Dringend: Kita Betreuungsanspruch verlieren bei Kündigung

Ihr Lieben, leicht verzweifelt melde ich mich in der Hoffnung auf Schwarmwissen im Bereich Kita/Recht/Betreuungsanspruch in Niedersachsen auskennen.

Unsere Kita hat uns nach 3 Tagen Eingewöhnung nahe gelegt zu kündigen bzw. mit Kündigung gedroht. Nun habe ich natürlich mehrere Sorgen gleichzeitig, denn wir brauchen einen Platz und ich will natürlich den Anspruch auf einen Platz generell nicht verlieren. Parallel will ich aber auch, dass meine Tochter gern dort ist und verlässlich dort sein kann.

Nun die Frage: weiß jemand, wie das rechtlich ist? Wenn die kündigen, oder wenn wir (zum) kündigen (genötigt werden)? Ist dann der Anspruch auf Betreuung erloschen oder kann ich mich neu bewerben bei anderen Kitas (dann wenigstens zum nächsten Kita-Jahr 😭😭)?

1000 Dank und liebe Grüße
Eine etwas verzweifelte Anaie


PS. Wenn sich jemand fragt, was da los ist - schreibe ich gern asap mal in einem Silopo. Nur so viel - ich bin keine Klette, mein Kind ist zurückhaltend, und die Kita (privater Träger mit staatlicher Anerkennung oder so ähnlich) weiß um die Machtposition, die diese inne hat, und nutzt diese meiner Meinung nach aus. Die Erzieher tun trotzdem ihr möglichstes.

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Oh je. Also wenn nach 3 Tagen Eingewöhnung schon Kündigung im Raum steht, solltest du sowieso überlegen da zu bleiben.
Wende dich am besten ans Jugendamt. Die wissen eigentlich wie es damit aussieht. Bist du noch bei anderen Kitas angemeldet?

Magst du erklären was da bei euch los ist?

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Ja, das überlege ich nach dem Stress wirklich. Ich dachte, das wären Profis, aber normal kann das da echt nicht sein. Ich berichte nachher, wenn die Maus pennt mal per Silopo. Jetzt bin ich erstmal froh, wenn mir irgendwer sagt, dass der blöde Betreuungsanspruch nicht flöten geht, wenn Kündigungen im Raum stehen.

Leider haben hier alle Kitas im März für das "Schuljahr" 21/22 voll besetzt. Ich kann also erst wieder für August 22 anmelden. Die gute Nachricht ist, ich bzw wir kriege das mit Biegen und Brechen überbrückt notfalls, bevor unser Kind da in Mitleidenschaft gezogen wird.

Erstmal danke für die Idee mit dem JA. Ich vereinbare da gleich mal einen Termin zum Telefonieren. 👍

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Zumindest in bawü geht der Anspruch nicht verloren.
Wir hatten die Kita gekündigt wegen Schimmel im Gebäude (und unklar, wie es weitergeht), wir hatten dabei die reguläre Kündigungsfrist eingehalten.
Hatten allerdings das große Glück, dass wir ein Platzangebot in einer anderen Kita bekommen hatten und somit keine Unterbrechung hatten.

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Warum sollst du denn kündigen? Wenn es Gründe für die Kita gäbe müssten sie selbst kündigen.

Einen Betreuungsanspruch hast du weiterhin.

Wende dich dringend ans Jugendamt!

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Hab ich gemacht, danke! Lustigerweise schien dem JA das Problem nicht unbedingt neu... sie meinte, der grundsätzliche Anspruch bleibt, lässt sich nur nicht mehr gerichtlich einklagen, weil man ja einen Platz hatte ... auch nicht, wenn man gekündigt wurde. Gut, das Risiko muss man wohl notfalls eingehen. Ich werde berichten.

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Was für eine Unverschämtheit!!

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💜

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Ich weiß jetzt natürlich nicht was da vorgefallen ist und möchte dir oder der Kita auch nicht irgendwas unterstellen... Nach 3 Tagen mit Kündigung drohen ist aber schon heftig - da muss ja einiges im Argen sein!

Allerdings: es gibt viele Eltern, die es den Erziehern in der Eingewöhnung nicht gerade leicht machen. Als meine Tochter letztes Jahr in die Krippe eingewöhnt wurde, hat die Gruppenleiterin nicht ohne Grund gesagt, dass nicht nur das Kind in die Kita eingewöhnt wird sondern gleichzeitig auch die Eltern ;-) Viele Eltern geben den Erzieherinnen ob bewusst oder unbewusst gar nicht die Möglichkeit das Kind kennenzulernen und eine Vertrauensbasis zum Kind aufzubauen. Meine Tochter ist auch eher zurückhaltend und kannte es bis dahin nicht von anderen als von mir betreut zu werden und ich muss zugeben, dass mir die ersten kurzen Trennungen von ihr schon sehr zu schaffen machten, vorallem wenn sie dann bei der "Übergabe" zu weinen angefangen hat... :-( Aber ich sag es mal so: da muss man durch! Die Kinder müssen ja erst einmal lernen, dass Mama nicht für immer weg ist sondern auch wiederkommt... Nach 3-4 Wochen wurde es bei uns besser und meine Tochter geht seither total gerne in die Kita! :-)

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Danke dir. Ich hab mich jetzt durch die Situation sehr reflektiert, weil ich mich auch gefragt habe, ob es an mir liegt, was ich hätte anders machen können, was ich jetzt machen kann ... Aber ich weiß jetzt echt auch langsam nicht weiter.

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Grundsätzlich gebe ich dir recht. Aber an Tag 3 kann man doch, sollte es an den Eltern liegen, über die Problematik sprechen.

Bei uns war es ähnlich, Motte tat sich sehr schwer, obwohl ich (gefühlt) relativ locker war. Aber die Erzieherinnen haben auch mich ermutigt, beruhigt (z.B. hab ich im Nebenraum gewartet und es kam ab und zu jmd zu mir und hat berichtet, was Motte macht/sie haben mir Fotos gezeigt; als ich dann die ersten Tage zu Hause war, hat mich meistens noch mal kurz jmd angerufen und gesagt, dass alles gut läuft). Also mit Kündigung hat da keiner „gedroht“ oder mir Vorwürfe gemacht, eher auch gesagt, was ich vllt besser machen kann.

DAS erwartet man doch von Profis, oder? 😅

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Ihr Lieben, nach euren vielen netten Antworten und Ratschlägen wollte ich mich, auch für spätere Suchefunktion-Nutzende, noch einmal mit der "Auflösung" melden.

Ich habe mich beim Jugendamt erkundigt und beraten lassen. Man verliert bei Kündigung egal welcher Partei nicht den generellen Anspruch auf Betreuung, kann ich also wieder bewerben und einen anderen Platz annehmen. In jedem Fall wird man es jedoch vor Gericht (falls ein weiterer Platz eingeklagt werden müsste) einen deutlich schwereren Stand haben, weil dort zählt, dass bereits eine Betreuung gestellt wurde. Hierbei ist es ebenfalls egal, wer gekündigt hat, da das Gericht bei Kündigung der Kita wohl die Kita befragt und diese sich in seltensten Fällen selbst für schuldig erklärt. (Ich zitiere jetzt das JA, selbst habe ich hierzu keine Erfahrung.)

Nun die persönliche Auflösung. Ich habe erneut das Gespräch gesucht. Es fiel währenddessen auf, dass man eine E-Mail meinerseits als Reaktion auf eine Nachricht der Kita, man würde nach 3 Tagen einen Trennungsversuch machen wollen, schlicht nicht bzw. nur partiell gelesen hatte und scheinbar ein Halbsatz ohne Bezug zum Rest "aufgestoßen" war. Es wurde sich nun bei uns entschuldigt (der Ausbruch der Leitung wäre nicht fundiert erfolgt) und plötzlich ziehen alle wieder an einem Strang. Zwar bin ich nun nach wie vor verunsichert, weil natürlich die Botschaft, dass man quasi jederzeit gekündigt werden kann, für jemanden in der Arbeitswelt und natürlich auch fürs Kind nicht besonders verlässlich wirkt, aber gut - wir haben uns entschieden, es erst einmal weiter zu probieren. Am Ende brauchen wir die Betreuung, und ursprünglich war es mal unsere Wunsch-Kita. Wünscht uns Glück, dass die nur dem Stress der vielen Eingewöhnungen nicht gewachsen waren ...


Nochmal danke für die vielen Ratschläge & Hilfen! 💜

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