es wegen des Stillens unangenehm werden? Ich stille seit einem Jahr. Da ist nix unangenehm beim Sex... Und außerdem gibt's auch die Stillpille wenn Kondom allein euch zu unsicher ist.

3

Guten Morgen,

du hast noch nicht oft Kondome verwendet oder? 😉

Selbst meine Frau findet es nicht toll!

Und wegen des Stillens. Nicht jeder Mann findet es toll, wenn einer Frau die Milch aus der Brust läuft wenn sie Sex haben.

Mir hat das gar nicht gefallen!

Gruss
KSC.2015

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Guten Morgen,

als Mann kann ich dir nur einen Tipp geben.

Gib ihm Zeit. Er kommt schon wieder. Nicht unter Druck setzen, weil sonst klappt gar nichts mehr.

Gruss
KSC.2015

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Es gibt auch andere Barrieremethoden wenn man keine Hormone verträgt. Diaphragma z.B.
Kupferkette ist auch eine Möglichkeit, allerdings kann diese zu sehr starken Blutungen führen. (war bei mir der Fall)
Ansonsten, lass ihn doch eine Vasektomie machen, das ist doch eine ideale Methode. Ob das allerdings euer Problem lösen wird ist fraglich. Da ist doch mehr im Argen, was aber anhand von den wenigen Informationen die du geschrieben hast schwer zu beurteilen ist.
Ob er jetzt keine Lust hat weil er Angst vor einer erneuten Schwangerschaft hat, oder ob generell die "Luft raus ist", oder ob bei ihm gesundheitliche Probleme vorliegen (Depression? Hormonell?)... alles möglich.

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Wir sind sehr harmonisch zueinander haben viel Spaß und unterstützen uns gegenseitig. Ich liebe ihn über alles und selbst nach 10 jahren ist er mein Traummann und ich finde ihn nach wie vor sehr attraktiv. Ich glaube er sieht mich leider momentan eher als Mutter als als Ehefrau...
Durch die Kinder fehlt leider die Zweisamkeit was uns auch sehr stört.... Babysitter oder Großeltern gibt es leider nicht. Wir hoffen halt immer darauf das alles etwas leichter wird wenn die kids größer sind... bzw das Baby gröser

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Wir sind sehr harmonisch zueinander haben viel Spaß und unterstützen uns gegenseitig. Ich liebe ihn über alles und selbst nach 10 jahren ist er mein Traummann und ich finde ihn nach wie vor sehr attraktiv. Ich glaube er sieht mich leider momentan eher als Mutter als als Ehefrau...
Durch die Kinder fehlt leider die Zweisamkeit was uns auch sehr stört.... Babysitter oder Großeltern gibt es leider nicht. Wir hoffen halt immer darauf das alles etwas leichter wird wenn die kids größer sind... bzw das Baby gröser

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Wenn schon Sätze kommen wie "kannst du nur noch daran denken?" ist m.E. Gefahr im Verzug, da hilft Abwarten nicht mehr. Irgendwann wird das Abwarten nämlich zu blöd, weil man eben auch Bedürfnisse hat, für die man dann wieder einen übergebraten bekommt. Dann wartet vielleicht etwas länger, verbittert etwas mehr, bis man irgendwann noch einmal einen Versuch startet, die wahrscheinlich auch nicht freundlicher empfangen wird.

Was ich damit sagen will: Von alleine wird es (ab einem gewissen Zeitpunkt an zumindest) nicht mehr besser, nur schlimmer und extremer.

Und dabei geht's ja wirklich nur um ein bisschen Sex, meine Güte. Es ist ja so, dass Du ganz offensichtlich nicht nur "daran" denkst, weder ein Sexmonster bist noch ein solches Gegenüber erwartest. Aber aus dieser Mücke des gelegentlichen Beischlafes wird irgendwann der Tabu-Elefant, der immer im Raum steht, aber über den gar nicht mehr gesprochen wird.

Im Grunde kann Dein Mann eigentlich froh sein, dass Du es überhaupt noch versuchst -- wirklich Gedanken müsste er sich machen, wenn Du auch das einstellst, aber dann ist es halt meist zu spät.

Vielleicht suchst Du noch einmal ein ruhiges Gespräch, versuchst nicht nur über das Problem zu sprechen, sondern über die Art, wie Ihr darüber sprecht und auch über die gefährliche Eigendynamik, die das nehmen kann. Sprich über das, was Dir fehlt und um was es Dir eigentlich geht, wenn Du sagst, dass Du mit ihm schlafen möchtest und was in Dir vorgeht, wenn Du dann abgewiesen wird.

Vielleicht nutzt er die Chance und stellt dann auch seine Perspektive dar, was er eigentlich sagen möchte, wenn er sagt " kannst du nur noch daran denken?" -- ob er sich überfordert fühlt, gestresst durch Kind 2, an die Wand gedrückt durch Angst vor Kind 3, abgetörnt durch das Kondom.

Vielleicht schafft Ihr es, über das zu reden, worum es Euch eigentlich geht. Viel Erfolg dabei.

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