Kleinkind hat gern bestimmte Abläufe/Rituale

Hallo,

ich wollte mal fragen, wie sehr eure Kleinkinder bestimmte Rituale brauchen oder mögen. Unser Sohn (2 Jahre und 4 Monate alt) geht seit April in die Krippe, größtenteils sehr gerne. Ich halte sehr viel von den Erzieherinnen und habe einen durchwegs positiven Eindruck. Heute hat mich eine Erzieherin darauf aufmerksam gemacht, dass unser Sohn scheinbar ein recht ausgeprägtes Bedürfnis nach Ritualen bzw. gewissen Abläufen hat. Sie sagt er kann sehr viel und weiß sehr viel, aber wenn etwas nicht so läuft, wie er das im Kopf hat oder es „gehört“, wirft es ihn total aus der Bahn. Der Anlass war: Heute Früh wollte er bei der Tür in den Gruppenraum reingehen, wo er auch sonst reingeht und sich ein Spielzeug aussucht. Da war aber noch niemand, also mussten wir die andere nehmen. Das wollte er nicht und hat geweint, hat sich aber auch relativ schnell beruhigt und ist dann fröhlich reingelaufen.

Sie meint, dass es dadurch im Kindergarten (bei den „Großen“ ab 3 Jahren) schwierig werden könnte für ihn. Ich empfinde das eigentlich als normal in dem Alter, mir ist es bei ihm auch noch nicht übermäßig aufgefallen.

Natürlich haben wir im Alltag gewissen Rituale und Abläufe, die uns das Leben einfacher machen (abendliches Einschlaf-Ritual, Sonntag gemeinsam Pizzateig machen, am Weg in den Kindergarten singen,…), aber es ist definitiv nicht so, dass bei uns alles ständig gleich abläuft oder streng geregelt wäre. Er ist eher sensibel und braucht für neue Situationen etwas Zeit (Eingewöhnung in der Krippe mit Mittagsschlaf war aber nach etwa 3 Wochen durch), ist in kognitiven Dingen eher weit für sein Alter und dafür motorisch nicht so der Draufgänger, aber in meinen Augen alles komplett im Rahmen.

Das Gespräch heute Früh hat mich aber nun doch verunsichert. Welche Erfahrungen habt ihr denn da gemacht?

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Hallo.

Das hört sich für mich alles sehr normal an.
Kinder brauchen Rituale und eine feste Struktur sowie Gewohnheiten.
Das festigt die Kinder. Und ich finde durch das Verhalten deines Kindes merkt man, wie gefestigt er doch schon ist, mit seinen 2 Jahren. Das ist eine sehr gute Voraussetzung und gibt ihm Sicherheit.
Wenn dann morgens plötzlich diese Sicherheit in Form von Änderungen des Ablaufes anders ist als sonst, ist es absolut normal wenn er dann darauf reagiert.
Es gibt Kinder denen juckt es nicht, es gibt welche die haben damit Probleme. Beides alles ok.
Die Erzieherin hat sich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Er wird mit 3 den Start bei den "Großen" meistern, wird aber sicher dabei noch Hilfe und Rückendeckung eines Erziehers brauchen, eben noch eine Hand die ihn begleitet, solange ihm die dortigen Rituale vertraut sind.
Der Wechsel von Krippe zu den großen ist ein großer Schritt, das sollte man beachten.
Ich denke ich weiß wovon ich rede, meine Tochter (jetzt 5), ist genau wie dein Sohn, sie ist ebenfalls recht sensibel. Aber sie hat es auch beim Wechsel gut gemeistert und ist mittlerweile eine kleine selbstbewusste freche Diva, die Rituale zwar immer noch liebt, aber eine Planänderung mittlerweile total spannend findet, egal in welchem Bereich.

Alles gute 🍀

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Verstehe die Aussage der Erzieherin nicht 🤷‍♀️
In dem Alter ist das nicht nur eine Frage der Gewohnheit, sondern auch des "trotzes". Er hat sich darauf eingestellt und es klappt nicht - sowas blockiert ein Kind in der autonomiephase durchaus, denn er hat ja gerade nur diesen einen Gedanken, der aber leider nicht klappt in der Umsetzung. Er hat sich dann ja beruhigen lassen und ist in die andere Gruppe, oder? Also ist er da ja nicht total blockiert, es braucht einfach Zeit, bis es in seinem Kopf ankommen kann.
Wenn er mit 5 da stehen würde, heulend und stampfend und sich nicht einen Millimeter davon abbringen lassen will, dann würde ich mir Sorgen machen.
Einige Kinder sind halt dauerhaft flexibel, andere brauchen phasenweise mehr Zeit.
Ich bin erwachsen und liebe auch meine fest an Gewohnheiten, alles außerhalb dessen bereitet mir schon Unbehagen. Aber ich mach es 🤷‍♀️
Können ja nicht alle Menschen gleich sein.

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Also bis er drei wird sind ja noch einige Monate hin. Wer weiß, was bis dahin passiert.....


lg lene

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Hallo, meine mittlere ist fast 4 Jahre alt. Als ich mit der jüngsten schwanger war hätte ich sie gut und gerne erst um 9.00 in der Kita abgeben können. Aber ich war jeden Morgen um Punkt 7.45 mit ihr umgezogen vorm Gruppenraum. Weil der vordere Teil der Frühstücksraum ist kann man da ab 8.00 nicht mehr durch und muss vorne tschüss sagen. Für sie brach eine Welt zusammen wenn ich sie nicht an die zweite Tür bringen konnte. Sie hat noch so ein paar andere Rituale die für sie sehr wichtig sind. Mittlerweile wird sie da wesentlich entspannter aber es gibt Tage da muss es immer noch Tür nr. 2 sein. Ich finde das völlig normal. Sie völlig normal entwickelt. Von daher.

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