Schwanger... nach über 10 Jahren

Heute morgen habe ich einen SS-Test gemacht - mal wieder. Der gefühlte 428. in meinem Leben. Diesmal war er positiv.

Wir üben seit 12 Jahren am Baby, haben KiWu-Klinik und allen möglichen Rotz hinter uns und haben vor gut einem Jahr mit dem Thema abgeschlossen... wir hatten die ganzen Phasen mit Trauer, Hoffnung, Wut, Verzweiflung und letzlich haben ich/wir unseren Frieden damit gemacht. Neue Pläne geschmiedet, uns rational klar gemacht, was ein Kind bedeuten würde für Finanzen, das Sexleben, die Beziehung, die Zukunft.... wenn man es so ganz nüchtern betrachtet, bleibt da nicht viel positives übrig.

Ich hab mir vermutlich seit meiner Pupertät ausgemalt, wie es sein würde... die magischen zwei Streifen auf dem Test, die grosse Freude, Tränen der Rührung... ich bin "Fuck"-rufend durchs EG getobt, hab gezittert und jetzt stundenlang geheult... der Termin zur Schwangeren-Konfliktberatung ist auch schon gemacht, leider erst für nächsten Dienstag - mit etwas Glück krieg ich noch eher einen... aber gleich erstmal zur Drogerie und noch ein paar Tests kaufen... zur Sicherheit.

Ernsthaft: ich will nicht mehr... wieso jetzt und nicht vor zwei oder drei Jahren? Mein junges Ich hat immer gesagt, wer alt genug ist zum vögeln ist auch alt genug zum Kinder kriegen, niemals würde ich abtreiben.... tjaja....

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Ich frage mich,was passt jetzt nicht mehr, was vor zwei oder drei Jahren noch gepasst hat?
Ok, ihr habt euch damit abgefunden nie mehr ein Kind zu haben, dann kommt diese Schwangerschaft doch einem Sechser im Lotto gleich und nach einer so langen KIWU-Zeit denkst du ernsthaft über Abtreibung nach, nur weil ihr euch mit einer scheinbar unabänderlichen Situatuon arrangiert habt?
Kann ich leider nicht so nachvollziehen.
Dass du erstmal geschockt und überrascht bist ja, aber für eine Abtreibung sehe ich keinen Grund.
Lass es erstmal sacken und besprecht euch in Ruhe.
LG, Anja

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Meistens kommt es immer unerwartet. Ich denke jetzt ist die Zeit für euch gekommen, es hat alles immer einen Grund.
Und was das Sexleben angeht, klar ist es am anfang streng, aber wir haben 4kinder ich dachte auch wir haben da keine Zeit für Sex. Und jetzt haben wir jeden 2tag sex. Es kommt alles darauf an wie du es rangehst. Wünsche euch viel Glück. Und überlegt euch gut wegen der Abtreibung

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Ich verstehe zwar, dass du nun überrumpelt bist, aber du solltest das Ganze meines Erachtens nicht so negativ sehen. Im Prinzip hast du doch nun eine Schwangerschaft einfach so geschenkt bekommen, für die du seit Jahren gekämpft hast. Auch ist mir nicht ganz klar, welche Gründe denn objektiv gesehen wirklich gegen ein Kind sprechen. Leider hast du wenig dazu geschrieben. Warum wolltest du vor zwei Jahren ein Kind und jetzt nicht mehr? Hat sich dein Leben jetzt so grundlegend geändert, dass da kein Kind mehr reinpasst?

Ich würde mir an deiner Stelle sehr gut überlegen, ob du wirklich einen Abbruch möchtest. Es könnte nämlich sein, dass du das früher oder später bereuen würdest. Diese Schwangerschaft könnte nämlich je nach Alter deine letzte Chance auf ein Kind sein.

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ich bin mit 39 ungewollt schwanger geworden. 9 Jahre vorher hatte ich schon eine Tochter. Wir hatten uns in jeder Hinsicht darauf eingerichtet, dass das Leben mit einem großen Schulkind nun leichter wird und wir wieder mehr Freizeit und Arbeitszeit haben würden. Erst habe ich nur gesehen, was ich alles aufgeben muss, wenn ich jetzt nochmal von vorne anfangen muss. Ich hatte auch Angst vor der Reaktion meiner Umwelt.

Jetzt ist meine jüngste Tochter schon 13 Jahre und wir haben bisher nur Freude mit ihr gehabt. Das Leben ist auch mit Kind weitergelaufen, ich arbeite und habe Hobbies.

Mein ehrwürdiges :-) Alter war eher von Vorteil. Ich bin oft ruhiger und selbstsicherer als die jungen Mamies. Auch ständige Discobesuche im ersten Lebensjahr meiner Tochter haben mir nicht gefehlt.

Ich hoffe, du findest auch Unterstützung in der Familie und ein ja für ein neues, spannendes Leben.

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Guten Morgen!

Nach einem Jahrzehnt Kinderwunsch bist du nun schwanger ! Jetzt wo du oder ihr euch damit arrangiert habt , kinderlos zu bleiben .

Der Schock muss enorm sein ! Keine Frage, aber

Mit eurem Arrgumenten warum es ohne Kind doch viel besser ist als mit Kind , habt ihr euch , vermute ich mal , versucht eure Enttäuschung und Trauer schön zu reden .

Aktiver Kinderwunsch von euch zeigt doch dass ihr eine Familie sein wollt(et) , ihr wollter ein Baby ! Jahrelang ! Trotz dessen dass man einigermaßen eingeschränkt ist , mit einem Baby .
Wobei ich es so nicht mal sagen würde , es kommt ganz darauf an , wie man sich alles organisiert.

Wir haben 3 Kinder ( alle ungeplant ) und verreisen in jeden Ferien .mit Neugeborenen sind wir um die halbe Welt geflogen . Wir haben beide noch Hobbys , gehen zur Arbeit und haben soziale Kontakte, und das nicht nur in der Krabbelgruppe , der Kita oder Schule ! Und im Bett läuft auch noch was 😉
Das Leben geht weiter ! Glaub mir !

Es wird nur um ein Vielfaches lebenswerter!

Weiß dein Partner von dem positiven Test ?

Da du den Termin bei der Beratung schon gemacht hast , würde ich ihn auch wahrnehmen . Aber nicht um mir einen Zettel für die Abtreibung zu besorgen , sondern über das was passiert ist zu sprechen . Die Ängste , die wünsche , wahrscheinlich auch die momentane Überforderung!

Es ist gar nicht so selten , dass Frau auf einemmal Torschuss Panik bekommt , wenn der Test positiv ist.

Lass alles sacken , sehr es als riesiges Wunder und in wenigen Wochen wird die Angst weg sein und die Freude unglaublich groß sein!

Euer Kind wird in einem Elternhaus leben , welche eine stabile Bezeigung führen und dem es nicht an liebe fehlen wird .

Der ganze Rest ist zweitrangig!

Seit mutig !Lasst euch auf das Abenteuer Schwangerschaft, Baby und Eltern sein ein !

Alles Gute für euch 😘

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Dieses "Schlechtreden", das ihr da vor einem Jahr betrieben habt, diente ja nur dazu, eurem bis dahin gescheitertem Traum vom Kind etwas Positives abzugewinnen, ganz einfach, um nicht bedauern zu müssen. Das ist ja zunächst auch eine gute Strategie. Es bringt ja nichts, etwas hinterher zu trauern, das man -wie es aussah- nie haben würde. Ich bin aber sicher, dass der Teil in dir, der den ursprünglichen Kinderwunsch hegte, nicht ganz tot ist. Dafür war er viel zu lange präsent. Und der könnte -und würde- dich wahrscheinlich irgendwann böse einholen.
Ich bin nun wirklich kein grundsätzlicher Abtreibungsgegner. Habe selbst zwei Abbrüche hinter mir, die ich nie bereut habe. Ich war da allerdings noch sehr jung, hatte bereits ein Kind, ganz schlechte wirtschaftliche Voraussetzungen und definitiv den falschen Mann. Über zehn Jahre später habe ich in zweiter Ehe noch ein Kind bekommen und gerade ist das letzte und dritte unterwegs. Mal im Ernst, ein Baby zu wuppen ist echt easy. Klar gibt es mal anstrengende Phasen aber die Zeit geht gefühlt so schnell vorbei. Mein Großer ist gerade im Abi, dabei war er gestern noch ein Kleinkind. Trotz teilweiser Selbstaufgabe -und ich kann echt ein Egomane und Hedonist sein-, blieb immer genug von mir übrig und in der Bilanz waren und sind sie Kinder eine wahnsinnige Bereicherung. Letztendlich musst du wissen, was du tust. Klar. Horch' nur besser ganz tief in dich hinein bevor du dir vielleicht aus bloßem Selbstbetrug und aufgrund irrationaler Ängste etwas verbaust, das du evtl. eigentlich doch willst. Alles, was du für ein Baby aufgeben müsstest, bekämst du irgendwann wieder. Du wirst nicht jünger. Mit Kind wäre da ein Mensch, der sich auch noch in 40 Jahren für dich interessiert.

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Du wirst nicht jünger. Mit Kind wäre da ein Mensch, der sich auch noch in 40 Jahren für dich interessiert.

Aua, das ist eine Aussage, die so leider heutzutage selten stimmt. Dazu habe ich viel zu viele Beispiele, dass Kinder keinerlei Zeit mehr für ihre Eltern haben, sobald sie mal "aus dem Haus" sind. Und nein - nicht nur in "Problemfamilien", sondern ganz normale Verhältnisse.
Man braucht ja nur urbia lesen - Hunderte Postings, in denen geklagt wird, dass die Mutter/Schwiegermutter doch tatsächlich einmal die Woche besucht werden möchte... dabei würde es doch wirklich bei den Familienfeiern ausreichen usw. usw. Und wehe, Du sagst als Schwiegermutter ein "falsches" Wort, dann bist Du schneller abgeschossen aus der Familie, wie Du piep sagen kannst. Ist sarkastisch - aber leider auch realistisch.
LG Moni

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Ja, das kommt vor und sicher nicht selten. Macht mich immer traurig, wenn ich sowas höre. Ich will aber behaupten, dass das nicht die Regel ist. Kenne ich aus meinem Umfeld jedenfalls so nicht.

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Hi,

lass die Nachricht darüber setzen. Du hast jetzt nicht ernsthaft direkt bei der Schwangeren-Notfallberatung postwenden mit dem direkten positiven Test angerufen. Ganz ruhig! Tief durchatmen und erstmal den Verstand ordnen!!!!!

Mein Sohn war ein Wunschkind - absolut geplant. Er hat nur 4 Übungszyklen benötigt und jeden Zyklus den es nicht geklappt hat (ich weis für dich mit dem vorangegangenen Marathon muss das wie ein Witz klingen) hab ich aus Enttäuschung geweint. Man war sich so sicher das das sofort und gleich und schnell klappt. Dann der Tag der Tage... 11.07..2015 der zweite eindeutig positive Streifen tauchte auf dem presens Test auf und ich war tatsächlich erstmal von Glücksgefühlen übermannt. Mein Mann war gerade im Begriff das Haus zu verlassen weil er zu Meisterschule musste und hab ihm davon berichtet... er sich gefreut und abgehauen zur Schule. Dann saß ich alleine aufm Bett und schaute mir am Samstag Morgen diesen Test an... die Freude hielt keine 15 Minuten an da machten sich bereits Selbstzweifel breit. Oh Gott jetzt ist es entgültig... was mach ich jetzt... wie schaffen wir das... schaffen wir das wirklich... was wenn was schief geht... was wenn ich ne mieserable Mutter werde.. mein Kind zwei Köpfe hat und wir in eine Sackgasse der Armut einfahren? Glaub mir es ist egal wie geplant oder ungeplant ein Kind ist - IMMER auch mit Zweifeln verbunden. Ungeplant noch 10 mal mehr.

Außerdem hatte ich ne Arbeitskollegin der wurde mit Anfang 20 gesagt das sie NIE Kinder haben könne weil beide Eileiter komplett verklebt wären. Sie wollte schon immer Kinder aber damals in den 80er Jahren mei da war die Reproduktionsmedizin noch in den Kinderschuhen und noch unerschwinglicher als heute und heute ist es noch abartig teuer. Sie hat von 2 Langzeitlebensgefährten die mitgebrachten Kinder mit ins Erwachsenenalter begleitet und mit groß gezogen. NIE verhütet, weil warum kann ja nicht schwanger werden. Hat sich auf den Job fokussiert und mit 48 war sie der Meinung... oh Periode ist weg... werden wohl die Wechseljahre sein - gehen wir mal zum Frauenarzt... nie wäre sie auf die Idee gekommen überhaupt einen Test daheim zu machen und das nur einen Bruchteil einer Sekunde in Erwägung gezogen zu haben. Vor Ort dann "Herzlichen Glückwunsch 9. SSW" Die kam sich vor nicht wie vom Pferd getreten sondern als hätte sich ein fetter Elefant auf sie drauf gesetzt und als Tampon missbraucht. Nach langen Zweifeln hat sie sich dafür entschieden und Kinder die wie ihres oder deines entstehen sind die wirklich wahren WUNDER. Wenn du trotz aller Wiedrichkeiten schwanger geworden bist. Es mag idiotisch klingen - aber dann hat dein Leben diesen Weg für dich vorgesehen.

Das man sich bei langen unerfüllten Kinderwunsch versucht mit negativen Aspekten des Kinder habens diese Tatsache schön zu reden versucht ist durchaus normal und legitim. Anders würde man ja von der nächsten Flussbrücke springen oder gegen nen Baum fahren. Man versucht Schicksalsschläge immer mit solchen Mechanismen zu schönen damit man mit dem Verlust nicht kaputt geht. Aber so wie ihr das gemacht habt... macht es einfach bewusst andersherum. Stell dir vor wie du ein Menschlein im Arm hast für den du alleine Superwomen bist... der Held vom Erdbeerfeld... ein Kindlein das dich anstrahlt und du viele viele Glücksmomente erleben wirst. Natürlich auch negatives... alles ist nicht positiv das wäre gelogen. Aber selbst wenn auf 10 negative Begebenheiten eine positive kommt... die wird es dich keine Sekunde daran zweifeln lassen das es das Richtige war.

LG Küken mit Kuba und trink erstmal nen Tee oder Kaffee zum runter kommen - ne Schwangerschaft ist ein weitgreifendes Ereignis. #tasse Und ich sprech aus Erfahrung... mein Sohn war ein Schreibbaby und ist bis heute (18 Monate) alles andere als Pflegeleicht und schläft nicht durch. Aber wenn ich aus der Arbeit komme und ihn aus der Krippe abhole und er mich sieht ... sofort alles stehen und liegen lässt und mit ausgestreckten Ärmchen "Mamamamama" rufend auf mich zugerannt kommt und ne Mischung aus Freudentränen und Herzchen in den Augen zu mir stahlt. Glaub mir das macht jede nicht durchschlafene Nacht wieder wett!!!!

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Doch, ich hab direkt bei der Konfliktberatung angerufen. Wenn ich abtreibe, brauch ich den Schein und wenn ich das tue, dann so bald wie möglich und nicht erst, wenn es kurz vor knapp ist und der Fötus schon Arme, Beine und Herzschlag hat.
Den Kaffee trink ich grade und keine Ahnung wie die nächsten Tage werden, aber ich für mich mag es einfach, alle Optionen zu haben und generell geh ich immer erstmal vom worst case aus und arbeite mich wenn dann zu den besseren Optionen durch, das war ich schon immer und ist meine Art mit den Dingen umzugehen.

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"[...] uns rational klar gemacht, was ein Kind bedeuten würde für Finanzen, das Sexleben, die Beziehung, die Zukunft.... wenn man es so ganz nüchtern betrachtet, bleibt da nicht viel positives übrig."

Hier komme ich nicht so ganz mit. Ihr habt zehn Jahre lang für ein Kind gekämpft. Das ist belastend (bin auch in Behandlung) und geht nicht spurlos an einem vorüber. So etwas macht man doch nur, wen der Kinderwunsch groß ist, wenn man es sich WÜNSCHT.

Ich verstehe, dass man sich, um nicht zu verzweifeln, die ganzen schönen Seiten des Lebens vor Augen hält, wie ungebunden man ist, welche Reisen man unternehmen kann, etc.

Aber von einem Kinderwunsch direkt auf so eine verallgemeinernde negative Einstellung zu kommen - das finde ich doch recht erstaunlich. #kratz

Eure Beziehung ist am unerfüllten Kinderwunsch nicht zerbrochen, das heißt ihr seid ein starkes Paar, das an einem gemeinsamen Strang ziehen kann und zusammenhält. Du schreibst, du bist durchs EG getobt, daraus entnehme ich, dass ihr ein Haus oder eine große Zwei-Etagen-Wohnung habt. Damit habt ihr Platz für ein Kind und eure finanzielle Welt wird hoffentlich nicht kaputt gehen. Das Sexleben kommt schon wieder, wenn sie aus dem Gröbsten raus sind. Eure Zukunft habt ihr euch mal so schön mit Kind vorgestellt, warum sollte es jetzt das Ende eines schönen Lebens bedeuten?

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Jetzt mal ehrlich... Wünsche ändern sich, das Leben ändert sich... ich hab auch irgendwann aufgehört ein Pony zu wollen und mein Mann hat irgendwann aufgehört, Millionär sein zu wollen... in 12 Jahren kann sich so viel ändern und tut es auch, Menschen sterben, Prioritäten verschieben sich.... überleg doch mal, wie Dein Leben vor 12 Jahren war - sind die Wünsche von damals noch identisch?

Außerdem ist Kinderwunsch doch immer ein bisschen wie rosarote Brille.... wenn man WILL, dann nimmt man viele Einschränkungen viel eher hin als wenn man den emotionalen Benefit nicht (mehr) sieht...

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Ich möchte dir gerne einen kotz-urbini hierlassen. Mehr schreibe ich dazu nicht, da ich nicht nett und wohlwollend schreiben kann und will.

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Hallo liebe TE,

deine Reaktion – wie du da wohl durch euer EG gestürmt bist – kann ich absolut verstehen. Auch ich kann mich gut daran erinnern, dass es bei mir nicht nur pure Glücksgefühle waren, als ich den positiven Test in der Hand hatte. Eher Erschrecken über die Endgültigkeit... dass ich tatsächlich Mama werde. Das muss erstmal verdaut werden.
Wieviel mehr, wenn du dir mit so unglaublich viel Kraft diese innere Einstellung erkämpft hast, dass es so – ohne Kind – einfach „besser“ ist. Ich könnte mir vorstellen, dass du innerlich auch wirklich dicht gemacht hast, um dich selbst zu schützen. Vor Schmerz, Verletzung, Enttäuschung. Nicht schon wieder ein negativer Test...
Daher kann ich auch verstehen, dass du jetzt sagst: ich mag nicht mehr! Es fühlt sich fast an, als fühltest du dich vom Leben (oder vom Schicksal..) verraten. Es war doch dein sehnlichster Wunsch, eine Familie zu haben. Jetzt hast du, habt ihr euch arrangiert. Und jetzt soll dieser Wunsch Wirklichkeit werden?
Ja, das darf er! Eben nicht so, wie ihr es geplant hattet. Jetzt, wo ihr euch vielleicht verabschiedet hattet von dieser Vorstellung und euch innerlich nicht mehr so auf ein Kind fokussiert hattet. Warum denn nicht jetzt?

Und der Termin bei der Beratungsstelle – ich sage das jetzt mit einem gewissen Augenzwinkern: war vielleicht eine Überreaktion..? In so einer „Panik“ will man meistens gleich eine Erleichterung. Vielleicht war es das für dich, dass du das Gefühl hattest, auf diese Weise aus diesem Schrecken „erlöst“ zu werden?

Was sagt denn eigentlich dein Mann? Oder war es noch gar nicht möglich, dass ihr miteinander redet? Immerhin ist es wirklich noch sehr frisch, dass du von deiner Schwangerschaft weißt. Du hast doch erst heute getestet, oder?

Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an: lass etwas Zeit vergehen. Versuche, zur Ruhe zu kommen und wieder zu dir selbst zu finden. Und vielleicht auch diese verschlossene Tür wieder einen spaltweit aufzumachen. Wer weiß, was sie gerade noch verbirgt..?

Viele Grüße, Mischa

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Ich bin kurz nach vier wach geworden, mit voller Blase und da ist mir direkt eingefallen, dass ich testen wollte... kurz danach hab ich meinen Mann mit Kaffee geweckt und ihm erklärt, dass es ganz günstig wäre, dass er liegt und dass er den Kaffee gleich brauchen könnte - ich hätte das keine Sekunde für mich behalten können.
Er steht hinter mir, egal was kommt und wie wir/ich uns entscheiden. Er hat immer gesagt, dass er sich meiner Entscheidung unterordnet, weil ich nun mal auch die meisten Risiken und Einschränkungen dadurch habe.

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Hallo TE,

du hast von dir selbst gesagt, dass du vom Schlimmsten ausgehst und dich dann zum Positiven durcharbeitest. So ist halt jeder anders. Sicherlich prägen unsere Erfahrungen uns in dieser Hinsicht auch sehr, wie wir mit Herausforderungen – oder solchen unerwarteten Lebenswendungen – umgehen.
Aber eigentlich sagt es ja auch über dich aus, dass du eine Frau bist, die (Lebens-)Arbeit nicht scheut. Um ehrlich zu sein – 12 Jahre einen Kinderwunsch nicht aufzugeben, finde ich wirklich schon beachtlich. Das zeugt von Willen und Durchhaltevermögen. Ich glaube, nicht jedes Paar hätte es über diesen langen Zeitraum geschafft! Und eine weitere Lebensleistung ist es, sich mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen und neue Wege einzuschlagen. Dabei als Paar trotzdem zusammenzuhalten und diese Wege für beide gemeinsam zu suchen.
Das fällt mir so bei dem, was du über dich und euch schreibst, ins Auge.

Mir geht durch den Kopf, dass es sicherlich auch Anstrengung kostet, diese (sicherlich hart) erarbeitete innere Haltung wieder fallenzulassen. Das empfinde ich als ganz normal. Und ich könnte mir vorstellen, dass da auch eine leise Angst vor einer erneuten Enttäuschung sein könnte. Wenn man das, was man sich erarbeitet hat wieder aufgibt – und dann läuft es doch irgendwie schief...? Dann lieber gar nicht erst riskieren...?
Das sind jetzt natürlich meine Gedanken. Sicherlich auch mit der Einfärbung, wie es mir vielleicht gehen würde.

Bleibt es denn dabei, dass du am Dienstag das Beratungsgespräch hast? Oder hast du doch noch einen früheren Termin bekommen?

Wie geht es dir denn heute, nachdem schon ein paar Tage ins Land gezogen sind?

Einen guten Tag dir! Mischa

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