4,5 Jahren nachts nicht trocken

Hallo,

meine Tochter ist seitdem sie 2,5 Jahre alt ist tagsüber trocken, ich kann an einer Hand abzählen wie oft mal was daneben ging. Nachts gestaltet sich das "trocken werden" jedoch sehr schwierig. Wir zogen ihr immer Windel an, welche jede Nachts am nächsten Morgen sehr voll war. Mitlerweile möchte sie keine Windel mehr anziehen, doch sie pinkelt nachts bis zu 3 Mal ins Bett, folglich muss ich sie und das Bett nachts mehrfach umziehen. Noch dazu kommt, dass sie es nicht mal merkt, wenn sie nass wird. Sie liegt dann stundenlang in ihrer nassen Hose, was natürlich -gerade im Winter- echt doof ist. Sie trinkt kurz vor dem Schlafen gehen einen Schluck Wasser, wir versuchen aber, dass sie abends nicht mehr zu viel trinkt, auch geht sie vor dem Schlafen gehen nochmal auf Toilette. Mittlerweile probierten wir auch die Klingelhosen aus. Sie wacht vom klingeln nicht mal auf und lässt sich dann einfach (weiterhin schlafend) umziehen.... Wir machen ihr keinen Druck beim nächtlichen trocken werden, doch sie tut mir so leid, weil sie einfach keine Windel mehr möchte und jeden Morgen sehr enttäuscht ist, dass das Bett und sie nass ist... Hat jemand Tipps was helfen könnte nachts trocken zu werden?

Liebe Grüße

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Ich hab da neulich gelesen, dass es da ein Hormon gibt, dass sich nachts bildet und die Harnbildung bzw das pinkeln unterdrückt. Ich fürchte viel machen kann man da nicht. Das hat wohl auch nicht viel damit zu tun, wie viel man abends trinkt.
Zum Arzt um organische Ursachen auszuschließen soll man wohl wenn es mit 5 Jahren noch der Fall ist. Ansonsten ist es bis 6 Jahre normal.
Wird dir jetzt wenig helfen, aber ich fürchte da muss man dann einfach andere Lösungen finden.
Ich für meinen Teil würde dann bei meinem Kind nachts darauf bestehen, dass Windeln angezogen werden. Mal mit ihr reden und erklären, dass es für alle belastend ist und es eine große Hilfe wäre, wenn sie nachts Windeln tragen könnte. Ist ja auch nicht so hygienisch, wenn sie ständig in ihrem Urin liegt. Also ich würde erstmal da ansetzen. Die Situation ist ja sonst auf lange Sicht wirklich schwer zu ertragen.
Für sie wird es auch mit einer Windel angenehmer sein, als eine komplett nasse Hose und nasses Bett.

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Grundsätzlich ganz normal... und ich würde sie auch nicht dreimal die Nacht umziehen, sondern ihr versuchen zu erklären, dass ihr Körper eben noch nicht so weit ist (das aber nicht schlimm ist etc) und ihr wieder eine Windel anziehen. Eine Freundin in ähnlicher Situation hat aber sehr gute Erfahrung mit einem speziellen Kinderosteopathen gemacht. Vielleicht noch eine Option für euch.

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Ich denke auch, dass man da nicht viel nachhelfen kann. Das mit dem Hormon wurde bereits geschrieben und ist korrekt.
Wir sind übrigens in einer ähnlichen Situation: Die Große ist 4, war zeitig tagsüber trocken (vorm 2. Geburtstag), nachts klappt es aber noch nicht.
Ich bestehe auf die Windel. Alles andere ist mir zu doof. Durchs Einnässen lernen die Kinder überhaupt nichts. Meine Schwägerin wechselt bei meiner Nichte und Neffen seit fast 2 Jahren täglich die Bettlaken, weil die Kinder mit 3 nachts trocken zu sein haben. Kann man machen, hat aber offensichtlich keine Vorteile (die Große ist inzwischen 5).

Die einzige Alternative wäre wohl, sie nachts zu wecken und auf Toilette zu schicken. Auch das ist aber sicher nicht wirklich zielführend.
Ich würde es bei der nächsten großen U beim KiA ansprechen und bis dahin auf die Windel bestehen. Vielleicht findet ihr ja einen Kompromiss. Schließlich kann es hier nicht nur um das windelfrei-Bedürfnis deiner Tochter gehen, sondern auch um dein und ihr Schlafbedürfnis...

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Hallo.

Wir haben das Ganze gerade durch.
Meine Tochter ist seit sie 2 Jahre alt ist tagsüber trocken. Nachts hat sie dann immer ihre Windel getragen, mit der man morgens Fenster einschmeißen könnte, so voll war sie.
Mit 3,5 Jahren fing es an, dass sie ständig eine Blasenentzündung hatte. Der KiA war dann am Anfang noch recht locker. Dann wurde es aber immer mehr. Wenn wir ihr nachts die Windel weggelassen haben, hat sie auch immer einen riesen See ins Bett gepinkelt.
Wir haben uns dann einen Termin beim Urologen geben lassen. Er hat den Urin untersucht, mit ihr Pipi-Tests gemacht und Ultraschall gemacht. Alles super.
Er meinte, sie liegt wahrscheinlich Stunden lang in ihrer naßen Windel und da steigen dann die Bakterien auf.
Wir haben ein Protokoll gemacht, wie oft sie wieviel pinkelt und trinkt. Bis 17 Uhr darf sie ganz normal trinken und ab da an nur noch sehr reduziert. Sie hat eine Klingelhose bekommen. Also ich finde die extrem laut, bei uns wird immer die ganze Familie wach.
Achja, und zusätzlich sollten wir sie immer wecken, wenn wir uns Bett gehen, damit sie nochmal auf Toilette geht. Also sie musste einmal wach sein und selbst hingehen.
4 Wochen hat es gedauert und sie war trocken. Seitdem sind einige Monate vergangen und sie hat einmal in dieser Zeit wieder ins Bett gepinkelt.
Und die Blasenentzündungen sind hoffentlich auch jetzt erstmal kein Thema mehr.

Achja, ansonsten gibt es auch eine Hormon Therapie. Das hätten wir aber als allerletzte Möglichkeit genutzt.

Es kostet am Anfang wirklich viel Kraft und ich hätte auch nicht gedacht, dass man das Kind nicht einfach irgendwann selbst entscheiden lassen kann. Aber der Arzt meinte zu uns, dass die Windel immer die schlechteste Möglichkeit ist. Die Kinder haben gar kein Bedürfnis mehr aufzuwachen und auf die Toilette zu gehen.
Wir waren wahrscheinlich auch zu bequem und haben es deshalb immer so gehandhabt.

Vielleicht konnte ich dir mit unserer Geschichte etwas helfen.

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