Entwicklungsstottern? (Kleinkind 2 Jahre 2 Monate)

Hallo!

Mein Sohn ist gerade 2 Jahre und 2 Monate alt geworden und seit ca. 1 Woche ist sein Sprechen plötzlich ganz holprig geworden. Prinzipiell hat er bist jetzt so 3-4 Wortsätze gesprochen. Angefangen hat das Ganze damit, dass er Wörter die er eigentlich schon lange kann wie Mama, Oma, Papa in die Länge gezogen hat und Silben wiederholt hat. Seit gestern hat er dann angefangen statt dieser Wiederholungen bestimmte Wörter mit größter Anstrengung hervorzupressen. Er spannt sich dabei total an und greift sich teilweise auch selbst an den Mund.
Er tut mir dabei wirklich total leid. Nun wollte ich fragen ob das nun trotzdem dieses Entwicklungsstottern sein kann oder ob das wohl eher schon in richtiges Stottern übergeht?! Hat jemand so etwas Ähnliches erlebt?

Würd mich über Antworten freuen.

Lg Kerstin

Hi unser Sohn hat ca mit 2 1/2Jahren ähnliche Symptome bekommen.

Damals hat sich so einiges für ihn verändert z.B. Kita neue Erzieherin, großer Bruder geworden, keine Windeln und keinen Schnulli (er wollte keine Windeln mehr). Evtl ist bei euch auch etwas verändert? Sprich doch mit eurem Kinderarzt oder der Erzieherin ob ihnen etwas aufgefallen ist. In der Regel wartet man ab und beobachtet es ca 1/2 Jahr. Aber ich hab auch sehr gelitten mit ihm, wenn er da stand und keine Worte fand.

Sowohl die Erzieherin als auch die Kinderärztin meinte bei meinem Sohn: nicht darauf eingehen bzw. nicht verbessern, ihm das Stottern nicht bewusst machen sondern ihm zuhören, beim Sprechen anschauen evtl anfassen, dass er sich verstanden fühlt. Es ist besser oft weg, nur wenn er Stress hat kommt es zurück.

Ich hoffe ich konnte deine Bedenken etwas lindern. Lg

Vielen Dank für deine Antwort!
Eine direkte Veränderung hats bei uns eigentlich nicht gegeben...Ich bin aktuell mit unserem zweiten Kind schwanger aber ich weiß nicht wie weit er schon versteht was das wirklich bedeutet.

Beim Kinderarzt hab ich schon angerufen und der hat mir nur übers Telefon gesagt, dass ichs eben beobachten sollte und das wird sich schon wieder legen. Ich tu mir halt ein bisschen schwer, weil er sich so anstrengt und ich ihm nicht wirklich helfen kann. Aber das mit dem Anfassen, damit er sich verstanden fühlt ist schon mal ein super Tipp das werd ich auf jeden Fall probieren :-)

Meine Tochter ist knapp 2.5 und hat das auch seit ein paar Tagen. Sie ist sprachlich eher weit u wiederholt teilweise 5x ein Wort bevor sie weiterspricht. Es ist nicht jeden Tag gleich schlimm aber wenn sie müde ist fällt es extrem auf. Ich gehe von Entwicklungsstottern aus und warte ab und versuche es nicht weiter zu beachten. Teilweise anstrengend aber ich hoffe das gibt sich bald wieder... aber bin froh, dass das in dem Alter wohl öfter vorkommt

Hallo, wir hatten es gerade im Oktober. Unser Sohn, der sehr weit sprachlich ist, hat mit 2 Jahren und 3 Monaten von einem auf den anderen Tag mit Stottern angefangen. Waren beim Kinderarzt und unserer hat uns zur Logopädin geschickt, macht er immer um es einmal abzuklären. Man kann das richtige Stottern sehr einfach vom „entwicklungsbedingten“ abgrenzen. Das richtige Stottern kann drei Symptome haben. Das Wiederholen von Wortteilen (O-O-O-Ofen), Dehnungen von Lauten (Mmmmmmmmama) und Blockaden (es kommt trotz Anstrengung gar nichts raus). Das Kind strengt sich zum Teil sehr stark an, zum Teil mit dem ganzen Körper. Das Kind weiß genau, welche Wörter es sagen will, sie können aber nicht ausgesprochen werden. Dadurch erlebt das Kind Frust, bekommt evtl. Angst vor dem sprechen und/oder vermeidet Wörter und Laute.
Beim „entwicklungsbedingten“ Stottern werden Teile des Satzes wiederholt (Ich will - ich will das Brot). Das Kind hat den Satz im Kopf noch gar nicht zu Ende gedacht und der Mund hat schon losgesprochen, bemerkt also sein stottern gar nicht.
Bei unserem Sohn war es richtiges stottern mit Wiederholungen und Dehnungen. Er hat richtig gelitten und zum Teil auch geweint, wenn es mal wieder schlimm war. Wir haben drei Einheiten bei der Logopädin gehabt, damit wir lernten, wie wir damit umgehen sollten und das Umfeld schulen konnten. Es wechselten gute und schlechte Phasen, seit drei Wochen ist kein Stottern mehr da. Die Logopädin sagte aber, dass es auch nach Wochen plötzlich wieder kommen könnte, nur damit man sich nicht erschreckt. Insgesamt ist aber auch beim richtigen stottern die Prognose sehr gut. 4 von 5 Kindern sprechen bis zur Pubertät wieder flüssig.
Wenn es eine Logopädin bei dir in der Nähe gibt, die auf Stottern bei Kindern spezialisiert ist, probier deinen Arzt zu überreden ein Rezept dafür auszustellen. Meine Logopädin und auch die von ihr empfohlene Broschüre („Was Sie schon immer über Stottern wissen wollten“) sind der Meinung, dass man beim richtigen Stottern trotz der guten Prognose nicht einfach abwarten sollte.
Ups, ist wohl etwas lang geworden der Text :-)
Liebe Grüße an dich

Danke für deine ausführliche Antwort! Bei uns klingt es dann wohl eher auch nach richtigem Stottern....Ich wollte heute Nachmittag sowieso zum Arzt dann werd ich auf jeden Fall mit ihm über eine Überweisung zur Logopädie reden.

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