Maßlos überfordert / langer Text

Hallo Ihr Lieben,

Mein Sohn ist jetzt 2 1/2 Jahre alt und ein ehemaliges extrem Frühgeborenes in 23 +5.
Damit hat alles angefangen. Beim ersten Kind direkt so ein harter Schlag ins Gesicht ist nicht zu unterschätzen. Trennung vom gewaltätigen Ex, Hartz 4, seit 1 1/2 Jahren neuer Partner und neuer Vater meines Sohnes. Seit meines 14. Lebensjahr starke, immer wiederkehrende Depressionen und jetzt auch noch BurnOut und eine Trauerblockade (Familienmitglied starb im Januar 2020).

Ich habe mich seit zig Wochen immer wieder selbst erwischt, wie blockiert ich bin. Ich unterdrücke jegliche Gefühle und fresse alles in mich hinein. Seit Monaten läuft auch das Liebesleben überhaupt nicht mehr. Ich entferne mich von meinem Partner und habe keine "Lust" mehr. Ich lasse den Alltag nur verfliegen. Tag für Tag. Doch in letzter Zeit merke ich, wie ich immer reizbarer werde und sehr schnell ais der Haut fahre und immer ungehaltener werde gegenüber Partner und Kind.
Mein Sohn ist nur noch am quengeln. Es fängt nach dem Aufstehen direkt an. Er steht auf, quengelt. Er soll essen, quengelt und isst nicht. Er kommt in die Haustür rein, quengelt. Er darf etwas nicht, terror hoch 10.
Ich werde laut, werde ungehalten, werfe scharfe Worte um mich herum und es eskaliert dann. Ich ziehe mich, so wie jetzt gerade auch, zurück und weine. Meist weil ich nicht weiß was gerade mit mir passiert. Aber manchmal auf bei dem Gedanken, dass ich ihn weg geben würde.
Ich fresse alles in mich hinein und verdränge jegliche Gefühle schnell unter der Mauer die ich mittlerweile aufgebaut habe. Der Schein nach außen bleibt also standhaft erhalten.

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich fühle mich leer, einsam und unverstanden. Ich isoliere mich, rede über nichts und will den Tag immer nur schnell zuende bringen. Ich empfinde weder Freude und Trauer, noch kann ich lächeln. Einfach nichts mehr. Alles was ich mache erscheint mir sinnlos. Für was stehe ich noch auf morgens? Für was mache ich den Haushalt, für was... für was... für was...


Der Text ist sehr lang. Es tut mir leid.

Ich hoffe hier kann jemand nachvollziehen wie es mir geht.

Liebe Grüße

Hey!
Bist du in professioneller Behandlung?
LG Jana

Ist doch schon mal gut, dass du erkennst, dass etwas schief läuft. Genau dafür gibt es Unterstützung. Z.b. auch vom Jugendamt. Die sind immer froh, wenn sich die Eltern bei ihnen Hilfe suchen, denn die wollen ja was ändern.
Hab Mut und Pack es an.

Hey
Ich bin leider kein Experte für solche Situationen aber ich denke ein wichtiger Punkt ist dass du reflektierst und erkennst dass du an deine Grenzen kommst. Und das ist auch nichts wofür man sich schämen müsste, du bist denke ich ein sehr sensibler Mensch der ein gutes Gespür für sich und sein Umfeld hat. Jetzt zu erkennen, dass es in irgendeiner Form Hilfe braucht ist ein guter Schritt, seien es Gespäche mit Freunden, anderen Müttern, hier im Forum und auch an öffentlichen Einrichtungen, Kirche etc. es gibt glaube ich viele Stellen an die man sich wenden kann aber den ersten Schritt musst du gehen. Ich habe auch eine fast dreijährige daheim, die überwiegend recht lieb ist aber auch ich bin manchmal gereizt, ea braucht im Moment unheimlich viel Geduld, man muss vieles diskutieren, jedes anziehen ist ein Kampf. Aber: es ist ein wichtiger Prozess den unsere kleinen da durchmachen! Wichtig: beziehe das gequengel nicht auf dich. Vielleicht ist es seine Art Aufmerksamkeit von Dir zu generieren oder überhaupt eine Emotion (auch Wut ist eine Emotion) vielleicht hat er gemerkt dass er dich so (besser) “aktivieren” kann und du mehr “feedback” gibst auch wenn es eigentlich so nicht ideal. Versuche den spiess umzudrehen, wenn er motzt fange an zu lachen, versuche ihn zu kitzeln, ihn zu animieren, stelle laute fröhliche musik an, tanze mit ihm zusammen, oder mache einen wettberweb draus (meine bekomme ich oft nur mit “wer ist schneller bei” oder “erster bei” dazu sich anzuziehen, Zähne zu putzen etc). Kein Kind ist von Geburt an ein notorischer Nörgler, sie sind das was man ihnen vorlebt und in ihnen sieht.
Und: gönne dir bewusst immer wieder eine Auszeit, seien es ein paar stunden oder ein halber tag.
Geht er schon zur kita? Oder eine spielgruppe, wo du ihn mal abgeben könntest? Denke der kontakt mit andern kindern würde ihn sicherlich auch dazu bringen weniger zu quengeln denn im allgemeinen quengeln Kinder untereinander wenig sondern sind mit einander so beschäftigt dass es gar nicht in den Sinn kommt.
Lg

Du hast es bisher nicht leicht gehabt und hast dazu noch Verantwortung für dein Kind. Das ist mit Sicherheit ein riesen Druck, der auf deinen Schultern lastet. Den ersten wichtigen Schritt hast du bereits getan, indem du dir deine Situation eingehst! Das ist doch schon richtig gut! 👍🏻

Der nächste Schritt sollte sein, dass du dir unbedingt professionelle Hilfe suchst. Du bist an einem Punkt, an dem du nicht mehr alleine weiter kommst. Das ist überhaupt keine Schande, sondern eine große Stärke, dass man sich das eingesteht, das erfordert sehr viel Mut! Aber du brauchst jemand, der dich zurück in sichere Strukturen führt und dich unterstützt. Du merkst ja selber, dass du es alleine nicht mehr schaffst.
Du fragst, für was du aufstehst. Frage dich, für wen....für deinen Sohn! Er braucht dich! Aber er braucht dich als gesunde starke Mutter.

Ich wünsche dir und deinem Sohn und Partner alles Liebe ❤️

Was mir noch einfiel: hast du schon mal deine blutwerte checken lassen? Gereiztheit, Teilnahmslosigkeit bis hin zu Depressionen haben oft auch ihren Ursprung in einem Mangel an Mineralien und Vitaminen. Ich hatte das leztes jahr dass ich schnell aus der Haut gefahren bin und schnell gereizt, kannt mich so gar nicht. Ergebnis: hatte totalen Eisenmangel und Vitamin B war auch nicht optimal. Musste jetzt ordentlich auffüllen und es geht mir jetzt auch wieder besser....nur mal als tipp. Dauerstress für den körper ( auch emotionaler) raubt dem Körper viel mehr mineralien/vitamine als im normabetrieb.

Meine Blutwerte habe ich noch nicht checken lassen, werde ich aber in Angriff nehmen. Und professionelle Hilfe suche ich seit über einem Jahr. Überall Wartelisten von bis zu 3 Jahren.
Damals wo mein Sohn zur Welt kam, hat das Jugendamt mir bereits eine Familienhilfe und eine Kinderkrankenschwester gestellt. Da ich aber da noch mit meinem gewaltätigen Ey zusammen war ist das alles irgendwie untergegangen und ich konnte mich nur auf das Überleben konzentrieren. Jetzt kommt natürlich alles wieder hoch und überstürzt mich leider total sodass ich vollkommen überlastet bin. Eine stationäre Therapie kommt für mich nicht in Frage, da ich Angst habe, dass mein Sohn mir weggenommen wird. Ich werde die Woche aber zum Jugendamt gehen und mich beraten lassen. Die kennen uns und unsere Geschichte bereits. Wenn ihr alle so in etwa das gleiche sagt, wird es wohl schon richtig sein. Denn so kann es nicht weitergehen. Danke für Eure Antworten. Ihr habt mir sehr geholfen!!!! ❤❤❤❤❤

Und lass dir in jedem Fall die Werte geben dann kannst du es daheim in Ruhe nachvollziehen viele Ärzte halten einen Ferritin (unbedingt den messen lassen nicht nur Eisen) Wert von 19 noch für top (wie bei mir) dabei ist alles unter 20 mega schlecht, man sagt sogar dass Frauen bei 100 oder mehr liegen sollen damit man sich fit fühlt. Ich habs schon 2 Infusionen hinter mir und es geht erst langsam bergauf....
Bin immer wieder erstaunt wie unwissend oder unwillig ärzte sind sich mit dem Thema zu befassen. Die Grenzwerte die die Labora vorgeben sind teilweise ein veralteter Wissensstand und liegen teilweise um Meilen tiefer als in anderen Ländern die hier viel sensibler mit dem Thema umgehen. Speziell in extremen körperlichen und psychischen Situationen braucht der Körper einfach viel mehr von allem. Wie ein Motor der ständig am Maximum läuft der braucht auch mehr Öl und Wartung ;-)

Auch beim Vitamin B gibt es mehrer Werte zum Messen ich empfehle den Holo-TC da der noch genauer ist, lass doch auch Vitamin D, Magnesium, Zink, anschauen. Oder wenn du noch weiter gehen willst auch Kalzium, Selen, Vitamin B allgemein etc.

weitere Kommentare laden

Das liest sich wirklich nicht schön.
Man spürt deinen Leidensdruck. Von Vorteil ist, dass Du sehr genau beschreiben kannst, wie du dich fühlst und wo es hakt.
Ich empfehle Dir dringend, dich in professionelle Behandlung zu geben. Sei es stationär oder auch erstmal ambulant, wenn das für dich leichter ist. Zudem könnte dich eine Sozialpädagogische Familienhelferin darin unterstützen, den Familienalltag wieder zu regeln, Erziehungsfragen zu besprechen, Therapieplatz suchen, usw. Dazu musst dich ans Jugendamt (Allgemeiner Sozialer Dienst) wenden. Dort wirst du beraten und erhältst eine für dich passende Hilfe, wenn du das möchtest.
Ich wünsche dir alles Gute und dass du den Mut hast, Hilfe anzunehmen, für dich und deinen Sohn!

Top Diskussionen anzeigen