Wann klappt das Stillen endlich?

Ihr Lieben,

ich muss heute mal loswerden, was mir auf der Seele brennt:

Unser Kleiner ist nun eineinhalb Wochen alt und ein absolut ruhiges, ausgeglichenes Baby. Das vorneweg, wir haben also eigentlich keinen Grund uns zu Beklagen.

Die Geburt war recht kraftraubend für mich, viel Blut verloren und nach der Entbindung direkt eine Stunde OP unter Vollnarkose. Als ich aufgewacht bin, hatte die Hebamme den Kleinen schon angelegt und er hat getrunken. Die nächsten 36 Stunden war er zu 100% bei mir und hat auch an der Brust getrunken. Ich habe zum Stimulieren zusätzlich gepumpt und hatte am Ende des zweiten Tages eine sehr pralle Brust (Milcheinschuss??).
In der folgenden Nacht kam eine ziemlich garstige Krankenschwester und hat uns gesagt, der Kleine hätte mehr als 10% abgenommen (Geburtsgewicht war 3800g) und sie müssten SOFORT zuführen. Ehe ich mich versah, hatte der Kleine die Flasche bekommen.

Danach hat er an der Brust sehr schlecht getrunken und die Milchmenge, die kam, war dann sehr gering. So ist es bis heute. Ich lege ihn oft an, pumpe, benutze Wärmekompressen, trinke Stilltee, Malzbier...
Der Kleine saugt am Anfang gut, merkt aber wohl, dass nichts kommt und nuckelt dann nur noch an der Brust und wartet aufs Fläschchen. Wie viel genau er aus der Brust zieht weiß ich nicht, beim Pumpen kommt vielleicht ein halber ml.

Mich macht das total fertig, ich möchte ihn so gerne voll stillen... Ich weiß, dass ich mich nicht zu sehr verrückt machen darf aber ich wüsste gerne von eich, ob es noch etwas gibt, dass ich tun kann... Wer war in der gleichen Situation und hat es am Ende noch geklappt?

Danke schonmal und sorry für den langen Beitrag.

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Hallo,

erst einmal noch herzlichen Glückwunsch zu deinem Baby.

Im KH ist es ja erst einmal nicht so gut für euch gelaufen und zu der Schwester sage ich am besten gar nichts. Doch leider ist das, was dir da passiert ist, eher normal. Denn man hätte auch auf eine stillfreundliche Art zufüttern können, z.B. per Fingerfeeding.

Was du jetzt brauchst, ist eine kompetente Stillberatung. Hast du eine kompetente Hebi? Oder schau mal, ob es von der AfS oder La Leche Liga Stillberatung in deiner Nähe gibt. Die beraten auch per Telefon oder Mail. Du hattest ja auf jeden Fall einen Milcheinschuss und Milch hast du sicher auch. Die Pumpmenge sagt übrigens nichts darüber aus, wie viel Milch du hast. Ich konnte nie pumpen und hätte eine Fußballmannschaft versorgen können. Für dich wäre vermutlich ein Brusternährungsset gut, sodass du dein Baby darüber zufütterst. So lernt es, dass es die Nahrung an der Brust gibt und nicht per Flasche und gleichzeitig wird deine Milchproduktion angeregt. So kannst du dann schrittweise die Zufüttermenge reduzieren. Aber such dir auf jeden Fall eine Beratung vor Ort.
LG
frierschaf

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Erst einmal herzlichen Glückwunsch.

Leider bist du im kh nicht so gut beraten worden und jetzt hast du zudem Stress. Das ist nicht gut.

Erst einmal ist jetzt wichtig: anlegen, anlegen, anlegen. Du bist im Wochenbett, d.h. Deine Aufgaben sind kuscheln, stillen und dich verwöhnen lassen!
Schau, dass du viel direkten Hautkontakt zu deinem Baby hast, das fördert die Milchbildung.
Ansonsten würde ich mich an eine stillberaterin wenden. Diese findest du unter www.lalecheliga.de oder www.afs-stillen.de. Die arbeiten ehrenamtlich. Auch unter www.stillen-und-tragen.de sind atillberaterinnen.

Diese können dir am besten sagen, wie du sicher vom zufüttern wegkommst.

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Hallo!
Als erstes Glückwunsch zur Geburt und Daumen hoch, dass dein Kleiner so "pflegeleicht" ist. #pro
Ich war in genau derselben Situation wie du! Und heute stille ich voll!!!
Allerdings ist meine Maus nur mit 2,4 kg auf die Welt gekommen. Aber deswegen wollten sie von Anfang an lieber zufüttern.

Und dann war ich zu Hause und hatte nicht genug Milch. #heul
Zunächst hatte ich eine sehr kompetente Nachsorgehebamme. Suche dir also jemanden, der dir dabei hilft und dich beraten kann! Sie musste mich auch immer wieder motivieren und wieder aufbauen, da ich zwischendrin ganz schön fertig war mit den Nerven. Und dann noch die Hormone... #augen
Also ich habe folgendes gemacht: Ich habe meine Maus immer angelegt wenn sie Hunger hatte. Allerdings hat sie so dermaßen lange an der Brust gehangen und ist immer wieder eingeschlafen, sodass ich tagsüber zu nichts weiter gekommen bin. Wirklich nichts. Nicht mal auf Toilette bin ich gekommen! :-D
Und da sie einfach nicht genügend Kraft hatte und immer wieder weggepennt ist, sagte mir meine Hebamme, ich solle die elektr. Milchpumpe (Medela) aus der Apotheke holen. Damit habe ich dann nach dem Stillen, spät. aber alle 2-3h abgepumpt.
Am Anfang war grad nur mal der Boden dieser kleinen Flasche bedeckt. Mit jedem Tag wurde es ein bisschen mehr.
Das, was gepumpt wurde, hat sie vom Papa zugefüttert bekommen und wenn sie noch Hunger hatte, kam zur Not auch Fertignahrung. Wir haben die Flasche mit dem Medela Calma Sauger. Hat bei uns einen großen Unterschied gemacht - damit hat sie an der Brust keine Anstalten mehr gemacht.
Ich habe Tag und Nacht gepumpt. Wichtig ist, dass du es dir auch dann bequem machst und dich entspannen kannst, wie du es auch beim Stillen tun würdest. Nimm dir auch dein Baby dazu, entspannte Sitzhaltung, vielleicht schöne Musik, etc.
Ich würde auch dazu raten, dass der Papa immer die Flasche gibt und du ihn zum stillen hast. Ich denke schon, dass es für das Baby einen Unterschied machen kann. Meine Kleine hat mit 4 Wochen den Unterschied zwischen Finger nuckeln und Flasche trinken/Brust trinken erkannt.
Lass dich ganz viel unterstützen! Der Milchfluss ist enorme Kopfsache. Ich hatte zwischen der 3. und 4. Woche ein richtiges Tief, in dem ich psychisch einfach fertig war weil ich immerzu pumpen musste. Dabei lag mein Baby neben mir und hat ganz oft geweint und ich wusste nicht, was sie hat, war traurig weil ich keine richtige emotionale Bindung durch das Stillen aufbauen konnte... Und der Papa musste wieder arbeiten. #schmoll
In der Zeit ist trotz exzessiven Pumpens die Milch nicht mehr geworden. :-(

Nach 4 Wochen pumpen sagte meine Hebamme, dass ich sie doch nachts stillen könne. Die Maus kam nur 1-2 mal nachts, also hat die Menge locker ausgereicht. Nachdem das geklappt hat, meinte sie, ich solle mir mal einen Tag raussuchen, an dem ich gute Nerven hätte und auch von meinem Partner noch unterstützt werden könnte. Und dann wird sie NUR angelegt. Dann kann man sich nämlich sicher sein, dass genug Milch da ist und sie es halt nun einfach "rausholen" muss.
Wir hatten ein paar Diskussionen, bei denen mir mein Baby auch in die Brust gekniffen hat und die Brust anschrie weil es nun mal eben nicht wie bei der Flasche lief. Zwei, Drei Mal hab ich sie entnervt dem Papa übergeben, der dann eine Flasche angerührt hat.
Aber nach einer Woche Tamtam haben wir schließlich voll gestillt!
Ich habe vier Wochen Pumpen, ganz viel Motivation, einige Tränen und starke Unterstützung gebraucht. Aber meine Süße ist heute fast vier Monate und ich stille immer noch voll. Ich genieße die Nähe und das Wunder, dass nur ich sie so ernähren kann.
Die Tränen und der Schweiß haben sich mehr als gelohnt! #sonne

Ich wünsche dir ganz fest, dass du es auch schaffst!!! #liebdrueck
PS: Falls du mal persönlich sprechen willst, schick mir einfach eine PN.

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Vielen lieben Dank für eure Beiträge. Noch habe ich Hoffnung, dass voll Stillen hinzukriegen- ich habe mich an eine Stillberaterin gewandt, die mir geraten hat, auch nachts zu Pumpen, alle 4 Stunden. Das hatte ich bisher nur tagsüber gemacht. Nächste Woche kommt sie dann zu uns nach Hause und schaut sich die ganze Lage mit mir zusammen an...

Ein schönes Wochenende euch!

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