wie mit Trotzdphase Klarkommen?

Mein Kind ist 2.5 Jahre alt und hat gerade schwere Trotzphase und komme echt an meine Nerven, obwohl ich eigentlich zu 90% die Ruhe bewahre.
Er steht mitten in der Nacht um zwei Uhr auf und weckt mich und zappelt mit armen und füsse und möchte jetzt unbedingt unten in Wohnzimmer spielen gehen. Schlägt mich, kratzt mich (ich habe schon viele kleine ritze in auf mein Gesicht) und irgendwann schläft er ein. Bis dann bin ich aber hellwach und kann nicht wieder einschlafen. Irgendwann gegen früh morgens schlafe ich wieder ein aber er wird aber schon wieder punkt um 6 Uhr wach.
So geht’s durch den tag weiter. Ich möchte nicht morgens den Windeln wechseln, Zähne putzen. Essen schmeisst er auf den Boden. Will unbedingt Eier vom Kühlschrank holen und kaputt machen, wenn wir Baden dann will er wiederum nicht mehr aus der Badewanne usw.
Bis wir abends ins Bettgehen ist alles ein Problem. Sogar beim Einschlafen, hat er gestern plötzlich aufgestanden und wollte zu seinem Kinderwagen und dort schlafen. Ich war schon so kaputt und müde, dass ich gesagt hatte, «wenn du willst, dann gehe allein hin». Unten war halt sein OPA und da und er hat ihn in Kinderwagen geschoben.
Wie kommt ihr mit solcher Trotzphase klar? Ist mein erstes Kind und möchte eigentlich mögliche das beste von mir für mein Kind geben und mich nicht so ärgern. (Ich bin übrigens alleine. Alleinerziehend)

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Durchhalten ist die Devise... und Grenzen setzen.

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Oh weh da wird ja noch einiges auf uns zu kommen. 🙈 Motte ist erst 1; aber wenn jetzt was nicht nach ihrem Kopf geht, brüllt sie ganz fürchterlich 😅

Ich denke, man muss konsequent sein. Hauen und kratzen geht gar nicht. Da wäre ich auch sehr deutlich (bzw bin ich. Wenn Motte schlafen soll und nicht will, versucht sie meine Nase zu zwicken. Ich nehme ihre Hand immer wieder weg und sage „nicht ins Gesicht“. Klar wird sie da auch sauer, aber da muss sie dann eben wütend drüber sein 😅).

Das Kind macht es grundsätzlich nicht, um dich zu ärgern. Es hat eben einen Plan im kopf und sauer, dass das nicht umgesetzt wird.

Ich weiß, dass meine Pekip-Leiterin dazu auch Workshops gibt (evtl auch online grade 😅); vllt gibt es sowas in deiner Umgebung? Ansonsten ist z.B. auch der Kinderschutzbund da und kann (verstehen) helfen und gute Wege aufzeigen.

Ich persönlich möchte versuchen, konsequent zu sein und einfach diese blöden Trotzanfälle mit aushalten. Sagt sich leicht, mal gespannt, wie ich mich dann mache 😅

Nachts z.B. ich würde gar keine großen Worte verlieren. Licht bleibt aus und er im Bett, da kann er dann aber hampeln, wenn er meint 🙈 zum Beispiel...

Hach alles nicht so leicht. Mit 3 ist da aber wohl das schlimmste geschafft, ihr habt es bald 🙈😂

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Meine Tochter ist auch etwas über 2,5 und in dem Alter verstehen sie eigentlich schon sehr viel. Kratzen und hauen geht gar nicht. Wenn sie mich oder den kleinen Bruder absichtlich haut, werde ich da auch wirklich wütend und auch mal laut. Ich sage ihr dann, dass sie auch nicht gehauen werden möchte und dass das wehtut.
Nachts schläft sie zum Glück und kam noch nie auf die Idee, spielen zu wollen, aber wenn, würde ich einfach sagen, dass nachts nicht gespielt, sondern geschlafen wird. Hast du die Möglichkeit, ihn in einem anderen Zimmer schlafen zu lassen? Vor allem, wenn er dir nachts wehtut, würde ich ihm sagen, dann kann er eben nicht mehr bei dir schlafen.
Mit dem Zähne putzen haben wir gelegentlich auch Drama morgens. Bei uns ist die Regel, dass die Zähne vor dem Frühstück geputzt werden. Wer nicht Zähne putzt, kriegt kein Frühstück. Darüber kriege ich sie dann, wenn auch mit Protest. 😅
Mutwillig Eier kaputt machen geht auch nicht. Ich würde sie so stellen, dass er nicht mehr ran kommt.

Tja und ansonsten hilft nur durchhalten. Ich würde bei euch aber auch echt ein paar Grenzen setzen, vor allem, was die nächtliche Situation betrifft.

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Hallo :)
Meiner ist mittlerweile 5 und wir hatten 2 ganz große trotzPhasen. Es ist ja so, dass sie in dieser Phase austesten wo ihre Grenzen liegen, wenn wir es dann hinbekommen die Grenzen klar zu definieren, dann wird es nach der Phase sehr viel einfacher. Da mein Sohn ganz extrem war, auch im Kindergarten, hatte ich mit einer Ärztin gesprochen. Diese sagte mir, dass größte Problem sind wir selbst. Wir reden und predigen unseren Kindern zu viel vor. Sie gab mir den Rat 1. Nicht mit Wut zu reagieren weil Kinder dann auch wütend agieren (sie Spiegel uns).
2. Nicht so viel zu reden, sondern machen. Nimmt dein Kind Eier, oder etwas was er nicht darf, wegnehmen und dem ki d ein Spielzeug reichen um es abzulenken.
Alles mit höchstens einem deutlichen NEIN. Denn, Kinder in dem alter verstehen es nicht wenn wir alles haarklein erklären, auch wenn es so scheint und andersherum haben wir es aber auch schon 100 mal gesagt. Das Kind weiß mittlerweile das das Verhalten nicht ok ist ohne das wir es jedes mal sagen. Statt reden, konsequent handeln. Den Tipp mit erst Zähne putzen dann Frühstück, finde ich auch super. Ganz klares handeln. Das Kind weiß woran es ist. Das gibt Sicherheit. Es muss nicht alles diskutiert werden, denn es gibt Dinge die sind nicht zu diskutieren, Zähne putzen, keine Gewalt, schlafenszeiten, ect. Alles Sachen die das Kind nicht selbst entscheidet.
Ich drück dich und schick dir gabz viel Kraft rüber ♡ ist nicht immer leicht als Mama ♡

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Wir stehen gerade am Anfang der Trotzphase und ich find diese Mini-Pupertierende zum fressen süß.. diesen eigenen Kopf den sie gerade entwickelt, ich bin verliebter denn je in sie. Wenn sie loslegt dann geb ich ihr ihren Freiraum, bisher bin ich damit gut gefahren, auch sie dazu zu bringen selbst die Entscheidungen zu treffen die ich möchte.. z.b. Frage ich sie ob sie oben lieber auf Toilette möchte, Zähne putzen oder beides.. Toilette mag sie noch nicht, deswegen ruft sie dann Zähne putzen.. (aber wehe ich sage, komm wir gehen Zähne putzen)

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Hehe. Ich find sie auch super süss. Meistens muss ich grad lachen. Heute wollte er wieder die volle Windeln bevor er schlafen geht wechseln. für Ihn war das "gute Windeln" und muss bei schlafen behalten. Darüber gab es grosses Theather mit viel tränen. Musste nur lachen.

Aber Mittags hat er plötzlich den Glas vom Tisch auf dem Boden geworfen, weil ich nicht im regen dazunoch ohne Kleider rausgelassen hatte. Es hat fast geschneit bei uns und er wollte unbeding alles ausziehen und nur mit windeln spielen gehen. Na das geht nicht. Da musste ich laut werden, weil so was darf er nicht machen.

In allgemeinen ist es schon süss. Ich ärgere eigenlich mehr über mich selber, weil ich manchmal einfach total genervt bin. z.B gestern die aussage von mir "gehe dann halt alleine wenn du unbeding willst" war vielleicht verletzend für ihn.

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Ach, da muss man mit sich selbst etwas nachgiebig sein.. wer hat noch nicht unnötig geschimpft.

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Hi,

was bei uns geholfen hat:

hinsetzen und aufschreiben, wo es alles Probleme gibt und warum da was eskaliert ist:

Beispiel Windel wechsel:
Warum sollte die Windel gewechselt werden?
Kaka drin - Muss sein, stinkt und die Haut wird sonst wund
Nur Pipi- ist die Windel schon ganz voll oder das Kind wurd schnell wund, muss es eben sein.
Wird einfach nur gewechselt, weil es um die Zeit immer ist, dann kann man es einfach mal lassen.

Dann dem Kind ein Mal erklären, warum es sein muss und wenn möglich helfen lassen.
Meine Kleine kommt jetzt gerade in die Trotzphase und ist genauso willensstark wie ihr Bruder... ich freu mich schon... nicht 😂😂.

Windel wechseln ist auch schwierig, aber ich diskutiere nicht. Ich erkläre ihr, warum und wir wickeln Pipi Windeln im Stehen, nur für das große Geschäft im Liegen.
Im Stehen kann sie helfen, sie hält die Windel fest, während ich sie schließe.
Beim morgendlichen Anziehen, darf sie ihr Oberteil aussuchen.
So ist sie eingebunden und hat etwas kontrolle.

Bei meinem Großen hat es wirklich gut geholfen ständige Streitthemen einfach zu vermeiden.
Er durfte die Tür aufmachen, als erstes oben sein, bestimmen wie sein Brot geschnitten wird und welche Tasse er wollte.
Dadurch hatte er ein Stück weit Kontrolle und auch die anderen Sachen gingen dann einfacher. Es hat sich alles entspannt.

Wichtig ist nur, bei den Sachen, die sein müssen, immer konsequent zu bleiben und bei anderen Sachen auch mal Fünfe gerade sein lassen.

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Da Trotzphase ja eigentlich Autonomiephase ist,
habe ich geprüft, was das Kind selbst entscheiden kann.

NICHT alles.

Ich habe entschieden DASS
Kind durfte MIT (nicht alleine) entscheiden: WIE

Beim DASS gab es Verlässlichkeit. Konsequentes = verlässliches Handeln. Das gibt Sicherheit.


Bspw. Zähne putzen.
Zähne werden jeden Tag geputzt.
Am besten mit Ritual, dass das Kind weiß, als nächstes kommen die Zähne dran.

Fix: Zähne werden geputzt. Punkt.
Nervenschonend: die Zähne werden nicht direkt vor dem Schlafen gehen geputzt, sondern so lange Kind und ich noch fit sind.

erst Bett fertig machen , dann noch spielen, Abend ausklingen lassen, dann ins Bett.

Variabel: sitzen, stehen, liegen. Das konnte meine Kind mitentscheiden.


Windeln wechseln:
Fix und verlässlich: dass die Windel gewechselt wird, habe ich entschieden
Variabel: auf dem Boden ging es auch
Variabel: Kind darf selbst die Windel öffnen, wenn sie nur nass ist
Variabel: Hosenwindeln

Essen:
ich entscheide, was es gibt (mehrere Komponenten)
mein Kind entschied, von was sie wie viel gegessen hat.

Anderes gab es nicht. So konnte sie mitentscheiden, Autonomie entwickeln. War aber von der Größenordnung der Entscheidung nicht überfordert.

Essen auf den Boden schmeißen:
Verlässlich: wer mit Essen spielt, ist satt. Teller weg.
Anfangs gab es noch EINE (nicht zehn, nicht 50, sondern genau EINE) Ankündigung.

Das war in den ersten Tagen hart, danach wusste mein Kind: Mama meint es ernst und da gibt es keine Diskussion.

Ging es ums runterwerfen: Alternativen, die ICH ok fand. Weiche Bälle, Kuscheltiere usw.


Ins Bett bringen: das habe ich nicht nach Uhrzeit gemacht (die Zeiten haben sich meist von selbst eingependelt), sondern nach Müdigkeitsgrad.

Voher Bett fertig machen, so lange wir beide noch einigermaßen wach und fit sind.
Dann noch was ruhiges spielen. Und dann ins Bett, wenn sie soweit war.


In der Situation nachts: ist er da wirklich wach?
Dass du dann wach bist, ist logisch!
Ist er es auch oder ist es eher ein aufschrecken, träumen, halb wach sein?


Brüllen auf der Straße:
Fix: auf der Straße: No Go. Sofort wegtragen.
Variabel: auf dem Gehweg ist es anstrengend, aber nicht so gefährlich. Erst ausbrüllen, dann weiter.


Fix: ich entscheide, was notwendig ist.
Das gibt meinem Kind Sicherheit

Variabel:
bei der Ausführung durfte mein Kind lernen autonom zu werden.

Das prüfte ich für jede Situation einzeln.

Auch: welche Auswahlmöglichkeiten biete ich ihr an. So, dass sie mitentscheiden kann (autonomie übt) aber auch so, dass sie von der Auswahl nicht überfordert ist.

Beginnend mit den mir wichtigsten Situationen
- gefährlich
- Nerven kostend
und dann nach und nach die anderen.


Dazu verlässliches Handeln.
Bei 50. mal agiere ich genauso wie beim 1000. mal

Anfangs anstrengend. Irgendwann blieb es dann bei 1-3 Versuchen, weil sie gemerkt hatte, dass es beim 100. mal verlässlich gleich wäre.

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Wow. Danke fürs teilen. Das machst du aber richtig gut. Kann einiges davon lernen.

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