Schuldig fühlen beim Abstillen

Hallo ihr Lieben,

4 Monate lang kämpfe ich nun schon darum meine Zwillinge zu stillen. Sie kamen leider ganze 3 Monate zu früh und haben entsprechend die meiste Zeit ihres bisherigen Lebens auf der Intensivstation einer Klinik verbringen müssen. Das Ganze war schlimm genug und ich wollte sie von Beginn an so gut wie möglich unterstützen, daher habe ich konsequent alle 3h Milch abgepumpt, manchmal noch öfters. Leider kamen dabei nur 20 bis 30ml pro Abpumpen zusammen. Man riet mir zu den üblichen Hausmitteln: Bockshornklee, Stilltee, Malzbier, Fenchel, Motherlove Milchkapseln, viel trinken, gesund und genug essen, Brustmassagen, vorher Brust wärmen, später kühlen, vorm Inkubator pumpen um die Kleinen zu sehen oder zuhause Videos ansehen...nichts hat geholfen.
Dann hieß es, wenn ich erstmal anlegen kann, wird's besser. Nun ja, die beiden waren zu Beginn natürlich nicht in der Lage dazu und hatten eine Saugschwäche. Dann ging es irgendwann einmal täglich mit Stillhütchen. Ich habe es außerdem später mit einem Brusternährungsset, Tandemstillen und ohne Hütchen probiert. Weder wird die Milch mehr noch die Zwillies besser im Trinken. Eine kriegt es gar nicht hin, die andere 2 vlt 2 mal am Tag bei 6 bis 8 Versuchen. Da sie aber auch jetzt mit 4 Monaten nur 30 bis 40ml bekommt, hat sie immer noch viel Hunger danach. Habe nun unerfahren, dass mein Prolaktinspiegel viel zu niedrig ist, und daher nach langem Kampf entschlossen abzustillen, da wohl keine Steigerung der Milchmenge zu erwarten ist und ich einfach nicht mehr kann. Von den ganzen Milchstaus und blutigen Brustwarzen mal ganz zu schweigen komme ich seit Monaten nicht zum Schlafen, verlasse das Haus so gut wie nie und bin einfach nur müde.
Nun muss ich aber die ganze Zeit weinen, weil ich mich als solch eine Rabenmutter fühle. Die Kleinen hatten so einen schweren Start und ich kann ihnen nicht mal mit Milch helfen. Ging es jemandem auch so?

Stillen kann manchmal weh tun. Nicht stillen auch.

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Liebes, ich habe weder Erfahrung mit Zwillingen, noch mit Abpumpen etc.

Aber: du hast 4 Monate (!) gekämpft um jeden Tropfen, um deinen Babies den Start zu erleichtern, das ist eine verdammt lange Zeit und sie haben das beste bekommen von dir! Das ist super!

Ich bin zwar eine große Stillverfechterin, aber auch der Meinung, dass du dich um deine eigene Gesundheit kümmern solltest. Was nützt es, wenn du weitermachst und zusammenklappst? Niemandem ist dann geholfen. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich das so lange durchgehalten hätte.

Du brauchst dich absolut nicht schuldig zu fühlen! Warum auch? Deine Babies hatten durch dich einen super Start und nun komm du selbst wieder auf den Damm und genieße die weitere Babyzeit! Ohne den Kreislauf Abpumpen, Sterilisieren, Sorgen um Milchmenge. Lass die Schuldgefühle beiseite, deinen Babies wird es mit Fläschchen und gelassener Mutter gut gehen.

🥰

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Vielen Dank für eure aufbauenden Worte! Das hat mir echt geholfen!😗

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Ich verstehe deine Gefühle, ich habe auch viel um das stillen gekämpft. Aber ehrlich, so oder so bist du eine Heldin! Wer schon mal 2 von diesen kleinen Drachen auf einmal versorgen muss, ist wirklich extrem gefordert, auch ohne stillen. Könnte ich mir gar nicht vorstellen, ich bin mit nur einem manchmal ganz schön überfordert, nächtliche Nervenzusammenbrüche inklusive.

Du hast heldenhaft gekämpft, aber das stillen ist eine Zweier-Beziehung (bzw. Drei in deinem Fall), die Babys müssen auch ihren Part machen. Ihr habt es versucht, sie haben einbisschen was bekommen, jetzt geniesst einfach die Zeit zusammen ohne pumpen etc.

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Du hast absolut keinen Grund dich schlecht zu fühlen. Ich weiß nicht woher immer diese negativen Gedanken kommen, es macht mich wütend. Du hast ganze 4 Monate gekämpft! Da hätten einige schon das Handtuch geworfen. Ob du stillst oder nicht sagt rein gar nichts über deine Qualitäten als Mutter aus. Ich hoffe, dass du nach so langem Kampf zur Ruhe kommen kannst. Ich wünsche dir und deinen Zwillis alles Liebe :-D

4

4 Monate!! WOW!
Du kannst ruhigen Gewissens abstillen und dir auf die Schulter klopfen!

Ich habe meine Zwillinge auch ein Weilchen"pumpgestillt" und das ist eine echt grosse Aufgabe, mit Zwillingen.

Was ich heute aber anders machen würde ist, die Zwillinge auch nach dem Abstillen noch anlegen. Aber nur der Nähe wegen (und es ist, auch wenn kaum Milch kommt, das weltbeste Beruhigungsmittel).

Alles Gute!

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Du kannst stolz auf dich sein, dass du 4 Monate versucht hast deinen Mäusen Milch zu geben. Du hast ihnen damit einen besseren Start gewährleistet. Sie brauchen eine glückliche und starke Mama und wollen sicher auch nicht, dass es dir ihretwegen schlecht geht. Du hast gekämpft und manchmal verliert man. Freu dich, das du zwei Mäuse hast, die keinen leichten Start hatten und genieße die Zeit. PRE Nahrung zu füttern ist doch nichts Schlimmes. Hauptsache sie werden satt.

Alles Liebe für euch und mach dir keine Gedanken, sie werden auch ohne weitere Muttermilch groß werden.

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Das musst du nach so langem kämpfen wirklich nicht 🤗 schuldig müssen sich eher Leute wie meine Wenigkeit fühlen, die ihr zuckersüßen Mäuschen einfach nach 2 Monaten abgestillt hat weil ihr stillen zu anstrengend war. Meine Motte war von Anfang an sehr nörgelig an der Brust und es war immer ein riiiesen Theater bis sie dann mal anständig getrunken hat..von schmerzenden Brustwarzen, Milchstau, etc. mal abgesehen 😕 irgendwann habe ich einfach eine Packung Pre und ein Fläschchen gekauft und ihr abends anstelle meiner Brust die Flasche gegeben..sie sah mich dabei so glücklich und zufrieden an das ich sofort beschlossen habe abszustilen..mega egoistisch ich weiß aber meine Tochter ist mit der Flasche einfach glücklicher, lacht mehr und ist super ausgeglichen und schläft sogar durch 😌 und trotzdem fühle ich mich immer noch manchmal schlecht deswegen..aber ich darf mich auch mies fühlen, du hingegen hast alles richtig gemacht 😉 alles Gute für deine Zwillis ❤️

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Ich habe ebenfalls ein Extremfrühchen (24+1) und kann dich gut verstehen.
Zwar habe ich ausreichend Milch, aber alleine die Abpumperei ist körperlich und psychisch so belastend.
Ich finde es toll, dass du durchgehalten hast und Schuldgefühle brauchst du absolut keine zu haben. Sieh es mal so: wir als Frühchenmamas pumpen viel viel länger ab als Mamas von reifgeborenen Kindern. Denn wir haben die zu früh geborenen Monate noch obendrauf.
Stell die Nahrung ohne schlechtes Gewissen um, füttere die Flasche und zeig den Kleinen, dass du voll dahinter stehst. Ohne Unsicherheit.
Ich Pumpe nun seit 16 Wochen ab, Anlegen versuchen wir mit Hütchen seit einer Woche. Ich weiß nicht wie es wird wenn wir aus dem KH endlich entlassen werden...der nächtliche Schlafentzug wird neu sein (bisher ja nur per Wecker zum Pumpen) und die letzten 4 Monate stecken mir auch schwer in den Knochen. Ich bin völlig erledigt. Vlt werde auch ich daheim nicht mehr so stillen wollen oder können, aber das ist auch okay. Wir lieben unsere Kinder dennoch und da macht uns nicht zu schlechteren Eltern!
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