Gedankenkarusell: Abstillen, weiterstillen und irgendwie doch keine Lust auf Pre

Hallo zusammen,

ich erhoffe mir von diesem Post einfach ein paar Erfahrungen von eurer Seite.

Ich bin derzeit hin- und hergerissen, wie ich/wir weiter verfahren soll/ein beim Thema Stillen. Meine Tochter ist jetzt gute sieben Monate alt und das Stillen lief glücklicherweise von Anfang an problemlos, zwischendrin gab es 1-2x einen Milchstau durch Milchbläschen, aber das haben wir innerhalb weniger Stunden in den Griff bekommen.
Es ist wie es ist, trotz Beikost (ich bin ein Verfechter davon, dass es eben Beikost und nicht Anstattkost ist) stille ich noch recht viel. Nachfragen aus meinem Umfeld beantworte ich selbstbewusst mit „eben nach Bedarf“. Seit der Geburt (vorher überhaupt nicht!) konnte ich mir eigentlich vorstellen, einfach so lange zu stillen, wie es sich eben ergibt, im Zweifel auch 12-18 Monate oder so und gar nicht erst eine Flasche mit Pre einzuführen.
Jetzt merke ich immer wieder, dass es Momente gibt, in denen ich genervt bin, einfach meinen Körper für mich möchte, einfach mal eine Nacht für mich möchte, einfach mal nen Hugo oder Gin trinken. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Nächte aktuell sehr trink- und nuckelintensiv sind. Am Ende sind meine immer mal wiederkehrenden Gedanken zum Abstillen noch nicht Grund genug, es wirklich zu tun, weil ich tatsächlich überzeugte Stillmama bin. Ich weiß noch nicht mal, ob sie die Flasche nehmen würde, obwohl der Gefrierschrank voll mit gesammelter Muttermilch ist, außer als Badezusatz hat es sich bisher nicht ergeben, es auszuprobieren. Ich weiß auch nicht so genau warum.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Abstillen gewesen? Gibt es unter euch welche die es bereut haben? Gibt es unter euch welche die mir Mut zusprechen können, dass es sich lohnt weiter zu stillen (praktisch ist es ja schon, nachts dauernd aufstehen und Milch zubereiten will man ja auch nicht)? Wenn es irgendwann mal in die Planung von Geschwisterkindern geht, wie geht ihr da mit dem Stillen um?

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Ich habe mir darüber auch schon gedanken gemacht. Meine tochter ist zwar erst 4 Monate alt, aber bald steht die erste beikost an und ich überlege, ob ich da auch schon ein paar stillmahlzeiten mit flasche ersetzen soll. Ich weiß nichtmal ob sie die flasche nimmt. Ich hätte meinen körper gerne wieder für mich, stillen ist halt doch sehr anstrengend.
Andererseits ist es nachts so wahnsinnig praktisch, wenn man keine flasche zusammenmischen muss, auf richtige Temperatur achten muss... und ich weiß wovon ich rede, mein erstes kind konnte ich leider nicht stillen. Und eigentlich will ich nie wieder mehr flaschen machen - das ist für mich der entscheidende punkt, daher wird weitergestillt!

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Ich verstehe deine Gedanken sehr gut!

Mein Jüngster ist 9,5Monate und ich stille ihn auch nach Bedarf.
Wobei er mit 5 Monaten nicht mehr zugenommen hatte über Wochen, trotz alle 1.5Std stillen. Ich habe da mal mit Beikost angefangen und weil es sehr gut lief auch gleich mittags und abends die Mahlzeiten ersetzt.
Obwohl ich das eigentlich so nicht geplant hatte. Ich wollte immer 6 Monate voll stillen.

Der Brei tat ihm gut und er hat auch wieder gut zugenommen. Mittlerweile braucht er tagsüber nur noch selten Milch.

Abends stille ich ihn vor dem Schlafen. Da trinkt er richtig viel. Nachts kommt er dann auch noch meist 3 Mal. Oft wünsche ich mir auch ruhigere Nächte.

Mein Wunsch ist aber ihn auch noch während der ersten Monate in der Kita zu stillen, um den vielen Infekten etwas vorzubeugen.

Was ich auf keinen Fall möchte, ist Pre einführen.
Vom Großen weiß ich, dass das die Nächte auch nicht unbedingt ruhiger macht.

Am Ende entscheiden ja auch die Babys mit, wie lange sie gestillt werden möchten.

LG

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Wäre es für sich evtl eine Erleichterung teilweise abzupumpen und per Flasche zu füttern? Das würde dich freier machen wenn du mal ein paar Stunden länger weg bist oder dein Mann nachts die Flasche geben kann. Ebenfalls könntest du dann auch mal Alkohol trinken. Ich würde das an deiner Stelle ausprobieren :)

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Ich habe eine Milchpumpe zu Hause, 1-2x genutzt... Ausstreichen geht bei mir sehr gut. Danke für die Anregung, vielleicht ist es wirklich ein Weg, den ich mal versuchen sollte.

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Ich habe meine Tochter mit 13 Monaten abgestillt aus den gleichen Motiven, die Du hast. Sie hatte bis dahin noch morgens, nachts und abends zum einschlafen gestillt, ansonsten gut gegessen.
Ich habe es hinterher bereut, sodass ich mich für mein 2. Kind entschieden habe, solange weiter zu stillen, wie es eben gebraucht wird.

Ich hatte mir eine Erleichterung erhofft, also Nächte, die mein Mann übernehmen kann, oder vielleicht auch einen besseren Schlaf.
Bei uns klappte das gar nicht, meine Tochter ist bis heute (3 3/4) sehr Mama-bezogen und ist ausgerastet, wenn mein Mann ihr nachts eine Flasche gegeben hat. Dabei hat sie sie ja bereits selbst gehalten, war ja schon ein gutes Jahr alt.
Also bin ich stattdessen nachts aufgestanden und war abends von dem Aufwand genervt, Wasser, Milchpulver etc. bereit zu stellen.
Vorher habe ich das tshirt hochgeschoben und das war’s. Im Endeffekt mehr Arbeit als vorher. Und dank der großen Mengen, die plötzlich aus der Flasche kamen, ist uns ständig die Pampi ausgelaufen. Also habe ich teilweise jede Nacht gewickelt oder es riskiert und dann doch um 5 Uhr morgens umgezogen.
Das ständige Flaschen spülen nervte auch total. Immer genügend Pulver vorrätig haben.
Im Urlaub auch mega nervig.
Meine Tochter hat auch plötzlich so Geschmack an der Flasche gefunden, dass sie zum Mittagsschlaf auch eine wollte. Und das obwohl sie monatelang keine Flasche nahm.
Also für mich war es anstrengend.

Mein Sohn wird jetzt bald ein Jahr alt und er stillt nur noch nachts. Er will einfach nicht mehr, selbst wenn ich ihm tagsüber die Brust anbiete.
Das behalte ich bei, so lange wie er das braucht. Ich gehe davon aus, dass er sich in wenigen Monaten selbst abstillt. Und wenn nicht, auch egal.
Was die Leute sagen ist mir egal, es bekommt ja auch niemand mehr mit.
Und ganz ehrlich, eine bessere Einschlaf- und Tröstehilfe gibt es gar nicht bei durchwachten Nächten wegen Zahnschmerzen und Co.
Als das bei meiner Tochter weg fiel, bin ich mit ihr auf dem Arm durch die Gegend gelaufen in diesen Situationen. DAS war anstrengend.

Also für MICH so die beste Lösung.
Aber wenn es klappt, dass der Papa mal eine Nacht übernimmt oder das Baby dann plötzlich durchschläft, ist abstillen eine gute Lösung.

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Danke für deine ausführliche Antwort. Die Dinge, die Du bei Kind 1 beschreibst, sind genau meine Befürchtungen, weswegen ich dann immer doch dazu tendiere, einfach weiterzustillen.

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Guten Morgen, ich finde mich in deinem Beitrag ganz gut wieder. Ein etwas anderer Fall, aber im Grundsatz habe ich mir, als meine Tochter 1 wurde, die Frage gestellt, wann der richtige Zeitpunkt ist und ob ich bereit bin, für ein Geschwisterchen abzustillen (geht bei uns wegen künstlicher Befruchtung nicht anders).

Vorgeschichte: meine Tochter hasst Brei. Sie hat generell erst mit 9 Monaten überhaupt Interesse am "Kühlschrank" gezeigt, aß dann aber tagsüber mit 1 schon ziemlich gut "festes" Essen mit. Nachts hat sie noch ca. 2x gestillt und viieeeel genuckelt. Flaschen akzeptiert sie keine einzige, aus der Schnabeltasse nur Wasser (keine Milch, kein Pre, keinen Tee).

Die Voraussetzungen fürs Abstillen waren für mich:
- Kein Weinen & kein Druck
- Kind kann weiter bei mir im Bett schlafen und bekommt die Nähe, die es braucht
- ich stille nicht explizit wegen des Geschwisterchens ab

Geklappt hat es mit 16 Monaten.

Zuerst hat sich das Nuckeln verändert. Auslöser war eine Nacht, in der sie bis auf 1x Stillen ohne Nuckeln durchgepennt hat. Statt des Nippels hab ich ab dem Zeitpunkt bei Bedarf einen Schnuller angeboten. Der fällt auch schön 5 min nach dem Einschlafen wieder aus dem Mund. 😉

Die Nuckelumstellung war gefühlt die Initialzündung für viel mehr Interesse am Essen von Mama und Papa. Schwupps, war die erste der zwei Stillmahlzeiten erledigt. Echt von selbst ... natürlich nicht von heute auf morgen, aber mit deutlicher Tendenz.

Dann hats gedauert ... und ich gebe zu, wir haben es beide nochmal richtig genossen. Ich hab ihr parallel zum Stillen Wasser angeboten nachts, das hat sie oft gern genommen. Manchmal war es eben doch Hunger und dann gabs Milch. 1-2 Monate lang hat sich dann das Stillen gewandelt, sie hat immer mehr gegessen und nachts immer öfter lieber Wasser getrunken als Milch. Plötzlich wollte sie nur noch alle 2 Nächte Milch, dann alle 4. Nun sind wir "clean". Sie verlangt nachts bei Durst nach Wasser, wir kuscheln im Familienbett ganz viel (und nun kann endlich auch der Papa richtig mitmachen) und wir sind alle happy.

Ich habe sooo sehr gehadert, ob ich abstillen soll und wie, und irgendwie ging es, nachdem mir klar wurde, unter welchen Voraussetzungen das gehen kann, wie von alleine. Trotzdem vermisse ich es manchmal, vielleicht aber auch, weil ich nicht weiß, ob ich es je wieder erleben werde ...

Ich denke, am Ende muss jedes Stillpärchen seinen eigenen Weg finden. Dein Bauchgefühl wird das schon machen. Es wird immer einen Kompromiss geben, mit dem ihr beide gut leben könnt. Alles Liebe!! 🍀💕

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Hey,
Ich kann dich gut verstehen. Mein Kleiner ist fast 1 Jahr alt und ich stille immer noch. Obwohl ich mir immer wieder anhören muss, dass ich doch abstillen soll um ruhigere Nächte zu haben. Aber er nimmt keine Flasche und neben meinem Mann kann Nachts eine Bombe explodieren, er wacht nicht auf. Das ist daher überhaupt keine Option für mich.
Ich setze ein bisschen auf die Natur. Wenn er mit 18 M immer noch stillt, werde ich mir was überlegen, aber aktuell möchte ich keinen Wechsel.
Alles Gute!

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Aber wenn du ein Verfechter davon bist, die Milch nicht durch feste Nahrung zu ersetzen (was ich so auch noch nicht gehört habe), musst du dich ja darauf einstellen lange voranging zu stillen? Oder willst du dann alle Stillmahlzeiten durch die Flasche ersetzen? Es macht doch mehr Sinn, nach und nach Stillmahlzeiten durch feste Kost zu ersetzen und als weiteres Getränk Wasser einzuführen. Dann würde sich das Stillen tagsüber nach und nach verringern. Die Milch bleibt tagsüber mit 2 Stillmahlzeiten und dem Abendbrei natürlich trotzdem weiter Hauptnahrungsmittel...

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Oh das habe ich dann missverständlich ausgedrückt, mein Ziel ist es natürlich auch das Kind an den Familientisch zu bekommen. Nichts lieber als das! Aber eben im eigenen Tempo. Wir haben Beikost natürlich auch schon eingeführt und sie isst. Ich halte nur nichts von irgendwelchen Grammangaben und Zeitabständen vom sturen Ersetzen der Mahlzeiten nach starren Beikostplänen. Genau ich habe mich auf ein Stillen im gesamten ersten Lebensjahr daher eingestellt, was im Verlauf möglichst weniger wird, denke aber aktuell manchmal das mir dabei die Puste ausgeht und bin daher hin und hergerissen, nicht doch auch mal die Flasche zu geben.

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Es gibt ja auch Zwischenwege. Nur weil du auch Flasche gibst, musst du ja nicht gleich abstillen.
Ich z.B. stille fast ausschließlich nur noch nachts, wenn sie tagsüber Milch will, gibt's die Flasche.
Du kannst es ja mal hin und wieder mit der Flasche probieren.

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