(Geplant) schwanger nach Abtreibung

Hallo,

ich weiß nicht so genau, ob ich hier richtig bin, wenn nicht schon mal entschuldigung...

Ich habe mich vor einiger Zeit für eine Abtreibung entschieden, als ich ungeplant schwanger wurde. Damals war ich sehr jung und ging noch aufs Gymnasium. Ich habe sehr lange überlegt und viele Gespräche geführt bevor ich mich für die Abtreibung entschied - aus Vernunft und vielleicht auch ein wenig aus Angst. Ich habe lange um das Kind getrauert und mir ging es immer wieder schlecht, besonders wenn es im Kreise von Bekannten oder Verwandten kleine Kinder gab und um den Entbindungstermin war es richtig schlimm und ich war oft versucht psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jetzt bin ich glücklich verheiratet und im 7. Monat schwanger. Ich denke kaum noch an die damalige Abtreibung, die mich über so lange Zeit "verfolgt" hat. Ich bin froh darüber, dass es mir so gut geht und ich mich fühle, als ob ich eine schwere Last los geworden bin. Doch das bin ich ja eigentlich gar nicht, da ich ja dadurch nichts rückgängig gemacht habe. Irgendwie habe ich Angst davor zu vergessen, obwohl ich mir das so lange gewünscht habe. Angst, dass ich kein Recht dazu habe...

Ist das normal? Wie erlebt man eine erneute Schwangerschaft , wenn man eine Abtreibung hinter sich hat? Darf man vergessen? Kann man es?

Ich würde mich freuen, von jemand in einer ähnlichen Situation zu hören. Von meiner damaligen Abtreibung weiß fast niemand und aus diesem Grund kann ich kaum darüber sprechen.

Alles Gute#klee

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Hallo,
hab mich leider auch vor einigen Jahren gegen mein Kind entschieden als ich ungeplant schwanger wurde.Ich war noch sehr jung und steckte mitten in der Probezeit für einen neuen Job.Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht und hatte zahlreiche Gespräche mit Pro Familia usw.Wie gesagt ich habe mich dann für eine Abtreibung entschieden.
Ich schäme mich heut dafür das ich es getan hab,es tut mir so leid und wenn ich könnte würde ich es rückgängig machen.Ich hab mich aus Angst vor ihren Reaktionen meiner Familie nicht anvertrauen können.
Mittlerweile hab ich ein gesundes Kind.Aber kurz nach der Geburt war es richtig schlimm,hab viel geweint und mir Vorwürfe gemacht.
Ich denk noch immer viel daran,eigentlich jeden Tag.Und wenn ich meinen kleinen Engel dann anschau und daran denke kommen mir die Tränen.
Nein ,vergessen kann ich nicht.Aber ich bin jetzt glücklich mit meiner kleinen Familie.

LG und alles Gute für euch

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Hallihallo!

Lass Dich erstmal #liebdrueck!

Die Entscheidung, die Du getroffen hast kannst Du (leider) nicht mehr rückgängig machen, aber Du kannst Dich damit auseinandersetzen und es verarbeiten und verstehen.

Das was Du erlebst, (Trauer, Wut, Schuldgefühle) nennt man Post Abortion Syndrom.
Hier ein Link:
http://de.wikipedia.org/wiki/Post-Abortion_Syndrome

Wenn Du darüber reden möchtest, wende Dich mal an den Verei Verwaiste Eltern e.V.
http://www.verwaiste-eltern.de/v2/HP/index_gr3.php?section=cont/regional

Meine Schwägerin fühlt sich nach einem medizinisch induzierten Schwangerschaftsabbruch (das Kind war schwerstbehindert) in einer Gesprächsgruppe sehr gut aufgehoben.

Gruß Silke

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Hallo,

ich habe mich auch einmal gegen ein Kind entschieden und es auch lange mit mir herum getragen. Seit unsere kleine Maus da ist, denke ich aber wirklich nicht mehr sehr oft daran - ab und an schleicht es sich in meinen Kopf und das ist auch schön.

Ich habe damals nur mit örtlicher Betäubung abgebrochen und konnte die Schmerzen lange, sehr lange Zeit nicht vergessen. Aber auch das ist vorbei.

Ich kann Dir sagen, dass wir ein Recht darauf haben, uns voll und ganz auf unsere lebenden Kinder zu konzentrieren. Keiner von uns sollte sich ewig für diese Entscheidung geiseln, denn wir haben Sie uns nicht leicht gemacht.

Ich für mich kann sagen, die Entscheidung war damals absolut richtig und deshalb komme ich auch sehr gut damit klar. Und genau das muss man auch machen.
Ich freue mich darüber, wenn mir unser kleiner Krümel ab und an wieder ins Gedächtnis kommt, aber ich bin nicht traurig oder verbittert (wie es leider viele sind). Ich habe mir damals ein Bild vom Maler des Lichts Thomas Kinkade ausgesucht und mir vorgestellt, dass so der Ort aussieht, an dem unser kleiner Engel nun ist. Das hängt bei und in der Wohnung, somit ist er/sie immer bei uns - auch wenn ich nicht ständig daran denke.

Ich finde es schade, dass sich viele Frauen selbst oder durch andere so verrückt machen. Es ist mit absoluter Sicherheit die schlimmste Entscheidung, die wir je getroffen haben. Aber sie ist gefallen und man sollte auch dazu stehen. Ganz vergessen wird man nie, aber es sollte nach einer Weile nicht mehr so stark im Zentrum stehen - denn wie wir wissen, ist das Leben sehr kostbar!

Ich habe damals nur zwei Freundinnen eingeweiht, weil ich einfach reden musste und dies mit einer Frau und nicht nur meinem Schatz. Aber sonst weiß davon auch niemand! Vielleicht spreche ich irgendwann mit unserer Tochter darüber, aber das hat noch viel Zeit.

Also, genieße das Leben und such Dir nicht Deine persönliche Hölle.

Liebe Grüße

Susanne + Emily Fiona *05.08.05

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