Keine Freude, nur Ängste und Zweifel....

Hallo,

Ich bin im Herbst letzten Jahres ungeplant schwanger geworden....mein Partner und ich haben lange gehadert, was wir machen sollen, im Endeffekt haben wir uns für das Kind entschieden.

Ich dachte einfach, ich schaffe eine Abtreibung nicht, dass es ja unser Kind ist usw...

Mittlerweile sind die Wochen/Monate ins Land gezogen und ich habe immer so gehofft und gewartet, dass sie irgendwann kommen wird: diese Freude aufs Kind! Doch obwohl ich jetzt schon so weit bin, ich mein Kind spüren kann etc, ist da in mir wirklich NICHTS#heul...im Gegenteil, es gibt sogar Tage, da ekelt es mich richtig, dann will ich einfach nicht mehr schwanger sein und kein Kind in mir haben...

Ich habe mich letztens sogar dabei erwischt, dass mir der Gedanke gekommen ist, ob ich nicht doch besser hätte abtreiben sollen#schock#schmoll...ich fühle mich wie der schlimmste Mensch auf Erden..wie kann ich nur so über mein Kind reden bzw denken #heul????

Meine anderen Kinder habe ich vom ersten Moment an geliebt, ich habe jede Bewegung im Bauch genossen und mit Freude Baby Shopping gemacht...und jetzt? Nichts...ich will nicht einmal, dass mir irgendwer den Bauch anfasst...mein Jüngster redet ab und an mit dem Baby, selbst das ist mir total zuwider und am liebsten würde ich sagen, er soll damit aufhören...mache ich natürlich nicht...

Ich glaube langsam echt, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe#heul#heul….denn solche Gefühle sind doch nicht normal oder#schmoll?

Oh Gott, wie soll das nur werden? Ich habe Angst vor der Zukunft, ich wollte kein Kind mehr....alles wird sich wieder verändern, dabei habe ich so ein tolles, eingespieltes und gut organisiertes Leben...das ist dann wieder vorbei#heul...

Keine Ahnung was ich von euch hören will, es tat einfach nur mal gut, sich das von der Seele zu schreiben...ich glaube langsam schon, ich habe eine Schwangerschaftsdepression (gibt's sowas überhaupt#gruebel?)...ich bin sonst psychisch sehr stabil und ein lebensfroher und lustiger Mensch....doch momentan bin ich nur mehr schlecht drauf und grantig...ich bin nicht mehr ich selber#schmoll….

Ach warum kann ich mich nicht einfach auf dieses Kind freuen? So wie es soooo viele werdende Mütter tun#schmoll?

Danke fürs Lesen,

Lg

PS: Ach ja mein Freund und ich sind beide Ende 30 und schon seit vielen Jahren zusammen....

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Das klingt für mich stark nach Depression auf den ersten Blick. Ich bin da kein Experte und kenne mich da nicht mit aus. Aber vielleicht würde ein Gespräch mit einer netten Hebamme oder Psychologen helfen? Aber wenn es Wochenbettdepressionen gibt wieso nicht auch in der Schwangerschaft da fahren die Hormone auch Achterbahn.

Aber ich habe davon schon gehört das es Frauen gibt die eine Abneigung haben in der Schwangerschaft dann fällt es einem schwer das Kind zu akzeptieren aber wenn es dann da ist denke ich wird sich das ganze in Luft auflösen. Wichtig finde ich das du mit jemandem darüber redest von außerhalb.

Ich bin ehrlich und denke manchmal auch „so wie es jetzt läuft kann es weiter gehen das zweite muss nicht sein..“ dann schäme ich mich auch für solche Gedanken. Aber ich kenne es nicht anders ich weiß nicht wie es ist mit zwei Kindern aber ich denke es wird genauso schön und man findet sich dann wieder ein. Und mein Kind bekommt ein Spielpartner vielleicht sogar einen besten Freund. Vielleicht hilft dir der Gedanke ja, zu mal ich heraus lese das sich deine Kinder ja dafür interessieren.

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Das ist genau das, was ich seit vielen Jahren diesen dauerbabyverliebten Frauen klarmachen versuche, dass eben nicht immer sofort bei allen die glitzerrosa Einhörner fliegen beim Eintritt einer Schwangerschaft - und dass ein Abbruch manchmal wirklich zu überlegen ist.Auf Knopfdruck nach der Geburt glücklich wird auch nicht jede Frau, aber Du kannst was unternehmen. Bitte vertraue Dich Deinem Frauenarzt schnellstmöglich an und versuche nicht aus eigener Kraft, da rauszukommen. Deine Babyabneigung lässt wirklich an eine Depression denken und da brauchst Du Hilfe. Einfach drauf bauen, dass sich alles von selber löst, würde ich nicht. Da habe ich hier schon sehr traurige Fälle gelesen. Alles Gute, pack es an, lass es nicht schleifen. Ich bin sicher, ein erfahrener Frauenarzt weiß Rat. LG Moni

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Danke für deine Antwort.

Früher habe ich mich gefreut, als ich schwanger war...glitzerrosa Einhörner sah ich zwar auch nicht fliegen, aber zumindest war ich glücklich über die Schwangerschaft#hicks.

Oh Mann, ist es wohl echt eine Depression??? Ich bin eigentlich ÜBERHAUPT nicht der Typ dafür, bin psychisch wirklich sehr gefestigt und eigentlich ein so lebensfroher und lustiger Mensch, kurz: ich bin glücklich, bzw war ich es zumindest VOR der Schwangerschaft...ich kann mir irgendwie kaum vorstellen, dass diese dunkle Wolke einer Depression wirklich MICH übermannt haben soll#schock#schmoll….

Es fällt mir schwer, jemanden davon zu erzählen...klar weiß mein Umfeld, dass ich von der Schwangerschaft nicht begeistert bin/war, aber dass es so schlimm ist, weiß keiner....ach mann, ich habe mich wohl echt falsch entschieden damals#heul#heul….

Lg

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Niemand, der mich kennt, käme auf die Idee, dass ich vor vielen Jahren ein Jahr zu einer Psychotherapeutin ging und Medikamente nehmen musste. Ich war so maßlos überfordert, dass ich kurz davor war, mit Vollgas gegen den nächsten Betonpfeiler zu fahren. Gottseidank erkannte mein Hausarzt das und handelte.
Ich war ja ach soooo taff und konnte alles....für jeden....zu jeder Zeit....und jeder forderte und zerrte und erwartete, ...und keiner merkte, wie ich abrutschte.
Es ist überhaupt keine Schande einzugestehen, dass man Hilfe braucht und Du brauchst Hilfe.Wärest Du meine Tochter, würde ich Dich höchstpersönlich zum Arzt schleifen#liebdrueck egal, ob Hausarzt oder Frauenarzt. Geh hin. LG Moni

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Ich kann dich so gut verstehen!!

Bei uns war es ungeplant Kind Nr 5, es ging mir genau wie dir....

Wenn du möchtest, kannst du mir gern persönlich schreiben. Lg Jule

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Hallo du,
wie geht es dir heute? Schreibst du wieder? Ich habe lang geschrieben. Vielleicht brauchst du gar nicht viele Worte, sondern einfach nur #liebdrueck
Und das am besten von deinem Freund.
Hattet ihr es gut zusammen am WE?
Würde mich freuen, wenn du nochmal was von dir hören lässt! Kannst gerne auch privat schreiben.
Liebe Grüße von Kyra #winke

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Hallo,

vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort#liebdrueck, ich wollte dir unbedingt antworten, war nur die letzten Tage krank und hatte kaum Kraft dafür#schmoll.

Ja es gab damals Gründe, warum wir bzw. eher ich mich für das Kind entschieden haben/habe, doch irgendwie erscheinen mir diese Gründe im Moment so bedeutungslos#schmoll….ich weiß auch nicht, warum es mir so schwer fällt, dieses Kind anzunehmen bzw zu akzeptieren, mir graust es einfach vor der Babyzeit und dem ständigen Sich-ums-Kind-kümmern...meine Kinder sind jetzt endlich aus dem Gröbsten raus, können sich toll alleine beschäftigen und brauchen mich nicht mehr die ganze Zeit...das wird dann wieder alles anders, denn dann kann ich mich wieder 24 Stunden um ein Kind kümmern:-(….

Hinzu kommt, dass ich große Angst habe, meinen zwei größeren Kindern nicht mehr gerecht zu werden...ich liebe die beiden so sehr und kann mir im Moment echt nicht vorstellen, dass ich das Baby auch jemals so lieben kann wie meine anderen zwei Kinder#heul….Gott, das liest sich so furchtbar und grausam, was bin ich nur für eine Mutter frage ich mich#klatsch???

Mein Freund ist sehr lieb und verständnisvoll...und obwohl er sich am Anfang viel schwerer damit getan hat, dass wir Eltern werden, habe ich das Gefühl, dass er mittlerweile besser damit zurechtkommt als ich...er war immer für die Abtreibung, hat mir aber letzten Endes die Entscheidung überlassen...daher bin ich in meinen Augen daran "schuld", dass es mir jetzt so geht, denn ICH alleine habe gesagt, ich behalte es....im Moment betrachtet wohl eher die falsche Entscheidung#schmoll….

Er unterstützt mich auch und versucht mich aufzubauen, indem er sagt, dass ich all diese Gedanken vergessen werde, wenn mich unser Kind das erste Mal anlächelt oder zum ersten Mal "Mama" sagt....ja damit wird er sicher Recht haben, es ändert nur an der Tatsache nichts, dass ich es JETZT nicht so sehen kann....

Es gibt aber auch Tage, da geht es mir besser, da blicke ich echt zuversichtlich in die Zukunft...doch dann kommt sie wieder, diese unbarmherzige, kalte Wolke aus Angst und Verzweiflung...dabei ging es mir vor ein paar Wochen besser (zumindest hatte ich das im Gefühl), und jetzt kommt mir vor, habe ich wieder ein paar Schritte zurück als nach vorne gemacht:-(….

Lg

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Hallo liebe magnichtmehr (und Sagniemalsnie),

ich hätte dich nicht erkannt – obwohl ich auch viel von dir gelesen und hin und wieder geschrieben hatte ...
Aber – ich habe mich erkannt ... ;-)
Im Auf und Ab der Gefühle, und dass man denkt „hätte ich doch nur“, „war das richtig?“ .... und dass es einem dann besser geht, wenn man sich mit den Gefühlen nicht verurteilt fühlt.
Dass man aber da, wo es wichtig wäre, nicht gern drüber spricht ....

Ein Arzt kann es wirklich gut einschätzen, ob es die „normale“ Trostbedürftigkeit einer Frau ist (und diesen Trost liefert dein Freund ja wunderbar ab#herzlich, auch wenn du ihn nur „in kleinen Schlückchen“ zu dir nehmen kannst) – oder ob eine kleine Dosis Antidepressivum (gerade im Winter!?) für deine Stimmung angesagt ist und dir sehr helfen könnte.

Oder du bekommst eine Anleitung, mit deinen Gefühlsschwankungen umzugehen. Sie – wie das Wetter – eher zu „beobachten“ und dich in allen Gefühlen selbst gern zu haben. #liebdrueck Gefühle haben heißt ja auch: „mitfühlen können“. Und das tust du. Mit deinen Kindern, mit dem „Neuen“, mit deinem Freund ... Tu´s auch mit dir. #herzlich Die Schwangerschaft ist DEINE Zeit. DANN bist du für das Kleine da.

Mir hilft immer der Gedanke: Gefühle sind nicht gut und nicht schlecht, sie sind einfach da.
Und ein anderer Satz: Was ist, darf sein. - Was sein darf, verändert sich.
Dann kommt Leichtigkeit und Gelassenheit rein.

Als Sportlerin bist du natürlich eine Kämpferin.
Aber hier ist was anderes dran. – Nicht gegen ein Gefühl kämpfen, sondern mit ihm eine Weile unterwegs sein, bis es wieder „anders“ ist. Und du weißt ja aus Erfahrung (allein in deinem letzten Absatz hast du zweimal das Hin-und-Her beschrieben), dass es immer wieder anders ist.

Nimm dich selbst so, wie du bist. In deinen Schwankungen. Es ist etwas Besonderes, die ganze Gefühlspalette drauf zu haben. Und wenn es „zu tief“ ist, kann der Arzt dir tatsächlich weiterhelfen.

Lauere also nicht auf die Freude! Sonst kommt sie nicht. ;-) Die Freude ist nicht „der Beweis“ für eine gute Entscheidung. Auch mit dem Kind wird es solche und solche Tage geben.

Dass ihr getauschte Rollen habt im Moment .... Das ist oft so in einer Familie oder bei einem Paar: "Mal trag´ ich dich ein Stückel, dann trägst wieder du mich ein Stückel." (Tiger und Bär von Janosch) - Du hast lange viel allein gekämpft und getragen.
Lass es dir einfach gefallen, wenn er jetzt für dich etwas tut! :-D

Liebe Grüße von Kyra

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Wenn ich mich nicht täusche, habe ich hier in diesem Forum schon öfter von dir gelesen und habe auch alle deine Beiträge verfolgt. Da du sonst immer unter einem anderen Nick geschrieben hast, bin ich mir aber nicht ganz sicher. Jedenfalls macht es mich sehr betroffen, dass deine negativen Gefühle immer stärker werden und du nun derart verzweifelt wegen der Schwangerschaft bist. Ich habe auch den Eindruck, dass du Depressionen oder sogar eine andere psychische Erkrankung hast, die weitaus schwerwiegender ist. Da ich kein Fachmann bin, kann ich diesbezüglich aber nur Vermutungen anstellen.

Ich würde dir daher auch raten, baldmöglichst einen Psychiater aufzusuchen und zusätzlich eine ambulante Psychotherapie zu machen. Ich bin mir nämlich recht sicher, dass du alleine aus dieser Lebenskrise nicht mehr herauskommst. Du solltest diesbezüglich auch nicht weiter abwarten, da ansonsten die Bindung zwischen dir und dem Kind unter deinen Gefühlen leiden könnte. Außerdem haben die meisten Therapeuten auch lange Wartelisten oder nehmen gar keine neuen Patienten mehr auf.

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Hallo,

ja du hast richtig getippt, ich habe vor einigen Monaten oft hier geschrieben, unter anderem auch viel mit dir:-), das hat mir echt sehr geholfen#liebdrueck!

Ich habe jetzt nur einen neuen Nick benutzt, weil ich dachte, dass die meisten mich eh nicht mehr kennen bzw. sich nicht erinnern können....schön dass du mich noch kennst#hicks.

Ich hätte echt nicht gedacht, dass es mir so lange nach der Entscheidung gegen die Abtreibung so schlecht gehen würde...ich hatte so gehofft, dass sich irgendwann die ersten Freudengefühle einstellen würden, spätestens dann, wenn ich das Kind spüren kann....aber NICHTS, GAR NICHTS#heul#heul….vielleicht ist das auch der Grund, dass ich mir denke, ich habe mich damals falsch entschieden...ich hätte auf meinen Freund hören sollen, der immer für die Abtreibung war...

Andererseits kann ich mir auch so schwer vorstellen, dass ich wirklich eine psychische Erkrankung habe....ich war immer soooo stark und stabil, das passt so gar nicht zu mir:-(...ich tu mich ehrlich gesagt auch schwer, das Wort "Depression" oder was weiß ich laut auszusprechen...habe letztens meinem besten Freund gesagt, wie es mir geht, das Reden mit ihm hat mir sehr geholfen...doch leider ist es meist nur für kurze Zeit besser, nach einigen Tagen ist sie wieder da, die dunkle Wolke aus Angst und Verzweiflung#heul….

Am Freitag habe ich wieder einen FA-Termin, vielleicht kann ich mich ja überwinden und ihm meine Gefühle erzählen...es fällt mir nur so schwer#schmoll...bei meinem Freund bzw meinen Freunden tu ich mir erheblich leichter, sie verurteilen mich nicht und ich weiß, dass sie immer hinter mir stehen....

Lg

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Dann bin ich mit meiner Vermutung also richtig gelegen und konnte deine Geschichte auch richtig einordnen. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass deine negativen Gefühle dem Kind gegenüber derzeit wieder so stark sind, dass du sogar an deinem damaligen Entschluss zweifelst. Diesen kannst du aber nun nicht mehr rückgängig machen, auch wenn das hart klingen mag. Du solltest daher auch im Interesse deiner Kinder versuchen, aus deinem Tief herauszukommen und das Beste aus der ganzen Sache zu machen. Am einfachsten wäre es vermutlich, wenn du einen Termin bei einem Psychiater vereinbaren würdest. Vielleicht wäre es ja trotz Schwangerschaft möglich, dass du vorübergehend ein Medikament einnimmst. Man sollte damit zwar vorsichtig sein, aber unter bestimmten Umständen ist das durchaus vertretbar.

Dann wäre es sehr wichtig, dass du dir einen Therapeuten suchst, dem du vertrauen kannst. Es ist zwar gut, dass du Freunde zum Reden hast, aber diese werden deine Probleme leider nicht lösen können. Dazu braucht es einen Fachmann, der dich dabei unterstützen kann, deine Denkmuster und Verhaltensweisen zu ändern .Du brauchst dich übrigens nicht zu schämen wegen einer möglichen psychischen Erkrankung und solltest dir eingestehen, dass du Hilfe brauchst. Krankheiten dieser Art treten heutzutage häufig auch bei jungen und erfolgreichen Menschen auf, die mit beiden Beinen im Leben stehen.

Du kannst mich auch gerne per PN kontaktieren, da ich persönlich Erfahrung mit diesem Thema habe. Hier im Forum möchte ich aber nichts dazu schreiben, da es mir zu privat ist.

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Hallo

In welcher Woche bist Du denn unterdessen?
Du musst Dich nicht wie der schlimmste Mensch fühlen, das bringt Dir gar nichts.
Du wolltest kein Kind mehr und Ihr habt lange überlegt. Trotzdem zweifelst Du nun an Deiner Entscheidung. Wenn Du möchtest, kannst Du mir auch eine private Nachricht senden.

Freundlichen Gruss

tm

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