Frust beim Betriebsarzt

Hallo, eigentlich bin ich ja der Meinung, das sich Frust nicht lohnt und man eher entspannt durchs Leben gehen sollte, aber heute hatte ich zum einen den ärgerlichen Besuch beim Arzt und dann sitze ich hier immer noch ratlos rum...
Ich gehe nach einem jahr Elternzeit wieder arbeiten und zwar auf einer Intensivstation, stille aber auch noch zwei-, dreimal am Tag. Also dachte ich, fragste mal, ob ich dann irgendwas beachten muß, wegen dem Stillen. Daraufhin meinte der Arzt erstmal, warum ich denn jetzt noch stille, schließlich wäre mein Kind doch mit einem Jahr schon geimpft und da könnte ich doch aufhören damit- häh? das ist ja eigentlich nicht der Grund, warum ich stille, aber egal. Er wollte wissen, was mir denn konkret Sorgen machen würde, ich meinte dann z. B. was ist mit infektiösen Patienten, mit gefährlichen Medikamenten, mit schweren Lasten, mit Reanimation, mit Röntgen (wird auf station gemacht)? Muß ich mich irgendwie schützen, wann muß die Milch verworfen werden, Fragen über Fragen. Daraufhin er: also, wenn ich nicht arbeiten will, dann muß ich halt ein weiteres jahr in Elternzeit sein, ansonsten müsse ich mich entscheiden, entweder stillen oder arbeiten. Denn er kenne das MuSchu- gesetz nicht und werde sich auch nicht einlesen, denn mein Kind sei alt genug, ab einem Jahr hätte ich keine besonderen Anrechte mehr auf Schutz am Arbeitsplatz. Das Gesetz wäre ja auch eher für Schwangere, nicht für Mütter nach dem Mutterschutz. Außerdem hätte ich doch eine Teilzeitstelle, also wo ist das Problem? So, ich war erstmal geplättet und bin noch schnell zu meiner Leitung, die mit dem Kopf geschüttelt hat, aber auch nicht weiß, was ich zu beachten hätte, sie meinte, der Betriebsarzt müsste das wissen, tja nun sitze ich hier zu Hause und ärger mich. Zum einen wegen dieser doch unfairren Behandlung durch den Arzt, zum andern, weil ich immer noch nicht weiß, wie ich mich auf Arbeit verhalten sollte. Denn entgegen der Annahme des Arztes will ich beides-stillen und arbeiten, denn beides macht mir Spaß und irgendwie habe ich geglaubt, das er mir ein paar Infos geben kann, was und ob überhaupt es was zu beachten gibt, während der Schichten. Vielleicht könnt ihr mir ja helfen? Ich bin ja sicher nicht die einzige in dieser Situation, vielleicht hat einer Antwort auf meine Fragen? Vielen Dank schon mal!!! schönen Abend noch!!!#winke

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Hallo,

ich finde dein Erlebnis nicht frustrierend, sondern unerhört. Solch ein Verhalten muss Konsequenzen haben. Ich würde eine Beschwerde einreichen bei der Ärztekammer.

Hier kannst du dich informieren:http://www.gesetze-im-internet.de/muschg/__6.html

In Abschnitt drei sind die Paragraphen aufgeführt, die die Tätigkeiten beschreiben, die man als stillende Mutter nicht machen darf. Klick dich mal selbst durch, war mir zu aufwendig:-) Das Mutterschutzgesetz schützt bei weitem nicht nur Schwangere. Heißt ja auch nicht Schwangerenschutzgesetz;-)

Lass dich bloß nicht verunsichern. Du hast ja keinen kleinen Säugling mehr. Du wirst das Stillen und deine Arbeit vereinbaren können.

So ein Schmarrn mit dem Impfen. Stillen ist schließlich vorrangig Nahrung für die Seele und die schönste und natürlichste Art, seinem Kind Nähe zu geben.

Liebe Grüße,
Kate

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hallo, vielen Dank für den Link, warum habe ich das nicht vorher gelesen? Dann hätte ich besser reagieren können. Naja, morgen werde ich mal die übergeordnete Behörde anrufen und mal die Geschichte erzählen. Mal schauen, was passiert!

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"Naja, morgen werde ich mal die übergeordnete Behörde anrufen und mal die Geschichte erzählen"

Ehrlich gesagt finde ich dieses Vorgehen dann schon ziemlich übertrieben!

Nachvollziehbar ist für mich die Einhaltung der Zeiten zum pumpen wenn eine Mutter noch voll bzw fast voll stillt. Aber alles andere ist wirklich unnötig!

Ich habe meine Söhne auch problemlos weiter gestillt und trotzdem alle Tätigkeiten gemacht die anfielen (gleiche Arbeiten wie bei Dir). Die Jungs kamen problemlos 8,5 Stunden ohne Muttermilch am Stück aus, dadurch mußte ich nicht pumpen. Und das die Herrschaften nachts noch gestillt wurden war mein Problem, den Schlafmangel hab ich mir halt nicht anmerken lassen.

Klar hätte der Betriebsarzt sich anders verhalten müssen, zumal er ja auch für die Einhaltung von Ruhezeiten fürs pumpen zuständig ist - aber da muß man dann doch nicht so ein Faß aufmachen.

Ist nicht böse gemeint, soll nur zum überdenken anregen.

Liebe Grüße,

Hermiene

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Hallo,

um die einfache Form des Widerstandes gegen den Arzt zu gehen: kann Dein Arbeitgeber (Vorgesetzter, ...) sich nochmal mit dem Arzt unterhalten?
Es ist ja schließlich der Job des Arztes, sich mit dem MuSchG auszukennen und Deinem Arbeitgeber und Dir bei solchen Fragen zur Seite zu stehen, oder?

Gruß Lucccy

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hallo,

na das ist ja mal blöd gelaufen.
Meine Idee wäre, deine Hebamme anzurufen. Die weiss sicher weiter.

Gruß

Kuckuk

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