Kind (17Monate) motorisch entwicklungsverzögert- Schwer krank? Hilfe =/

Hallo zusammen!

Erstmal danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, den Text zu lesen- ich bin echt verzweifelt und weiss nicht mehr weiter.

Zum besseren Verständnis die Vorgeschichte:
Ich schreibe euch bezüglich meines Sohnes, der in einer Woche 17 Monate alt wird. Er ist im unteren Bereich seines Körpers sehr hypoton (schlapp), hat aber dennoch starke Reflexe und keine Muskelschwäche. Dennoch gilt er als deutlich Entwicklungsverzögert bzgl seiner Motorik.

Kognitiv ist er ziemlich weit, das Spielverhalten ist seinem Alter, im Rahmen seiner motorischen Fähigkeiten, altersentsprechend. Er liebt sortierspiele, seine Autos und seine Bücher. Er spricht schon recht viel, fing damit auch früh an, bildet erste 2-3-Wort-Sätze („Papa, da, Ball!“ , „Papa,Baum!“). Wenn man es von ihm fordert winkt er, und gibt High-Fives.  Im direkten Umfeld, sowohl in Familie als auch Freundeskreis, haben wir im selben Alter direkte Vergleiche, und dort ist er nicht nur kognitiv mindestens gleichauf, sondern sprachlich wesentlich weiter. Sozial ist er ebenso ziemlich stark.

Aber:
Von Geburt an war er immer etwas „träge“, so fiel ihm anfangs das Trinken beim Stillen schwer, diese Probleme gaben sich aber recht schnell. Bis zum Ende seines 7. Lebensmonats hatte er Blockaden in Brust und Nacken, welche erfolgreich gelöst werden konnten, leider erst so spät. Daher mochte er zunächst keine Bauchlage, Köpfchen heben viel ihm schwer, und erst mit etwa 10 Monaten konnte er sich von Bauch auf Rücken und zurück drehen. Er kam nicht ins krabbeln, rollte aber kurze Zeit später munter durch unser Haus, und erreicht auf die Art immer sein Ziel.

Da wir das von seiner Schwester so nicht kannten, sie war in dem Alter wesentlich schneller, entschlossen wir uns, vom Kinderarzt Physiotherapie einzufordern, welche dann Ende März dieses Jahres auch startete. Genau so verlangten wir Heilpädagogik, was letzte Woche startete. Ebenso bekamen wir eine Überweisung zum SPZ, wo er das erste Mal im Mai vorstellig wurde.

Zum Positiven:

Seitdem die Physio gestartet ist (2x die Woche) macht er stetig Fortschritte, in den letzten Wochen sogar sehr große. Zunächst war er im Rumpf hypoton, das hat er sich erfolgreich wegtrainiert und ist kein Thema mehr. Vor 2 Monaten entdeckte er das Robben, und bewegt sich seitdem in einer Mischform aus Robben und Rollen fort (je nachdem, was aufgrund der Distanz mehr Sinn macht). Seit 2 Wochen setzt er sich in flüssigen Bewegungen hin, sitzt dabei auch sicher! Vom Sitzen kommt er auch wieder ins Robben bzw.Rollen.
Er richtet sich inzwischen auf die Knie und fängt seit ein paar Tagen an, sich hochzuziehen, und kommt kurzzeitig in den Stand..dafür muss das Ziel allerdings schon sehr interessant sein.

Nun endlich ( ;-) ) der Grund, warum ich hier schreibe:

Vor 2 Wochen hatte er seinen zweiten Termin im SPZ. Dort ist man ratlos, warum er so ist wie er ist, trotz einem eigentlich hoch dekoriertem Team. Daher wurden wir zunächst wieder nach Hause geschickt. Laut denen klafft zwischen kognitiver und motorischer Entwicklung ein großer Spalt. In einem Schreiben, welches an Kinderarzt und uns ging, und in einem Telefonat wurde uns mitgeteilt, dass sie gerne einen MRT für Kopf und Wirbelsäule machen würden.

Man möchte ein sog. „Tethered Cort“ am Rücken ausschliessen, dabei sagte man mir am Telefon , dass es zwar nicht wahrscheinlich ist, dass er sowas hat da sehr viel dagegen spricht; man möchte es jedoch zu 100 % ausschliesen, und dafür braucht es einen MRT. Soweit so gut. Was aber im Bericht steht, mir schlaflose Nächte (im wahrsten Sinne des Wortes) raubt:

Ich zitiere:

„Differentialdiagnostisch ist auch überlegt worden, ob ggf. eine Erkrankung aus dem Kreis der Myelisierungsstörungen vorliegen könnte, die sowohl die peripheren als auch die zentralen Nervensysteme betrifft, sodass die gesteigerten Reflexe und die ausgeprägte Hypotonie dann doch zusammen passen könnten“.


Diese Aussage haben wir nur schriftlich, und die behandelnde Ärztin, die das verfasst hat, befindet sich nun im Urlaub. Am Telefon wurde diese Überlegung nicht geäussert.
Google ich sowas, ist mein Sohn (über kurz oder lang) schwer behindert und hätte eine geringe Lebenserwartung.
Interpretiere ich den Satz damit korrekt, oder ist es überlegt, aber ausgeschlossen worden (Weil „Differentialdiagnostisch“)?!

Das Thema ist schon heftig und dann hätte man uns doch über den Verdacht persönlich informiert, insofern es eine tatsächliche Überlegung ist, nehme ich zumindest an. Zudem konnte man ihn bislang nie, ausser Reflextests, untersuchen, da er seit seinen ersten „bewussten“ Impfungen sofort Panik kriegt, wenn er nur einen Arzt im selben Raum sieht. Erschwerend dazu kommt, dass er aus o.g. Gründen dann eben auch nicht zeigt was er eigentlich kann und wie er drauf ist. Der Verdacht basiert daher nur auf Beobachtungen.
Unserem Gefühl nach passt das Geschriebene nicht zu seinen aktuellen Fortschritten und seiner bemerkenswert guten kognitiven Entwicklung. Ich schau mir den kleinen Wurm an, wie fröhlich und vor allem aktiv er ist, und die Welt gerade entdeckt, und könnte jederzeit heulen.

Daher mein Posting hier. Ich bin komplett verzweifelt, schlafe wenig, esse kaum, mir ist den ganzen Tag speiübel und ich kann an nichts anderes mehr denken. Meine Frau hingegen ist aktuell gelassen, da eine finale Diagnose ja erst mit dem MRT zu erwarten ist und er ja ein ansonsten fittes Kind ist.

Durchsuche ich Foren, wo Kinder im etwa selben Alter dieselben Probleme aufweisen (und teils noch weiter hinterherhängen) wird oft gelassen reagiert, da jedes Kind sich anders entwickelt. Und auch das passt einfach nicht mit den krassen Vermutungen des SPZ zusammen, im Vergleich wird ja mit Kanonen auf Spatzen geschossen.

Anhand meines Postings, was meint ihr? Übertreibe ich? Der Gedanke und die Angst vor einer schweren (motorischen und irgendwann auch geistigen) Behinderung lässt mich nicht los.

Vielen, vielen lieben Dank fürs Lesen und Antworten.

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Was dein Sohn hat oder nicht hat, kann dir hier keiner sagen. Aber: Ärzte werfen oft relativ gedankenlos mit grossen Worten oder Diagnosen um sich her, einfach um sich abzusichern oder weil sie sonst keine Idee haben. Was das mit den Eltern macht, bedenken sie nicht wirklich. Mir haben sie vor der Geburt gesagt (weil ich mich nicht am Termin einleiten lassen wollte): wir können aber nicht garantieren, dass das Kind im Bauch bis zum nächsten Termin noch lebt....Dabei gab es gar keine Probleme, ausser mein Alter. Kannst dir vorstellen, wie ich mich gefühlt habe.

Also, auch wenn es schwer fällt, die MRT abwarten und dann habt ihr mehr Klarheit.

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Nachtrag:

Feinmotorisch gibt es keinerlei Probleme.

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Was ich in erster Linie glaube, ist dass die "bekannten" Rollen (Mama macht sich zu viele Sorgen, Papa ist zu entspannt) sich bei euch umgedreht haben, das tut aber nichts zur Sache, und ist nur eine Beobachtung.

In weiterer Folge dient eine Differenzialdiagnostik ja in erster Instanz einfach dem potentiellen Ausschluss einer (schlimmeren) Erkrankung. Das ist positiv, und wird schlussendlich Klarheit bringen.

Ich verstehe dass es dich ärgert/beunruhigt, nur halbe Infos bekommen zu haben. Ich war selber in dieser Situation, und weiß wie unangenehm es ist. Es dient aber, und das muss man sich immer vor Augen führen, nur dazu, Eltern nicht zu verstören, solange noch keine klaren Fakten da sind. Ich habe oft das Gefühl, viele Ärzte vergessen dass es das Internet gibt, und dass auch Nicht-mediziner in der Lage sind, etwas zu googeln. Und dann kommt eben ein Gedankenkarussell dabei raus, weil ohne Fachwissen klingen ärztliche Berichte oftmals wie ein Damoklesschwert.

Was ich dir berichten kann: meine Tochter (2 und ein paar zerquetschte) war grobmotorisch sehr langsam. Drehen, krabbeln, alles unfassbar spät, wirklich frei gehen war erst mit 18m spruchreif. Die Feinmotorik war jedoch immer ein Wahnsinn, ebenfalls das kognitive, Sprache, etc. So wie du sagst, Sätze mit mehreren Wörtern, teilweise existentielle Fragen 😂

Und irgendwann ist der Knoten geplatzt, aufs Gehen folgte sofort das Laufen, klettern, springen, Laufrad, Tanzen all der Spaß. Sie ist der sportlichste laufende Meter den ich kenne. Die Feinmotorik ist immer noch um Welten voraus, aber der Rest hat eben auch ordentlich angezogen.

Es ist normal sich Sorgen zu machen, und schlussendlich kann ich sie dir nicht nehmen, aber was ich sage ist: es kann auch einfach gar nichts sein, und der kerl einfach nur eine faule Socke. Das MRT wird Klarheit bringen. Alles gute euch!

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Jepp, unsere Rollen sind definitv verdreht in der Hinsicht.


Du hast folgendes geschrieben:

In weiterer Folge dient eine Differenzialdiagnostik ja in erster Instanz einfach dem potentiellen Ausschluss einer (schlimmeren) Erkrankung. Das ist positiv, und wird schlussendlich Klarheit bringen.


Meinst du damit, so versteh ich das jetzt, dass diese Diagnose zwar im SPZ-Team zur Debatte stand, und daher im Schreiben auch auftaucht, aber eben beim Differenzieren bekannter Krankheitsbilder wieder verworfen wurde?

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Letztendlich wäre es spannend zu lesen, was im nächsten Absatz steht.

Aus diesem Zitat kann man lesen, dass eine Erkrankung mit ähnlichen Symptomen diskutiert wurde. Also einfach die Frage: Was kann es sonst noch sein?
Über das Ergebnis steht da nichts.
Grundsätzlich ist es auch gut, sich nicht auf eine Sache zu verteifen.

Wenn danach keine Empfehlung zu weiterer Diagnostik in diese Richtung kommt, wird das die unwahrscheinlichere Möglichkeit sein. Man hat sich ja jetzt für das MRT entschieden.

Ich denke es steht einfach als Information in diesem Brief, hat aber weniger Bedeutung als der andere Verdacht. Ggf. kann man später noch einmal darauf zurück kommen, falls es sich nicht aufklärt oder sowieso verwächst.

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Puh. Ich kann deine Sorge verstehen. Bin leider kein Arzt und kann dir nichts zur Diagnose sagen. Aber... Schau dein Kind an.. er ist sich nicht schwer behindert! Er macht doch Fortschritte!! Du sagst, die Blockaden wurden spät behoben. Bei meiner Tochter wurden Blockaden mit 4 , 6 und 8 Wochen behoben. Sonst hätte sie ihren Kopf nicht anständig halten können, sie hätte sich nicht drehen können...dein Sohn muss jetzt viel aufholen. Ich hatte Mal einen Arzt der immer sagte: ich kann sie zu tausend Spezialisten schicken und glauben sie mir wir kriegen dann 1000 Diagnosen.

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Erstmal danke für eure Antworten.


Was mir halt zu bedenken gibt, ist diese Myelinisierungsstörung , welche im Bericht ja aufgeführt ist und mit den Zeilen ich einfach nicht umzugehen weiß. Vor allem, im zentralen UND peripheren Nervensystem?!

Und das ist der springende Punkt, der mich wirklich fertig macht; meine Horror Vorstellung, welche sich in mir (meinem Kopfkino) immer weiter verfestigt (ohne Befund!) ist, dass die Verzögerung die erste Ausuferung ist und er irgendwann dadurch seine bereits erworbenen Fähigkeiten wieder verliert.

Dabei macht er die selben Fortschritte im selben Abstand wie seine Schwester, nur eben deutlich verspätet. Was ich nicht erwähnt habe , ist, dass ich ihn sogar schon hinstellen kann, und er relativ sicher an meinen Händen bzw. an etwas wo er sich festhalten kann steht. Er geht dann zwar keinen einzigen Schritt, aber vor ein paar Wochen zog der die Beine noch an.

Ohne diesen SPZ Bericht wäre ich mit hoher Wahrscheinlichkeit total stolz wie rasant er aufholt, aber seit wir dieses Schreiben erhalten haben frisst es mich förmlich auf.

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Wenn die Ärztin vom SPZ länger im Urlaub ist, frage doch sonst mal bei deinem Kinderarzt nach ob er dir was dazu sagen kann. Der hat ja auch einen Eindruck vom Kind. Zu dem Verdacht selbst kann ich dir leider nichts sagen.

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Hallo,

erst mal es tut mir leid dass ihr Euch solche Sorgen macht.

Wir haben auch viel Erfahrungen mit den Leuten im SPZ da wir mit unserem Extremfühchen da auch alle halbe Jahre, spätestens nach einem Jahr immer zur Kontrolle aufschlagen. Und da muss ich sagen: Das SPZ reagiert auch auf die Eltern und ihr als Eltern macht da mit Verlaub auch etwas viel Alarm. Und je drängender und hysterischer die Eltern sind umso mehr macht auch dann das SPZ. Warum genau hat ein gesundes, lediglich grobmotorisch verzögertes Kind 2 mal die Woche Physio UND noch Heilpädagogik? Das ist ein Programm das in dem Alter normal nur wirklich schwerer beeinträchtigte Kinder bekommen. Und das geschieht ja wohl auf Eure Initiative und nicht weil Ärzte das empfehlen? Das SPZ kann nur eine Momentaufnahme machen, vor allem auch wenn Euer Kind wohl nicht mit ihnen zusammenarbeitet, und den Rest muss es aus Elterngesprächen rekonstruieren und wenn da Eltern sind die ein derartiges Förderprogramm für notwendig halten denkt das SPZ natürlich auch dass da mehr dahinterstecken könnte als sie sehen. Will sagen das SPZ reagiert auch deswegen mit so "harten" Vermutungen weil ihr so viel fordert und macht. Bzw ist es ja nicht mal eine Vermutung, sie wollen nur den unwahrscheinlichen Fall ausschließen um Dir dann sagen zu können "Beruhigen sie sich, es gab da eine klitzekleine Eventualität, aber selbst die konnte ausgeschlossen werden, es wird schon alles gut werden".

Ich sehe bei Euch ehrlich den typischen "Behandlungsfehler" bei Kindern mit Blockaden. Die Osteopathen verdienen sich ne goldene Nase durch wiederholte Behandlungen anstatt dass sie gleich ne entsprechende Physiotherapie anregen. Kingt jetzt vermutlich blöd aber ich habe mich früher etwas mit Tierosteopathie beschäftigt und da eine Fortbildung - zwar nur begonnen - aber einer der ersten Grundsätze die man da lernt ist dass das Lösen der Blockaden nur die halbe Miete ist und IMMER durch entsprechende physiotherapeutische Übungen begleitet werden muss um langfristig den vollen Erfolg zu garantieren. Dadurch dass der eigentlich schon mit 6 Monaten zu diskutierende Physiotherapiebeginn erst so spät dann war hat Euer Kind da in meinen Augen einfach ein Defizit in der motorischen Entwicklung aufgebaut und das zieht es einfach mit. Auch wäre ein Termin die Woche eigentlich ok, denn eigentlich sollten die Eltern das mit beobachten, sich die Übungen erklären lassen und dann die Hausaufgaben unter der Woche selber mit dem Kind machen. Warum genau wolltet Ihr für Euer Kind noch HP?

Einen Grund für Entwicklungsverzögerungen zu finden ist nicht unbedingt die Aufgabe eines SPZ und auch nichts was mit "hochdekorierten" Mitarbeitern zu tun hat. Es gibt oft keinen benennbaren Grund, es ist halt so. Jedes Kind ist anders, die Natur hat viele Spielformen, nicht jede davon hat einen Namen und eine benennbare "Ursache". Viele Kinder haben eben die eine oder andere Baustelle ohne dass es einen "Grund" hat. und meistens ist es ehrlich besser wenn eben kein Grund dafür gefunden wird denn die Gründe sind dann immer irgendwelche "Syndrome" und sind meistens nicht das was man sich wünscht. Wichtig ist vor allem Verzögerungen zu entdecken und ein geeignetes Therapiekonzept zu erstellen. Aber in Eurem Fall scheint ihr ja regelrecht darauf zu drängen dass man schaut welchen Grund es gibt, also nimmt das SPZ auch eine unwahrscheinliche Ursache und klärt sie ab die sie bei relaxteren Eltern vielleicht gar nicht angehen würde um eben nicht später zu hören "ihr habt es nicht abgeklärt"

Differenzialdiagnose heißt: Sie haben eigentlich eine wahrscheinliche Diagnose gefunden auch wenn sie eigentlich keine Diagnose ist sondern dass sie denken es sei einfach "Natur" dass Euer Kind diesen kleinen Makel hat. Es gibt da aber noch eine Möglichkeit, die zwar sehr unwahrscheinlich ist und so gut wie ausgeschlossen werden kann da nur die Punkte Hypotonie und starke Reflexe dafür sprechen und vieles andere dagegen spricht, aber da ihr ja drängt dass alles abgeklärt werden muss tun sie es halt.

Also ja Du übertreibst ein bisschen, aber dass das SPZ "mit Kanonen auf Spatzen schießt" liegt auch vielleicht ein bisschen mit daran dass ihr mit Eurer Forderung nach Heilpädagogik den Spatzen auch ganz gut aufgeblasen habt ;-)

Unser Kind hatte auch eine Muskelhypotonie, hatte dadurch sogar einen Lagerungsschaden, sprich sein Kopf war völlig verformt und er musste monatelang eine Kopforthese tragen. Er machte das erste Jahr fast komplett Physio, bei uns fing es aber eben schon mit weniger als 6 Monaten korrigiert mit Physio an als die Probleme erkannt wurden und klar war dass er Muskelhypoton ist. Man merkt nichts mehr, er ist zwar mit allen anderen Sachen wie Rad fahren und Schwimmen auch etwas hintendran aber ansonsten ist er top fit.

Also mein Tipp ist hör auf Deine Frau, hör auf die Ärzte so kirre zu machen und suche Dir vielleicht auch seelsorgerischen Beistand damit du mit jemandem über Deine Ängste reden kannst. Alles Gute Euch!

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Um ein paar Sachen deutlich zu klären:

Zum einen haben wir die Heilpädagogik schon vor Monaten beantragt, das geht ja nicht von heute auf morgen, zu dem Zeitpunkt war seine Motorik aufs Rollen limitiert. Dass er dann in der Zwischenzeit derartige Fortschritte macht waren damals nicht absehbar, und die HP ist in erster Linie da um z.B. auch das Spielverhalten aufzuholen. Letzte Woche war er da zum ersten Mal, wenn die uns sagen, er braucht das nicht, sind wir die letzten die darauf bestehen. Benötigt er es dennoch ist uns auch klar dass wir ihn nicht 3x die Woche zu ner Behandlung schleppen wollen solange es nicht zwingend notwendig ist.

Zum anderen machen wir mit ihm 2x die Woche Physio, eben weil er viel aufzuholen hat und damals versäumt wurde nach den Blockaden Physio zu machen. Wir machen ganz sicher unsere "Hausaufgaben" und üben auch mit ihm zu Hause, die Physiotherapeutin sagte sogar dass er unheimlich viel Glück hat eine engagierte Mutter UND Vater zu haben, was in der Regel nicht der Fall ist.
Wir waren zuvor bei einem anderen Physiotherapeuten, welcher die Blockaden löste und uns versicherte, dass er keine Krankengymnastik benötigt- was sich dann als klarer Fehler erwies. So gingen eben 5 Monate ins Land wo der Junge nicht gefördert wurde.
Da hätten wir zwar auch aktiv werden können, aber da verlässt man sich ja eigtl auf den Experten. Der Kinderarzt hielt bis dahin komplett die Füße still.

Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, und zurückrechne, wäre sein Stand, hätten wir sofort nach Lösen (Das war Anfang Oktober, Ende April hat er Geburtstag) begonnen, mit 12 Monaten weitaus weniger bedenklich?!? #klatsch


Und zu guter Letzt:

Wir sind die Letzten die das SPZ zu ner Diagnose "drängen" wollen. Wenn die sagen würden, "Der Junge hat nichts, auf Wiedersehen." wäre das Thema sofort für uns erledigt. Ich hab eher das Gefühl, dass wenn ein Kind einmal im SPZ landet, solange gesucht wird bis die Lösung oder eben alles Mögliche ausgeschlossen werden kann. Nach dem ersten Besuch wurde nur durchs Beobachten ohne weitere Untersuchung seine bereits erworbenen guten Fähigkeiten ( z.B. Hand-Auge Koordination, Feinmotorik) in Frage gestellt und uns direkt zu einem Therapiestuhl und sogar Stehtrainer geraten.

Mit einem Jahr. Dass da ein Kind bei völlig Fremden, das ohnehin etwas fremdelt in dem Alter, nicht sofort zeigt was es alles kann sollte doch eigentlich jedem bewusst sein. Soviel zum SPZ. Geht eigentlich auch nicht oder?!


Trotzdem, danke auf jedenfall für deine (und eure! ) Antworten.

Allmählich bekomme ich tatsächlich selber das Gefühl, mit meiner Reaktion zu übertreiben, da die Vermutungen ja nur auf losen Beobachtungen und Reflex-Tests basieren, ebenso gut könnte man alles Mögliche diagnostizieren.

Letztendlich vermuten zwar Physio, Kinderarzt und SPZ, und auch wir, dass etwas mehr als die Blockaden im Busch sind, mein Problem ist dass ich natürlich gleich an eine todbringende Krankheit oder Schwerst-Behinderung (Alexander-Krankheit, Leukodystrophie) denke. :-[

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Hallo lesmou,

Vorab ich habe die Antworten nicht gelesen.

„Differenzialdiagnostisch ist auch überlegt worden“ klingt für mich nach „ein*e kolleg*in hat auch mal in den Raum geworfen“ und nicht nach „wir haben den dringenden Verdacht“.

Wie du schon selbst schreibst macht euer Kind große Fortschritte. Fakt ist: je später man mit der Förderung beginnt, desto länger dauern die Ergebnisse. Damit will ich keinesfalls sagen, dass euer Sohn zu spät begonnen hat, aber man darf auch einfach keine Wunder in kurzer Zeit erwarten.
Ich persönlich finde, nach dem was du beschreibst, dass der kleine Mann schon unglaublich viel aufholen konnte. Er kann sich schon, natürlich mit Hilfe, hinstellen. Das ist toll!
Und ich finde, dass das sehr positiv klingt für die weitere Entwicklung.

Natürlich müssen Erkrankungen ausgeschlossen werden und ich hoffe, dass das auch so kommt!!!
Ihr seid hinterher und gebt alles für euren Sohn und seine Entwicklung. Das ist toll und macht weiter so ❤️

Übrigens ist meine Tochter was die sprachentwicklung angeht noch lange nicht so weit und sie ist 5 Monate älter. 😉
Jeder Mensch hat seine guten und auch seine schlechten Bereiche. Bei den einen sehr ausgeprägt, bei den anderen weniger.

ABER: Versuch positiv zu denken und ans beste zu glauben. Kinder haben einen Fühler für solche Unsicherheiten und es könnte sein, dass euer Sohn sich so verunsichert und/oder unter Druck gesetzt fühlt….

Ich wünsche euch nur das beste!🍀

Lg Sonnenblumenkerne mit Krümeline 22 Monate 💝 und Fröschlein 39.SSW 💝

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Kurzer Zwischenstand:

Das SpZ rief heute an, ich hatte ja einen Rückruf vor 2 Wochen vereinbart ( die Ärztin war im Urlaub).

Entwarnung! Sie freut sich dass wir den MRT machen lassen, von ihr war es auch lediglich eine Empfehlung um eben Dinge auszuschließen und ggf Behandlungen schon in die Wege zu leiten, wo wir allerdings ja schon dran sind (Physio).

Meine ganz schlimmen Ängste kann ich hinten anstellen. Eben weil er sich abgesehen von der Motorik gut entwickelt und ganz andere schwerwiegendere Symptome für eine schlimmere Erkrankung sprechen die er eben nicht hat.

Bezüglich der Myelinisierungsstörung, die angesprochen worden ist, kann(!) es sein, dass er eine Verzögerung in der Entwicklung der Nervenbahnen hat, was auch zu seiner Entwicklung passen würde. Ist aber nichts schlimmes, er lernt halt ohne Förderung Dinge wie krabbeln, laufen, Rad fahren etc später als andere Kinder. Daher soll der Kopf im MRT untersucht werden.

Es kann aber genau so gut sein, dass sie garnichts finden und das einfach ne Laune der Natur ist. Klingt also nicht so übel.

Sie sagte, sie schaut lieber einmal mehr und ganz genau drüber, und lässt alles abklären, da sie inzwischen sehr erfahren ist und sich in ihrer Laufbahn schon viel gesehen hat.

Den Termin haben wir Mitte Dezember. Inzwischen zieht er sich, wenn man ihn motiviert, ohne Hilfe hoch und kommt auch so in den Stand; Und seine ersten Krabbler macht er inzwischen auch, wird immer besser.

VG

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Nochmal ein kleines Update:

Seit gut 2 Wochen krabbelt unser kleiner Mann, inzwischen ziemlich schnell, ausdauernd und sehr sicher. :-)

Das Rollen hat er daher fast eingestellt, Robben nur noch in Ausnahmesituationen. Dann aber auch nicht mehr so träge bzw. so langsam wie vorher, inzwischen vom Bewegungsmuster wie ein Soldat.

Je nach Höhe und Stabilität zieht er sich jetzt auch hoch, auf die Beine ( Couchtisch, Heizungskörper), ansonsten zumindest auf die Knie.. und klettert auf uns rum was das Zeug hält! Zwischendurch winkelt er beim Krabbeln auch schonmal ein Bein so an, als ob er versuchen will sich aufzurichten. :-D

Und auch sprachlich hat er nochmal ne kleine Schippe draufgelegt. Zudem spielt er mit seiner älteren Schwester inzwischen richtig gut, da sie auch gemerkt hat dass man nun deutlich mehr mit ihm anfangen kann. ;-)

Sind daher etwas entspannter. Morgen wird er 18 Monate, vor 6 Wochen noch ging mehr als Rollen und behäbiges Hinsetzen nicht.

Ich glaube, dass meine Angst vor ner Myelisierungsstörung daher vom Tisch kann, da er nun ja rasant aufholt, alles andere stünde im krassen Widerspruch zueinander.

Ich weiss nicht ob jemand noch mitliest, ihr habt mir nur so aufwendig geantwortet dass ich es meiner Meinung nach euch schuldig bin euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten.

VG

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