Stillen vs. Abpumpen | Was ist besser für uns?

Hallo!
Zur Zeit ist mein Kleiner im KH und ich pumpe ab. Ich finde das nicht wirklich schlimm (abpumpen) und es nervt auch nicht. Morgen kommt Tom evtl. wieder nach Hause und ich überlege, ob ich dann mal anfange mit stillen. Er hat mir noch nie aus der Brust getrunken, da ich fürchterliche Brustwarzen (Schlupfwarzen) habe und er an seinem dritten Lebenstag ins Krankenhaus gekommen ist.

Meine Fragen:
1. Kann er es jetzt noch lernen, mit Stillhütchen an der Brust zu trinken? Denn die Flasche ist ja bequemer.
2. Stimmt es, dass man durch Abpumpen irgendwann weniger Milch hat?
3. Woran erkenne ich, wieviel er an der Brust trinkt? Will mir keine Waage anschaffen, habe aber Angst, dass er zu wenig trinkt (er liegt im Krankenhaus, weil er die ersten Tage zu viel abgenommen hat).

Summa summarum: Ist Abpumpen weiterhin die bessere Lösung für uns?

Danke für Eure Antworten!
LG, Anne

1

Hey

generell ist Stillen die bessere Lösung... Sonst hätte der liebe Gott uns wahrscheinlich mit kleinen Pumpen an der Brust ausgestattet ;-)

Spass beiseite - beim Stillen wird Deine Brust einfach viel besser entleert als beim Abpumpen. Und natürlich kann deine Kleine noch lernen mit Hütchen zu trinken!

Was für ein Fläschchen wird denn zum FÜttern verwendet? Ich musste ein paar Tage lang abpumpen, weil ich meine Kleine vor lauter Schmerzen nicht mehr an die Brust gekriegt hab... (Ich hab ne halbe Stunde bevor sie aufgewacht ist, schon mal pauschal angefangen zu heulen, weil ich solche Angst vor den Schmerzen hatte) - mittlerweile stille ich wieder... Meine Hebi meinte damals, ich solle auf jeden Fall die PLAYTEX-Flasche verwenden - da kann man die Luft "rausdrücken", so dass das Kind a) weniger Luft schluckt und b) das Saugen schwieriger wird. Ich hatte überhaupt keine Probleme, Judith wieder anzulegen - im Gegenteil - ich hatte das Gefühl, sie hat es total genossen... (Flasche war für sie immer nur "zum satt werden" - Stillen ist viel mehr für sie - kuscheln - genießen - ...)

Ohne Waage ist es schwer zu erkennen, wieviel deine Maus getrunken hat. Ich hab zwar ein grobes Gefühl, wie leer die Brust ist, das ist aber auch nur ein grobes Gefühl... Kommt denn eine Nachsorge-Hebi zu Dir? Damit die die Kleine hin und wieder wiegen kann? Sonst solltest Du Dir vielleicht doch eine Waage anschaffen...

Generell halte ich Stillen aber für die bessere Lösung.

LG
Frauke und Judith

2

liebe anne,

hast du eine still-erfahrene nachsorge-hebi? oder eine stillberaterin von der la leche liga?

ich würde an deiner stelle schon noch versuchen, ob es nicht mit stillhütchen klappt ...... bei uns war der stillstart auch nicht ganz einfach, aber es hat sich gelohnt!

abpumpen regt die milchproduktion nicht in gleichem masse an wie das stillen, trotzdem gibt es mamis, die monatelang nur abgepumpte mumi gefüttert haben. aber es ist schon ein erheblicher mehraufwand, vor allem wenn dein kleiner zuhause ist, hast du genug zu tun. und dann nervt die pumperei irgendwann vielleicht doch.

ob dein kleiner trinkt oder nur nuckelt, das merkst und hörst du (am schluckgeräusch), eine waage kann dir für die ersten tage auch die hebi dalassen (hat meine gemacht), allerdings nicht zum kontrollieren der trinkmenge, sonder um zu schauen ob die kleine zunimmt (war mit 2500g ein leichtgewicht). und ein hungriges baby meldet sich, wenn es nicht genug hatte!

alles gute für euch zwei #blume

3

Hallo Anne!

Ja, ich denke auf jeden Fall dass dein kleiner noch trinken an der Brust lernen kann. Erstmal mit Hütchen, und dann vielleicht ohne. Habe anfangs auch mit Hütchen gestillt (Schlupfwarzen), aber so nach 2-4 Wochen hats meine Maus ohne Hütchen gekonnt. Einfach immer wieder probieren. Ich hatte NUK-Hütchen, mit Medela kamen wir nicht zurecht. Stillen regt die Milchbildung besser an als Pumpen. Wenn du die Milchbildung zusätzlich anregen willst 3x2 Levurinetten (Bierhefetabletten aus Apo), haben mir gut geholfen. Wenn du unsicher bist ist fürn Anfang vielleicht doch ne Waage gut. Gibt Leihwagen in Apos, aber nicht verrückt machen!
Ich stille seit über 9 Monaten voll, und bin echt ein Stillfan!

LG mirilini

4

zu 1)ja, Am besten nimmst Du die Hilfe einer Stillberaterin in Anspruch.
2.) bei vielen Frauen ist das so, ob Du dazugehörst kann Dir aber keiner sagen, leider
3.)Das geht nur mit Waage. Du musst aber nicht jedes Mal wiegen! Besorg Dir eine Nachsorgehebamme die das alle paar Tage macht, an der Gewichtszunahme erkennst Du schnell ob er genug bekommt!

Summa sumarum: Abpumpen ist auf Dauer selten so effektiv, bequem und schön wie stillen. Eine erfahrene Stillberaterin lohnt sich in deiner Situation ganz besonders!
www.lalecheliga.de

lg
Kati

5

Hallo Anne,

ich hatte am Anfang das gleiche Problem, weil ich Flachwarzen habe und die Kleine ein Frühchen war und nicht anpacken konnte. Im KH habe ich nur abgepumpt. Mittlerweile stillen wir voll und haben seit 10 Wochen kein Fläschchen mehr gegeben, es ist also ohne weiteres möglich. Ihr seid ja noch ganz am Anfang, da ist noch alles drin. Und Schlupfwarzen sind kein Hindernis, die Kleinen nehmen nicht die Brustwarze in den Mund sondern die Haut drumherum, da ist die Form der Warze relativ egal.

Es gibt auch Mütter, die dauerhaft abgepumpt haben, allerdings ist das eher selten eine dauerhafte Lösung, weil in den meisten Fällen die Milch wegbleibt. Die Pumpe setzt den Milchspendereflex viel schwächer in Gang als das Baby, so daß die Milchproduktion in in vielen Fällen recht bald versiegt. Es ist also eher selten eine Dauerlösung.

Ich erzähle mal, wie es bei uns gelaufen ist: Als ich aus dem KH kam, habe ich voll abgepumpt. Die Kleine hatte zwar im KH schon ein bißchen an den Stillhütchen rumprobiert, aber noch nicht wirklich was rausbekommen. Ich habe also gepumpt und Fläschchen gefüttert, diese rein nach Bedarf, ohne feste Uhrzeiten. Meine Hebamme hat mir geraten, vor jedem Füttern anzulegen, damit die Kleine das Saugen an der Brust lernt. Also habe ich vor jedem Füttern konsequent die Kleine an der Bust angelegt und probieren lassen, erst ohne, dann mit Hütchen. Die Kleine war zu dem Zeitpunkt schon von den Fläschchen saugverwirrt und hat sich sehr schwergetan. Aber nach einiger Zeit hat sie die Stillhütchen zu fassen bekommen und lang daran gezogen. Es hat einige Tage gedauert, bis wir an den Fläschchentrinkmengen wirklich einen Unterschied merken, aber auf einmal hat sie kaum mehr aus der Flasche getrunken.

Wir haben am Anfang noch vor und nach dem Anlegen gewogen, haben aber irgendwann gemerkt, daß das Wiegen die Kleine nur ängstigt und wir uns mit diesen fürchterlichen ml-Tabellen nur selber wahnsinnig machen. Also habe ich die Waage konsequent in die Ecke geschmissen und meiner Tochter vertraut, daß sie sich melden wird, wenn sie Hunger hat. Die Quittung bekamen wir wenige Tage später von der Hebamme: Die Kleine hatte 400 g statt der prognostizierten 100 g zugenommen, hatte sich also geholt, was sie brauchte. Es reicht, wenn man alle paar Tage wiegt. Wir haben die Kleine in einen Wäschekorb gelegt und auf unsere Küchenwaage gestellt. Man sieht, daß die Kleinen genug haben, wenn sie ein paar Mal am Tag die Windeln nass haben, nicht apathisch sind und sich kräftig melden, wenn sie Hunger haben.

Nun wollte ich auch von den Stillhütchen weg. Also habe ich vor jedem Stillen die Kleine ohne Hütchen üben lassen. Zur Erleichterung habe ich den Warzenhof ein wenig zusammengedrückt, damit sie ihn mit ihrem kleinen Mund fassen konnte. Die Kleine tat sich sehr schwer und häufig habe ich doch am Ende noch das Stillhütchen reingeschoben, wenn ich das Wimmern und Herumpritscheln nicht mehr ausgehalten habe. Aber irgendwann lehnte die Kleine die Hütchen von selbst ab, sie schlug mit dem Kopf, wenn sie den Kunststoff spürte. Von dem Tag an entzog ich die Hütchen total und wartete konsequent, bis sie das Anlegen von selbst schaffte. Das kostete einige Tage viel Zeit und Geduld, aber es hat sich wirklich gelohnt.

Mittlerweile ist die Kleine Saug- und Nupfelweltmeisterin. Es ist immens praktisch, nie etwas dabeihaben zu müssen mit einem Kind, das wirklich gerne und viel gestillt wird. Und das Stillen ist sehr schön, ich schmelze immer weg, wenn sie mittendrin losläßt, mich mit Milch in den Mundwinkeln anstrahlt und glücklich lallt, bevor sie weitertrinkt.

Alles Gute für Dich und Deinen kleinen Kerl. :-)

6

Ach ja, vergessen:

Hol Dir am besten eine Stillberaterin von der Lalecheliga ins Haus. Die findest Du auf www.lalecheliga.de. Es gibt auch andere Organisationen, die Stillberaterinnen ausbilden, die sind alle sehr kompetent. Bei der LLL bin ich gerade in einer Stillgruppe, deshalb empfehle ich die immer weiter. Mir hätte es damals sehr geholfen, wenn ich das schon gewußt hätte, da meine Hebamme außer "immer anlegen" auch nicht viel wußte. Auch wenn Du weiterhin abpumpen mußt, beraten und unterstützen Dich die Beraterinnen dabei.

Liebe Grüße, Mitzl :-)

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Hallo Anne!

Maja ist damals mit 2 Tagen auch in die Kinderklinik gekommen. Um uns zusätzlichen Streß mit Stillen lernen/üben zu ersparen habe ich Anfangs abgepumpt. Eigentlich hatte ich es auch so vor, da ich persönlich das Stillen Nicht so "schön" finde.
Als Maja zu Hause war, mute ich feststellen, daß das sehr zeitaufwendig ist = unpraktisch! Den, habe ich mich abgepumpt, mußte immer noch das Kind gefüttert werden. Schnell erkannte ich wie wichtig es ist, daß es klappt mit dem stillen.
Irgendwann hatten wir es drauf und ich fand es (u.U) toll wie einfach das ist. Besonders Nachts. Wenn Maja Hungar hatte, habe ich sie zu mir ins Bett gelegt, mich auf die Seite gedreht, sie an die Brust gelegt. Wenn sie fertig war, haben wir einfach weiter geschlafen.
Und trotzdem...
das Abpumpen hatte ich nicht ganz aufgegeben. 1 x am Tag habe ich mich Abgepumpt. Meistens vor dem Schlafen gehen. Diese Milch hat Maja am nächsten Tag vor dem Schlafen bekommen.
Das hatte 2 Vorteile: 1. so konnte auch der Papa füttern, 2. wir hatten nie Probleme mit Abstillen bzw. mit Übergang zur Flasche.
Außerdem, so sah ich 1x am Tag, wieviel sie getrunken hat (wie groß eine Stillportion ist) und das sie sich wirklich satt getrunken hatte.
So viel zu meinen Erfahrungen mit stillen und abpumpen.
Meine Antworten zu Deinen Fragen:
1. Ja, Hebamme/Stillberaterin von Vorteil
2. Ich kenne, daß Abpumpen den Milchfluß noch mehr fördert
3. nur mit Waage weißt Du es genau, aber Du wirst es merken ob Kind satt wird zum einen und ab es zunimmt

Mein Vorschlag: versuche es langsam mit Stillen und mache es viell. wie ich, also teils/teils.
Vielleicht nicht unwichtig: wir hatten die Avent Flaschen. ich will hier keine Werbung machen, aber ich denke schon, daß es deswegen so gut funktioniert hat.

Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg!

Doris

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