Adoption?

Hallo
ich bin ungeplant schwanger geworden und weiß, dass ich einem weiteren Kind keine Zukunft bieten kann, es würde uns alle in den Abgrund ziehen.
Aber eine Abtreibung könnte ich nie verkraften. Ich weiß, dass Adoption bestimmt schwer wird für mich, es ist aber die einzige Möglichkeit und seit ich mich mit dem Gedanken angefreundet habe, geht es mir wieder sichtlich besser. Ich weiß einfach, dass es die richtige Entscheidung ist. Es wird wundervolle Eltern bekommen, die sehr lange auf diesen Schatz gewartet haben. Der Kindsvater ist inzwischen auch dafür.
Jetzt weiß ich nur nicht, wie ich weiter vorgehen muss. Wohin wende ich mich? Gibt es eine Möglichkeit, dass die neue Mama bei der Geburt dabei sein kann um das Baby gleich in Empfang zu nehmen. Es auf den Bauch gelegt bekommt? Denn das möchte ich selbst nicht übernehmen.
Bitte helft mir.

1

Hallo,

ich kann deine Entscheidung gut verstehen und finde es richtig das du es auf diesen Weg versuche willst. Diesen Weg zu gehen ist nicht einfach, oft wirst du an deine Grenzen kommen, denn irgendwie baust du ja eine Bindung zum Baby auf, aber die Stellen stehen dir bei. Und der KV es ist sehr wichtig, das ihr beide an einem Strang zieht!

Also als 1. Möglichkeit gibt es natürlich das Jugendamt, wo man sich hin wenden kann, die kennen sich damit bestens aus

gebe dir mal 2 Internetseiten, diese dir wunderbar zeigen und wie und was man da machen kann!

http://www.adoption.de/

http://www.zukunftfuerkinder.de/

ich hoffe ich konnte dir ein wenig helfen?

Ich wünsche dir alles gute und viel Kraft

2

hallo!

zum ersten tut mir es sehr leid, dass du vor so einer entscheidung stehst. ich kann gut nachvollziehen wie du dich fühlst.

als ich mit meinem sohn ungeplant schwanger wurde, gings mir ähnlich. ich war gerade dabei richtig karriere zu machen, da war kein platz für ein Kind. abtreiben hätt ich es aber nie können. deshalb kam für mich nur eine anonyme geburt in frage (so nennt man das bei uns in Österreich). das bedeutet, du bringst das kind ganz normal zur welt, bekommst es aber nicht zu gesicht. es wird dir danach gleich abgenommen und zu den adoptiveltern gebracht.

bis zum 7. monat war für mich alles easy. ich hab zwar alle untersuchungen gemacht und für eine gesunde entwicklung gesorgt. aber für mich wars klar, das ich keine mutter sein möchte. im 8. monat hats dann klick gemacht und ich wusste, dieses Kind gehört zu mir und zu niemanden anderen.
ja, und heute ist er 7 jahre alt, mein ganzer stolz und jetzt basteln wir noch an einem geschwisterchen.

ich will nicht sagen, dass es dir gleich ergehen wird wie mir. aber es wird sicher sehr schwer werden. denn wenn ich das richtig rausgelesen hab, bist du schon mutter und weißt deshalb wie schön eine schwangerschaft ist.

google doch einfach mal im internet, da findest du sicher was zu dem thema. oder erkundige dich im krankenhaus. das hab ich damals gemacht.

ich wünsch dir auf jeden fall viel kraft - egal welche entscheidung du triffst.

alles liebe!

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Das ist eine sehr schwere Entscheidung die du da getroffen hast.

Ich habe vor dreieinhalb Jahren unsere Lara adoptiert. Laras Bauchmama hatte ähnliche Beweggründe, sie hat auch mit entschieden in welche Familie Lara kommt. Sie kannte nur unsere Geschichte u konnte sich gut vorstellen, dass ihr Kind bei uns aufwächst.

Ich bin so dankbar dass sie die Entscheidung zur Adoption getroffen hat. Wir haben uns einmal kurz beim Jugendamt getroffen. Es handelt sich um eine halb offene Adoption, d. h. Wir kennen uns, dürfen aber keinen Kontakt aufnehmen. Ich schreibe einmal im Jahr eine Karte u Lege Fotos bei. Das geht ans Jugendamt und wird weitergeleitet. Lara wächst damit auf adoptiert zu sein u darf - wenn sie möchte- ihre Bauchmama später kennen lernen. Es ist alles geregelt u wir sind sehr sehr glücklich.

Unsere Adoption lief übers Jugendamt, oftmals läuft das aber auch über das SKF.

Ich hoffe mein Beitrag bestärkt dich in deiner Entscheidung. Ich kenne übrigens einige Fälle in denen die Adoptiveltern ihr Baby gleich im Kreissaal in Empfang nehmen durften.

Alles Gute Dani mit Ben u Jona im Herzen u Lara, Luis u Paul an der Hand
www.ben-sternenkind.de

4

Hallo!

Was für eine schöne Vorstellung, dass die Adoptiveltern "ihr" Baby gleich im Kreissaal in Empfang nehmen sollen :-)

Ich bin auch adoptiert worden und kam erst mit 4 oder 5 Monaten zu meinen Adoptiveltern. Bis dahin war ich, glaub ich, im Kinderheim.
Früher hat mich das nicht gestört, aber seit ich selber Kinder habe, finde ich es soooo traurig, dass ein Baby nach der Geburt nicht gleich bei Mama kuscheln darf, sondern weg gebracht wird und sich dann verschiedene Krankenschwestern/Hebammen oder sonstwer um das Baby kümmern.

Du solltest Dich an das Jugendamt wenden, die helfen Dir bestimmt!
Und sag denen genau, was Du für Vorstellungen hast!

Ich wünsche Dir alles Gute! Lg paula

5

Hallo!

Wende Dich ans Jugendamt. Die haben viele Bewerberpaare für Adoptionen, und werden Dir mehrere vorschlagen. Du darfst aus einer Auswahl überprüfter Paare aussuchen. Eine offene Adoption mit Übergabe im Kreißsaal ist auch möglich, auch Kontakte sind erlaubt.

Du darfst es Dir auch bis zuletzt überlegen, und sogar noch ein paar Wochen nach der Geburt Deine Meinung ändern, wenn Dein Kind Dir dann doch fehlt.

ich finde diese Entscheidung wirklich toll! Es ist sicher nicht der einfachste Weg, aber ein sehr guter.

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Hallo,

ich kann mich den anderen nur anschließen. Das Jugendamt ist auf jeden Fall die richtige Anlaufstelle und wenn ihr eine ähnlich nette und einfühlsame Adoptionsberaterin habt, wie wir in unserem Jugendamt bist du da sicher in guten Händen. Wir haben vor knapp 2 Jahren unseren damals 3jährigen Sohn adoptiert und sind auch in Kontakt mit seiner ersten Mama, was für uns alle die richtige Entscheidung war und ist.

Wenn du Interesse hast, es gibt seit Kurzem auch einen Club hier, der für alle Adoptionsbeteiligten offen ist: http://www.urbia.de/club/Adoptions-Treffpunkt.

Ich wünsche dir alles Gute!
Claudia

7

Hallo,

ich schreibe Dir als Adoptiv- und Pflegemami von zwei wunderbaren Kindern für die wir als annehmende Eltern sehr dankbar sind. Vielleicht können meine Zeilen Dir helfen Deine Entscheidung zu festigen bzw nochmal zu überdenken.

Eine Adoption / Pflegschaft ist ein großer menschlicher und bürokratischer Kraftaufwand für alle Beteiligten und dabei kann viel gut und auch so einiges weniger gut gemacht werden. Auch Du als "Bauchmama" hast Rechte - auch wenn wir als annehmende Eltern dass nicht immer hören wollen.

Du hast zwei Möglichkeiten beim Thema Adoption. Die eine wäre Du gehst aufs Amt für Jugend und Familie in die Adoptionsvermittlungsstelle und lässt Dich dort beraten. Die Mitarbeiter beraten dort wenn sie gut geschult sind neutral und loyal. Dann passiert bis zur Entbindung nicht viel.

Die Alternative wäre Du wartest bis zur Entbindung ab. Wenn Du Dich in der Entbindungsklinik anmeldest solltest Du von Deinem Vorhaben den netten Menschen dort eine Information geben. Dann wird mit Dir noch sensibler umgegangen. Du solltest Dir vorher Gedanken machen ob Du das Kind sehen willst und sollte das nicht der Fall sein dann sage das den Leuten notfalls auch mehrfach sehr deutlich. Es gibt immer wieder Fälle wo Krankenschwestern den Bauchmamas die Babys auf den Bauch legen und bei einigen Fällen klappt das Vorhaben der Krankenschwestern und die Kinder bleiben bei der Bauchmama und haben ein sorgenfreies Leben, es gibt leider aber auch Fälle wo die Babys mit den Bauchmamas nach Hause gehen und diese dort dann doch mitbekommen dass sie es nicht schaffen und das Kind wird leider zum Opfer und es beginnt eine nicht immer schöne Zeit für Bauchmama und Kind bis schließlich das Kind in einer Pflegefamilie landet.

Wenn das Kind dann auf der Welt ist und das Personal des Krankenhauses Deine Wünsche respektiert hat, wirst Du theoretisch auf der Frauenstation landen und wenn es Dir gut gehen kannst Du nach relativ kurzer Zeit mit Abstilltabletten nach Hause. Das Kind und auch die neuen Eltern lernst Du nicht kennen.
DEIN RECHT: Du hast acht Wochen nach der Entbindung Zeit (Wochenbettphase) das Kind zurückzufordern. Eher darf es nicht zu einer Adoption kommen. Mit viel Glück kannst Du bestimmen in was für eine Familie es kommt. Wenn Du Glück hast und die annehmenden Eltern bereit sind kannst Du in gewissen Abständen über das Amt erfahren wie es den Kind gibt (offene Adoption - rechtlich das selbe wie bei einer anonymen Adoption.) Wir als annehmende Eltern wurden damals geschult darin wie ein "Tagebuch" an die Bauchmama aussehen kann mit jährlichen Briefen. Das ist aber alles vom Willen der Adoptiveltern abhänig.

In dem Moment wo Du Deinen Willen bekundest das Kind zur Adoption freizugeben (spätestens nach der Geburt) gibt es einen Anruf in Amt und dann fangen die Mühlen im Amt an zu arbeiten. Wenn es dem Kind gut geht wird es je nachdem wo Du wohnst entweder sofort in eine Adoptionsfamilie gegeben oder es kommt in eine Bereitschaftspflegefamilie und nach Ablauf der acht Wochen wird dann weitervermittelt.

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig helfen und wenn Du magst schreib mich einfach an.

Und so begann unsere Geschichte vor über zehn Jahren. Mein Mann und ich wollten immer Kinder haben und als es irgendwann nicht klappte und auch die Diagnose feststand gingen wir aufs Amt und stellten einen Antrag. Im Vergleich zu den anderen Bewerbern waren wir erstaunlich jung und ohne Erfahrungen in Kinderwunschzentren. Nach Monaten der Bewerberphase und so einigen Gesprächen und Seminaren waren wir anerkannte Adoptiveltern mit der Option auch ein Pflegekind aufzunehmen. Wir waren eines von wenigen Paaren die vom Alter des Kindes flexibel waren. Tja und dann kam Weihnachten und es klingelte früh das Telefon. Ich informierte meinen Mann, der noch arbeitet und wenige Stunden später waren wir Eltern. Es ist immer noch wie im Film. Der Bauchmama bin ich von tiefsten Herzen aus dankbar dass sie sogut in der Schwangerschaft für das Kind gesorgt hat. Nur wenige Stunden nach der Geburt ging sie nach Hause - erst danach erhielten wir den Anruf. Unser zweites Geschenk kam einige Monate später zu uns - zwangsweise entzogen mit Nikotinentzug und Verdacht auf Alkohol und Drogen uvm. Die Bauchmama von Nummer zwei ist das ganze Gegenteil wie die von Nummer eins. Wir haben die Kinder mit ihrer Vergangenheit so angenommen so wie sie sind, auch wenn die nicht immer einfach war. Beide wissen darüber bescheid dass es noch "Bauchmamas" gibt und wurden bei uns wenn immer Fragen kamen altersgerecht aufgeklärt - in kleinen Portionen. Und jetzt ist wieder Weihnachten und wir zünden jedes Jahr eine extra Kerze an - an dem Tag wo der Anruf kommt. So machen wir es auch bei Nummer zwei und sollte irgendwann Nummer drei einziehen dann zünden wir auch dann eine Kerze an.

Mache Dir im Vorfeld Gedanken ob Du das Kind später kennen lernen möchtest. Meine Kinder wollen die Bauchmamas sehen und mit ihnen reden. Zu wissen wo da Lachen oder auch die eine oder andere Art kommt das wollen die Kinder wissen - keine Vorwürfe. Das Wissen woher sie kommen ist wichtig. Mein Mann und ich sowie auch viele andere annehmende Eltern können nur die Zukunft geben, die Vergangenheit das bist Du und die anderen Bauchmama´s.

Alles Gute und eine besinnliche Zeit

Sally

8

Hallo,

Ich Wünsche dir viel kraft und Mut für diese schwere zeit die vor dir liegt.

Bei unserem Jugendamt ist es selbstverständlich, wenn eine offen eoder Halboffene Adoption geplant ist, dass die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern sich kennenlernen VOR der Geburt.

Du kannst Wünsche bezüglich der adoptiveltern äußern z.b. Es soll kein Einzelkind sein, sondern bereits ein oder 2 Kinder in der annehmenden Familie leben oder ggf religiöse Wünsche wie etwa muslimische Adoptiveltern. Das Jugendamt wir versuchen diese weitestgehend zu berücksichtigen.

Wende dich an dein lokales Jugendamt an die adoptions und pflegevermittlungsstelle. Sie beraten dich umfassend und sind SEHR nett und kennen sich gut aus.

Selbstverständlich musst Du Dein Kind nicht auf den Bauch nehmen, sondern das Kind kann ggf aus dem Raum gebracht werden. Eine Anwesenheit der Adoptiveltern bei der Geburt ist möglich, ich kenne 2 Paare bei denen eine direkte übergabe statt fand. Allerdings weiß ich nicht ob alle Jugendämter das machen. danach könnt ihr euch treffen oder Briefe austauschen oder keinen Kontakt haben. Dazu berät dich auch das Jugendamt.

Frühestens 8 Wochen nach der Geburt kannst du dann beim Notar der Adoption durch das paar zustimmen.

Solltest du anonym gebären wollen, müsstest du dir eine Klinik suchen, in Mannheim zb die hedwigsklinik, und einfach dorthin gehen, wenn die Wehen einsetzen und kannst dann jederzeit gehen. Dann entfällt die Zustimmung zur Adoption. Falls du dich hierfür entscheidest wäre es toll für dein Kind, wenn du ihm einen Brief mitgeben würdest und deine Beweggründe erklärst und ggf ein Foto und deinen Vornamen dazu legst/schreibst (auch vom vater) So dass es für das Kind später leichter ist das alles zu verkraften.

Wünsche die alles gute und viel kraft !!

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