Thema: Geschlechtskrankheiten und Liebesleben

Hallo ihr Lieben.

ich habe folgendes Problem:
Bin jetzt ein paar Monate von meiner langjährigen Beziehung getrennt. Die Trennung war mein Wunsch. Fremdgegangen ist keiner (zumindest ich nicht). Aufgrund von Hautveränderungen im Intimbereich ging ich zum Gynäkologen. Er diagnostizierte Kondylome, also HPV-Infektion. Ich war fix und fertig, aber hoffnungsvoll. Nach 2 Wochen Anwendung der Creme bekam ich unerträgliche Schmerzen. Also nochmal zum Gyn. Nun hatte ich zudem noch Herpes genitalis. Noch nie hatte ich Herpes, weder an der Lippe noch sonstwo. Überhaupt war alles gut, bis zum ersten Gyn-Termin dieses Jahr mit Feststellung eines! Kondyloms.
Nun nach der Behandlung ist alles vernarbt und noch nicht ganz gut, es brach alles aus mir heraus. Ich bin froh, mittlerweile wieder sitzen zu können..
Es stellte sich natürlich die Frage, wo ich das her habe...bis auf einzelne Kontakte mit Safer Sex in meiner Singlezeit war ich immer nur in festen Partnerschaften. Irgendjemand hat mich trotzdem angesteckt. Beide Erkrankungen sind über Hautkontakt übertragbar, auch ohne Hauterscheinungen nach Abheilung wie ich gelesen habe. Oralverkehr ist auch kritisch.
Nun sitz ich hier, bin schwer verzweifelt, weil ich ja Virusträger bin und nun trotz Kondom ansteckend sein kann. Wie soll ich das denn in Zukunft irgendjemand erklären? Als Frau Anfang Vierzig, gehobene Jobposition und wirklich steter Lebenswandel, keine Eskapaden... ist momentan mein zukünftiges Sexleben gestorben für alle Zeit.
Weiß gerade nicht, damit umzugehen.
Sicher sind auch viele andere infiziert. Aber so jemanden zu treffen ist ja wie die Nadel im Heuhaufen ..
Jetzt ist da ein langjähriger Freund, den ich ein paarmal getroffen habe und für den ich beginne, Gefühle zu entwickeln. Aber die Angst vor Zurückweisung in der Sache versetzt mich in den Fluchtmodus.
Ich schäme mich so, obwohl ich nichts dafür kann.
Niemals wäre ich in der Lage, trotzdem einfach so Sex zu haben ohne was zu sagen.
Was ich mit der Behandlung hinter mir habe, wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht..
Die Meinungen in meinem Freundeskreis reichen von
-sexuell Enthaltsam sein bis
-ist egal, weil so viele infiziert sind, oder
-wenn ein Mann Dich liebt, ist das nicht wichtig.

Für mich ist das sehr wichtig, ob ich mich einlassen kann, oder nicht. Momentan ist die Sache ja noch nicht ganz vorbei und die Frage stellt sich nicht für heute, aber was mache ich in der Zukunft?
Ich bin so unfassbar wütend und traurig!
Meinen Ex-Freund interessierte das Ganze auch wenig...ich habe ihn informiert, er war beim Arzt und meinte dann ganz selbstsicher: Ich bin gesund
Die ärztliche Aufklärung war dort eher mangelhaft.
So einfach ist es ja nicht. Und übertragen kann er trotzdem....aber meint ja, er ist gesund#aerger

Ich muss mal von meiner aufkommenden Panik Abstand nehmen. Daher wollte ich Euch mal fragen, wie ihr an meiner Stelle mit der Situation umgehen würdet...?

Sorry für den langen Text und danke fürs Lesen#klee

Traurige Grüße

1

Guten Morgen,
du musst es jedem Geschlechtspartner von dir sagen!
Und natürlich VOR dem ersten Sex mit ihm.
Die Zurückweisung ist das Eine, aber wissentlich eine ansteckende Krankheit übertragen, das Andere.
Auch auf die Gefahr hin, dass er sich dann gegen dich entscheidet.
Sag es ihm!

Es gibt die Partnerbörse "Gleichklang", die sich auf spezielle Lebenssituationen spezialisiert hat.
Das reicht von Alleinerziehend bis hin zu Krankheiten.
Vielleicht findest du über diesen Weg einen Partner, der den gleichen Virus in sich trägt?

Aber das Wichtigste ist wirklich, dass du mit offenen Karten spielst. Wenn das so hochansteckend ist, dass nicht mal ein Kondom vor Ansteckung schützt.
Denke daran: Du, an seiner Stelle, würdest dir auch wünschen, dass er es dir vorab ehrlich gesagt hätte.

Gute Besserung und alles Gute dir! #klee

3

Danke für Deine Antwort!

Natürlich würde ich es sagen, da spiele ich offen. Niemals würde ich jemanden wissentlich anstecken!!
Ich bin nur hin und her gerissen, ob ich damit überhaupt noch Bindungen eingehen soll...mal abgesehen von Partnerschaftsseiten, die ich bisher nicht genutzt habe und das auch nie wollte...
Ich fühle mich, als hätte ich Ebola, auch wenn das nicht vergleichbar ist..
Vielleicht ist das auch der erste Schock...

2

Liebe fixundfertig,

Ich antworte sehr selten auf Beiträge, aber dich möchte ich gerne etwas beruhigen!
Vor einigen Jahren ging es bei mir um eine evtl. Impfung gegen HP-Viren. Ich habe mich vorher testen lassen, da ich sexuell eine Zeit lang sehr aktiv war und mit dachte, wenn ich hpv schon habe spare ich mir die Impfung. Das Ergebnis war recht schockierend, ich hatte einige verschiedene Arten des Virus, u.a. auch high-Risk Viren die Gebärmutterhalskrebs verursachen können. Ich informierte mich über die ganze Sache und es ist nun einmal so das einfach tatsächlich sehr sehr viele Frauen diese Viren haben. Bei den meisten kommt es nicht wie bei dir oder auch mir (bei mir kam es etwas später zu einer zellveränderung, also Krebsvorstufe am Gebärmutterhals) zu einem tatsächlichen Ausbruch einer Krankheit. Und im Gegensatz zu den meisten Männern heilen die Infektionen mit dem Virus eher nicht wieder ab, also man trägt den Virus weiterhin in sich. Ich lernte dann meinen Mann kennen, das Virus war kein thema. Als es zu der Op kam wegen der zellveränderung wurde auch die Gebärmutter ausgeschabt und mir wurde gesagt dass damit auch die Chance sehr groß ist die Viren wieder los zu werden. Mein Mann lies sich dann auch testen, da ich Angst hatte wir veranstalten ein Ping Pong spiel und ich erkranke gleich wieder. Bei meinem Mann könnten keinerlei Viren nachgewiesen werden!!! Soweit ich weiß ist es mit Herpesviren sehr ähnlich. Viele Menschen tragen den Virus in sich, allerdings bricht er nur selten aus. Ich bin kein Arzt, aber ich würde mich nochmal ganz genau darüber informieren. Viele Hautärzte sind auch zusätzlich auf geschlechtskrankheiten spezialisiert, vielleicht macht das für eine Beratung nochmal Sinn?

Ich finde es übrigens echt stark von dir wie verantwortungsvoll du mit der Sache umgehst! Da ziehe ich wirklich meinen Hut vor!

Alles gute dir!

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Vielen Dank für Deine Antwort!

Die weitere Differenzierung des HPVs steht noch aus....ich hoffe sehr, dass mir dein Schicksal erspart bleibt, macht mir aber gerade Mut. Gerade auch, dass sich dein Mann nicht angesteckt hat.
HPV lebt allerdings wohl in der Haut und es hat mich zutiefst erschrocken, wo die überall herausgekommen sind.. es ist nicht nur auf dem Intimbereich beschränkt. Daher bin ich auch verunsichert.. Herpesviren wohnen ja in den Nervenenden. Dennoch ist eine Ansteckung auch ohne Ausbruch beschrieben..
Eine Beratung macht sicher Sinn und ist ein guter Tipp!
Vielen Dank!

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Wenn du weißt welchen HPV du hast und dieser durch die Impfung abgedekt ist dann könntest du einen neuen Partner bitten sich testen zu lassen und wenn er negativ ist könnte er sich impfen lassen. Zumindest in einer längerfristigen Beziehung.
Und der Genitalherpes, den trägst auch du wahrscheinlich ewig in dir und jetzt ist er durch HPV und die Behandlung und obendrein Trennungsstress etc ausgebrochen.
Das Ansteckungsrisiko ist nur dann hoch wenn du es akut hast (und ich würde mal vermuten, rein schmerztechnisch verzichtet man dann eh, oder?). In den Ruhephasen ist eine Ansteckung nicht zu 100% ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich.

6

Einer Freundin von mir ging es sehr ähnlich. Langjährige Beziehungen, plötzlich Genitalherpes, 1/2 Jahr später Hpv Infektion nachgewiesen. Sie teilt es zukünftigen Partnern nicht mit, aus Scham wie sie mir erklärte. Verwendet allerdings anfangs lang Kondome (ich weiss bringt bei Hpv nichts) sie ist mom. single und hat sich Hpv nachimpfen lassen.

Der Herpes ist laut ihr, nur in akuten Phasen ansteckend, die aber so schmerzhaft wären, dass Sex unmöglich sei. 🤷🏻‍♀️ Sie hat nun seit einigen Jahren Ruhe vor beidem.

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Hallo

"Nun sitz ich hier, bin schwer verzweifelt, weil ich ja Virusträger bin und nun trotz Kondom ansteckend sein kann. Wie soll ich das denn in Zukunft irgendjemand erklären? Als Frau Anfang Vierzig, gehobene Jobposition und wirklich steter Lebenswandel, keine Eskapaden..."

Ich habe nach einer Vorsorgeuntersuchung einen Pap-Wert 3 und bin nach weiteren sog. vorsorglichen Tests nun urplötzlich mit HPV 18 diagnostiziert :o. Nächste Woche darf ich zur Konisation antraben.. Ich habe mich wochenlang so richtig schmutzig gefühlt, lebe aber doch genau wie du oben beschreibst :(. Kann dir also absolut nachfühlen.

Ich habe es meinem Mann natürlich offen kommuniziert. Dieser meinte nur, okay, dann bin ich halt Träger. Schlafen wir jetzt zusammen? Kommt grad eh nicht drauf an ;). Auch wenn es im Hinblick auf die evtl. Vorkrebsdiagnose keine angenehme Zeit ist, bin ich erleichtert, dass wenigstens mein Mann das totaaal locker sieht.

Bald sind wir hoffentlich geheilt, lassen uns impfen und leben das Leben normal weiter!

Herzlich
"Auch"

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Was deine gehobene Jobposition mit dem Thema zu tun haben, erschließt sich mir nicht. Soll das ein Merkmal für sexuelle Seriösität sein? Oder moralische Integrität?


Du solltest dich mal beruhigen und informieren. Vor allem dir genaue Informationen zu deiner HPV-Infektion einholen. Was genau wurde getestet? Eine Infektion mit low-risk-Typen ist nichts Schlimmes.

Selbst wenn du high-risk-Typen hättest, wäre das auch kein Grund für akute Panik. Die gehen meist wieder vorbei und nur, wenn sie persistieren, können daraus Krebsvorstufen und Krebs werden.

"Es stellte sich natürlich die Frage, wo ich das her habe...bis auf einzelne Kontakte mit Safer Sex in meiner Singlezeit war ich immer nur in festen Partnerschaften. Irgendjemand hat mich trotzdem angesteckt. "

Das ist nicht ursächlich zu klären. Und spielt auch gar keine Rolle.

Die meisten Menschen, die sexuell aktiv sind (und dafür ist es total egal, ob man Sex innerhalb oder außerhalb einer festen Beziehung hatte), hatten in ihrem Leben irgendwann einmal Kontakt mit HPV. Die meisten Infektionen bekämpft der Körper erfolgreich, ohne dass man Beschwerden entwickeln würde. Du kannst dich auch bereits zum wiederholten Male mit HPV angesteckt haben.

Der Hinweis auf dein "sauberes Sexualleben" bisher rührt bestimmt daher, dass du dachtest, du hättest dich nun mit einer ekligen Geschlechtskrankheit angsteckt. Etwas, das nur Menschen "sich holen", die keinen safer Sex oder Sex in festen Partnerschaften haben.

Von diesem Irrglauben solltest du dich verabschieden. Wenn du nicht gerade einem Mann begegnest, der noch nie oder maximal eine Sexualpartnerin im Leben hatte, die nachweislich HPV negativ ist, spielt deine Infektion für einen sexuell aktiven Mann keine Rolle.

"Sicher sind auch viele andere infiziert. Aber so jemanden zu treffen ist ja wie die Nadel im Heuhaufen "

Die Aussage stimmt überhaupt nicht.

Informiere dich über HPV, lasse im Hinblick auf die Krebsfrüherkennung vielleicht testen, ob du zusätzlich High-Risk-Typen hast und genieße ansonsten ganz normal dein (Sexual-)Leben.

Dein Sexleben ist auf keinen Fall gestorben!

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