Veränderungen? Kleinkind nach Fehlgeburt

Wer hat Erfahrungen damit wie sich Kleinkinder nach einer Fehlgeburt verändern? Verhalten tagsüber, schlafgewöhnheiten? Umgang mit Trauer anderen usw. Und vor allem wann dies wieder anders bzw besser wird? Wie war das bei euch?
Meine kleine große Tochter ist jetzt 2.5 Jahre.
Vor sechs Wochen hatte ich eine Fehlgeburt, stille Geburt in der 17 ssw. Sie wusste bereits dass sie grosse Schwester wird. Wir hatten sie auch bei der Beerdigung dabei. Vorher haben wir ihr erklärt warum Mama und Papa im Krankenhaus waren und das ihr kleine Schwester sehr krank war und deshalb nicht mehr in meinem Bauch ist und jetzt im Himmel ist. Zwei wochen vorher hatten wir die Diagnose anenzephalie erhalten und das sie somit nicht lebensfähig ist, ihr Herz hat aufgehört zu schlagen. Wir hatten uns gegen einen Abbruch entschieden.
Seitdem geht sie nur noch sehr zaghaft auf andere zu, ist wieder sehr anhänglich und vor allem schläft sie seitdem nachts wieder wesentlich schlechter, statt 1x nachts wacht sind es wieder bis zu 3x auf. Maximal schläft sie ca 5 std am Stück. Richtig durchgeschlafen hat sie auch vorher nicht aber wurde halt nur 1x nach 5.5 bis 7 std wach.
Sie spricht viel Baby Lucy. Hat sogar selbst gesagt das bei ihrer eulenfamilie noch eine Baby Eule fehlt und hat die bastelsachen geholt. Sie sagt auch oft Mama du musst nicht traurig sein lucy im Himmel oben nicht alleine ist und so was.
Lg

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Hallo

Erfahrungen hab ich leider nicht aber ich wollte dir meine Anteilnahme aussprechen. Das ist sehr schlimm was euch da widerfahren ist. Ich denke eure kleine hat einfach Angst das euch auch etwas passieren könnte und ist deswegen wieder anhänglich und schläft schlechter.. für sie ist es bestimmt enorm schwer das Geschehene einzuordnen. Wir haben ja schon zu tun so etwas zu verarbeiten und ein so kleines Kind versteht dann wahrscheinlich erst recht Die Welt nicht mehr.. es braucht sicher einfach Zeit und ganz viel Nähe und Zuneigung.
Vielleicht wäre auch der kinderarzt ein Ansprechpartner wo man sich hinwenden könnte? Oder er weiß Rat ob die kleine nicht mal mit "jemand professionellen" zur trauerüberwindung reden sollte? Ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen da ich wie gesagt keinerlei Erfahrung habe.

Ich wünsche euch alles liebe und gute 🌸

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Erst einmal tut es mir sehr leid, was ihr durchmachen müsstet. Gleichzeitig finde ich es sehr gut, dass ihr eure Tochter so offen mit einbezogen habt. Ich glaube, dass das sehr wichtig ist.
Ich denke ihr Verhalten ist ganz normal.
Sie kann den Verlust noch nicht einordnen und in dem Sinne trauern. Aber sie wird merken, dass auch ihr traurig und angespannt seid.

Ich würde ihr die Nähe geben, die sie braucht. Euch Zeit lassen und gucken wie es sich entwickelt.

Das braucht Zeit, wird sich aber wieder normalisieren.

Ganz liebe Grüße und alles Gute!

3

Erst einmal herzliches Beileid! Das ist ein schwerer Schicksalsschlag und keine Worte können den Umfang des Unglücks nur annähernd beschreiben. Ich wünsche Euch als Familie ganz viel Kraft, genügend Verständnis im Umfeld und genügend Zeit zum Verarbeiten.

Ich habe - zum Glück für meine Familie - auch keine Erfahrung damit, wenn schon ein Kleinkind Teil der Familie ist, meine Fehlgeburt war vor der Geburt meines Sohnes.
Aber ich wollte mitteilen, dass ich die Reaktion Deiner Tochter eigentlich sehr natürlich und gesund finde. Kinder sind einfach ehrlich und leben ihre Trauer aus. Was Euch widerfahren ist, ist nunmal ein Schicksalsschlag und Eure Tochter verarbeitet ihn... Und verdrängt ihn nicht einfach, sondern lebt eben ihre Liebe und Trauer um ihr Geschwisterchen aus. Das finde ich berührend und in dem Umfang, in dem Du es beschreibst auch nicht beunruhigend. Sie wird es eben so verarbeiten können. Und sicher braucht es seine Zeit... Aber das darf es ja auch. Trauer als Verarbeitung ist ja auch nichts schlimmes, sondern eben ein Weg, das zu verarbeiten und Verarbeitung bedeutet schlechte Nächte bei Babies und Kleinkindern...insoweit liest sich für mich nichts davon bedenklich. Wenn Dein Bauchgefühl aber insoweit etwas anderes sagt, sprich doch mal mit dem Kinderarzt, vielleicht kann er hierbei an einen Spezialisten verweisen. Neulich habe ich auch von der Arbeit von Sterbeammen erfahren, die Begleiten Familien, die den Verlust eines Kindes zu betrauern haben (als Pendant zur Hebamme), das fand ich sehr interessant und wirkte hilfreich... Vielleicht ist ja etwas derartiges auch eine Hilfe für Euch.

Alle Kraft der Welt für Euch!

Viele liebe Grüße
Sidney

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Kann es vielleicht auch sein, dass sie deine Trauer spürt und darauf reagiert? Kinder sind da oft sehr sensibel und reagieren instinktiv.

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Guten Morgen!
Erstmal mein Beileid!
Unser Sohn war knapp 2 als wir das Baby der 3. ICSI in der 8./9. Woche verloren haben. Wir hatten ihm noch nicht gesagt, dass ein Geschwisterchen kommt, also auch nicht explizit gesagt, dass es gestorben ist.
Trotzdem war er total anhänglich und hat die familiäre Unruhe und Trauer auf seine Art gespiegelt. Ich muss auch sagen, dass ich die Anhänglichkeit genossen habe: zu spüren, dass ich ein lebendiges Kind habe war das einzige was wirklich gut tat in der Situation.
Ich kann dir jetzt garnicht sagen wie die Zeitabstände waren in der sich die Trauer entwickelt hat, weil es bei uns dann mit 4. negativer ICSI und Hickhack mit der Krankenkasse und OP gleich weiterging und die eine Trauer auch schwer von der anderen zu trennen ist.

Was ich bei Dir lese ist Trauerreaktion und ich finde die auch ok, Trauer will gelebt werden und das sieht bei kleinen Kindern eben anders aus als bei Erwachsenen.
Man darf nicht drin stecken bleiben, sie entwickelt sich.
Sprecht drüber, dann wenn es die Kleine zum Thema macht und akzeptiert auch, dass Gesprächsbedarf nach 2 Sätzen erstmal erfüllt sein kann. Bastelt die Trauer, kuschelt oder tobt sie weg. Trauer ist Stress und Stress wird durch Bewegung abgebaut.
Macht, was Euch gut tut, denn wenn es Euch gut tut, dann könnt ihr für die Kleine gut da sein.
Trauer ist ein langer Weg, ihr seid grade erst losgegangen.

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Danke für deine tolle Antwort. Unsere beiden sind auch durch ivf bzw icsi entstanden.

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