Neuer Job und schwanger

Hallo ihr lieben,
ich muss mir mal etwas von der Seele schreiben. Letztes Jahr im November hab ich einen neuen Job (meinen Traumjob) angefangen und hab dann Ende Dezember festgestellt, dass ich ungeplant schwanger bin.
Nun weiß ich nicht wie ich damit umgehen soll. Einerseits würde ich das Kind gerne bekommen. Andererseits liebe ich meinen neuen Job und es ist jetzt schon klar, dass ich nach der Elternzeit so nicht mehr in dem Job arbeiten kann, da ich eine Stunde pendeln muss und das mit Kleinkind kaum machbar ist. Dazu kommt noch, dass ich letzte Woche erfahren habe, dass ich die Projektleitung für ein neues Projekt mit Beteiligung mehrere externe Firmen übernehmen darf, was das ist, was ich mir schon immer gewünscht habe.
Mein Partner unterstützt mich egal wie ich mich entscheide (für oder gegen das Kind) allerdings kann er sich nicht vorstellen Elternzeit zu nehmen. Höchstens die Arbeitszeit zu reduzieren, sodass ich wieder Vollzeit arbeiten kann aber halt eben nicht mehr in dieser Firma.
Mein AG weiß noch nicht, dass ich schwanger bin und weiß auch nicht so recht wie ich ihm das sagen soll. Mach ich es erst, nachdem ich die Projektleitung offiziell übernommen habe wird er wahrscheinlich sauer sein, weil ich das Projekt ja nicht bis zum ende machen kann... Sag ich es vorher werde ich das Projekt mit Sicherheit nicht kriegen. So oder so wird mein AG wahnsinnig enttäuscht sein, dass ich nach so kurzer Zeit schwanger bin und das Unternehmen schon wieder verlasse.
Dazu kommt noch, wir keine Familie in der Nähe haben die uns unterstützen könnten.
Was würdet ihr machen? Würde mich über Rat und ggfs Erfahrungen sehr freuen.
Grüße patipat

1

Huhu,

was ich machen würde?
Tief in mich gehen und mich fragen, was mir wichtiger ist.

Aber definitiv nicht Fremde in einem Forum fragen, was diese machen würden. Denn niemand geht in deinen Schuhen, keine teilt zu 100% deine Auffassungen, keine wird dir helfen können, ganz egal wie du dich entscheidest.


Ich war auch ungeplant schwanger und habe mit meinem Partner allein eine Entscheidung getroffen. Erst danach hat die Außenwelt davon erfahren, denn (dumme) Kommentare sollten uns nicht beeinflussen. Am Ende müssen wir allein mit der Entscheidung klar kommen, die wir getroffen haben.

Setze dich in Ruhe mit deinem Partner hin und redet so lange (immer wieder) bis ihr eine Entscheidung getroffen habt, hinter der ihr stehen könnt. 100% Sicherheit gibt es meistens gar nicht - aber eine Seite wird irgendwann etwas überwiegen und das wird dann wegweisend sein.

LG

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ich bin grade in einer langen herbeigesehnten, selbst gezahlten Ausbildung für einen neuen Job. Und ebenfalls ungeplant schwanger. Wir sind hier auch alleine und haben keine Hilfe. Der Job meines Mannes ist sicher und gut bezahlt - aber Spaß hat er da nur, solange er auch zuverlässig ist. Die Väter dort, die sich auch als Väter an der Erziehung beteiligen, kriegen eben keine Projektleitungen, sondern machen das langweilige Tagesgeschäft.

Meine Selbstständigkeit mit kleinem Kind? Romantisch betrachtet möglich, realistisch... puhhh.
Ja, wir haben Anspruch auf einen Kita-Platz und würden den wohl auch kriegen. Aber wir bräuchten die Betreuung 10h am Tag und wenn das Kind krank ist, stehen wir "dumm da". Als Selbstständige müsste ich Kundentermine absagen, ein krankes Kind mitnehmen oder jemanden haben, der immer parat steht, um es zu übernehmen. Nicht nur, dass das dann auch eine finanzielle Belastung wäre, es wäre auch ein organisatorisches Meisterwerk.
Keine Ahnung wie wir 14 Wochen Ferien abdecken sollen und noch weniger Ahnung habe ich, wie wir einen Urlaub zur Hochsaison wirklich geniessen sollen.

Wir sind schon recht lange zusammen, unser Leben hat sich sehr gut auf ein Leben zu zweit eingespielt. Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten, mein Mann sagt sogar sehr deutlich, er fühlt sich zu alt für ein Kind.

Mein Umfeld ist weitestgehend kinderfrei. Nicht nur mein selbst gewähltes Umfeld, sondern auch mein verwandtschaftliches. Im Freundeskreis sind zwei Frauen, die eine ist alleinerziehend und mit ihren beiden (12 und 16) völlig überfordert, das Jugendamt ist seit Jahren involviert, sie ist seit Jahren krank geschrieben und wird finanziell von den Eltern unterstützt.
Die andere Freundin hat auch ein Pupertier, sie geht auch nur Teilzeit arbeiten, ist Witwe und ihr Mann hat viel Vermögen hinterlassen, Geldsorgen haben sie keine... aber auch ihr Pupertier ist irgendwie ein Vollzeitjob. Ihn nachts besoffen irgendwo abholen, Drogengeschichten, ewige Diskussionen zuhause...

Was ich ansonsten so im erweiterten Umkreis kenne, ist auch überhaupt nicht mit unserer Situation vergleichbar. Die Großeltern und Geschwister vor Ort die immer babysitten, die Frau nicht mehr berufstätig oder nur für wenige Stunden, der Vater in einem unkündbaren Verhältnis, der mehr oder weniger seine Zeit absitzt...

Ich weiss nicht, ob wir einem Kind gerecht werden, wenn wir jetzt schon planen, wie wir es am besten "abschieben" können und auch wenn da so ein diffuses Gefühl in der Magengrube ist, was "ohja" sagt, glaube ich nicht, dass das reicht.

Ich denke aber eben auch immer an diese "Lebensbilanzen" und da heisst es immer, Familie war am wichtigsten, Arbeit vernachlässigbar... aber ich glaube, so einfach ist es nicht.
Als wir noch jünger waren, war Arbeit eben Arbeit, jetzt ist es etwas, das Spaß macht und Zufriedenheit bringt. Auch unsere Freizeitgestaltung ist durchaus so, dass wir daraus viel Freude ziehen, wir haben Tiere die uns sehr wichtig sind und uns viel Freude bringen. Wir haben Hobbies, die uns Spaß machen und wir beide sind uns auch ohne Bespaßung "genug", wir lieben unsere Netflix, chill und Sex-Sonntage , gestern drängte sich dabei immer wieder der Gedanke auf, ob ich/wir wohl wirklich mehr davon hätten, wenn wir einen Mini-Menschen bespassen würden oder sogar seine Freunde zu Besuch hätten.

Für meinen Papa waren wir Kinder mit Sicherheit das Beste in seinem Leben, noch vor seiner Beziehung und lange vor allem anderen... aber er hatte da auch immer wenig, woran er sich hätte freuen können.
In meinem weitestgehend kinderfreien Freundeskreis hingegen ist das anders, es gibt Kontakte die sehr wichtig sind und die nicht davon geprägt sind, dass ich die Kinder mögen, es gibt Hobbies, oftmals Tiere (Klar, denn in unserer Bubble sind nunmal genau wie wir viele Tierhalter) und das wichtigste: wir sind glücklich und zufrieden.

Und, um wieder zurück zu Deiner Situation zu kommen: Wenn Dich der Job glücklich macht, dann ist das gut und richtig. Wenn Dein Partner - genau wie meiner übrigens- keine Elternzeit nehmen will, dann solltet ihr auch über Krankheitsbetreuung etc. sprechen, denn Beruf und Kind lässt sich nicht immer vereinbaren, egal was Politik und Medien vorgaukeln. Entweder ist man in einem dieser entspannten Jobs, wo es egal ist, oder mind. einer muss zurück stecken.
Ein Kind wird seine Eltern über viele Jahre "fremdbestimmen" wenn was mit ihm ist, wird das immer die oberste Priorität der Eltern sein und selbst wenn nichts besonderes ist, werden seine Bedürfnisse oft über euren stehen, mindestens aber gleichauf.
Das ist der Preis fürs eigene Kind...

Ich glaube, für meinen Mann und mich ist es zu spät, ich will kein Kind gegen seinen Wunsch und auch ich für mich weiss nicht, ob ich den Preis bereit bin zu zahlen.
Ich hab übermorgen meine Zwangsberatung, davon erhoffe ich mir nichts, aber ich sag mal so... ich hab da den Termin gemacht und eben keine Hebamme angeschrieben (muss man hier sehr zeitig machen, wenn man eine haben will).


Ich wünsche Dir für Deine Entscheidung viel Kraft!

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Hallo

Wenn Du etwas von der Beratung erhoffen könntest, was wäre es denn? Eine Lösung für Fragen oder Erkenntnis, welchen Weg Du gehen möchtest?
Wie lange dauert denn Deine Ausbildung? Möchtest Du denn, dass Dein Mann sich an der Beziehung so beteiligt, dass er nicht voll arbeiten könnte?

Selbständig zu sein mit kleinem Kind ist sicher nicht einfach. Bietet Dir aber auch einige Möglichkeiten, die Du als Angestellt vielleicht nicht hast (als was bist Du denn selbständig?). Könntest Du Dein Kind z. B. mitnehmen? Wie würden Kunden auf eine Terminabsage reagieren?

Es gibt natürlich auch andere, die in einer ähnlichen Situation sind wie Du bist. Wobei viele dann aber Familie oder Freunde haben, die helfen können. Hat man die nicht, wird's natürlich schon viel schwieriger. Finanziell sieht es bei Euch scheinbar aber nicht so schlecht aus. Natürlich heisst ein Kind oft auch organisieren zu können. Und vielen Frauen gelingt das erstaunlich gut.
Urlaub musst Du ja nicht unbedingt zur Hochsaison nehmen, dann ist es eh teurer. Urlaub im Herbst hat auch seinen Reiz.

Wie alt seid Ihr denn, wenn man fragen darf?

Nun, viele müssen ihr Kind "abschieben". Trotzdem kann man dem Kind gerecht werden in der Zeit, wo man zu Hause ist, am Wochenende, im Urlaub usw.

Ein Kind bringt auch Freude. Natürlich verändert es das Leben. Es ist nicht mehr dasselbe wie ohne Kind. Kontakte kann man weiterhin pflegen, aber vielleicht halt nicht mehr gleich intensiv wie vorher.

Schlussendlich musst Du wissen, was Du möchtest. Ich wünsche Dir, dass das Beratungsgespräch Dir eine Hilfe ist auf Deinem Weg.

Freundlichen Gruss

tm

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Keine Ahnung, welche Funktion eine Zwangsberatung haben kann. Die Beraterin kann mir meine Sorgen ja auch nicht nehmen. Und die Themen finanzielle Hilfen, Betreuung sowie "wie funktioniert eine Abtreibung" kann ich auch selbst googlen.

Was meine Selbstständigkeit angeht: romantisch betrachtet kann man sicherlich "mal" ein Kind mitnehmen und "mal" einen Termin absagen, realistisch kostet beides Laune bei den Kunden und ggfs. sogar den Kunden selbst.
Die Kunden erwarten von mir 100% in einer ruhigen Atmosphäre, all das kann ich nicht mit einem kranken Kind an meiner Seite bieten.
Vorteil meiner Selbstständigkeit ist ganz klar, ich kann mir meine Zeiten selbst legen, das ist supertoll wenn man so wie ich auf Grund einer Erkrankung nicht lange am Stück arbeiten kann und damit dann eben am frühen Morgen und am späten Nachmittag zweimal 3-5h arbeiten kann, etwas das in einer Anstellung fast unmöglich ist.
Als Mama habe ich in diesem Job zumindest die ersten 10 Jahre keinerlei Vorteile gegenüber einer Angestellten, eher nur Nachteile.

Wir sind um die 40, er etwas darüber, ich darunter.

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ich bin grade in einer langen herbeigesehnten, selbst gezahlten Ausbildung für einen neuen Job. Und ebenfalls ungeplant schwanger. Wir sind hier auch alleine und haben keine Hilfe. Der Job meines Mannes ist sicher und gut bezahlt - aber Spaß hat er da nur, solange er auch zuverlässig ist. Die Väter dort, die sich auch als Väter an der Erziehung beteiligen, kriegen eben keine Projektleitungen, sondern machen das langweilige Tagesgeschäft.

Meine Selbstständigkeit mit kleinem Kind? Romantisch betrachtet möglich, realistisch... puhhh.
Ja, wir haben Anspruch auf einen Kita-Platz und würden den wohl auch kriegen. Aber wir bräuchten die Betreuung 10h am Tag und wenn das Kind krank ist, stehen wir "dumm da". Als Selbstständige müsste ich Kundentermine absagen, ein krankes Kind mitnehmen oder jemanden haben, der immer parat steht, um es zu übernehmen. Nicht nur, dass das dann auch eine finanzielle Belastung wäre, es wäre auch ein organisatorisches Meisterwerk.
Keine Ahnung wie wir 14 Wochen Ferien abdecken sollen und noch weniger Ahnung habe ich, wie wir einen Urlaub zur Hochsaison wirklich geniessen sollen.

Wir sind schon recht lange zusammen, unser Leben hat sich sehr gut auf ein Leben zu zweit eingespielt. Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten, mein Mann sagt sogar sehr deutlich, er fühlt sich zu alt für ein Kind.

Mein Umfeld ist weitestgehend kinderfrei. Nicht nur mein selbst gewähltes Umfeld, sondern auch mein verwandtschaftliches. Im Freundeskreis sind zwei Frauen, die eine ist alleinerziehend und mit ihren beiden (12 und 16) völlig überfordert, das Jugendamt ist seit Jahren involviert, sie ist seit Jahren krank geschrieben und wird finanziell von den Eltern unterstützt.
Die andere Freundin hat auch ein Pupertier, sie geht auch nur Teilzeit arbeiten, ist Witwe und ihr Mann hat viel Vermögen hinterlassen, Geldsorgen haben sie keine... aber auch ihr Pupertier ist irgendwie ein Vollzeitjob. Ihn nachts besoffen irgendwo abholen, Drogengeschichten, ewige Diskussionen zuhause...

Was ich ansonsten so im erweiterten Umkreis kenne, ist auch überhaupt nicht mit unserer Situation vergleichbar. Die Großeltern und Geschwister vor Ort die immer babysitten, die Frau nicht mehr berufstätig oder nur für wenige Stunden, der Vater in einem unkündbaren Verhältnis, der mehr oder weniger seine Zeit absitzt...

Ich weiss nicht, ob wir einem Kind gerecht werden, wenn wir jetzt schon planen, wie wir es am besten "abschieben" können und auch wenn da so ein diffuses Gefühl in der Magengrube ist, was "ohja" sagt, glaube ich nicht, dass das reicht.

Ich denke aber eben auch immer an diese "Lebensbilanzen" und da heisst es immer, Familie war am wichtigsten, Arbeit vernachlässigbar... aber ich glaube, so einfach ist es nicht.
Als wir noch jünger waren, war Arbeit eben Arbeit, jetzt ist es etwas, das Spaß macht und Zufriedenheit bringt. Auch unsere Freizeitgestaltung ist durchaus so, dass wir daraus viel Freude ziehen, wir haben Tiere die uns sehr wichtig sind und uns viel Freude bringen. Wir haben Hobbies, die uns Spaß machen und wir beide sind uns auch ohne Bespaßung "genug", wir lieben unsere Netflix, chill und Sex-Sonntage , gestern drängte sich dabei immer wieder der Gedanke auf, ob ich/wir wohl wirklich mehr davon hätten, wenn wir einen Mini-Menschen bespassen würden oder sogar seine Freunde zu Besuch hätten.

Für meinen Papa waren wir Kinder mit Sicherheit das Beste in seinem Leben, noch vor seiner Beziehung und lange vor allem anderen... aber er hatte da auch immer wenig, woran er sich hätte freuen können.
In meinem weitestgehend kinderfreien Freundeskreis hingegen ist das anders, es gibt Kontakte die sehr wichtig sind und die nicht davon geprägt sind, dass ich die Kinder mögen, es gibt Hobbies, oftmals Tiere (Klar, denn in unserer Bubble sind nunmal genau wie wir viele Tierhalter) und das wichtigste: wir sind glücklich und zufrieden.

Und, um wieder zurück zu Deiner Situation zu kommen: Wenn Dich der Job glücklich macht, dann ist das gut und richtig. Wenn Dein Partner - genau wie meiner übrigens- keine Elternzeit nehmen will, dann solltet ihr auch über Krankheitsbetreuung etc. sprechen, denn Beruf und Kind lässt sich nicht immer vereinbaren, egal was Politik und Medien vorgaukeln. Entweder ist man in einem dieser entspannten Jobs, wo es egal ist, oder mind. einer muss zurück stecken.
Ein Kind wird seine Eltern über viele Jahre "fremdbestimmen" wenn was mit ihm ist, wird das immer die oberste Priorität der Eltern sein und selbst wenn nichts besonderes ist, werden seine Bedürfnisse oft über euren stehen, mindestens aber gleichauf.
Das ist der Preis fürs eigene Kind...

Ich glaube, für meinen Mann und mich ist es zu spät, ich will kein Kind gegen seinen Wunsch und auch ich für mich weiss nicht, ob ich den Preis bereit bin zu zahlen.
Ich hab übermorgen meine Zwangsberatung, davon erhoffe ich mir nichts, aber ich sag mal so... ich hab da den Termin gemacht und eben keine Hebamme angeschrieben (muss man hier sehr zeitig machen, wenn man eine haben will).


Ich wünsche Dir für Deine Entscheidung viel Kraft!

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Hi. Ich würde mein Kind behalten. Entweder zieht ihr näher an deine Arbeit wenn das möglich ist, dann brauchst du nicht so weit fahren oder du wechselt tatsächlich noch einmal den AG. Familie ist mir wichtiger als der AG. Es gibt bestimmt noch woanders einen tollen AG der dir gefallen würde. Stell dir mal vor es läuft vl in 2-3Jahren doch nicht mehr so toll da und dann hast du vl rückblickend dein Baby dafür abgetrieben. Überlege es dir gut. Dein Baby bleibt dir, die Arbeit nur vl. Vg

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Hallo patipat,
ja, Scheiße. Ich kann gut verstehen, daß Dich die Situation gerade überfordert. Eigentlich sind ja, wenn Du Dich für einen Abbruch entscheidest, zwei Szenarien möglich:
a) Du übernimmst das Traumprojekt und denkst in einem Jahr "was bin ich froh, daß ich jetzt kein Kind bekommen habe" oder
b) in einem Jahr ist im Traumprojekt ein bißchen der Lack ab und Du denkst "Scheiße, dafür habe ich mein Kind gehen lassen?"

Wenn Du Dich für das Kind entscheidest, wirst du beruflich Abstriche machen müssen, das steht fest. Es ist nur noch fraglich, wie hoch der Preis sein wird. Bedenke auch, daß dieses Traumprojekt nicht das letzte Traumprojekt auf dieser Welt sein wird (auch wenn Dir das derzeit unmöglich erscheint)!
Wenn Dir Dein Gefühl sagt, daß Du das Kind gern bekommen würdest, konzentrier Dich darauf, wie Du es möglich machen kannst und erarbeite einen möglichst konkreten Plan für die nächsten Jahre. Elternzeit, Betreuung, Stundenvolumen, etc.
An Deiner Stelle würde ich, was Deinen Chef angeht, gar nicht lange rumwundern, sondern möglichst schnell einen Gesprächstermin vereinbaren und offen und ehrlich die Karten auf den Tisch legen. Vor Beginn des Projekts!
Dies wird auch dazu beitragen, daß Du für Dich einen klareren Standpunkt findest und daß Du eine Reaktion Deines Chefs hast, mit der Du "arbeiten" kannst.
Ich bin übrigens 6 Monate nach Beginn meiner Selbständigkeit völlig unverhofft schwanger geworden - auch nicht ideal. Wie Du haben wir keine Familie in erreichbarer Nähe. Unsere Tochter kam per Not-Kaiserschnitt 12 Wochen zu früh und ich habe nach 2,5 Wochen wieder begonnen zu arbeiten (sobald ich mit der Narbe im Auto sitzen konnte, völlig irre im Rückblick).
Das erste Jahr habe ich die Kleine zu jedem Termin mitgenommen, auf der Rückbank gestillt, im Kofferraum gewickelt #schein. War kein Problem.
Ab 2 ging sie halbtags in die Kita, seitdem arbeite ich vormittags und bei Bedarf abends.
Ich weiß, daß ich beruflich viel weiter wäre / viel mehr Fortbildungen etc. machen könnte, wenn ich kein Kind hätte. Ich bin beruflich durchaus ehrgeizig.
Aber ich spüre auch sehr deutlich, daß die Kleine (jetzt 5) mir jede Anstrengung wert ist und mir ohne dieses Abenteuer eine ganz wichtige Lebenserfahrung fehlen würde.
Ich wünsche Dir Mut.
Herzlich, tatzel #blume

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Die Umstände im Job können sich so schnell ändern und plötzlich wird aus einem Traumjob ein Alptraumjob! Letztendlich bist du im Job ersetzbar und wirst für dich wo anders sicher auch wieder eine gute Stelle finden.
Für einen Job würde ich deshalb niemals meine Familie, mein Kind "opfern"! Dein Kind ist einmalig!
Am Anfang einer Schwangerschaft sieht oft die Zukunft beängstigend aus, da sie noch ungewiss ist. Aber mit der Zeit wirst du merken, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.
Meine Kinder haben mich so viel weiter gebracht als es nur allein mein Beruf, meine Jobs jemals geschafft hätten!
Und vielleicht reagieren Chef und Kollegen doch viel positiver als du jetzt denkst? Ist mir schon passiert, als ich schwanger einen neuen Job begann!

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Schwere Entscheidung. Was ich nicht ganz verstehe wie kommst du auf die Idee mit 1Baby dich so stark beruflich einschränken zu müssen. Mit 1 Kind bin ich nach dem Mutterschutz Vollzeit zurück. Ich muss leider auch 1 Stunde pendeln. Und mein Partner war auch Vollzeit. Deiner würde ja beruflich kürzer treten. Da es bei dir ja fast keine Kinder gibt kennst du es vermutlich nicht anders. IN anderen Ländern kennt man das so gar nicht. Ich kenne genug Mütter die beim 1. Kind nach dem Mutterschutz Vollzeit zurück sind. Musst du für die Projektleitung oft ins Ausland weiter weg?ich will dir bloss einen Weg aufzeigen. Entscheiden musst du.

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Wenn du das Kind willst, wird sich schon alles finden. Bespricht vorher klar(!) und verbindlich mit deinem Partner, was ihr beide vom Familienleben erwartet. Es liest sich nämlich, als wenn dein Partner das mehr als "dein" Kind als "eures" sieht.

Wenn du das Kind (aus welchen Gründen auch immer) nicht willst, ist das auch ok. Wenn du zB wie eine Vorschreiberin merkst, dass ein Kind einfach nicht in euer Leben passt.

Rede mit deinem Partner, bis ihr zu einer Entscheidung kommt, hinter der ihr beide(!) stehen könnt.

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Grade gestern erst zu dem Thema gelesen:

https://twitter.com/NiniaLaGrande/status/1219169550891089920

bzw. zusammengefasst auch hier: https://www.twitterperlen.de/thread-das-kind-ist-krank/

Die Vereinbarkeit von Kind und Beruf ist schwierig bis unmöglich. Also selbst wenn es jetzt "nur" das Traumprojekt ist, müssen Dein Mann und Du darüber reden, wie es danach weitergehen soll, wer vom Arbeitgeber wie oft freigestellt wird und was passiert, wenn die Krankentage aufgebraucht sind.

Meiner Erfahrung nach ist es auf dem freien Markt -abseits von Verwaltung, öffentlichem Dienst etc. sehr schwierig bis unmöglich mal eben beides zu wollen, für die Allermeisten geht es nicht, bzw. es geht nur für einen oder wenn man diese "one in a million"-Arbeitgeber hat.

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