Auf mein Bauchgefühl hören oder Baby vertrauen?

Guten Abend ihr Lieben,

So erstmal ein paar Randdaten zu meinem Anliegen :
Mein Sohn ist 8 Monate alt und bekommt 3 Brei Mahlzeiten am Tag, den Rest wird er noch gestillt.
Er isst bisher aber nur den ganz feinen Brei ab 4 Monate. Sobald es etwas gröber ist, wie bei ab 6 Monaten spuckt er den brei aus und isst ihn nicht.
Selbstständig sitzen kann er noch nicht, sitzt aber die paar Minuten zum Essen im Hochstuhl.
Zähne hat er keine.
Das brei Essen klappt super und er verdrückt immer fast alles.

So jetzt habe ich ihm heute zum 1. Mal fingerfood angeboten. Es gab Möhre gegart.
Ich hatte aber ein total schlechtes Gefühl dabei und ständig Angst, dass er zuviel anbeißt oder sich verschluckt.
Die großen Stücke hat er dann auch wieder ausgespuckt oder gewürgt.
Ich konnte mir das aber irgendwann nicht mehr ansehen und hab ihm die Möhre unter Protest weggenommen.
Irgendwann muss er natürlich lernen mit fester Nahrung umzugehen, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass er noch nicht soweit ist, weil er ja alleine den gröberen Brei nicht akzeptiert.
Andererseits möchte ich meinem Sohn natürlich die Fingerfood nicht vorenthalten.

Was würdet ihr machen?
Wann habt ihr gegartes gemüse angeboten?
Spricht was dagegen noch zu warten und dann irgendwann direkt zur Familienkost überzugehen, ohne vorher das Essen bzw. kauen geübt zu haben?

Habe irgendwie noch zu große Angst, das er sich verschluckt und damit nicht umgehen kann.

Ich freue mich auf eure Antworten.

Liebe Grüße 😊

1

Das hat ja mit "er akzeptiert den gröberen brei noch nicht" nix zutun. Er muss das erst mal kennenlernen und lernen damit umzugehen.
Das würgen und ausspucken ist ganz normal.
Auch das sie etwas auf den Tisch schmieren und auf den Boden werfen.
Die Zwerge lernen so viel neues kennen.
Einfach immer wieder anbieten.

2

Wir haben nie Brei angeboten, weil ich persönlich es immer für quatsch gehalten habe, erst Brei zu geben und ihn dann an festes essen zu gewöhnen. Also haben wir direkt mit BLW gestartet, allerdings erst mit 7 Monaten (da erst waren alle Reifezeichen erfüllt).

Am Anfang hat er auch gewürgt und die großen Stücke, die er nicht zerkleinern konnte, ausgespuckt. Die Natur hat es sehr gut geregelt, Babys haben ihren Würgereflex sehr weit vorne auf der Zunge, damit sie zu große Stücke, die sie nicht zerkleinern können, wieder raus würgen.

Was man auf gar keinen Fall machen sollte, ist Mischnahrung, also Brei mit Stücken. Das Baby weiß dabei gar nicht, worauf es sich einlässt: Muss die Nahrung gekaut werden oder kann man es einfach schlucken? Das wäre so, als würde man sich eine Virgin Cola bestellen, den ersten Schluck nehmen und dann alles ausspucken, weil der Barkeeper einen ordentlichen Schuss Rum reingemacht hat.

Generell bin ich dafür, aufs Bauchgefühl zu hören. Wenn du noch nicht bereit für Familienkost bist und neben deinem Baby angespannt sitzt, würde ich es lassen. Er hat ja auch noch Zeit mit fester Nahrung.

3

Unsere hat seit beikostbeginn (6 Monate) neben brei auch immer Fingerfood bekommen.
Würgen gehört gerade am Anfang dazu. Die kleinen müssen erst lernen mit dem Essen im Mund umzugehen.

Informiere dich über 1. HILFE bei Verschlucken, das gibt Sicherheit, wurde hier aber nie gebraucht.

Sitzen kann unsere Maus erst seit die 10 Monate ist. Der erste Zahn ist jetzt gerade durchgebrochen (11 Monate). Das hast nichts mit Fingerfood zu tun. Unsre Motte isst sogar feines Hühnchenfleisch ohne Zähne 🤣

Brot ging Brei uns von Anfang an auch gut und Obst i jeder art. Gemüse als Fingerfood ist bis heute nicht soooo beliebt

4

Es gibt zu Beikost zig verschiedenen Meinungen. Stillberaterinnen sagen in der Regel, dass das Kind sitzen können soll (nicht unbedingt von alleine, aber wenn du ihn hinsetzt, stabil sitzen) und Interesse fürs Essen zeigen soll, zB sich selbst im Mund einführen. Dann sind Babies Beikostreif, idR zwischen den 6 und 7 Monat, aber 8. oder gar 9. Monat ist nicht unerhört. Die Babies können dann auch nicht so feinen Brei gut essen oder auch einfach von Tisch. Sollen davon gestillt werden, essen bekommen und danach bei Bedarf auch gestillt werden.
Wenn du den Kinderarzt fragst, dann sagt er/sie dir, bloß mit 4 Monaten pünktlich anfangen! Wie gesagt, es gibt viele Meinungen und du kennst dein Baby am besten. Wenn du bedenken hast, weil er sich verschluckt, dann gibt ihn das nicht. Es spricht aber grundsätzlich nichts dagegen, fingerfood geschnitten wie Pommern zu geben oder das Kind mit den Händen vom Tisch essen zu lassen.

Sowieso bekommen Babies im 1. Lebensjahr mehr Kalorien von Milch als von Brei.

Vielleicht ist dein Baby einfach nicht wirklich so weit? Hast du schon mal von Baby lead weaning gehört? Wenn du viele Fragen dazu hast, kann ich dir nur einen offenen Stilltreff empfehlen. Ich fand es super hilfreich, weil auch Beikost, stillen neben Beikost und abstillen und Langzeitstillen usw behandelt wird. Oft sind die auch kostenlos.

5

Unser Sohn isst von Anfang an bei uns mit und das schon seit knapp 3 Monaten. Zu Beginn hat er auch viel gewürgt, aber mittlerweile passiert das nur noch selten. Brei mag er tatsächlich gar nicht und er will auch nur das, was wir essen. Wichtig ist, dass du dabei ruhig bleibst und nicht sofort eingreifst. Die Kleinen können tatsächlich mehr als man ihnen zutraut und das Essen kommt dann auch recht schnell wieder raus. Dafür ist der Würgereflex ja da. Du solltest aber wissen, was zu tun ist, wenn es nicht von alleine rauskommen sollte. Wenn du kein gutes Gefühl dabei hast, würde ich an deiner Stelle noch warten, bis du bereit bist. Informiere dich vielleicht in der Zwischenzeit und dann kannst du es ja in ein paar Wochen nochmal probieren.

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