„Papa soll weg.“

Guten Morgen ihr Lieben,
Bestimmt hat die eine oder andere ja auch ein ziemliches Mamakind bei sich zu Hause und kann mir mit Erfahrungen helfen.
Meine Tochter (3) war schon immer mehr auf mich gepolt als auf ihren Papa. Der bringt sich seit Beginn sehr in die Erziehung ein, macht viel mit ihr, ist liebevoll und wenn ich nicht dabei bin, klappt es alles wunderbar. Selbst ein mehrtägiger Urlaub ohne mich war mit 2 Jahren kein Problem.
Aber dennoch bin ich die Nummer eins und gewisse Äußerungen und Handlungen meiner Tochter verletzen meinen Mann sehr. Oft soll ich alles mit ihr machen, Papa soll nichts machen. Ob es da ums anziehen, zähneputzen oder Popo abwischen geht, ist egal. Es ist auch nicht immer so, aber oft gerät sie in Rage, wenn nicht ich, sondern mein Mann diese Dinge mit ihr macht.
Kuscheln will sie auch selten mit Papa, lieber mit mir. Heute Morgen beim kuscheln im Bett war wieder Drama. Irgendwann lag sie nicht in der Mitte wie sonst, sondern ich. Das gefiel ihr nicht, aber okay. Dann fragte sie, ob Papa da sei (sie konnte ihn nicht sehen, weil ich im Weg war). Ich bejahte und sie sagte: „Papa soll weg.“ mein Mann war sehr traurig und mir tut es unendlich leid.
Es passiert jetzt immer öfter, dass sie Sachen sagt, die meinen Mann echt treffen.
Gefühlt hat Corona das Ganze nochmal verschärft. Ich war außerplanmäßig in Elternzeit, habe viel Zeit mit ihr verbracht und mein Mann hat mehr gearbeitet denn je. Ich war also zu 90 % ihre Kontakt- und Bezugsperson.
Ich frage mich immer wieder, was wir noch tun können, wie wir reagieren sollen. Ich sage meinem Mann, dass sie ihn damit nicht verletzen will. Er ist traurig, verletzt und frustriert. Ich verstehe das. Für mich wäre es auch ein Stich ins Herz, würde sie sich mir gegenüber so verhalten.
Wir bauen so viel exklusive und spaßige Papazeit wie möglich ein.
Ich spreche mit meiner Tochter darüber, dass ihre Worte Papa verletzen. Aber das ist für sie als 3-Jährige natürlich noch abstrakt. Wenn mein Mann nicht da ist oder keine Zeit hat, vermisst sie ihn und will mit ihm spielen.
Vielleicht habt ihr ja noch Vorschläge oder Erfahrungen, die uns weiterhelfen können.

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Hallo
Das ist bei uns auch so.
Wichtig ist, dass der Papa das nicht persönlich nimmt.

Wir handhaben das so, das der Papa trotzdem bei allem hilft. Wir wechseln uns in der Regel mit allem ab soweit es geht.

Oft ist unser Sohn damit nicht einverstanden, aber da muss er dann halt eben durch 😅
Ich kann und will einfach nicht immer springen wenn irgendwas ist.

Ich denke das wird von selber wieder vergehen.

Liebe Grüße Katze

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Hey 👋🏻 bei uns gibt's momentan auch so eine Phase. Unser Sohn will momentan nicht mal mit Papa in den Garten ohne mich (er ist aber auch im Dezember großer Bruder geworden).

Wichtig ist allerdings, dass ihr solche Aussagen eurer Tochter nicht persönlich nimmt. Sie ist erst 3 Jahre alt und ist sich noch nicht bewusst, dass es Papa so sehr verletzt.

Wir überlassen unserem Sohn schon viele Entscheidungen (möchtest mit Papa in den Garten oder mit Mama drin bleiben?).
Wickeln/Anziehen etc da muss er auch mal durch, dass Papa das macht. Manchmal unter Gebrüll.
Ebenso wenn ich mal alleine irgendwo hin muss. Dann gibt's auch Geheule, aber es ist dann nicht zu ändern.

Nunja, das sind halt Phasen. Wir wissen das und deswegen fühlt sich hier auch niemand groß verletzt, eher ist Papa manchmal kurzzeitig traurig wenn Sohnemann nicht mit ihm in den Garten spielen will.

Mein tipp: nehmt es gelassen, es geht vorbei :)

Lg juju

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Wir bemühen uns auch, es nicht persönlich zu nehmen und mein Mann lässt sich auch nicht anmerken, wie sehr es ihn manchmal trifft. Aber leider dauert die Phase seit 3 Jahren 😅 es ist mal weniger extrem, aber sie hatte noch nie eine Papa-Phase. Wenn wir ihr immer die Wahl lassen würden, würde mein Mann absolut nichts machen dürfen.

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Hallo,

vielleicht könnt ihr etwas einführen, was ausschließlich der Papa macht? Zu Bett bringen, Bad, ein bestimmtes Spiel - irgendwas.

Bei uns ist es schon auch so, dass tendenziell ich die Nummer 1 bin. Nachts zb darf Papa nicht zu ihr ins Zimmer zum trösten, da heißt es Papa weg. Er bringt sie allerdings immer ins Bett bzw. bleibt zum einschlafen bei ihr. Letztens musste ich das übernehmen, weil er nicht konnte. Und was hieß es da? Mama weg, Papa soll kommen 😅

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Wegen Arbeit und co haben wir nichts, was ausschließlich der eine von uns macht. Aber wir wechseln uns seit einem Jahr beim schlafengehen ab. Ausflüge oder Aktionen machen die beiden eigentlich jedes Wochenende alleine, da klappt alles gut. Nur wenn ich auch dabei bin, wird mein Mann von ihr abgewiesen und abgelehnt. Vor Corona waren die beiden auch wöchentlich zusammen beim kinderturnen, aber das fällt ja seit einem Jahr aus 😐

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Bei uns spielt sich auch das Gleiche ab. Egal wer den Tag über mehr Zeit mit unserer Tochter verbracht hat, Mama ist di erste Bezugsperson "Papa soll weggehen", "Mama soll das machen" oder sie fängt direkt einfach an zu weinen weil Papa ihr die Zähne putzen will oder sie anziehen will.
Bei uns ist es allerdings mittlerweile so geworden, dass ich sie morgen fertig mache in die Kita bringe und die meiste Zeit auch ich die Jenige bin, die sie abholt. Ich arbeite 30Std und mein Mann 40Std und damit wir Nachmittags möglichst viel Zeit zusammen haben fängt er früher an, so könnte er auch mal los, wenn ich länger machen muss ohne viel Minus zu machen.
Aber es scheint ja einfach eine Phase zu sein die mit 3Jahren nunmal Auftritt.
Wir bringen unsere Tochter immer abwechselnd ins Bett und die Abende, an denen der Papa dran sind begannen oft mit Geheule, daher haben wir uns nun angewöhnt sie schon vorzuwarnen; vor dem Abendbrot sagen wir ihr wer sie heute ins Bett bringt und wenn sie sagt "Mama soll aber" dann sagt mein Mann immer "Mama war gestern heute will Papa mal mit dir ein Buch lesen und kuscheln. So klappt das bisher ganz gut.
Aber ja es ist sehr verletzend und schwer damit umzugehen. Für mich ist es auch echt anstrengend wenn sie dann regelrecht an mir klebt, sie weicht mir dann nicht mehr von der Seite und sobald mein Mann sie nur berührt entzieht sie sich sofort und macht witzige Geräusche. Wir haben es versucht ihr ruhig zu erklären, mein Mann hat aber auch schon gemeckert und ich habe mich dann auch schon komplett aus der Sitution rausgezogen, dann gab es zwar erstmal Geheule, aber irgendwann akzeptiert sie den Papa für den Moment.

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Das Zubettgehen machen wir auch seit etwa einem Jahr im abendlichen Wechsel. Das wird akzeptiert. Sie weiß auch, wer wann dran ist.
Als ich gearbeitet habe und sie verlässlich in die Betreuung konnte, war es einfacher. Für mich ist es auch echt anstrengend. Ich werde vom kind regelrecht belagert und sehe, wie mein Mann das auch gerne mal wenigstens eine Sekunde hätte.
Ich hoffe wirklich, dass diese Phase irgendwann beendet ist 😅
Sind die beiden alleine, gibt es deutlich weniger Probleme und sie findet es toll. Nur wenn ich greifbar bin, will sie nur mich und weist den Papa harsch ab.

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Ja genau so ist es bei uns auch!
Nur das wir durch die Systemrelevants des Jobs lediglich 2Monate zu Hause waren ansonsten kam die Notbetreuung zum Einsatz.

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Mein Vorschlag wäre, nicht jedes Kindswort oder Laune auf die Goldwaage zu legen. Das Kind verletzt den Vater und ihr sagt ihr das auch? Einfach mal runter kommen. Alles klappt beim Papa auch? seid froh drum, bei anderen ist das nicht so. Sie darf in dem Alter Launen und Vorlieben haben.
Willst du Zeit für dich? Geh raus in die Stadt etc.

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Wir sagen ihr das nicht permanent. Ich habe mit ihr gesprochen, weil mein Mann extrem geklickt war und sie das gemerkt hat.
Klar, legen wir nicht jede Aussage auf die Goldwaage, aber 3 Jahre mamaphase knabbern durchaus an meinem Mann.

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Ich würde mir das gar nicht so zu Herzen nehmen..
Wir haben das aktuell mit „Mama weg“

Sind die Großeltern da sollen wir beide weg 😉

Mein kleiner ist 2. Er war schon immer eher „Papa Kind“

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Wenn es mal ne Mama weg Phase gäbe, würde mein Mann das vermutlich auch besser verkraften. Die gab es bei uns in den letzten drei Jahren nur noch nie 😐

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Bei unserem Sohn fing das in den letzten Monaten meiner Schwangerschaft an und dauert bis dato an 🤷‍♀️
Bei uns allerdings im Wechsel, mal Papa weg, mal Mama weg und auch mal die kleine Schwester weg 😄
Meine Hebamme sagte das sei eventuell ein Ausdruck seiner Eifersucht, du bist doch auch grad schwanger oder?
Wir haben auch versucht ihm zu erklären, dass uns sowas traurig macht, aber bei einem knapp 3 jährigen natürlich auch ohne Erfolg 😅
Abends beim kuscheln sage ich ihm immer ganz bewusst, dass wir ihn alle lieb haben, dann sagt er auch immer dass er alle lieb hat, wenigstens das 😁
LG

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Ich bin auch gerade schwanger, genau. Wäre das jetzt neu, würde ich es auch auf die bevorstehende Veränderung beziehen. Aber es ist seit 3 Jahren so 😅 ich hab auch gelesen, dass einige Kinder sich mit der Geburt der Geschwister umorientieren und dann auf den Papa ausweichen. Allerdings befürchte ich, dass bei uns nur noch mehr Mama der Fall sein wird 🙈

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Meine Tochter ist jetzt gute zwei Jahre alt und tagsüber das totale Papakind, dafür abends und nachts das totale Mamakind.
Mein Mann und ich versuchen uns, nicht von ihren Aussagen verletzten zu lassen.
Heute Morgen hat mein Mann z.B. 15 Minuten vor uns das Haus verlassen, was dazu geführt hat, dass sie 10 Minuten geweint hat und ich sie nicht mal trösten durfte, weil sie ja den Papa haben wollte.
Gestern Abend hat mein Mann mal wieder versucht, sie ins Bett zu bringen. Der Teil im Bad hat noch funktioniert, sobald sie im Kinderzimmer waren musste aber unbedingt ich kommen und Papa weg.
Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden. Bei uns geht das jetzt seit etwa 3,5 Monaten so.
Wenn der Elternteil, den sie in einer Situation lieber da haben möchte, aber keine Zeit hat oder nicht da ist, dann erklären wir ihr das und im blödesten Fall weint sie dann halt auch mal 10 Minuten.
Wir Eltern versuchen da halt drüber zu stehen und hoffen, dass sich das irgendwann von selbst wieder gibt.

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