Was ist die richtige Entscheidung?

Hallo zusammen,

ich weiß nicht mehr weiter und hoffe hier auf tips oder Denkanstöße.

Mein Mann und ich führen seit 3 Jahren eine glückliche Ehe und wir haben nach 2 jährige Kinderwunschzeit einen wundervollen 1,5 jährigen Sohn in unserer Mitte.

Er ist unser Sonnenschein und wir versuchen alles möglichst beste, dass es ihm an nichts mangelt.

Im Dezember haben wir über ein 2. Kind gesprochen - obwohl ich mir es vorher nie hab vorstellen können. Der Gedanke, an ein Geschwisterchen war plötzlich nicht mehr so abwägig und ich stellte mir in dem Moment alles noch so einfach vor. Ich selbst habe eine grosse Schwester und zeitgleich beste Freundin, was ich meinem Sohn auch wünschen würde.

Im Februar wurde ich „plötzlich“ schon schwanger. Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Meinem Mann wurde OAT III diagnostiziert.

Die ersten zwei Wochen habe ich mich über die Schwangerschaft gefreut aber urplötzlich holte mich vorige Woche eine ganz negative Stimmung ein.

Ich möchte das Kind nicht.. ich kann mich nicht freuen, obwohl ich weiß, dass Herz schon schlägt. Ich fühle mich grässlich, dass ich solche Gedanken und Gefühle habe aber ich kann es nicht abstellen.

Ich wünsche mir, dass wir mit unseren Sohn allein bleiben. Er wird langsam größere und wir genießen jede Minute mit ihm - würde mich aber auch mal freuen, wenn er älter wird und wir mit meinem Mann auch mal wieder ein Paar sein können.

Meine Eltern wohnen leider weit weg und mein Sohn ist ein totales Mamakind. Ich habe hier kaum Unterstützung und allein der Gedanke, wieder allein mit allem zu sein, so sehr gebunden zu sein, alle 2-4 Stunden zu stillen, macht mich fertig.

Alles Sachen, die wir vorher wussten - aber erst jetzt bemerke ich, wie sehr es mich einschränkt und welche Organisation es erfordert. Mein Mann ist unter der Woche viel geschäftlich unterwegs, sodass er mindestens 3-4 Nächte auswärts schlafen muss.

Ich habe plötzlich Panik vor der Situation und hasse mich, dass wir ein neues Leben gezeugt haben, über das ich mich nicht mehr freuen kann.

Ich ziehe derzeit einen Abbruch in Betracht und werde morgen mit meiner FÄ sprechen müssen. Sie wird es nicht verstehen.. wie kein anderer auch. Erst voller Euphorie und nun total Katastrophe.

Bitte versteht mich nicht falsch, wir haben im Vorfeld viel mit meinem Mann darüber gesprochen, was ist wenn wir ein 2. Kind bekommen. Da war ich der Meinung ich „schüttel“ alles aus dem Ärmel aber nein, dass kann ich nicht. Ich möchte auch nicht, dass mein Sohn zurück stecken muss.. ich könnte dauerhaft weinen, mir ist schlecht bei dem Gedanken, dass ich ein Kind im Bauch habe. Ich hasse mich wirklich für meine Gedanken 😪

Was soll ich tun? An wen kann ich mich in solchen Situationen wenden? Wie lange würde der Weg bis zum Abbruch dauern? Verkrafte ich den überhaupt? Es ist schrecklich..

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Du bist nicht alleine mit solchen Zweifeln.
Ein bisschen weiter unten schreibt eine Frau: "Keine Freude, nur Ängste und Zweifel", auch wenn ich denke, dass es bei ihr etwas andere Ursachen hat wie bei Dir.
Allein deswegen, weil Du nicht willst, dass Dein Sohn zurückstecken muss, macht man keinen Abbruch. Hier fürchte ich eine wirklich viel zu ausgeprägte Fixierung auf das Kind. Das Kind kann das ja garnicht erfüllen, was Du drauf projizierst..Da fände ich ein zweites absolut wohltuend fürs Gesamtverhältnis.
Stillen musst Du nicht unbedingt, auch ein Flaschenkind wächst gesund auf und die Organistion mit zwei Kindern ist zu wuppen. Rede nochmal mit Deinem Mann, wenn es euch finanziell nicht schlecht geht kannst Du Dir vielleicht auch ab und zu eine Haushaltshilfe leisten und schon ist das Ganze leichter. Überleg es Dir gut, Du weisst nicht sicher, ob Du in ein paar Jahren noch ein zweites willst ...... vielleicht ist es auch einfach nur Angst, die Dir ein Gespräch nehmen könnte, mit Deinem Mann, mit einer Beratungsstelle - mit der Sicht von außen. Ich bin die Letzte, die in verzweifelten Fällen unbedingt an einer Schwangerschaft festhalten will - aber bei Dir sehe ich eigentlich nur eine momentane diffuse Angst vor evtl. Überforderung. Du könntest es bereuen. Alles Gute. LG Moni

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Wow, das hört sich nach absoluten Chaos in deinem Kopf an.
Ihr scheint die Entscheidung für ein zweites Kind sehr bewusst getroffen zu haben und jetzt holen dich viele Ängste ein.
Dein Sohnemann wird nun auch immer selbstständiger und auch den Gedanken, dass er ein Geschwisterchen ‚verdient‘ hat, finde ich süß von dir.
Ich denke wir Frauen unterschätzen oft unsere Anpassungsfähigkeit.

Ich finde, auch wenn deine Eltern weit weg wohnen, solltet ihr den kleinen Mann mal abgeben und ein verlängertes Wochenende zu zweit starten. Redet darüber, wie man dich entlasten kann, ist für den Kleinen eine Betreuung geplant ?
Selbst wenn dein Männe 3-4 Nächte weg sind, kann er dann den verbleibenden Tagen gut mit dem ‚Großen‘ und dem Haushalt helfen, entscheiden kannst du nur selbst aber ich persönlich finde, es findet sich immer ein Weg!

Alles Gute 🍀❤️

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Oh je, schwierige Situation..
Du solltest dir Hilfe holen und zu einer Beratungsstelle gehen( Profamilia, Caritas, Diakonie ect bieten je nach Wohnort solche Konfliktberatungen an)
Wenn du wirklich einen Abbruch willst benötigst du eh einen Beratungsschein, bespeche das am Besten mit deiner Gyn..

Je nachdem in welcher Woche du bist, kommt vielleicht noch ein medikamentöser Abbruch infrage, anstonsten einer unter Vollnarkose wo es dann abgesaugt wird..
Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur zu einem Abbruch raten wenn; du dir absolut sicher bist, es aus freien Stücken machst und voll und ganz dahinter stehst, sonst könntest du es wirklich bereuen!
Einfach ist das ganze jedenfalls nicht, aber wenn es nicht anders geht wird es sicher für Euch die richtige Entscheidung sein..
Was sagt denn dein Mann zu allem? Unterstützt er dich denn gar nicht wenn er frei hat?

Dein schlechtes Gewissen eurem Sohn gegenüber kann ich nicht nachvollziehen..
Er wäre etwas über 2J. wenn ein Geschwisterchen kommt, das ist ja ein perfekter Altersabstand und wäre sicherlich eine Bereicherung für ihn!!! Wieso sollte er zurückstecken müssen, wird er von dir so sehr verwöhnt? Und selbst wenn ist es für seine Entwicklung auch gar nicht verkehrt zu lernen wie man teilt, streitet ect, eben all das, was Geschwister so machen..
Da hast du selber Erfahrung mit deiner Schwester..

Mein Sohn wollte darmals immer einen Bruder, hat er nie bekommen, war immer Einzelkind und jetzt wo er fast 15 ist bekommt er in 5 Wochen eine Schwester! Findet er jetzt nicht mehr so cool..
Wir fangen also nochmal ganz von vorne an und werden das trotz gewisser Zweifel, Ängste und Umstände bestimmt super hin bekommen..
Ich weiss nicht wie alt du bist, aber
wer weiss ob es euch danach überhaupt nochmal vergönnt wäre, ein Kind zu bekommen, falls der Wunsch wieder aufkommt? Dein Mann hat, wie du scheibst nicht mehr die beste Spermienqualität..

Mach dir bitte nicht so viele Gedanken dem allen nicht gerecht werden zu können, natürlich kannst du das, wir sind zu wesentlich mehr in der Lage als uns tatsächlich bewusst ist!!! Man wächst an seinen Aufgaben ohne sich dabei aufgeben zu müssen..
Es sind nur Zwei Kinder, die sich irgendwann auch selbst miteinander beschäftigen werden, das macht es in mancher Hinsicht auch einfacher..
Ja anfänglich wird es sicher auch anstrengend Nachts nicht viel Schlaf zu bekommen und am Tage Baby und Kleinkind zu versorgen, aber der kleine geht doch sicher auch bald in den Kindergarten oder? Wäre für seine Sozialisierung gut und du hast Zeit für dich und Baby!

Überleg es dir gut, egal wie, du wirst es nicht rückgängig machen können..

Ich hoffe du triffst für Euch alle die richtige Entscheidung, vorallem eine mit der Du glücklich weiter leben kannst..
Liebe Grüße..

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Diese Zweifel haben viele Frauen beim gewünschten zweiten Kind. Vielleicht sind es auch teilweise die Hormone Schuld.
Du wirst das schon schaffen. Wenn dir das Stillen Sorgen bereitet, dann wird es halt ein Flaschenkind. Da brauchst du auch kein schlechtes Gewissen haben. Natürlich werdet ihr was euer Leben als Paar angeht nochmal "zwei Jahre zurück geworfen", aber auch die Zeit geht vorbei.
Ich habe hier auch ein totales Mamakind und ein totales Mamababy (Altersabstand zwei Jahre). Bin ich bei der Oma zu Besuch, könnte ich auch eigentlich zuhause bleiben, da beide nur auf mir hängen. Manchmal ist es schwierig, da mein Mann auch viel arbeiten geht und ich abends und auch morgens oft alleine mit beiden bin. Aber das hat sich nach ein paar Wochen eingespielt. Beide liegen gerade friedlich im Bett (die Große ist übrigens eine sehr schlechte Schläferin und hat erst wenige Wochen vor der Geburt angefangen, besser zu schlafen).
Wenn beide wieder unruhig sind, gehen wir raus oder treffen uns mit Freunden der Großen. Dann kann man nochmal durchatmen und etwas Kraft sammeln. Morgens geht die Große in die Kita und ich kann etwas Hausarbeit machen, etwas Exklusivzeit für das Baby oder auch für mich haben.
Das wirst du schon schaffen.

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Liebe JeSaRo,
ich kann dich ein Stück weit verstehen, denn mir ging es in meiner zweiten Schwangerschaft ähnlich, obwohl wir von vornherein zwei Kinder wollten. Dadurch war die Situation bestimmt leichter. Aber bei mir war es auch so, dass ich mich die ersten drei Monate überhaupt nicht freuen konnte, und mir meine Tochter sogar schon "zu viel" war. Bei mir lag es aber daran, dass ich mich einfach durch die Hormonumstellung extrem schlecht gefühlt habe, ich war so kaputt, dass ich an nichts mehr Freude hatte, alles war nur noch anstrengend. Als diese Phase vorbei war, konnte ich mich plötzlich auch freuen. Durch diese Erfahrung habe ich für mich gelernt, mich in den ersten Monaten niemals auf meine Emotionen zu verlassen. Als ich ungeplant mit Kind drei schwanger wurde, war mir das noch bewusst, und ich habe versucht, diese Gefühle zwar wahrzunehmen, aber meine Entscheidung nicht beeinflussen zu lassen. Ich habe dieses dritte Kind verloren, bin dann aber (nun gewollt) sofort wieder schwanger geworden und habe jetzt wieder dasselbe Problem: So kaputt, dass ich mich an und auf gar nichts freue. Aber ich bin zuversichtlich, dass auch dieses Mal die Situation anders wird, wenn mich meine Hormone nicht mehr so im Griff haben.
Vielleicht hilft dir dieser Erfahungsbericht auch ein bisschen weiter?
Lg, Pusteblume

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Hey du,
so wie es klingt, hat dich der schnelle Erfolg bei eurem zweiten KiWu überrumpelt. Das hat ja dann auch wirklich schnell geklappt, wenn ihr bei eurem Sohn zwei Jahre gebraucht habt! Da kann ich gut verstehen, dass dich gerade viele Gedanken beschäftigen.
Du hast dich am Anfang gefreut...was sind denn die Dinge, auf die du dich gefreut hast? Und gab es vielleicht ein entscheidendes Erlebnis, an dem du die Stimmungsveränderung festmachen kannst oder ist sie eher schleichend gekommen?
Habt ihr seit der Geburt des Kleinen denn auch mal was als Paar unternehmen können? Dein Mann ist viel unterwegs. Bestimmt ist das auch nicht immer einfach für dich. Das kann ich gut nachvollziehen. Und wenn der Kleine dann hauptsächlich an der Mama hängt, kann es schon anstrengend sein. Du genießt auch jede Minute mit ihm...ist ja auch schön, wenn man für Jemanden so wichtig ist ;-)
Und du würdest dir für ihn auch so eine schöne Beziehung, wie du sie mit deiner Schwester hast, wünschen. Bist du die Ältere oder war sie es? Hatte eine von euch das Gefühl, dass sie zurückstecken musste? Für euch war es ein Zugewinn und das wäre es für euren Sohn ja auch :-)
Was macht dir denn besonders Angst? Weiß dein Mann denn von deinen Sorgen?
Heute hast du den Termin bei deiner Frauenärztin. Sicher hatte sie schon öfter Frauen, bei denen die Stimmung geschwankt hat.
Wie weit bist du denn eigentlich?
Schreib gerne, wie es dir nach dem Termin geht!
Liebe Grüße dir!

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Hallo JeSaRo,

bitte sei nicht böse und aufgeregt, mit dem was ich hier schreibe - ich stehe auf der anderen Seite der Brücke. Ich habe viele Jahre lang versucht ein Baby zu bekommen und das hat nicht so gut geklappt. Ich hatte einmal die Gelegenheit und sie nicht genutzt - und obwohl ich heute kein Baby habe, bereue ich das nicht. Es gibt manchmal Situationen im Leben, wo man einfach nicht kann. Hast Du denn jmd, der Dich unterstützt, Di beisteht. Vielleicht schlaf noch ein paar Mal darüber?

Aber vielleicht ist es keine entweder oder Frage.

Wi gesagt, heute stehe ich auf der anderen Seite der Brücke und werde ein Baby adoptieren. Vielleicht ist auch das ein Weg für Dich. Ein warmherziger Mensch der das Kind aufnimmt findet sich bestimmt.

LG

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Hallo,
natürlich wird es schwer sein. Ihr habt schon einen Sohn, ihr wusstet was auf euch zukommt. Ihr habt dennoch aktiv und und mit der Absicht schwanger zu werden ein Kind gezeugt und jetzt möchtest du es nicht mehr behalten? Also habt ihr es sozusagen gezeugt, um es abzutreiben. -Das soll kein Vorwurf sein, ich stecke nicht in deiner Haut. Was ich sagen kann ist, dass du den Schritt der Abtreibung in einigen Monaten evtl. bereuen wirst. Vielleicht sind das jetzt Ängste die dich auf einmal überrollen. Deine erste Reaktion auf die SS war ja Freude. Vielleicht brauchst du Zeit, um das alles zu verarbeiten. Und wer weiß, vielleicht wirst du ja in den nächsten Wochen glücklich über die SS sein.

LG und viel Kraft bei der Entscheidung

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Hey,

ich kann dich gut verstehen. Wir haben uns bewusst im November entscheiden dass wir noch ein Kind bekommen wollen. Unsere Tochter ist 7. im November habe ich die Spirale ziehen lassen und es hat im November nicht geklappt. Im Dezember wollte ich nicht schwanger werden weil ich dann an Weihnachten rum hätte evtl positiv testen können und da wir ausgiebig Weihnachten und vor allem Silvester feiern ( mit Alkohol) wollte ich den nächsten Versuch auf Januar verschieben. Und Zack hat es geklappt. Erstmal Freude, dann blanke Überforderung und Angst und das Gefühl dass ich es am liebsten rückgängig machen will, oder sogar der Wunsch dass es mit einer Fehlgeburt endet. Da ich mich selbst aber gut kenne und weiß wie sensibel ich generell bin und wie die Hormone auf mich wirken, beruhige ich mich wieder und versuche diese Gefühle oder Gedanken nicht so ernst zu nehmen Bzw. Mich nicht reinsteigern. Und im nächsten Moment freue ich mich über die Schwangerschaft und es geht mir gut. Damit will ich sagen dass es nicht verwerflich ist so zu denken wie du. Es ist eine Riesen Umstellung hormonell und physisch, psychisch. Und ein Kind begleitet dichein leben lang. Ich kann dir nichts raten oder empfehlen, weil ich trotz deinem Text nicht 100 % nachempfinden kann was du fühlst, das kann keiner! Ich würde nur versuchen in mich hinein zu hören ob dieses Gefühl nicht vill von den Hormonen gesteuert oder verstärkt wird. Denn das legt sich in ein paar Wochen. Ein Abbruch ist genauso endgültig wie die Entscheidung für das Kind. Ich hatte beides. Ein Jahr nach Geburt meiner Tochter hatte ich einen Abbruch, weil ich mich einfach nicht in der Lage gefühlt habe zu diesem Zeitpunkt noch ein Kind aufzuziehen. Diese Entscheidung stand für mich damals sofort fest als ich von der Schwangerschaft erfahren habe.

Ich wünsche dir egal wie du entscheidest viel Kraft!

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