Wie versteht mein Kind (2,5), dass ich die Regeln "bestimme?

Hallo, zur Zeit ist es echt schwierig mit unserer Tochter, sie ist 2,5 Jahre alt und je nach Tageslaune voll in der Trotzphase. Manche Tage sind kein Problem, wir sind ein gutes Team und es gibt keine Bockereien. An anderen Tagen, ca. 2 Mal pro Woche, das komplette Gegenteil. Solange es nach ihrer Nase geht ist alles gut. Sobald nicht, "gibt sie mir die Quittung", indem sie alles boykottiert. Beispiel Supermarkt: sie will irgendein Spielzeug anschauen, dass ich nichtmal bemerkt habe, sie sagt mir das aber erst, als wir bereits an der Kasse stehen und bezahlen sollen, zurückgehen nicht möglich. Als wir bezahlt haben beuge ich mich zu ihr runter und erkläre ihr geduldig, dass wir das Spielzeug beim nächsten Einkauf anschauen und sie gleich zuhause spielen darf. Da war sie schon quengelig und ich wusste, dass sich diese Situation "rächen" wird. So war es auch. Sie ließ sich partout nicht ins Auto setzen. Hat geschrien wie verrückt, sich durchgestreckt mit einer heftigen Kraft. Drei Mal habe ich sie hoch genommen, getröstet, ihr gut zugeredet. Nichts hat geholfen. Irgendwann bin ich wütend und lauter geworden- das Auto war voll mit Einkäufen die in den Kühlschrank mussten und ich bekam das Kind eine halbe Stunde nicht ins Auto! Was sollte ich machen? Ich habe sie dann versucht, mit meiner Kraft in den Sitz zu drücken und anzuschnallen, was natürlich kaum ging. Die Kleine war völlig fertig und ich auch. Was hättet ihr getan? Das ist ja auch Gewalt und das lehne ich strikt ab. Aber wir mussten nunmal mit dem Auto heim (noch ca 700m), also anschnallen....
Dann haben wir immer wieder das Problem, dass sie sich nach dem schlafen (morgens und nachmittags) nicht anziehen (lassen) will. Egal ob sie es selbst machen kann oder ich. Sie weigert sich und wehrt sich, schreit und manchmal haut sie nach mir. Ich will sie eigentlich nicht fest halten und zwingen aber manchmal muss man einfach weg! Wie regelt ihr sowas? Ich will, dass sie im Zweifelsfall auf mich hört, ansonsten sind wir ziemlich tolerant und wir versuchen mit Regeln sparsam und bewusst umzugehen, genau deshalb, damit es im "Ernstfall" wirkt.
Wer weiß Rat?

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Klingt ziemlich normal.

Kinder haben einen Plan im Kopf und wenn der sich nicht umsetzen lässt, geht eine Welt für sie unter. Alternativen haben sie quasi nicht. Und das macht dann einfach miese Laune.

Es gibt verschiedene Strategien, damit umzugehen. Da musst du rausfinden, was für euch passt.

Motte ist erst 16 Monate, trotzt teilweise aber auch extrem (mit schreien, hauen, wehren etc). Meistens hilft es, wenn ich die Situation komplett abbreche und es später noch mal versuche. Beispiel anziehen: es geht nicht, dann wird erst was anderes gemacht. Hab ich null Zeit, müssen wir da halt so durch. Bei den Einkäufen: abbrechen, nicht mehr versuchen sie ins Auto zu setzen, dann lieber mal kurz über den Parkplatz spazieren und ablenken und später erneut versuchen (da reichen ja manchmal schon 5 Minuten).

Klappt sicher nicht bei jedem Kind, aber hier geht es gut.

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Meine Tochter (23 Monate) hat immer zu allem ihre eigene Meinung. Ich hab für uns den goldenen Mittelweg gefunden, mit dem wir ganz gut klar kommen - ich bestehe nicht auf starre Regeln, wo es nicht sein muss und sie kooperiert dann anderswo umso mehr, hab ich das Gefühl.

- Zum einkaufen plane ich grundsätzlich immer viel Zeit ein und die Kinder dürfen sich immer etwas aussuchen (essbar und keine Süßigkeiten).
Spielzeugabteilungen vermeide ich, auch Supermärkte, in denen an der Kasse so Zeug herumsteht.

- Anziehen ist mir wurscht (bei 37 Grad kann sie von mir aus nur in Höschen rumhüpfen), außer, wir gehen außer Haus und da sie spazieren gehen liebt, zieht sie sich auch immer brav an.

- Schuhe anziehen im Garten muss sein (Bienen und Wespen im Gras), das habe ich ihr erklärt und sie hat es prima verstanden.

- zu viel erklären bringt nichts, lieber für Ablenkung sorgen. Bei sorgt nach Hause gehen/fahren für schlechte Laune (Nein! Bitte! Paziern! (Spazieren)), sie bockt, mag nicht ausm Kinderwagen/Auto kommen. Entweder wir drehen noch eine Runde mit dem Kiwa oder, wenn es nicht passt, erzählen wir ihr, dass ihre heiß geliebte Katze und Hasen doch zu Hause sind und sie vermissen. Lustig ist, dass sie das jetzt übernommen hat und letztens als ihr langweilig unterwegs war, mir von den Tieren erzählt hat und mich so zum nachhause gehen bewegen wollte 🤣 (Maaamiiii! Hasi! Katzi! Aeeiine (alleine) Gehma!)

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Hallo!

Meine Tochter ist ähnlich alt und ganz genauso. Ich habe noch zwei größere Kinder und habe das schon mehrfach durch. Es wird irgendwann besser.

So ganz verkehrt hört sich das bei euch doch gar nicht an. Beim Mittagsschlaf würde ich mir überlegen, ob das auch ohne umziehen geht??? Braucht sie überhaupt noch so einen ganz regelmäßigen ritualisierten Schlaf? Meine Kinder haben ungefähr in dem Alter nur noch im Auto geschlafen. Wir haben sie aber nicht mehr bewusst hingelegt.

Was das Umziehen morgens angeht, hilft es vielleicht das Umziehen sofort nach dem Aufwachen (nach kurzer Kuscheleinheit) zu machen? Damit sie gar nicht erst in irgendeinem Spiel aufgeht. Dass das sofortige Anziehen zum Tagesablauf dazugehört. Und oft hilft auch eine klare Haltung der Eltern. Also nicht: ,möchtest du dich bitte bitte anziehen', sondern eher: ,du ziehst dich jetzt an.' Dir muss ganz klar sein, dass das jetzt ansteht und das es da gar keine Diskussion oder Herausgezögere gibt. Dieses Denken spiegelt sich dann in deinem Verhalten wieder und das merken die Kinder. Meinen Kindern hilft es manchmal, wenn ich Ihnen etwas Mitspracherecht einräume. Z.B. 2 Sachen zur Kleiderauswahl anbieten. ,Das rote oder das gelbe T-Shirt?'

Die Parkplatzsituation kenne ich auch. Meine Tochter macht sich manchmal auch so steif und lässt sich dann nicht hinsetzen. Wir pressen sie dann auch in den Sitz. Das fühlt sich natürlich nicht so gut an aber du hast ja Recht: Man muss irgendwann mal wegfahren und kann nicht ewig herumwarten. Ich denke die Trösterei und das gute Zureden ist da eher kontraproduktiv. Dann lieber von Anfang an in den Sitz quetschen, als dass sich das Drama so hochschraubt und dann trotzdem in den Sitz gequetscht werden muss. Denn während der halbstündigen Lamentiererei bestimmt sie die Regeln und nicht du. Ich finde aber gut, dass du nicht mehr mit ihr in den Laden gegangen bist. So lernt sie dann ja, dass das weinen und schreien nicht viel bringt. Und irgendwann wird es besser.

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Mit 2,5 ging bei meinen beiden die Trotzphase/Autonomie auch noch mal eine Stufe hoch. Das ist normal in dem Alter.

Mit 2,5 ist eine sensible Phase in der die Kinder (mal wieder) ihren Platz in der Welt suchen. Du musst Dir überlegen, was Deine Tochter jetzt lernen soll.

Soll sie devot und folgsam sein und ihre Idee für sich behalten?
Soll sie lernen sich mit anderen Menschen abzusprechen und Wege und Lösungen finden, wie alle Beteiligten zufrieden sind?

Ich mag es auch sehr gerne, wenn ich sage was gemacht wird und die Kinder folgen brav. Aber damit erreiche ich meine Erziehungsziele leider nicht.

Ich hätte kooperiert, mit dem Kind gesprochen, die Einkäufe ins Auto geräumt (Kühlbox!!!) und mit dem Kind das Spielzeug angeschaut.

Wenn Kinder es gewohnt sind, dass bei einem Kompromiss auch ihr Interesse berücksichtigt wird, dann fällt es ihnen auch leichter mal zu warten z.B. bis die Einkäufe im Auto sind.

Wenn Kinder es gewohnt sind, dass ihre Interessen nicht zählen, dann ziehen sie sich entweder zurück und sprechen nicht mehr offen mit ihren Eltern darüber wie es ihnen geht, oder sie kämpfen. Je nach Temperament. Du hast wohl eine Kämpferin. Das ist doch super. Jetzt musst Du ihr nur noch zeigen, was die richtigen Strategien sind, mit denen sie gesellschaftskonform für sich und ihre Interessen kämpfen kann.

Das lernt sie nur, wenn Du mit ihr immer und immer wieder Kompromisse suchst. Und das bedeutet, dass Du auch mal was machen musst, was nicht in Deinem Plan war. Warum nur immer das Kind?

Klar, manche Regeln muss man einfach durchsetzen. Z.B. dass man niemandem weh tun darf. Oder dass man nichts kaputt macht. Oder wie man höflich miteinander umgeht. ...
Da muss man dann als Eltern auch mal ein Machtwort sprechen und auch auf Einhaltung der Regeln bestehen. Aber natürlich nicht mit Gewalt, möglichst auch nicht in der Sprache. Der Schlüssel dazu sind Ich-Botschaften. "Ich will nicht, dass Du mich haust! Hör auf!"

Es wird immer anstrengender mit den Kindern. Der eigene Wille ist jetzt da und wird für immer da bleiben. Du wirst die nächsten 16 Jahre Kompromisse aushandeln und Regeln durchsetzen müssen. Du musst überlegen was davon Du in welchem Umfang machen willst. Was Du bei Deiner Tochter fördern willst, welche Machtkämpfe (ins Auto setzen) Du kämpfen willst... Die meisten Machtkämpfe gewinnen übrigens die Kinder. Die kämpfen nämlich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. Und wir Eltern haben doch irgendwo eine Grenze. Und diese Grenze bekommen die Zwerge schnell raus und führen uns immer wieder an die Grenzen und im schlimmsten Fall darüber hinaus. Wie bei Dir und dem Kindersitz.

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Auch wenn ich hier jetzt die 'furchtbar böse Mutter' bin muss ich was dazu schreiben.

Mit meiner 2,5 jährigen Tochter streiten weil sie nicht in den Sitz will, warum auch immer, da steht mir der Mund offen.

Sie kommt in den Sitz und ich fahre los PUNKT

Und NEIN, meine Grosse (10 Jahre) ist nicht devot und folgsam. Sie ist ein tolles selbstbewusstes Mädchen die ihre Ziele verfolgt und ihren Weg geht. Allerdings weiß sie wann man sich unterzuordnen hat und wann Anstand gefragt ist.

Konsequente Erziehung heißt nicht seine Kinder klein zu machen, so kommt das bei vielen Urbia-Mütter rüber. Liebevoll und konsequent muss es sein , dann klappt das!

Niemals wäre ich mit ihr nochmal in das Geschäft wegen dem Spielzeug, so wie du das vorgeschlagen hast. Dann muss sie das vorher äußern. Fürs nächste mal weiß sie es dann.

Unfassbar wie manche Frauen ihr Leben von ihren Kleinkinder-Monstern bestimmen lassen..

Ich schüttele regelmäßig im Supermarkt den Kopf. Meine Kinder dürfen die Ware auch erst nach dem bezahlen essen. Die Kleine (1 Jahr) muss im Wagen sitzen bleiben, ich hechte ihr nämlich nicht im Supermarkt hinterher. In ein paar Monaten wenn sie versteht wann sie stehen bleiben oder zurück kommen soll darf sie gerne aus dem Wagen raus. Klappt das nicht und sie rennt munter drauf los kommt sie wieder in den Wagen.

So und jetzt her mit den Steinen, ich bin bereit 😂🙊

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Ich würde jeden Satz unterschreiben. Wurde bei uns ebenso gemacht und es hat keinem geschadet.

#pro

Mama von drei Kindern, die kein Stück devot sind.

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Mein Sohn ist auch 2,5 Jahre. Er will meine Regeln teils auch nicht verstehen. Hier ist das Beispiel er hat schon wiederholt grüne Tomaten gepflückt. Auch wenn ich ihm erklärt habe, dass man sie nur rot pflücken darf. Er macht sich einen Spass daraus und wirft sie wie Bälle durch den Garten. Auch die Konsequenz, dass wir dann rein gehen hilft nicht. Nach ein paar Tagen macht er es aus einer Laune heraus wieder.

Oder er wirft beim Essen bzw wenn für ihn der Punkt „satt“ oder „langweilig“ erreicht ist, Besteck durch die Gegend. Teilweise hat er damit sogar schon das Fenster getroffen, welches zum Glück heil blieb. Da gibt es zwar die Konsequenz Essen beendet und hoch in sein Zimmer gehen. Aber er wiederholt es trotzdem oft. Keine Ahnung, wann da der Punkt erreicht ist, dass er es versteht. Es ist auch hier keine Regelmaessigkeit dahinter sondern eine Tageslaune.

In deinem Fall hätte ich ihn auch mit etwas körperlicher Überlegenheit in den Sitz gepresst und angeschnallt. Aber wahrscheinlich tatsächlich recht schnell und nicht nach ewigen Diskussionen (weil ich weiss dass die bei ihm nicht zielführend sind). Also Kinderlieder an im Auto oder Buch in die Hand gedrückt und gesagt es geht nach Hause.

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🤣 bei uns sind es grüne Erdbeeren 🙈

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Huhu

In der konkreten Situation würde ich mich einfach hinsetzen und abwarten, abreagieren lassen, “ich weiß du bist wütend weil du das Spielzeug nicht angucken konntest” anbieten in den Arm zu nehmen und warten.
Meine Tochter bekommt deshalb beim einkaufen meist etwas, ein Brötchen oder sonst eine Kleinigkeit, im Sommer jetzt auch gerne ein Eis 😅
(Jap, ich erkaufe mir friedliches einkaufen)
Ein anziehen half hier sehr sie selbst entscheiden zu lassen, anfangs aus 2-3 Optionen, mit 3 wählt sie jetzt aus ihrer Schublade selbst.
Termine lege ich möglichst so das wir genug Puffer morgens haben, in unserem Falle also nicht vor 10.

Ansonsten gehört es eben dazu.
Kompromisse, ein hinterfragen der eigenen Erwartungen und Perspektiv Wechsel um nachzuvollziehen wieso die Kinder so reagieren machen es leichter.
Das Buch vom gewünschte Atem Wunschkind hat mir dabei geholfen.

Liebe Grüße

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Bzw wäre ich nach nochmaligem lesen einfach nochmal kurz in den Laden um eben zu gucken.
Deshalb meide ich solche Gänge grundsätzlich 😅😂

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