Schwanger, baby zur Adoption freigeben ?

Hallo ich bin 21 und ungewollt Schwanger, habe es in der 16 ssw erfahren und bin jetzt in der 32 ssw. Also ich bin sehr am verzweifeln der Vater des kindes möchte gar nichts damit zutun haben und kann auch nicht zahlen ich selbst habe erst kurz vor der Schwangerschaft geschafft aus meiner Magersucht zukommen es war ein harter kampf ! Bin immer noch in Therapie und weiß das ich nicht ganz stabil bin und weiß ehrlich gesagt nicht ob ich das nach der Schwangerschaft schaffe! Ich selbst habe durch meine mutter auch schulden und hab meine Ausbildung nie zuende machen können durch die Magersucht! Meine mutter ist Alkoholkrank und ich denke einfach ich werde das alles niemlas schaffen habe kaum geld kann dem kind nichts bieten! In meiner familie gibt es einige probleme...
Ich wollte eigentlich immer kinder Haben ! Aber nicht zu diesem zeitpunkt und in dieser situation ich möchte das es dem kind gut geht.. Auch so versuche ich immer das treten zu ignorieren und versuche nie daran zu denken. Nun denke ich eben an eine adoption nach, was meint ihr ? Hat jemand erfahrung oder werde ich es komplett bereuen ?
Ohman ich bin so am verzweifeln und fühle mich schlecht😐 sorry für den Text

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Hallo,

ich bin selber adoptiert und werde nun zum 2. mal Mutter - der Weg dahin war sehr steinig. Das nur vorweg. Vielleicht hilft Dir bei Deiner Entscheidung mal die Meinung eines "Adoptivkindes" zu hören.

Meine Mutter hat mich damals mit 21 bekommen, die Zeiten waren andere ... steinig, kein Geld, vorbestrafter Vater der ein notorischer Fremdgeher war und regelmäßig meine Mutter geschlagen hat. Ich bekam ein Jahr später eine Schwester ... meine Mutter saß also mit 2 Kleinkindern, ohne Geld mit einem Schläger von Mann ... zu DDR Zeiten 1981. Sie bettelte sich durch die Verwandschaft, tat alles irgendwie mögliches, aber eines hat ihr immer wieder die Kraft gegeben weiter zu machen ... das waren wir Kinder.
Durch die persönlichen Umstände stand immer häufiger das Jugendamt vor der Tür und da zu DDR Zeiten das Thema Zwangsadoption allgegenwärtig war, kam was kommen musste ... wir wurden zur Adoption frei gegeben und kamen in ein Heim, später dann zu neuen Eltern. Das zu meiner Geschichte.
Jetzt kann ich Dir sagen, wie ein Leben für ein Kind ist, was mit dem Wissen aufwächst, adoptiert worden zu sein ... es ist Fluch und Segen zu gleich. Auf der einen Seite haben mir meine Adoptiveltern ein gutes Leben ermöglicht ... aber die Gedanken und Ängste im Kopf sind geblieben. Ich habe wahnsinnige Verlustängste, komm mit Trennungen nicht klar und leide noch heute darunter. Ein Kind erhält sein Urvertrauen bereits im Bauch zu seiner Mutter. Das bleibt. Als ich meine Mutter mit 18 das erste mal am Telefon gehört habe, wusste ich ... das ist sie, diese Vertrautheit ... die konnte keiner beschreiben. Das Verhältnis zu ihr ist trotz allem nicht sonderlich gut ... was auch dem Umstand geschuldet ist, dass uns so viele Jahre trennen. Das schmerz zusätzlich. Man gehört zusammen, aber dann auch wieder nicht.

So, nun bin ich selber Mutter geworden, habe mein Leben lang mit Depressionen gekämpft (durch die Adoption) habe eine Essstörung (Fresssucht) und auch keine abgeschlossene Berufsausbildung ... ebenfalls durch meine Depression etc.

Das kostbarste in meinem Leben sind meine Kinder, seit meine Tochter auf der Welt ist, habe ich keine Depressionen mehr, sie ist mein Ein und Alles und mir ist mittlerweile alles andere egal. Sie, bzw. meine Familie ist das, was wirklich wichtig ist im Leben. Jetzt kommt bald unser Sohn auf die Welt und meine finanzielle Lage ist jetzt nicht die Beste, aber wir haben uns ein Leben aufgebaut, wo wir mit dem was wir haben super klar kommen und das ohne Hilfe. Unsere Kinder werden sicher nicht mit dem Goldenen Löffel im Mund groß, aber das Wichtigste was Eltern einem Kind bieten können, ist deren uneingeschränkte Liebe. Nichts auf der Welt ist es wert, das ich mich von meinen Kindern trenne, es kann uns noch so schlecht gehen aber wir haben uns.

Ich kann Dir nu empfehlen, es zu versuchen. Eine Adoption ist endgültig. Du verlierst alle Rechte an deinem Kind, auf ewig. Es wird vielleicht keine optimale Familie finden, es wird Probleme haben und sich immer wieder die Frage stellen, weshalb seine Mutter es nicht wollte.
Sollte es wirklich nicht gehen, gibt es Pflegefamilien, die kümmern sich um Dein Kind, wenn du es wirklich nicht kannst, aber Du hast die Möglichkeit, am Leben Deines Kindes teilzuhaben, wenn Du alles in den Griff bekommen hast, es wieder selber zu versorgen. Aber gibt Deinem Kind die Chance, Deine Liebe zu erhalten.
Kinder sind so kostbar und das Wertvollste auf der ganzen Welt. In ihren Augen findet man ein Glück, was man so nie erleben wird, eine Liebe im Herzen, die mit nichts auf der Welt zu übertreffen ist.

Alles Gute! #klee#herzlich

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Ich wurde auch adoptiert. Wir Adoptivkinder haben zu unseren eigenen Kinder ein ganz besonderes Verhältnis.
Ich bin meiner Mutter dankbar, dass sie mich hergegeben hat. Sie hat mir ein tolles Leben ermöglicht.

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Ich bin auch froh in gewisser Weise. Meine adoptiveltern sind toll und ich war nicht einfach #rofl aber das was ich in meinem inneren all die Jahre ausgefochten habe, war schlimm.
Ich wäre nicht die, die ich heute bin, wenn ich nicht die Erziehung meiner Eltern genossen hätte.
Man weiß aber nie zu wem das Kind kommt und es kann die Hölle auf Erden erleben.

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Bitte lass deinen Beitrag in das Forum ungeplant schwanger verschieben.
Hier ist niemand der dir helfen kann, da alle ihr Kinder wünschen und behalten wollen.
Dort hast du evtl gleichgesinnte oder Verständnis.

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Hey! Ich finde deinen Hinweis mit dem Forumswechsel richtig und gut. Aber wieso denkst du, dass im Schwangerenforum niemand helfen kann? Auch wenn die Babies hier gewollt und erwünscht sind, kann man doch einen Rat geben.

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Habe es hier zu häufig gelesen, das diese Mädels negativ behandelt wurden und das wollte ich ihr ersparen. Daher der Hinweis auf den Wechsel.:-)

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Hallo :)

Ich würde dir Raten zu einer Beratungsstelle wie zB pro familia zu gehen. Die gehen alle Optionen mit dir durch und zeigen dir auch wo du welche Unterstützung bekommst. Dein Text zeigt eher das du eigentlich keine Adoption möchtest. Du bekommst vom Staat wirklich viel Unterstützung sowohl finanziell als auch bei der Erziehung zB Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Da brauchst du keine Angst haben die sind nicht nur böse ;)
Such am Besten die nächste Beratungsstelle raus und mach einen Termin.
Jedoch kannst nur du eine letztendliche Entscheidung treffen.
Alles Gute. :)

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Da bist du ja in einer schwierigen Situation. Ich würde dir raten, zur Ss Beratung zu gehen. Ich denke, dass die Fachleute dir da besser und professioneller helfen können. Warst du da schon?

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Vielen dank für deine Antwort!:-D Nein habe nächste Woche ein termin und habe echt angst meine Mutter und Schwester wollen mich gar nicht verstehen

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Die Beratungsstellen sind sehr nett. Vielleicht gibt es für dich ja eine Zwischenlösung und passende Unterstützung. Ich drück dir die Daumen.

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Ich wurde auch adoptiert. Allerdings ist meine Geschichte dazu absolut positiv. Meine Schwester, die 1 Jahr älter ist, und ich wurden vom JA aus der Verwahrlosung und vor dem Verhungern gerettet. Wir wurden aus verschiedenen Gründen als Baby bzw. Kleinkind in verschiedene Familien adoptiert und hatten beide eine tolle Kindheit. Meine Schwester hat mit 9 von der Adoption erfahren. Sie stellte sich natürlich immer die Frage nach dem warum. Ich erfuhr erst mit 24 davon, weil sie nach mir suchte. Ich kann für mich sagen, dass es für mich die richtige Zeit war. Ich hab ein super Verhältnis zu meinen Eltern und konnte ihre Angst vor der Beichte total verstehen. Aber mit 24 war ich mental gefestigt und konnte damit anders umgehen. Meine Schwester und ich haben bis heute einen tollen Kontakt, auch wenn uns die gemeinsame Kindheit fehlt. Zu unseren Erzeugern haben wir keinen Kontakt. Wollen wir auch nicht nachdem wir die Details unserer Adoption vom JA erfahren haben.
Mit meiner Geschichte will ich nur sagen, dass es auch positive Erfahrungen gibt. Ich stimme den anderen jedoch zu, dass du dir alle Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen solltest. Wie vorab schon gesagt, vielleicht gibt es eine Zwischenlösung für dich. Die Beratumgsstelle kann da sicher helfen.

LG Cala

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Die Entscheidung kann dir schlussendlich niemand abnehmen. Auch wenn der Kindesvater nicht zu dir steht wird er zum Zahlen verpflichtet ob er möchte oder nicht. Du hast auch Anspruch auf eine Menge von Hilfekeistungen die genannten Istitutionen können dir dabei helfen. Lass dich beraten und geh deine Möglichkeiten durch. Auch wenn es aussichtslos erscheint gibt es vlt einen Weg- das kleine Wesen hat sich doch immerhin ausgesucht und könnte für dich ev auch zum Anker werden.
Noch hast du Zeit bis zur Geburt. Lass dich ordentlich beraten und entscheide in Ruhe was für dich/euch das Beste ist.
Ich selbst wurde adoptiert und die Frage nach meiner Herkunft hat mich lange Zeit beschäftigt.
Wenn es aber für dich aussichtslos erscheint dann ist auch deine Entscheidung das Kind abzugeben zu bewundern und niemand hat dich dafür zu verurteilen. Es ist bewundernswert, dass du dem Kind trotzdem die Chance gibst zu leben.
Ich wünsche dir viel Kraft für die wichtigen Entscheidungen die anstehen.

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Ich finde es sehr verantwortungsvoll von Dir, dass Du Dir über die Zukunft Deines Kindes Gedanken machst. Ich war noch nie der Typ, der der Ansicht ist,dass jede Frau auch automatisch bei der Schwangerschaft eine perfekte, stabile und entspannte Mutter wird. Gerade hier bei urbia hat man in der letzten Zeit oft genug gelesen, dass die Geburt des Kindes eine mittlere Katastrophe war.
Auf der anderen Seite gibt es soviele Paare, die seit vielen Jahren ein Kind möchten und auch ein adoptiertes sicher lieben würden. Wenn Du Dich absolut einem Kind nicht gewachsen fühlst, dann sprich mit der Beratungsstelle darüber, sie können vielleicht auch den Kontakt knüpfen zum entsprechenden Bearbeiter des Jugendamts.
Es ist absolut nachvollziehbar, dass Du erst einmal Dein eigenes Leben in geordnete Bahnen bringen möchtest. Mach eine Ausbildung und stelle Dich auf eigene Beine - und löse Dich von der Familie, die Dich krank macht. Irgendwann lernst Du sicher auch einen liebevollen Partner kennen, mit dem Du Kinder bekommen und aufziehen kannst. Es ist weder Dir noch Deinem Kind gedient, wenn ihr euch die nächsten Jahre nur mit HartzIV und Therapeuten durchs Leben schlagt. Alles Gute für Dich. LG von Moni

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Sehr vielen Dank für deine antwort! 😊 nein das möchte ich nimals von harz 4 und Therapeuten mein ganzes leben zu leben zudem meine mutter selbst mich mit 20 bekommen hatte und immer von harz4 gelebt hat und für uns das alles sehr schwer war und wir alle davon irgendwie ein schaden abgekommen haben ! Und ich möchte das beste für das Kind!

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Ich selbst war zwar auch erst 18, als ich mein erstes Kind bekam, war auch alleine - aber - ich hatte einen gut bezahlten Job und war gesundheitlich/psychisch sehr sehr stabil.
Ansonsten hätte ich mir wahrscheinlich auch überlegt, mein Kind zur Adoption freizugeben, ehrlich! Denn Abtreibung war 1972 noch kein Thema.
Deswegen möchte ich Dir auch zu dem Entschluß wirklich alles Gute wünschen. Lass Dir von Profis helfen! LG Moni

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Ich finde es ganz schön stark, dass du so einen Weg in Erwägung ziehst!
Ich habe auch gehört , dass es die Möglichkeit einer Adoption gibt , bei der man noch hin und wieder Kontakt zum Kind hat. Also nicht als Unbekannte Person dasteht, sondern als biologische Mutter . Ich denke wenn Kinder so aufwachsen, können sie die Adoption nicht übel nehmen.

Persönlich "schlimmer" finde ich da den Fall bei Pflegekindern. Da würdest du ja noch deine Rechte behalten , wenn du also sicher wüsstest in kurzer Zeit kannst du dich um dein Kind kümmern sicher nichts schlechtes. Ich kannte aber eine Familie, deren jüngstes Kind ein Pflegekind ist. Seit er wenige Monate alt ist lebt er da und auch wenn er mit der Situation ganz gut umzugehen schien, war es echt hart für die Eltern. Die lieben das Kind ja auch und ständig die Sorge die Mutter nimmt es doch zurück . Als er im Kindergarten war bekamen sie die Vormundschaft glaube ich und damit Sicherheit .

Also ich denke kein System ist leicht und das beste ist, mit offenen Karten zu spielen und die bewusst zu werden was du möchtest. Aber da gibt es sicher tolle Beratungsstellen, Die dir helfen! Egal, Wie du dich entscheidest . Viel Glück wünsch ich dir!

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Mein Mann ist glücklich offeb adoptiert und auch wir haben unsere Kinder offen adoptiert - mit Kontakt zu den leiblichen Müttern.

Diese Konstellation ist sehr bereichernd für alle. Bei Fragen gerne via Pn.

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https://m.urbia.de/forum/18-trauer-trost/4955199-adoption

Vielleicht hilft dir der ausgang dieser "geschichte" ich finde es sehr mutig von dir und denke, dass es manchmal besser ist sich nicht mit aller gewalt zur mutterschaft zu zwingen, grad wenn man selbst schon so an sich zweifelt.

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