Alltag mit Kleinkind

Hallo zusammen

Ich brauche mal euren Rat. Meine Tochter ist 1,5 Jahre alt und ich werde bis sie 3 ist zuhause bleiben. Nur irgendwie habe ich das Gefühl dass ich ihr nicht genug bieten kann, wisst ihr was ich meine? Ich weiß es sehr zu schätzen dass ich mit ihr zuhause bleiben kann. Aber manchmal denke ich mir es ist immer das gleiche. Mal fahren wir zu Oma, gehen viel spazieren, zum einkaufen oder spielen irgendwas zuhause. Alle paar Wochen treffe ich mich mit einer Müttergruppe. Meine Frage wäre, sind diese „Selbstzweifel“ berechtigt? Braucht mein Kind mehr Abwechslung? Turngruppen etc finden bei uns im Moment nicht statt.
Hinzu kommt dass allgemein noch ungewiss ist wie es bei mir beruflich irgendwann weitergehen wird, nicht zuletzt wegen Corona. Mein Mann sagt ich soll mir keine Sorgen machen, aber ich frage mich dann schon manchmal was „aus mir wird“. Naja, das sind einfach so Gedankengänge die ich im Moment habe, die mich ein bisschen traurig machen. Ich möchte eben wenn ich schon zuhause bin dass mein Kind glücklich ist. Eigentlich macht sie auch keinen „unzufriedenen“ Eindruck, es ist eben meine Grübelei. Vielleicht kennt der eine ja das ein oder andere.
Danke schonmal!

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Hallo du!

Also was du beschreibst, sind ja eigentlich zwei Themen:

1. Ich bin sicher, dass du deiner Tochter genug "bietest"! Sie ist noch klein und entdeckt die Welt. Wenn du regelmäßig mit ihr raus gehst, auf dem Spielplatz etc, dann ist das völlig ausreichend! Je älter sie wird, desto mehr wird sie Interesse an anderen Kindern zeigen - dann solltest du schon schauen, dass sie häufiger als alle paar Wochen mit anderen Kindern spielen kann. Also, sobald man das wieder darf ;)

2. Wie es dir mit der Elternzeit und deinem Beruf geht, solltest du dich schon ehrlich fragen. Für mich persönlich zb wären drei Jahre Elternzeit ohne Arbeit nix. Mir wäre zu langweilig - auch weil ich meinen Job echt mag. Dass du dir Gedanken darüber machst, wie es beruflich Mal für dich weitergeht finde ich gut! Diese Gedanken solltest du unbedingt ernst nehmen :)

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Ich war mit meinem Sohn zu Hause bis er 3 war. Ich habe zwar stundenweise gearbeitet, da wurde er von den Grosseltern, bzw. meinem Mann betreut. Wir haben versucht, ihn mit 2 im Kindergarten einzugewöhnen. Er hat nur geschrien und ich war schwanger, also haben wir uns entschieden, ihn daheim zu lassen. Mit 3 kam er in eine andere Einrichtung und hatte keine Probleme.

Ich fand nicht, dass ihm etwas fehlte. Wir waren auf Spielplätzen, in der Krabbelgruppe, im Kinderturnen, bei Oma und Opa und haben uns privat mit Freunden und gleichaltrigen Kindern getroffen. Meine kleine ist jetzt 15 Monate und sie hat Corona - bedingt eine ganz andere Kleinkind-Zeit, ohne Krabbelgruppen und Kinderturnen. Und auch auf dem Spielplatz halten wir eher Abstand. Sie hat Kontakt zu meinem Sohn und seinen besten Freunden, die natürlich älter sind und ihrer Cousine, die ist gleich alt. Manchmal tut mir das schon für sie leid, aber ich glaube, mich stört das mehr als sie. Je älter dein Kind wird, umso mehr solltest du ihr schon den Kontakt zu Gleichaltrigen ermöglichen, vielleicht kennst du ja ein paar andere nette Mütter. Aber grundsätzlich spricht da nix dagegen daheim zu bleiben bis dein Kind 3 ist.
Ich empfand die Zeit kurz vor dem 3.Geburtstag als anstrengend, da war er "reif" für den Kindergarten. Oder vielleicht war auch ich reif:)

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Also mein Kind ist mit knapp 2 Jahren in die Kita, der Sohn von meiner Cousine war bis 3 zuhause...ich sehe da schon Unterschiede ABER jedes Kind ist anders und nur weil mein Kind so ist und mein Neffe so heißt es nicht dass dieser Vergleich auf alle Kinder zutrifft.
Meine Tochter hat z.b deutlich schneller gesprochen obwohl sie 2 sprachig erzogen wird und er ein sprachig. Sie ist motorisch weiter und beschäftigt sich auch besser allein. Sie war eigentlich in allem früher dran als er (er ist 6 Monate älter) ABER nochmal jedes Kind ist anders und es heißt auch nicht das die Kita daran "schuld" ist, doch ICH persönlich finde schon das die Kita viel beigetragen hat, vorallem was die Sprachliche Entwicklung angeht. Auch motorisch schauen sich Kinder viel von anderen Kindern ab und amen es nach. Corona bedingt ist es jetzt natürlich schwierig aber ich würde schon versuchen (ab Juli geht es ja langsam wieder los) dann so im Herbst vielleicht mein Kind mit anderen zusammen zu bringen, im Kinderturnen oder so. Ich fand es schon heftig, hab unsere Tochter eingewöhnt und dann hat sie gefühlt jeden Tag was neues gekonnt, hat innerhalb von 6 Monaten so viele Entwicklungsschübe gemacht, Wahnsinnig faszinierend. Trotzdem ich denke bis 3 zuhause sein ist auch absolut nicht verkehrt und deinem Kind fehlt sicher nichts, ich würde halt einfach versuchen ihn so ein, zweimal die Woche mit anderen Kindern spielen zu lassen, vielleicht geht ja dass irgendwie?

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Ich würde mal behaupten das hängt vom Kind ab. Meine erste Tochter kam mit 13/14 Monaten in die Kita und da war es höchste Eisenbahn. Sie war immer extrem neugierig und wollte ganz viel Input haben, das konnte ich ihr Zuhause einfach nicht mehr bieten. Die zweite Tochter kam mit 19 Monaten, das hat auch ganz gut gepasst, war aber nicht so extrem wie bei der Großen. Durch Corona hatte sie eine Weile Pause und ging letztlich mit 2 Jahren zurück und zu diesem Zeitpunkt war es auch bitter nötig.

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Was ich damit sagen wollte ist, beobachte was sie braucht. Und was du brauchst. Ist auch nicht immer unbedingt identisch. 😉

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Motte ist 15 Monate. Wenn sie 2 ist, geht sie in die Kita :)

Ich genieße es total zu Hause. Wenn wir natürlich wenig unternehmen, hab ich manchmal schon das Gefühl, dass ihr „langweilig“ ist. Aber wir treffen uns schon öfter mal mit Freunden/der Familie (soweit Corona es zulässt). Ansonsten unternehme ich bewusst viel mit ihr, was schön ist. Ins Schwimmbad, den Tierpark, will demnächst mal zum Barfußpfad... eben sowas :)

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Ich dachte mir auch, dass meine Tochter mehr braucht als mit Mama zuhause bzw mit. Mama auf dem Spielplatz, etc.
Wir hatten einen kitaplatz beantragt ab 1 Jahr,da klar war, dass ich wieder arbeiten möchte.
Nun bin ich wieder schwanger, die Situation hat sich also verändert und die Kita wäre nicht mehr unbedingt nötig, dennoch haben wir die Eingewöhnung begonnen.

Meine Tochter ist sehr aktiv, sie unternimmt gerne was und quengelt zuhause schnell. Vor corona waren wir im Turnen, Musikkurs und ab und zu einer Spielgruppe. Die Kitaeingewöhnung verläuft hingegen bisher nicht so gut. Sie ist gerne dort - aber mit Mama. Eine Trennung ist bisher nicht möglich (sie ist jetzt 14 Monate alt und wir sind in der 4.Woche der Eingewöhnung).

Ich weiß momentan nicht, ob meine Tochter das tatsächlich unbedingt braucht, ob sie einfach noch Zeit braucht oder ob ich ein Bedürfnis auf sie projeziiere, das sie gar nicht hat.
Wenn deine Tochter zufrieden wirkt, du ihr Sozialkontakte ermöglichst und es finanziell für euch möglich ist, ist alles gut, denke ich.

Mir persönlich wären 3 Jahre zu lang, aber das ist Typsache und zudem leben wir in einer wirklich teuren Stadt und könnten so lange auf ein zweites Einkommen nicht verzichten.

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Du bietest ihr genug.
Kinder in dem Alter müssen die Welt überhaupt erst entdecken. Für sie ist auch ein Spaziergang schon etwas Großartiges. Zu viele Eindrücke überfordern sie bloß.
Unsere Kinder hatten bis ungefähr zum 3. Geburtstag auch wenig Interesse an anderen Kindern. Sie haben ihre Geschwister und auch auf dem Spielplatz haben sie immer wieder andere Kinder getroffen, aber sie haben sich meistens alleine beschäftigt.
Mir war immer wichtig, nicht nur zu Hause zu sitzen. Die Kinder kommen mit zum Einkaufen (jetzt gerade nach Möglichkeit nicht), wir machen Spaziergänge, um etwas zu sehen oder gehen auf den Spielplatz. Feste Gruppen habe ich mit den Kindern nicht besucht. Dafür haben wir uns so immer mal wieder im Freundeskreis oder in der Familie getroffen.

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Das ist extrem unterschiedlich, von Kind zu Kind. Ich wollte mit meinem Kleinen eigentlich auch 3 Jahre zuhause bleiben, aber merke jetzt, dass ich ihm das, was er braucht, kaum mehr bieten kann. Er läuft jedes Mal auf den Spielplätzen zu allen Kindern und sucht total Kontakt, interagiert mit denen etc - von wegen, die spielen erst ab 3 miteinander... dazu kommt, dass ihm zuhause eigentlich fast immer langweilig ist. Daher wird er mit 20 Monaten in eine ganz kleine, familiäre Kita kommen und das für 3-4 Tage a 3-4 Stunden ohne Mittagsschlaf zunächst. :) Ich denke, das wird ihm sehr gefallen. Wenn nicht, nehme ich ihn halt wieder raus.

Achso, wäre Corona nicht, würden hier auch zig Spielgruppen stattfinden, tun sie aber eben nicht. Auch das ist für mich ein Grund. Und alle paar Wochen Kinderkontakt wäre für meinen Kleinen einfach zu wenig.

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Du weißt selbst, was gut für dich ist. Und wenn du zweifelst, ob es die richtige Entscheidung war, so lang im Job auszusetzen. Es ist total normal und legitim, da nachzubessern, wenn man merkt, dass es so doch nicht passt. Also schau lieber, ob du ehrlich zu dir bist oder einfach deinen Plan durchziehst, obwohl es sich nicht richtig anfühlt.

Mein erster Sohn ist früh in die Kita gekommen, 10 Monate bei der Eingewöhnung. Eine bewusste Entscheidung, mit der ich kurz vorher auch gehadert habe. Aber es war goldrichtig. Zum einen ist es wichtig, dass Kinder über eins mit Gleichaltrigen zusammen sind und sich mit ihnen auseinandersetzen können. Zum anderen ist es toll für die Stöpsel, in einer komplett kindbgerechten Umgebung zu agieren, ohne dass nebenher Wäsche, Einkaufen, Kochen etc. passieren. Der Mensch ist nicht wirklich dafür gemacht, als einzlnes Kleinkind mit einem Erwachsenen seine Zeit zu verbringen. Gerade wenn die Kleinen sich täglich sehen, treten sie in Interaktion und lernen irre viel.

Jeder Weg ist ok. Aber wenn du zweifelst, guck ob due den Weg anpasst. Vielleicht auch nur mit wöchentlichen Turnzwergen oder anderen Kursen? Ich bin gespannt, wie du es löst. Alles GUte!

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