Alkohol, Nikotin, Abbruch. Ich bin verzweifelt

Guten Morgen.
Ich weiß seit gestern, dass ich schwanger bin. Fünfte Woche, ungeplant und völlig überraschend.

Meine kurze Zusammenfassung: ich bin 32 Jahre alt, verheiratet, wohne in einem Haus und habe einen festen Job.

Und jetzt mein Aber... Es ist die vierte Schwangerschaft. Ich habe drei großartige Kinder, 12, 9 und 2 Jahre alt. Alle gesund, keine Sorgen oder Probleme. Ich selbst habe die letzten beiden Schwangerschaften weniger hervorragend überstanden. Mein Körper hat nicht wirklich mitgespielt, ich musste viel liegen, hatte große Schmerzen und konnte zum Ende auch kaum noch laufen. Die beiden Schwangerschaften endeten mit Kaiserschnitt. Ich bin durch mit dem Thema.

Und nun das. Ich bin schwanger. Am Donnerstag war ich noch beim Afterwork und wirklich fürchterlich betrunken. Ich rauche. "Nur" Zigaretten, aber nicht wenig. Alle vorherigen Kinder sind geplant, ich hab vorher mit all dem aufgehört. Ich habe so eine Panik, dass ich kein viertes Mal Glück habe. Und ich glaube ich bin nicht bereit. Mein Job, mein Umfeld. Ich bin absolut überfordert. Aber ich habe auch absolute Angst vor einem Abbruch. Davor, dass ich das hinterher bereue. Aber was, wenn ich bereue, keinen Abbruch zu machen?

Ich sitze hier und heule die ganze Zeit. Ich bin mit meiner jüngsten doch gerade aus dem gröbsten raus. 😭

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Leider häufen sich in den letzten Monaten hier die Postings, wo Mütter zugeben müssen, dass sie es bedauern, dass sie sich zum Austragen des ungeplanten Kindes haben überreden lassen. Sie sind verzweifelt, frustriert und sehr überfordert. Ich finde es gut, dass sie das auch publizieren und somit klar ausdrücken, dass ein Baby eben nicht immer automatisch fliegende rosa Herzchen und überbordende Glücksgefühle darstellt.
Einige dachten sogar daran, das Kind abzugeben.
Das hier ist ein Familienforum, in dem Babys oft lange erwartet werden, da heisst es meistens, sei glücklich, das wird schon alles usw. Aber das ist eben nicht immer so.
Lass es sacken, überlege Dir, wie Du alles organisieren könntest, wenn Du eine Problemschwangerschaft hast oder auch nach der Geburt Hilfe brauchst.
Wenn Du wirklich Ängste hast, das alles zu schaffen, dann wäre ein Abbruch wirklich zu überlegen. Den kann man verarbeiten, aber monate- oder jahrelange Dauerüberforderung eher nicht. Weiter unten ist ein Posting, in dem eine Mutter noch nach 25 Jahren bereut, ihr Kind bekommen zu haben. Das ist so schlimm. Alles Gute! LG Moni

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Liebe Moni, ganz lieben Dank für deine Antwort.

Mich stimmt das inzwischen so traurig, dass Frauen es so sehr bereuen, ein Kind bekommen zu haben. :( Wir haben uns entschieden. Und ich hoffe nicht, dass ich das vierte Kind bereuen werde.

Danke für deine lieben Worte!

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Hallo

Könntest Du denn mit Kind noch arbeiten? Wie sieht es finanziell aus?

Die erste Schwangerschaft war ja scheinbar weniger schlimm. Vielleicht wäre die vierte auch wieder besser? Besprich doch Deine Ängste mit dem Frauenarzt? Hat dieser die Schwangerschaft schon bestätigt?
Alkohol am Beginn der Schwangerschaft ist ein entweder/oder. Mit dem Rauchen könntest Du nun aufhören.
Die meisten Frauen bereuen eine Abtreibung nicht, weil es für sie richtig war. Was ist richtig für Dich?
Vereinbare doch mal einen Beratungstermin z. B. bei Pro Familia. Eine allfällige Abtreibung wäre mit einer Bedenkfrist von 3 Tagen danach möglich.

Wünsche Dir alles Gute.

Freundlichen Gruss

tm

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Danke für deine Antwort. Ich hab jetzt eine Weile darüber nachgedacht. Ich war beim Arzt und auch bei der Beratung. Tja... Und wir haben uns entschieden, das 4. Kind zu bekommen.
Inzwischen bin ich beruhigter. Auch wenn das noch immer nicht so richtig bei mir angekommen ist.

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Hey liebes
Es ist natürlich deine Entscheidung aber eine Abtreibung ist nicht ohne.
Ich hab damals mit 18 abgetrieben war in der Ausbildung und wollte Mal endlich was fertig bekommen. Gesagt getan...nach der Trennung nach 1 Jahr von dem Vater,der mich auch etwas dazu drängte, bekam ich schlimme Panikattacken...heute habe ich damit noch zu kämpfen
Es kann gut gehen aber es kann einen auch einholen.
Ich kann mitterweile wieder arbeiten gehen etc aber habe fast 10 Jahre gebraucht.
Und ich hatte echt am Anfang gedacht ich hätte dickes Fell...lg

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Es ist ein kleiner Unterschied, ob man beim ersten Baby abbricht und damit hadert oder schon Kinder hat mit problematischen Schwangerschaften, die Kräfte in dieser Beziehung schön langsam nachlassen und man realistisch einschätzt, wie die nächsten Jahre aussehen werden.
Ich kenne leider eine Exkollegin, die sich vom dritten Kind bis heute nicht erholte, nach 5 Jahren.....drei Problemschwangerschaften mit kaum Unterstützung. Dem Mann wurde alles zuviel - er ist weg.....
LG Moni

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Danke für deine Antwort. Das tut mir sehr leid, dass es dir so ergangen ist. Wirklich... :-(

Ich werde die Schwangerschaft nicht abbrechen .

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Hallo.

Ich war im Februar in einer sehr ähnlichen Situation. Meine drei Mädels sind 8,4,1. Ich war eine Woche überfällig und schon hatte ich den positiven SST in der Hand. Ich war noch nie so unglücklich einen positiven SST zu haben. Gemeinsam mit meinem Mann haben wir zienlzschnell entschieden, dass ich die Schwangerschaft abbreche. Alle drei Kinder waren geplant und wurden auch dementsprechend in „Empfang“ genommen. Ich denke, dass wäre beim 4. Kind nicht so gewesen. Ich habe mich bis zum Abbruch körperlich und psychisch sehr schlecht gefühlt. Als ich die erste Tablette beim Gyn einnahm, war ich erleichtert. Ich hatte mir auch den Ultraschall mit angesehen. Faxest nix zu sehen (5.ssw). Ich bereue meine Entscheidung nicht. Das wäre mein 4. KS gewesen und ich muss das Glück nicht herausfordern und ich habe eine enorme Verantwortung meiner Familie gegenüber.
Ein viertes Kind ist bei uns nicht ausgeschlossen. Aber nicht jetzt. Ich habe mir auch gleich nen Monat später die Spirale einsetzen lassen.
Die Entscheidung liegt bei euch.

Wenn du fragen hast, kannst du gern schreiben. Ich habe alles innerhalb von 5 Tagen nach dem positiven SST gemacht. Dabei bin ich auf nur nette verständsvolle Menschen gestoßen.

Alles gute für Euch

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Du Liebe,
dich hat diese Nachricht wohl richtig aus der Bahn geworfen. Ich kann mir vorstellen, dass du noch etwas unter Schock stehst. Du weißt es ja erst seit gestern. Deine anhaltenden Tränen dürfen jetzt einfach laufen. Das hat manchmal auch was Befreiendes!

Im Grunde klingt deine Ausgangslage ziemlich gut: Jung, verheiratet, drei großartige Kinder, alle gesund und keine Sorgen und Probleme. Was hat denn dein Mann zu dieser Neuigkeit gesagt?

Deine letzten beiden Schwangerschaften waren für dich sehr anstrengend. Du hast Hervorragendes geleistet, hast zwei gesunde Kinder zur Welt gebracht! Ich kann verstehen, dass du Angst vor möglichen Schmerzen und eventuellem liegen hast. Es könnte nur auch ganz anders kommen. Deine erste Schwangerschaft war ja auch anders, so wie jede es eben ist. Hast du denn schon irgendwelche Beschwerden?

Du wusstest ja noch nichts von der Schwangerschaft, als du beim Afterwork getrunken und geraucht hast. Jetzt machst du dir Sorgen… Am Anfang einer Schwangerschaft gilt das „Alles-oder-Nichts-Prinzip“. Du bist immer noch schwanger. Von daher kannst du momentan davon ausgehen, dass alles gut ist.

Gerade beschäftigen dich so viele unterschiedliche Gefühle…und die Hormone tragen auch noch zum Durcheinander bei. Lass dir Zeit, um dich zu sammeln und in dich zu gehen. Was könnte dir eine kleine Verschnaufpause geben, was hat dir in anderen schwierigen Momenten sonst gutgetan?

Ich schicke dir ganz liebe Grüße! #blume

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Hallo,

Du bist noch sehr früh dran; und wenn Du so starke Zweifel hast, ob Du DIr ein viertes Kind/ eine weitere SS zutrauen kannst würde ich an deiner Stelle tatsächlich über einen Abruch ernsthaft nachdenken. Ich war vor einem Jahr in einer ähnlichen Situation nur das ich bereits 5 Kinder habe und davon drei mit Kaisernschnitt; für mich wäre eine weitere SS sehr gefährlich gewesen; ich konnte und wollte nicht nochmal anfangen auch weil ich beruflich nach zwei Jahren Elternzeit wieder Fuss gefasst hatte. Ich hatte die SS abgebrochen und bereue es nicht. Ich wünsche Dir alles Gute

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Liebe Dreifachvierfach
ich kann ziemlich gut nachempfinden, wie dich jetzt die plötzliche Schwangerschaft getroffen hat. Damit hast du ja überhaupt nicht gerechnet #gruebel. - Ich finde, das braucht erstmal Zeit, viele Gespräche und vielleicht Gedankenspiele mit deinem Mann, damit dir klarer wird, was du dir zutrauen kannst und was nicht!

Ich kann mir vorstellen, dass deine Gefühle immer noch Achterbahn fahren... oder wie geht’s dir inzwischen? Warst du schon beim Arzt? Was sagt er denn, wegen dem Afterwork-Ereignis?

Mit den letzten beiden Schwangerschaften hast du wirklich was durchgemacht... offenbar hat dich aber die erste „schwierige“ Schwangerschaft nicht davon abgehalten, dir trotzdem ein drittes Kind zu wünschen. :-) Du hast alles durchgestanden und es ist gut ausgegangen.
Verstehe, dass es nun für dich nicht selbstverständlich ist, dass es wieder so sein wird.
Nun ist es einfach so passiert und aus deinen Zeilen klingt deutlich die Sorge um dein Ungeborenes, ihm vielleicht irgendwie geschadet zu haben... das bedeutet doch, dass dein großes Mamiherz es eigentlich beschützen will!

Also jedenfalls hast du doch noch genügend Zeit und darfst erstmal alle Gedanken und Gefühle sein lassen. Ich hoffe, du kommst zur Ruhe und kannst dir dann einfach die Situation klarer anschauen.

Schreib' doch wieder was dich am meisten beschäftigt und sorgt!
Mitfühlgrüße von Emilia #liebdrueck

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Hey,
ja...wie geht es dir denn heute? Konntest du dich schon ein wenig sammeln?
Schreib gerne wieder, wenn du magst. Würde mich freuen!
Viele liebe Grüße #winke

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Ich danke dir für deine Antworten.

Wir haben viel gesprochen, waren beim Arzt und bei der Beratung. Und wir haben uns entschieden, das Kind zu bekommen. Inzwischen bin ich auch gar nicht mehr so pessimistisch. Das war am Anfang wahrscheinlich echt nur ein zu großer Schock.

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Hallo du,
wie schön nochmal von dir zu hören! Ist ja gut, dass du mit deinem Mann viel sprechen konntest. Und beim Arzt warst du auch schon. Du klingst wirklich entspannter :-)
Ich wünsche dir eine unbeschwerte und schöne Kugelzeit!
Ganz liebe Grüße! #herzlich

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Guten Morgen, das ist bestimmt ein Riesenschock für dich und du musst dich erst einmal sortieren. Ich denke, dass dir niemand diese Entscheidung abnehmen kann, ich kann dir aber von mir erzählen. Ich war 39, geschieden, zwei wunderbare Kinder im Alter von 11 und 17 Jahren und einen ganz tollen Partner, mit dem ich 8 Jahre zusammen war, Haus gebaut, toller Job, Er liebte meine Kinder wie seine eigenen, wollte selbst keine weiteren gemeinsamen Kinder, was mir nur recht war. Also eigentlich alles perfekt. Ich verhütete nach NFP, da ich keine hormonelle Verhütung nehmen durfte. Das klappte Jahre lang perfekt. Bis auf ein einziges Mal, da hatte ich mich einfach um eine Woche verrechnet. Eigentlich in dem Moment, wo wir fertig waren, wurde mir das bewusst. Ich sagte das auch direkt meinem Partner, damit war das Thema aber irgendwie vom Tisch und ich verdrängte es total. Drei Tage, bevor ich positiv testete, waren wir auf einem Weinfest und ich hatte so viel Wein getrunken, wie ich es selten in meinem Leben tat und geraucht ohne Ende. Es war ein wundervoller Sommertag und wir hatten extrem viel Spaß! Der positive Test bei 4.2 war natürlich ein Schock, mein Partner überließ mir die Entscheidung, für mich war aber klar, dass ich niemals abtreiben könnte. Deshalb entschied ich mich für unser gemeinsames Kind. Ich verzichtete bewusst auch auf pränatale Diagnostik, einfach, weil ich nicht vor eine Entscheidung gestellt werden wollte, falls etwas nicht in Ordnung ist. Selbstverständlich hörte ich ab dem positiven Schwangerschaftstest auf zu rauchen und Alkohol war sowieso kein Thema. Das war an diesem Fest eine Ausnahme. Die Schwangerschaft war gerade zum Ende hin sehr anstrengend, ich konnte mich kaum bewegen und hatte extrem viele Wassereinlagerungen. Wenn man denkt, dass man nach zwei großen Kindern von allem den Plan hat, so habe ich mich da auch getäuscht. Das erste Jahr war echt extrem heftig, 24 Stunden Baby, high need und ich kam wirklich an meine Grenzen, auch wegen dem Alter. Die Beziehung litt auch extrem, da wir beide unter starken Schlafmangel und wenig Zeit füreinander litten. Aber nach dem ersten Jahr wurde es täglich besser. Heute, nach über zehn Jahren, kann ich sagen, dass das gemeinsame Kind das Beste war, was uns passieren konnte! Wir sind so sehr zusammengewachsen, haben diese ganzen Tiefen überwunden und jetzt eine perfekte Partnerschaft! Unser ungeplantes Kind ist ein wahrer Sonnenschein und absolut pflegeleicht! Ich weiß nicht, ob wir noch zusammen wären, wenn ich mich gegen dieses Kind entschieden hätte. Für mich war es der richtige Weg! Leider kann man im Voraus nicht sagen, welcher Weg der richtige ist und man wird es auch niemals wissen wie es gewesen wäre, wenn man den anderen Weg gegangen wäre, deshalb ist es ganz wichtig, dass man sich alle Szenarien vor Augen hält und sich für die entscheidet, mit der man am besten leben kann. Ich bin definitiv nicht gegen Schwangerschaftsabbrüche und habe vollstes Verständnis dafür! ebens muss nicht jeder Frau danach leiden. Es ist halt wichtig, dass sie es mit sich vereinbaren kann und nicht dazu nötigen lässt. Für mich wäre es niemals eine Option gewesen. Ganz liebe Grüße und alles Gute für eure Zukunft!

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