Was ist mit Adoption?

Hallo,

mich beschäftigt schon eine ganze Zeit über folgende Frage:

hier lese ich immer wieder die zwei Optionen, Kind bekommen und behalten, oder Abtreibung. Bevor ich selbst Kinder bekommen habe, bin ich davon ausgegangen, dass es bei ungewollter Schwangerschaft doch "einfach" ist, das Baby nach der Geburt zur Adoption freizugeben. (Jaja, der Jugentliche Verstand damals#schein)

Jetzt weiss ich, dass eine Schwangerschaft kein Zuckerschlecken ist und kann es eher verstehen, dass man nicht ein Kind austragen möchte, wenn man es nicht behalten möchte.

Gibt es hier denn Mütter, die ihre Babys zur Adoption gegeben haben? Wie war es für euch?

Ist das genauso "schlimm", wie eine Abtreibung? Emotional meine ich?

Ich hoffe, dass ich nie in diese Zwickmühle kommen werde. Meine Familienplanung ist abgeschlossen, aber man weiss ja nie. Schließlich haben mir mehrere Ärzte gesagt, dass ich keine eigenen Kinder bekommen kann und trotzdem bin ich ganz unproblematisch zweimal Schwanger geworden. Also vertraue ich den Verhüterlis auch nicht so ganz. #schein

LG
Birgit

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Hallo Birgit,

ich bin als Baby zur Adoption freigegeben worden, da meine Mutter erst 15 war. Mittlerweile habe ich guten Kontakt zu ihr und weiß, dass die Situation für sie zwar schwierig war, sie aber immer wusste, dass adoptierte Kinder absolute Wunschkinder sind. Daher konnte sie sicher sein, dass es mir gut geht - und so war es auch; eine bessere Kindheit hätte ich mir nicht wünschen können.

Insofern kann ich nur für Adoptionen plädieren. Es gibt soooo viele Paare, die selbst keine Kinder bekommen können und wunderbare Eltern wären...

Liebe Grüße
Anke

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Es gibt aber auch soooo viele Kinder, die jahrelang von Heim zu Heim, von Pflegefamilie zu Pflegefamilie geschickt werden.

Dass du Glück hattest, heißt nicht, dass alle Kinder Glück haben.

Wie willst du das verantworten? Versuch-und-Irrtum-Methode? Meinst du ehrlich, dass für die Massen an ungeplanten/ungewollten Kindern Eltern bereit stehen?

Zumal eine Schwangerschaft nicht gerade eine Party ist, vor allem, wenn man das Kind ablehnt und weggeben will.

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zumindest bei uns ist ein großer unterschied zwischen pflege- und adoptiveltern! achtung!

ein baby, dass ich österreich zur adoption freigegeben wird, wird sicherlich nicht von heim zu heim geschoben, schon alleine aufgrund der tatsache, dass es viel mehr adoptionswillie paare als adoptivkinder gibt. ca fünfmal so viel!

adoptivkinder sind *immer* wunschkinder!

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Ich würde mein Kind lieber abtreiben bevor ich es 9 Monate lang in mir trage und dann an fremde leute abgeben muss!!

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Na so ein Schwachsinn. Du musst gar nichts, kannst es ja dann immer noch behalten, wenn Du es möchtest. Hört sich eher so an, als ob Du dann einfach die Strapazen nicht auf Dich nehmen möchtest/würdest.
Komische Gesellschaft, wo man lieber ein Leben von vorne herein nicht zulässt, bevor man einer anderen Familie zu den glücklichsten Menschen machen kann.

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Ist auch eine Entscheidung und sicher ebenfalls keine leichte. Auf jeden Fall ist es eine oft sehr vernachlässigte Alternative zum Umgang mit einem Kind, was man nicht selbst aufziehen möchte oder kann. Es gibt ja auch verschiedenen Arten der Adoption, die nicht alle mit einem kompletten Kontaktverlust zwischen leiblichen Eltern und Kind einhergehen.

Liebe Grüße
Sabine

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Lily und Marie. Leben mit behinderten Kindern
3sat
Dienstag, 28. November 2006
13.15 . 14.00 Uhr
Als sich herausstellte, dass Lily und Marie ein Down-Syndrom (Trisomie 21) haben, wurden sie gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Ihre leiblichen Eltern trauten sich nicht (zu), ihr Kind mit Behinderung anzunehmen und aufzuziehen. Aber würden sich für die Kleinen Adoptiveltern finden, die freiwillig ein Leben mit einem behinderten Kind führen möchten? Martina und Helmut Zilske hatten in ihrem Adoptionsantrag die Frage bejaht, ob sie sich auch vorstellen können, ein Kind mit Behinderung zu adoptieren. Marie und Lily sind vom Ehepaar Zilske adoptiert worden. Wenn heutzutage während der Schwangerschaft die Diagnose "Down-Syndrom" gestellt wird, hat das heutzutage in 95 Prozent der Fälle eine Abtreibung zur Folge. Bei vielen anderen Behinderungen gilt das Gleiche. Bis zum Einsetzen der Wehen dürfen Kinder mit sicher diagnostizierter Behinderung in Deutschland getötet werden. Ein Leben mit ihnen gilt in den Augen vieler Menschen als unzumutbare und nicht zu tragende Belastung. Die Adoptiveltern von Lily und Marie sahen und sehen das anders: Sie haben die Erfahrung gemacht, dass auch (oder gerade!) mit Kindern mit Down-Syndrom ein erfülltes Familienleben keine unerreichbare Utopie ist. Lily und Marie haben Eltern gefunden, die ihnen helfen, sich wie andere Kinder auch zu entwickeln und ihr Leben zu leben. Das Ehepaar Zilske empfinden das Leben mit zwei ganz besonderen Töchtern nicht als Opfer, sondern als Herausforderung.