Seit Wochen nun schon.... weiss nicht mehr weiter....

Hallo,

mich macht das alles nur noch so traurig, und ich weiss nicht mehr weiter.... Das zweite Kind war gewünscht und ist gewollt entstanden. Und seit ich schwanger bin ist einfach alles nur noch finster. Habe hier schon ein paar mal geschrieben in den letzten Wochen - wir haben wochenlang mit einem Abbruch gehadert. Aber letztlich konnten wir es nicht mehr vertreten, weil wir zu lange gewartet hatten. Jetzt bin ich in der 21. Woche, und es wird einfach nicht besser. Nachdem ich erst wochenlang gehofft hatte, die Muttergefühle würden sich schon noch irgend wann einstellen (von wegen sind doch alles nur die Hormone und kann ja gar nicht wirklich sein, wie es sich anfühlt, weil wir das doch so wollten), bis es zu spät war für eine Abtreibung... hatte ich dann gehofft, es würde sich mehr "innerer Frieden" einstellen wenn das Hadern mit der Entscheidung erstmal vorbei wäre. Von wegen jetzt kann man ja eh nichts mehr machen, jetzt ist es halt wie es ist. Aber leider ist es gar nicht so.

Meine erste Schwangerschaft war so schön. Klar hatte ich da auch Angst, wie sich alles verändern würde und ob ich wohl eine gute Mutter werden würde... hatte ja keine Ahnung, was auf mich zukommt... auch derzeit kamen mir Beziehungszweifel in der Partnerschaft, ob er wohl ein guter Vater werden und ob unsere Beziehung die Babyjahre aushalten würde. Aber trotzdem hatte ich eine Bindung zu meiner Tochter. In dieser Schwangerschaft bin ich einfach nur fürchterlich deprimiert und hoffnungslos. Habe mit meiner Hebamme und meiner Frauenärztin darüber gesprochen, wohl ein klarer Fall von Schwangerschaftsdepression - ok, prima dass wir wissen, was los ist... aber was jetzt? Habe schon festgestellt, daß es mir nichts bringt, über meine Sorgen und ängste zu reden - davon gehen die nicht weg und relativieren sich auch nicht. Und Antidepressiva habe ich vor Jahren schonmal ausprobiert, als ich wegen einer chronischen Erkrankung Angstzustände bekam - die haben überhaupt nichts besser gemacht, ich habe mich nur (zusätzlich zu den Problemen, die ich schon hatte) schmerzlich leer und leblos gefühlt. Medikamente kommen nicht in Frage, und Reden bringt mir nichts!

Mir ist einfach nur noch nach Heulen zumute, besonders sobald ich zu Hause bin. Auf der Arbeit geht es noch, da bin ich abgelenkt, und mein Partner ist nicht da - wir streiten mittlerweile sehr oft, seit ich schwanger bin. Die Unstimmigkeiten zwischen ihm und meinem Kind aus erster Ehe fallen mir in den letzten Wochen auch viel mehr auf als vorher, und ich denke so oft "Oh Gott, ist der Mann dumm!", und dann schäme ich mich dafür, daß ich solche Gedanken habe, und schelte mich selbst für wen ich mich eigentlich halte und dass das ihm gegenüber total gemein und unfair ist... und gleichzeitig wird die Panik immer größer vor einem Leben zu Viert, und davor, daß das Kind so wird wie er. Und ich kann nicht verstehen, wie ich jemals von ihm schwanger werden und mich in eine solche Situation bringen konnte. Zu Hause fühle ich mich, als ob ich ersticke - besonders schlimm ist es zur Bettzeit, da liege ich im Dunkeln auf dem Rücken und das Herz klopft mir bis zum Hals, und das Blut rauscht mir in den Ohren und ich kriege Kopfschmerzen. Noch schlimmer ist es, wenn ich wieder aufwache und mich daran erinnere, daß ich schwanger bin - das ist jedesmal wie ein Schlag ins Gesicht, und es vergeht kein Tag, an dem ich mir nicht mehrmals wünsche, ich wäre nie von ihm schwanger geworden, und mich gleichzeitig für meine Gefühle und Gedanken verurteile. Ich schäme mich, daß ich mich nicht freue, und ich bin entsetzt, daß ich null Bindung zum Kind in mir habe... aber das kommt mittlerweile irgend wie "nur noch" auf den ganzen Angst- und Sorgenberg obendrauf.

Wir haben jetzt angefangen, vereinzelt Leuten zu erzählen, daß ich schwanger bin - es tut meinem Partner gut, sich mit anderen darüber auszutauschen, vor allem auch mit anderen Eltern, die wir kennen (für ihn ist es das erste Kind). Alle freuen sich so freundlich für uns. Es ist so ermüdend, ständig dieses künstliche Lächeln aufzusetzen und zu hoffen, dass es keiner merkt. Und es fühlt sich so falsch an, so total daneben. Wir haben auch angefangen, Sachen einzukaufen. Fürs Kinderzimmer und so. Aber ich fühle mich nur, als ob ich bei dem Ganzen neben mir stehe - ich wische die gebrauchte Wickelkommode ab und probiere mit meinem Partner herum, wie man den Kinderwagen auf- und zuklappt. Aber ich fühle mich - bestenfalls - nur leer (schlimmstenfalls panisch). |Und wenn sich das Kind in mir bewegt, will ich am liebsten einfach nur... raus aus meinem eigenen Körper. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Therapeutische Gespräche etc. habe ich schon, die Diagnose Schwangerschaftsdepression steht, Sorgen soll ich mir keine machen, das geht alles wieder weg wenn das Baby erstmal draußen ist (falls die post-partale Depression nicht noch schlimmer wird, und das ist nicht abwegig wo es jetzt schon so schlimm ist, und mir ging es auch nach der Geburt meiner ersten Tochter fast ein halbes Jahr lang wirklich schlecht), Beziehungszweifel kommen wohl von den Hormonen, und zwischen meinem Partner und mir wird sich alles wieder normalisieren nach der Geburt - aber es fühlt sich nicht so an, und meine Tage und Nächte sind einfach nur noch schrecklich, und das nun schon seit Wochen. Man sollte meinen, irgend wann ist man dann auch mal zu erschöpft davon, sich wochenlang im Kreis zu drehen, und die Panikattacken schröpfen mich auch, aber irgend wie ist immer noch genug Kraft da, da es einfach so weitergeht. Ich weiss nicht mehr, was ich machen soll.....

WiederEinmalSchwarz

Ich würde dir raten dass du dir psychologische Hilfe suchst. So wie ich deinen Beitrag hier lese, kann dir hier keiner einen Rat geben der dich aus deiner doch sehr schweren Situation hier heraushelfen kann. Zur Not müsst ihr darüber nachdenken das Kind nicht zu behalten.. das ist dann auch noch eine Option bei dieser schweren Problematik. Aber wie gesagt, geh zu einem Psychologen und rede darüber, das ist denk ich sehr wichtig!

Eins habe ich allerdings nicht ganz verstanden: ihr wolltet zunächst beide das Baby und jetzt wollt ihr BEIDE das Baby nicht mehr? Also betreffen diese Gefühle nicht nur dich sondern auch deinen Partner?

Oh man, das tut mir leid zu hören...
Eigentlich ist es schön - aber du hast Angst - wovor eigentlich genau...
Was bereitet dir denn so großen Kummer hinter der Angst und der Wut...

Ich war mal bei einem Heilpraktiker, der Augendiagnositk beherrscht... Das fällt mir jetzt spontan ein, denn du brauchst Antworten... such dir Hilfe - ansonsten verrennst du dich...

Ich drück dich mal... Tanja

Guten Abend,

Wenn ich deinem Text lese muss ich ein wenig an mich denken.
9/2016 kurz nach meinem Geburstag war der Test positiv, obwohl mir soviele Ärzte sagten das ich nicht mehr SS werden kann. Ich habe bereits 2 Große Kinder.
Nach 2 Wochen Bedenkzeit haben wir uns für das Kind entschieden.
Alles was mit SS Zutun hatte bin ich ausgewichen. Ich habe bis 4 Tage vor der Geburt gearbeitet denn da hatte ich einen freien Kopf. Selbst bei der Namenswahl habe ich mich rausgehalten.... dabei hatte ich mich bewusst für dieses Baby entschieden. Als unsere kleine geboren wurde habe ich schrecklich geweint weil es mir dann erst richtung klar geworden ist.... und zwar das ich dieses kleine Wesen unendlich Liebe und es mit sehr leid hat die SS so passiv behandelt zu haben.
Die kleine wird nun bald 2... es ist nicht immer leicht... es gibt häufig Momente wo dieses ganzen Gedanken wieder hochkommen. Ich habe mir keine Hilfe geholt...auch auch jetzt noch nicht. Du Kannst dich jederzeit an beartungsstellen wenden (Diakonie, Pro Familia) die sind nicht nur für die Abbruchberatung da sondern auch für "danach" egal ob Abbruch oder eben nicht.
Auch bei mir haben sich alle so sehr gefreut auf das Baby und ich empfand das als sehr anstrengend...ich wollte am liebsten alle anbrüllen... ich hatte auch niemand dem mich anvertrauen konnte. Such das Gespräch!
Alles Gute für Dich!

Hallo

Du schreibst, Du konntest eine Abtreibung nicht vertreten, weil Du zu lange gewartet hast. Andererseits wird es nicht besser. Die Frage ist, ob Du doch hättest abtreiben wollen. Theoretisch wäre das noch möglich, in Holland.

Frage ist auch, wie es denn die nächsten 4 Monate weitergeht. Denn ob Du es weiterhin schaffst nur noch schreckliche Tage und Nächte zu haben, ist ja nicht klar. Du schreibst, noch ist genug Kraft da. Du schreibst weiter, über die Sorgen zu reden bringt Dir nichts. Was für eine Alternative sieht denn der behandelnde Arzt?

Ich wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest und Kraft hast, diesen zu gehen.

Freundlichen Gruss

tm

Es tut mir leid, was du gerade durch machst.

Ich hatte mich vor einigen Jahren von meinem Partner getrennt, bin dann mit einem anderen ins Bett gegangen und als ich eines Tages mal nicht mit ihm schlafen wollte, hat er mich sehr brutal vergewaltigt.
Letztendlich ist ein Kind daraus entstanden.

Ich wollte ein zweites Kind, aber nicht so und nicht von so einem Menschen.

Hatte viel mit mir gehadert, ob ich abtreibe oder nicht. Letztendlich dachte ich, dass das Kind da nichts für kann.
Hatte Angst, es könne mich an den Mann erinnern oder es könnte ein Junge werden.

Von der Schwangerschaft weiß ich nicht mehr so viel. Sie war furchtbar, mir ging es beschissen, ich habe manchmal auf meinen Bauch eingehauen, weil ich es bereute, nicht abgetrieben zu haben.
Zum Glück wurde es ein Mädchen.
Nach der Geburt dachte ich nur "scheiße, es sieht aus wie er.."

Trotzdem versuchte ich zu lächeln und fürs Kind da zu sein.

Und nach und nach kam endlich eine Verbindung zum Kind auf. Und nach einem halben Jahr war es das süßeste Baby der ganzen Welt für mich.
Inzwischen ist sie vier Jahre und ich denke nicht gern dran,dass ich mal so negative Gefühle für sie hatte.

Aber ich kann sagen: ich liebe sie vom ganzen Herzen! Sie ist ganz wunderbar, hat einen tollen, lustigen Charakter. Ich würde mein Leben für die hergeben und alles tun, um sie zu beschützen.
Sie bereichert mein Leben so sehr.


Die gesamte Schwangerschaft war schwierig, mir ging es nicht gut, ich war depressiv, ängstlich, voller Selbsthass.

Ich würde mich jetzt im Nachhinein aber immer wieder für das Kind entscheiden! Auch wenn ich dachte, ich werde es nie lieben können.
Mein"Exfreund"kam zu mir zurück, weil ich nach dem Vorfall keine Kraft mehr hatte, die Trennung aufrecht zu erhalten. Er hat das Kind als seins angenommen und seit einem Jahr sind wir sogar verheiratet.
Ich wollte doch Schluss machen . Wollte nicht mehr mit ihm zusammen sein. Fand ihn so richtig blöd.
Das ist er aber nicht- da sprachen nur die Hormone und die Depressionen aus mir.
Wir lieben uns und unsere Tochter über alles.

Und ich glaube fest daran, dass auch du in 1-2 Jahren dein Kind anschauen wirst und du dich fragst, wie du nur solch negativen Gedanken deswegen haben konntest. Und du wirst froh und stolz sein, nicht abgetrieben zu haben, denn irgendwann kommt es auch bei den Gefühlen an, dass es zu dir gehört und du zu ihm.
Da bin ich mir sicher :)

Ich möchte dir auch gerne wieder schreiben! Du gehst deinen Weg so so tapfer. Ich habe eben wieder gelesen in deinem vorigen Thread.
Du konntest nicht abtreiben, weil das Kind schon am Daumen lutscht. So. Es war erstmal gut. Nach ein paar Stunden waren dann die Gefühle, die dich plagten, wieder da.
So ist Depression. Dass die Diagnose "steht", ist noch nicht viel. Du brauchst wirklich Hilfe. Und zwar eine, die dir hilft. Möglicherweise schon Gespräche, aber vielleicht mit jemand anders?! Was hat dein Arzt denn außer "geht vorüber", "muss man aushalten" noch angeboten? Es gibt durchaus Medikamente, die du in der Schwangerschaft nehmen kannst. Das erleichtert schon!
Zu den Gesprächen noch: Jemand zu haben, der anerkennt, was du erlebst und deine Gefühle nicht anders haben möchte als sie sind, ist schon sehr sehr hilfreich. Ein Mensch, der dich nicht verurteilt, weil du nicht glücklich bist.
Jemand, der auch weiß, wie du nachts in diesen Angst- und Unruhezuständen mit dir umgehen kannst und dich anleiten kann. Jemand, der es würdigt, was du gerade aushältst.
Depression ist in vieler Munde, und leider wird doch kaum verstanden, was es für einen betroffenen Menschen heißt. Ein Therapeut könnte jemand sein, der jetzt gut mit dir umgeht. Und dich anleitet, gut mit dir selbst umzugehen.

Ich schätze übrigens sehr, dass du immer und immer wieder hier schreibst! Das ist Selbsthilfe. Ganz sicher! Dass du für dich aufschreibst, wie es ist. Und so sollst du hier auch an- und aufgenommen werden. Ich ziehe meinen Hut vor dir!

Was ich zu deinem aktuellen Schreiben noch bemerken möchte: Offenbar hast du in der letzten Schwangerschaft oder bald danach die Trennung vom Kindsvater erlebt. Das ist natürlich ein realer Grund für deine Angst. Vielleicht auch ein Grund für die übertriebene "Freude" aller Umstehenden und für ihr dumpfes Unverständnis dir gegenüber.
Depression kann diese zwei Ursachen haben: die Ursache "einfach so", die jeden Menschen treffen kann. Und einen real erlebten Grund für eine Angst. Darüber zu sprechen, kann durchaus helfen.
Vielleicht möchtest du doch nochmal Rücksprache mit einem Arzt halten? Um dir Erleichterung zu verschaffen. Du bist so tapfer!

Du weißt jetzt nicht, wann es endet. Aber es gibt wirklich ein Ende dieser dunklen Zeit! Es geht hinaus! Es kommt der Tag, wo du wieder anders fühlen kannst! Das durchzustehen braucht so viel Kraft. Alle Anerkennung dafür!
Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Schwangerschaftsdepression unmittelbar in eine postnatale Depression übergeht. Wenn ja, ist sie vielleicht völlig unabhängig von Schwangerschaft und Geburt. Da würde ich mich mal erkundigen. Damit du eine Aussicht hast und - nicht eine schlechte natürlich!

Schau nun wirklich nochmal, was dir helfen könnte, also professionelle Hilfe. Außer du hast wirklich einen Menschen, der dich jetzt so akzeptiert, wie du bist. Davon habe ich allerdings noch nichts gelesen. Und sonst: tu, was dir guttut. Womit du einen Tag etwas besser aushalten kannst. Dein Liebster sollte sich auch mal mit Depression befassen, um dir nicht etwas abzufordern, was einfach nicht geht. Mit gebrochenem Bein kann man nicht hüpfen. Und er muss auch nicht umso höher hüpfen, sondern sollte bisschen an deiner Seite bleiben. Ruhig, gelassen ... dich als Mutter seines Kindes achten, so wie du bist.
Die "gute Mutter" gibt es nicht. Es gibt für dieses Kind: DICH! Und so kann es weiter seinen Daumen lutschen. Für sein Glück ist eine Mutter nicht allein verantwortlich! Eine Mutter schenkt das Leben. Und das ist eine ganze Menge! Und der Anspruch der anderen ... sie haben keinen! Einem Kind tut man etwas Gutes, wenn man seine Mutter achtet, so wie sie ist!
#liebdrueck Kyra

Es tut mir sehr leid, dass es dir immer noch so schlecht geht. Allerdings glaube ich nicht, dass wir als Laien dir hier helfen können. Du benötigst meines Erachtens dringend eine Psychotherapie sowie eine medikamentöse Behandlung durch einen Psychiater. Ich würde mir an deiner Stelle sogar überlegen, in eine Psychiatrische Klinik zu gehen, da deine Erkrankung offenbar wikrlich schwerwiegend ist. Leider kann ich nicht beurteilen, inwieweit eine wirksame medikamentöse Behandlung wegen deiner Schwangerschaft momentan möglich ist. Es gibt meines Wissens Antidepressiva, die man in der Schwangerschaft nehmen kann, aber es ist eben immer mit einem gewissen Risiko verbunden.

Ansonsten vermute ich, dass du nicht nur eine Depression hast, sondern eine andere schwerwiegende psychische Erkrankung. Ich habe nämlich selbst Erfahrung mit diesem Thema und kenne auch andere Menschen, die unter dieser Krankheit leiden. Deine Symptome sind charakteristisch für eine andere Erkrankung und untypisch für eine Depression, aber man darf im Internet ja keine Ferndiagnosen stellen. Generell denke ich, dass in deinem Fall ein Abbruch aus gesundheitlichen Gründen besser gewesen wäre. Nun ist es vermutlich dafür zu spät und du könntest das Kind entweder in eine Pflegefamilie oder zur Adoption geben.

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