Schwanger obwohl angeblich unfruchtbar - schwere Entscheidung

Huhu,

dass ich hier mal reingehöre, hätt ich nie geglaubt. Mein Mann und ich haben zusammen zwei Mädels, die sind beide durch ICSI (Kinderwunschbehandlung) entstanden, was uns viele Nerven und viel Geld kostete. Wir waren aber überglücklich dass es 2x geklappt hat, mein Mann hat OAT III und es hieß es bestünde keinerlei Chance auf natürliche Zeugung.

Nun die Kinder sind 5 Jahre und 17 Monate, und wir sind nach einem Umzug in ein Haus (da unsere Wohnung für 4 Personen zu wenige Zimmer hatte), der extrem stressig und auch mit Ärger verbunden war, nun eigentlich wieder auf dem Weg in ein normales Leben mit endlich auch wieder ein bißchen Zweisamkeit als Paar gewesen. Leider fehlt es uns im Moment an so einigem, insbesondere Geld ist knapp, da vor einem dreiviertel Jahr die Firma, wo mein Mann beschäftigt ist, in finanzielle Probleme geriet und er seitdem weniger verdient. Die Firma kämpft auch immer noch.

Darum wollte ich ab Januar meine Kleine in der Kita eingewöhnen, sie hat schon einen Platz, damit ich mir einen neuen Job suchen und zuverdienen kann (meine alte Stelle war leider befristet).

Nun wir hatten im ganzen letzten halben Jahr sehr viel Stress mit dem Umzug usw. Zeit für uns gab's kaum. In den letzten 8 Wochen hatten wir nur 1x #sex, und da muss es passiert sein. Jedenfalls ging es mir in der letzten Zeit nicht so toll, müde, oft übel usw., darauf hin haben wir einen Test gemacht. Positiv. Die FÄ heute schätzte mich auf 7. Woche.

Wir wollten immer 2 Kinder, alle Pläne gingen dahin, dass ich nun, wenn die Kleine in die Kita geht, beruflich durchstarte und noch einiges erreiche. Mein Mann ist eine gute Ecke älter als ich, auch darum wollten wir keine weiteren Kinder mehr, er wollte evtl. beruflich für die Kinder etwas kürzer treten, damit ich wieder richtig arbeiten kann.

Nun, es ist wirklich eine finanzielle Katastrophe wenn nun noch ein Kind kommt, es kann einfach nicht reichen mit dem was mein Mann verdient.

Ich weiß auch nicht, wie ich das alles unter einen Hut kriegen soll, 3 Kinder und ich habe auch noch einen betreuungsbedürftigen, kranken Vater. Der ist zwar als Babysitter noch gut einsetzbar, aber muss halt dauernd zu irgendwelche Ärzten gefahren werden, und auch seinen ganzen Papier- und Finanzkram muss ich erledigen...stehe eh schon jetzt kurz vorm Burnout, wegen der vielen Baustellen, ich kann hier gar nicht alles aufzählen...aber andererseits: wie könnten wir dieses Wunder nun zerstören? Ich habe heut schon den Herzschlag gesehen! Ich werde nächste Woche einen Termin bei Pro Familia machen, aber es zerreißt mich einfach innerlich....

Was sagt ihr zu unserer Situation? (hab auch vor 2 Tagen im Schwangerschaftsforum dazu gepostet, wen es interessiert).

LG!

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Hallo,
ich möchte garnichts schönreden,aber den finanziellen Aspekt würde ich jetzt nicht als den Wichtigsten betrachten,da es sich auch in den nächsten Jahren noch ändern kann.
Was die anderen Belastungen geht...setzt euch zusammen und schaut was ihr auslagern oder wen ihr mit in die Verantwortung ziehen könnt.
Zum emotionalen Aspekt...könntest du ein Kind wegmachen lassen, wo ihr für die Geburt der zwei Geschwister soviel habt auf euch nehmen müssen? Könntest du das mit deinem Gewissen vereinbaren? Das frage ich dich ganz ohne Wertung meinerseits. Diese Gedanken machst du dir ja schon selber.
Ich hoffe,dass ihr eine gute Lösung findet.
LG,Anja

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Hallo, liebe Georgisleute,
es ist verständlich, dass es Dich innerlich zerreißt. Durch Deine persönliche Lebensgeschichte ist Dir bewußt, welch ein Wunder in Dir gerade geschieht. Aber auf der anderen Seite bereiten Euch die Finanzen Sorge. Gehe von Beratungstelle zu Beratungstelle und laß Dir aufzeigen, von wo Euch welche Hilfen zustehen. Es ist nicht leicht sich Pläne über den Haufen werfen zu lassen, aber ungeplante Geschenke sind immer die schönsten Geschenke.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

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Hi
Ich war vor einem Jahr in der gleichen Lage - ungeplant schwanger nach jahrelangen erfolglosen Versuchen schwanger zu werden, durch ICSI entstandene 4.5 Jahre alte Zwillinge, ich kurz vor dem burnout und gesundheitlich angeschlagen und schon über 40 Jahre alt. Ich habe mich nach langer Entscheidungsphase gegen das neue Wunder entschieden, da für mich einfach zuviel auf dem Spiel stand.

Aus heutiger Sicht bin ich einerseits froh, kein drittes Kind zu haben, andererseits frage ich mich noch immer, ob es nicht doch irgendwie gegangen wäre. Fakt ist, dass ich das schlimmste Jahr meines Erwachsenenlebens hinter mir habe, mit unzähligen geweinten Tränen. Wie es mit einem dritten Kind wäre, weiss ich nicht, ich habe mich aber schon ein paar Mal gefragt, weshalb ich mir das angetan habe, mit einem Kind wäre es zwar auch hart, aber dann hätte ich wenigstens etwas zum Freuen (im optimalsten Fall...). Tatsache ist auch, dass das dritte Zwerglein jetzt auch zur Familie gehört irgendwie, ich dachte etwas naiv, dass der Abbruch die SS sozusagen ungeschehen macht, das ist aber definitiv nicht der Fall.

Ich würde einfach gut in Dich hineinhorchen und versuchen zu spüren, was für Dich der richtige Weg ist. Dein Fall ist übrigens nicht so einzigartig wie Du vielleicht glaubst, ich kenne mittlerweile ein paar Frauen, denen es ebenso wie uns ging und die - medizinisch fast unmöglich - schwanger wurden. Ich glaube, dass eine ungeplante SS einfach Ambivalenzen mit sich bringt, und dass diese auch weiterhin bestehen bleiben und von Dir aufgelöst werden müssen, egal für welchen Weg Du Dich entscheidest. Ich würde Dir auch empfehlen, keine Vergleich mit den beiden ersten SS zu ziehen, wo vermutlich Ihr und das gesamte Umfeld Luftsprünge gemacht haben.

Alles Gute.

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Danke dir, dass du mich an deiner Erfahrung teilhaben lässt. Dass es in diesem nicht die "richtige" Entscheidung gibt und beide Wege hart sind, ist uns bewusst. Ich danke allen die mir ihre Gedanken hierzu mitteilen. Es hilft mir alles genau zu reflektieren.

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Vielleicht spürst Du schon, in welche Richtung es geht bei Dir. Was helfen könnte ist, dass Du Dich aufs Wesentliche konzentrierst, d.h. schau alle Deine Ängste an und überlege, welche davon lösbar sind und welche nicht. Bzgl der nicht lösbaren musst Du eine Entscheidung treffen, d.h. kannst / willst Du damit leben oder eben nicht. Wenn Du genau in der Mitte zwischen Wollen / Nichtwollen hängst, dann könnte Deine übergeordnete ethische Haltung (zB ab wann ist der Embryo für Dich persönlich Dein Kind, bist Du grundsätzlich für oder gegen SSabbruch eingestellt) eine Entscheidungshilfe sein.

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Hallo georgiasleute,

bin gerade zufällig über bzw. in dieses Forum "gestolpert" und fühle mich von Deinem Posting sehr "angesprochen".

Wir haben eine ähnliche Kinderwunsch-/Familiengeschichte. Auf unser erstes Kind mussten wir lange warten, durften unsere älteste Tochter erst nach KiWu-Behandlung in den Armen halten. Diagnose: #schwangerschaft auf natürlichem Weg sehr schwierig bis nicht möglich. Umso überraschter waren wir, als sich ca. 15 Monate nach der Geburt unseres ersten Kindes das zweite "einschlich"- einfach so und völlig unerwartet. Die "Möglichkeiten", bei denen unser "Mini" entstanden sein kann, ließen sich "an einer Hand abzählen" #hicks #schein. Meine Frauenärztin nannte es "eine kleine, medizinische Sensation", da "am Ende eines unendlich langen Zyklus dann doch mal ein Eisprung statt gefunden haben müsse" #rofl #ole. Und genau dieses #ei haben die "blinden, tauben und nahezu lahmen" #schwimmer meines Mannes perfekt "getroffen" :-p ;-).

Wir waren soooo happy, auf "wundersame Weise" zwei gesunde Kinder haben zu dürfen. Und unsere Familienplanung damit "definitiv" abgeschlossen. Einerseits aus medizinischen Gründen (nach Aussage der Ärzte sollten wir uns ohnehin keine Hoffnung auf eine weitere #schwangerschaft machen- was für uns ohnehin kein Thema war), andererseits, weil wir uns komplett- und komplett ausgelastet- fühlten.

Umso überraschter- und geschockter- waren wir, als ich im Sommer 2011 plötzlich (einer Eingebung folgend- keinerlei Anzeichen) einen positiven #schwangerschafts-Test in der Hand hielt. Wir hatten es keinesfalls darauf "angelegt" (sollte ja angeblich ohnehin nichts "nützen") und wollten auch gar kein weiteres Kind. Die Begeisterung hielt sich anfangs entsprechend sehr in Grenzen, eine Abtreibung kam für uns jedoch nicht in Frage. Zwischen all' den Gedanken (können wir drei Kindern gleichermaßen gerecht werden, wo bleiben wir selbst, was wird aus meinem Job, reicht das Geld notfalls auch ohne diesen, ...) kam ganz allmählich doch Freude auf über diesen Winzling, der sich noch "dazu gemogelt" hatte und ganz offensichtlich genau zu UNS wollte. Leider durfte diese dann nicht lange währen- wir mussten gegen Ende des dritten Monats #schwanger Abschied nehmen von unserem "Krümel" #stern. Trauer und Schmerz trafen uns unerwartet und heftig, schienen zunächst nicht zu vergehen. Nach der Bestattung unseres #sternchens Anfang Dezember 2011 konnten wir zum ersten Mal überhaupt wieder ein wenig nach vorn schauen, haben einen ganz leisen Gedanken daran "verschwendet" wie es wäre, es ganz bewusst noch einmal zu versuchen mit dem #schwanger werden. Die Angst, dass es dann erwartungsgemäß nicht "klappen" oder falls doch erneut etwas passieren würde, war fast ebenso groß wie die Trauer um unseren "Krümel".

Und die Gedanken nicht einmal "zu Ende gedacht", als ich Anfang 2012 erneut #schwanger wurde. Mit dieser #schwangerschaft kamen die (Lebens-)Freude und unsere Zuversicht zurück, dass alles gut gehen wird. Unsere jüngste Tochter ist inzwischen 13 Monate alt und, ebenso wie ihre "großen" Schwestern, ein absoluter #sonnenschein!

Inzwischen sind wir absolut dankbar und glücklich, dass uns diese Entscheidung vom Schicksal "abgenommen" wurde. Es fehlte noch Jemand so sehr in unserer Familie (vor allem nach dem Verlust unseres Winzlings während der dritten #schwangerschaft), das hätten wir vorher niemals für möglich gehalten. Jetzt sind wir zu fünft und endlich "komplett" :-)!

Zu Eurer (ja wie gesagt ähnlichen Situation) möchte ich sagen: wo ein Wille ist, ist ganz bestimmt auch ein Weg! Und da Du bereits jetzt von Eurem "Wunder" schreibst- hört auf Eure #herzlich#herzlichen und lasst diese entscheiden! Die finanzielle Situation spielt sicherlich eine Rolle, sie sollte jedoch nicht über das Leben eines Kindes entscheiden. Im ersten Jahr bekommt Ihr Elterngeld, davon abgesehen Kindergeld- und ja, es ist anstrengend, aber danach durchaus möglich, auch mit drei (kleinen) Kindern zu zweit berufstätig zu sein!

Alles Gute für Euch und Eure Entscheidungsfindung #blume!

Liebe Grüße,

Kathrin

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Hallo,

höre auf dein Herz! Ich denke, du würdest nicht glücklich werden, wenn du dich gegen dieses Wunder entscheiden würdest! Ich wurde mit 39 auch ungeplant schwanger. 2x geschieden und mein Partner, mit dem ich inzwischen 13 Jahre zusammen bin, wollte aus Angst kein eigenes Kind (ich habe 2 Jungs aus vorherigen Ehen und sein Brüderchen war schwerstbehindert mit unbekannter Ursache auf dem Stand eines Säuglings). Naja, ich verhüte seit Jahren auf natürliche Weise und dieses eine Mal hatte ich mich um eine Woche verrechnet. Ich wusste sofort, dass ich schwanger war, denn sowas war mir noch nie zuvor passiert. Es war gewiss nicht einfach aber mein kleiner Rechenfehler wird bald 5 Jahre alt und egal was passiert und wie schwer es manchmal war und bestimmt auch mal sein wird, nie und nimmer hätte ich mich anders entscheiden wollen! Das behinderte Brüderchen verstarb leider, als unsere Tochter 9 Monate alt war. Ich glaube, wenn sie nicht gewesen wäre, alle hätten den schweren Verlust nicht überstanden! Es sollte einfach so sein, dass sich unsere Maus noch in unser Leben schleicht! Sie hat in dieser Zeit der tiefen Trauer allen einen Lichtblick gegeben und tut dies immer noch tagtäglich! Dir alles Gute und wie anfangs schon gesagt, höre auf dein Herz! Man kann alles schaffen, wenn man an sich glaubt und es von Herzen auch will!

LG

8

Huhu...

Also - ich habe einen ähnlich Weg zu meinem ersten Kind hinter mir, wie du...
Mein kleiner hat sich dann mit homöopathischer Unterstützung "eingeschlichen"...obwohl es zu 99% und von drei verschiedenen Ärzten bestätigt wurde: " wenn sie natürlich #schwanger werden, ist das ein 6er im Lotto"...wir hatten also zwei mal diesen 6er...und obwohl ich nicht glaube, dass es noch ein drittes mal passieren würde, verhüten wir ( konnte bei dir diesbezüglich nichts rauslesen? )...
Ich bin grundsätzlich - außer in schwerwiegenden Situationen, wie Vergewaltigung - gegen Abtreibung. Eben aus meiner persönlichen Erfahrung, meinem Kinderwunschweg. Ich weiß ( und du ja auch ), wie langwierig, schmerzhaft und nervenaufreibend es war, um endlich #schwanger zu werden. Diese Sehnsucht nach einem eigenem Kind. Niemals könnte ich so ein Wunder dann nicht austragen. Meine Oma ist sehr gläubig und sagt immer " alles passiert aus einem Grund". Oft hat sie mit diesem Spruch recht. Auch bei uns wäre ein drittes Kind im Moment eine Katastrophe und da meine Eltern mir sehr viel bieten konnten, habe ich natürlich auch sehr hohe Ansprüche an mich. Ich kann deine Angst das alles nicht zu schaffen, verstehen - aber: du hast schon zwei Kinder großgezogen, du wirst es mit einem dritten bestimmt auch schaffen.

Wenn du schon selbst schreibst, dass es dich zerreißen würde, dann ist Abtreibung bestimmt nicht der richtige Weg.
Versuche dankbar für dieses "Wunder" zu sein. Ich bin nicht sehr gläubig, aber ich glaube schon, dass der liebe Gott nur Menschen auswählt, die auch stark genug sind ihr "Schicksal" anzunehmen.
Ich wünsche euch viel Kraft für eure Entscheidung, wie immer sie ausfallen mag.

LG,

Saskia

9

Dein VK Motto sagt doch schon alles ;-)...

Du schaffst das mit Sicherheit!

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Du weißt wie schwierig es sein kann ein Baby zu bekommen, es zerreißt dich jetzt schon innerlich, glaubst du wirklich das du es ertragen kannst wenn du dein Kind abtreibst? Ein Baby muss am Anfang doch wirklich nicht viel kosten, gerade bei 2 älteren Geschwistern. Meine sind selber 2,5 Jahre aus einander. Wirklich gebraucht hätten wir wenig für die Zweite. Wenn sich die Finanzielle Lage bis dahin nicht gebessert hat ist es ja vielleicht eine Lösung das dein Mann dann in Elternzeit geht und du dafür "beruflich durchstartest" wie du es so schön gesagt hast? Oder eine Tagesmutter sich zeitnah um das jüngste kümmert? Überlege es dir gut, und denke an die Zeit zurück in der ihr alles für dieses Geschenk gegeben hättet.

littlequeen

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siehe es als wunder und wie du bereits geschrieben hast fragst du dich selber ob du dieses kleine wunder einfach zerstören willst.

es gibt immer irgendwelche wege und das mit zwei drei oder mehr kindern. den perfekten Zeitpunkt für kinder gibt es nicht und manchmal spielt das Schicksal ein komisches spiel.nun würde ich mir das an eurer stelle gut überlegen, nicht das du abtreibst und ihr es später bereut.

lg

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