Sprachentwicklung 3Jähriger

Guten Tag,
ich habe ein kleines Anliegen.
Und zwar hat meine Schwester einen mittlerweile 3 Jahre und 2 Monate alten Sohn, der kaum sprechen kann. Also wirklich nur Worte wie Mama, Papa und Wauwau. Keine Sätze, nicht mal 2 Wörter hintereinander. Erzählen will er aber schon, denn er plappert viel dedede vor sich hin. Meine Schwester macht sich da keinerlei Sorgen. Ich aber schon, da mir der kleine sehr am Herzen liegt und er dadurch selbst unzufrieden wirkt. Leider lässt sich meine Schwester da wenig sagen. Heute war die U7a und ich dachte, dann würde zumindest seitens der Ärztin mal etwas genauer geguckt werden, ob es dafür eine Ursache geben könnte. Aber angeblich hätte sie nur gesagt, dass alles super ist. Jedes Kind hat halt sein eigenes Tempo und das kommt schon noch.
Ich finde das komisch, wenn ich überlege, was unser Arzt alles von meinem Sohn in dem Alter wissen wollte.
Ist es tatsächlich so, dass man noch abwarten sollte?

Vielen lieben Dank für Eure Meinungen.

Liebe Grüße

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Hallo, süss das du dir sorgen machst🥰 aber ich denke auch das das ganz normal ist! Meine 2 simd zwar richtige laber taschen wo ich manchmal denke seid mal ruhig😅 aner wie es ist wirklich so jedes hat sein eigened tempo.. ist er im Kinderarten?
Meine Tochter hat da nämlich nohmal einen ricjtigen Schub im Sachen Sprache gemacht!

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Hallo,

wächst er 2 sprachig auf? Dann könnte es daran liegen , aber trotzdem finde ich es für einen Dreijährigen zu wenig nur dedede oder wauwau zu sagen...

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Ich finde es auch zu wenig, wenn ich sehe das meiner erst zwei wird und den ganzen Tag spricht und auch schon 5 Wort Sätze. Dann kann ich dich sehr gut verstehen, dass du dir Sorgen machst. Ist dein Kind schon in der Kita? Erzieher haben da ja auch ganz andere Erfahrungen, sonst würde ich da mal nachfragen.

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Hallo.
Ich finde auch, dass das durchaus noch kommen kann. Wenngleich ich es schon auch ungewöhnlich finde in dem Alter.
Von daher verständlich, dass du dir Sorgen machst!

Versteht der Kleine denn alles, wenn man mit ihm spricht? Kann er Anweisungen befolgen?
Wenn ja, dann würde ich ihm tatsächlich noch Zeit geben, viel mit ihm sprechen, viel vorlesen...

Ich bin Pädagogin und hatte schon Kinder in der Gruppe, denen erst spät der Knoten beim Sprechen geplatzt ist. Dann gings plötzlich ratzfatz... 😉
Ein Kind hatte ich allerdings, bei dem erst sehr spät eine Schwerhörigkeit festgestellt wurde. Das könnte man evtl noch abklären lassen...

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Wie ist er denn sonst entwickelt?! Unser Sohn wird im Mai drei und hat einen nur wenige Tage älteren Freund. Die beiden sind sprachlich extrem unterschiedlich entwickelt, obwohl ich denke, dass wir als jeweilige Eltern sehr ähnlich sind und schon immer typisch sprachfördernder Dinge wie Vorlesen, Singen, viel erklären usw. gemacht haben. Unser Sohn redet wirklich schon extrem gut, spricht komplexe Sätze usw., ist dafür aber motorisch wirklich nicht gerade der Kletteraffe schlechthin, kann bei weitem nicht so schnell und gut rennen, wie sein Freund und hat noch so gar kein Interesse an Laufrad und Co.
Sein Freund ist da das absolute Gegenteil und ihm motorisch weit voraus, aber dafür ist er sprachlich weit von unserem Sohn entfernt und fängt jetzt erst nach und nach an mal 2-3 Wort-Sätze zu sprechen.

Jedes Kind hat andere Talente und konzentriert sich in der Entwicklung meist erst einmal auf die Dinge, die ihm einfach besser liegen.
Solange dein Neffe offensichtlich alles hört, man viel mit ihm redet und auch sonst vielleicht die Dinge macht, durch die man das Sprechen fördert, würde ich mir keine Sorgen machen.

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Naja, er spricht nicht viel, aber er spricht zwei bis drei Worte, d.h. für erste vollständige sinnhafte Sätze, die Subjekt, Verb und Objekt enthalten, mit denen man praktisch alle Handlungen und Wünsche des Alltags beschreiben kann, reicht es. Ausserdem ist er fünf Monate jünger als der Neffe der TE und wird bis dahin noch eine Menge zusätzlich lernen. Im gleichen Alter, wo der Neffe der TE Mama, Papa und dededede spricht, wird der Sohn deiner Freunde vermutlich locker Vier- bis Fünfwortsätze in Gegenwart und Vergangenheit machen, also überhaupt nicht vergleichbar sein.

Letztlich ist es nicht unsere Baustelle, aber wäre ich ein Elternteil, hätte ich mich beim Arzt nicht mit "alles bestens" abspeisen lassen. Ich bin nicht Arzt, aber ich bin verständig genug, dass mir ein Arzt das weitere Vorgehen in allgemeinverständlicher Sprache erklären kann, z.B. im Sinn von: "Wir machen nochmal eine Untersuchung mit drei Jahren und sechs Monaten, und wenn bis dahin kein klarer Fortschritt erkennbar ist, machen wir dies oder jenes" "Ich empfehle sprachfördernde Dinge wie Singen, Vorlesen usw."

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Keine Ahnung, ob man da noch abwarten sollte. Die Kinder um die drei, die ich vom Babyschwimmen, der Kita usw. her kenne, sprechen alle so, dass es zumindest einigermassen allgemeinverständlich ist (d.h. nicht nur für die Eltern) und auch in nicht zwingend grammatisch korrekten, aber verständlichen ganzen Sätzen, die Subjekt, Verb und Objekt enthalten. Ausserdem haben sie einen Wortschatz, der zumindest ihren Alltag abdeckt. Auch bei denen, die mit zwei kaum etwas gesprochen haben, ist mittlerweile der Knoten geplatzt.

Wäre es mein eigenes Kind, wäre ich schon besorgt. Ich hätte zumindest der Ärztin einige konkrete Fragen gestellt, wie lange man noch warten solle, wie es danach weitergehen könnte usw.

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Ich weiß nicht wie nah ihr euch als Schwestern steht, aber vielleicht hat der Arzt ja tatsächlich auch ein Problem gesehen und sie sagt es dir nur einfach nicht. Vielen Mamas fällt es schwer sich einzugestehen, dass ihr Kind sich nicht so entwickelt wie es sein sollte.
Ansonsten kenne ich das nur von mehrsprachig aufwachsenden Kindern, dass sie sehr spät reden. Wobei die in unserem Umfeld trotzdem alle sehr früh dran waren.

Wenn deine Schwester da allerdings keinen Handlungsbedarf sehen will, wirst du nicht viel machen können. Sie ist die Mutter und trägt an der Stelle die Verantwortung.

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Nach deiner Beschreibung ist dein Neffe wohl ein Late Talker. Faustregel: Ein zweijähriges Kind spricht 50 Wörter und/oder Zweiwortsätze.
Ist das nicht der Fall, das Hörvermögen ist aber in Ordnung, gibt man dem Kind nochmal mindestens ein halbes Jahr Zeit. Sind auch dann keine Fortschritte erkennbar, sollte man langsam auf Ursachenforschung gehen. Also ggf. erneuter/ausführlicherer Hörtest, Gespräch mit dem Kinderarzt, Logopädie.

Wie spielt dein Neffe denn? Zeigt er nur Funktionsspiel oder auch Symbolspiel? Wie kommuniziert er mit Leuten, die ihn nicht so gut kennen oder mit Kindern? Spricht er, wenn er mit seinen Eltern alleine ist, mehr? Welche Laute kann er beim brabbeln bilden? Wie ist seine Mundmotorik? Isst er nur weiche Konsistenzen?

Es kann natürlich sein, dass dein Neffe von selbst alles aufholt, aber womöglich auch nicht. Die Konsequenz einer Sprachentwicklungsstörung kann beispielsweise auch eine Lese-Rechtschreib-Schwäche sein. Zu lange sollte man definitiv nicht warten. Lieber mal zum Logopäden gehen und eine Diagnostik durchführen lassen, sich beraten lassen, wie die Eltern sich besser sprachfördernd verhalten können. Ein Rezept dafür bekommt man vom Kinderarzt oder vom HNO.

Es ist toll, dass du dir Gedanken machst und ich hoffe, deine Schwester kann deine Anregungen annehmen. Du kannst ihr auch sagen, dass die Eltern so gut wie nie daran Schuld sind, wenn ein Kind wenig/schlecht spricht. Oft haben die Eltern Sorge, dass sie irgendwas falsch gemacht haben und trauen sich dann nicht, sich Hilfe zu holen. Aber in der Regel machen die Eltern automatisch viel richtig und es geht darum, das verbale und nonverbale Verhalten einzuordnen.

Liebe Grüße
Orchifee mit kleinem Bub

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Vielen Dank für all eure Nachrichten.

Man macht sich einfach Gedanken, weil gleichaltrige Kinder oft viel weiter sind.
Er wächst auch nicht zweisprachig auf.
Aber ich habe eher nicht das Gefühl, dass seine Motorik seine Sprachentwicklung ausgleicht. Auch dort hinkt er eher etwas hinterher, er hat schon sehr spät das Laufen angefangen (kurz vor dem 2. Geburtstag).
Wenn es mein Kind wäre, würde ich mich mit "es ist alles in Ordnung" auch nicht abspeisen lassen. Ich habe das Gefühl, dass man das Kind etwas unterstützen muss, irgendwas stimmt da nicht. Aber wenn die Eltern das anders sehen, kann man leider wenig machen. Zu meiner Schwester habe ich sonst guten Kontakt, aber in der Sparte Kindererziehung gehen unsere Ansichten doch sehr auseinander. Sie lässt sich da wenig belehren, gerade wenn sie vom Kinderarzt noch bestätigt wird.

Ich wollte mich nur mal umhören, wie so die Meinungen und Erfahrungen sind.

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