Attachment Parenting

Liebe Mamis,

mich würde eure Meinung zu bedürfnis- bzw. Bindungsorientierter Erziehung interessieren.
Wer praktiziert es, wie sind eure Erfahrungen?
Was versteht ihr darunter, was sind eure Für und Widers?
Wo fängt es für euch an und wo hört es auf..
Und natürliche welchen positiven Einfluss hat es auf euer Leben ❤️

Ich freue mich über Austausch. Meine Mama war und ist selbst das absolute Gegenteil und belächelt diesen Erziehungsstil. Man merkt es deutlich am Verhältnis zwischen uns welche Auswirkungen das hat, da bin ich mir sicher.
Mein Ziel ist es es anders zu machen Mein Baby ist noch klein, aber je mehr ich darüber erfahre desto mehr erkenne ich, das ist mein Weg.

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Huhu,

ich glaube ich kann meinem Erziehungsstil keinen Namen geben. Ich nehme von jedem Konzept, was mit gefällt, zu meinen Kindern passt und für unsere Familie funktioniert.

Die Bedürfnisse und das Seelenleben meiner Kinder sind mir sehr wichtig. Ich Versuche oft die Situationen aus ihrer Sicht zu verstehen, so gut ich eben kann. Wir sind ein bisschen Montessori, und ja, manchmal auch ein kleines bisschen Laissez fair. Aber bei manchen Themen gibt es auch strenge Regeln, die ich möglichst ohne Strafen durchsetze, und so ganz manchmal spreche ich auch ein Machtwort, einfach weil ich die Mama bin.

Ich finde es erstaunlich, wie weit man mit wechselseitiger Kooperation kommt. Man braucht keine Strafen und Drohungen. Die Kinder arbeiten mit einem zusammen, wenn man sie als vollwertige Menschen betrachtet und es zulässt, dass manchmal auch ein Kind die Entscheidung trifft und die Eltern sich gegen ihren ursprünglichen Willen unterordnen. Das muss natürlich immer zum Wohle der Familie und unter Wahrung der Grenzen aller Beteiligter geschehen. Dann kooperieren sie an anderer Stelle wieder prima mit uns Eltern.

Z.B.: Wir kommen abends nach Hause, der Vierjährige ist müde und "kann sich nicht alleine ausziehen". Ein Elternteil kooperiert und hilft liebevoll beim Ausziehen und trägt ihn vielleicht sogar die Treppe hoch. Im Gegenzug ist der Vierjährige sehr kooperativ beim Waschen und Zähneputzen und geht ohne murren ins Bett. Klar hätte man darauf bestehen können, dass er sich alleine die Schuhe und Jacke auszieht und die Treppe hoch geht. Aber das hätte garantiert nur mit Genöle funktioniert und darüber hinaus zu Genöle beim Bettfertigmachen geführt. Zähneputzen dagegen ist zum Beispiel eine unumstößliche Regel, die aber auch nicht mit Gewalt durchgesetzt wird, sondern jeweils am Zustand des Kindes orientiert umgesetzt wird.

LG Jelinchen

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Dich lese ich immer gern :-)

Genauso versuche ich es auch.

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Du beschreibst gerade die Versinnbildllichung von Bedürfnissorientiertheit.

Die Bedürfnisse aller wahrzunehmen und entsprechend der Situation sich mal für die Wünsche/Belange der Kinder zu entscheiden und auch mal für die eigenen. Je nachdem was situationsbedingt höher wiegt.

Ich sag immer Bedürfnisorientierte Erziehung ist eine Demokratie... Autoritäre Erziehung ist eine Diktatur und Laissez-Fair ist eher Anarchie.

Bedürfnisorientiertheit bedeutet, alle Familienmitglieder nehmen einen Platz im Parlament ein. Die einen sind ausführende Politiker (wir Eltern) und das andere die Opposition (die Kinder). Sprich wenn man als Eltern eine Sache in den Raum stellt - dürfen die Kinder selbstverständlich ein Veto einlegen. Sich erklären, ihre Wünsche anbringen und dann versucht man auf einen möglichen Nenner zu kommen der möglichst viele Seiten zufrieden stellt. Manchmal geht das nicht... aber nicht immer ist es unmöglich. Das bedeutet auch das sich mal die Opposition durchsetzt, aber halt auch nicht selten die Regierungsvorsitzenden (Eltern). Entscheidungsfindungen dauern zwar so in der Regel um einiges länger. Werden aber wie du sagst auch häufiger akzeptiert, wenn es nicht zum eigenen Vorteil dient - allein weil man als Kind von den Eltern ernst genommen wird. Und manchmal muss man auch hart verhandeln... "Wenn du mir hier entgegen kommst - dann komm ich dir auf dem Gebiet entgegen. Deal?!" ;-)

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Bin für :)
Ich habe bei meine Tochter das gemacht und bereue es nicht . Soviel Körper Kontakt , stillen nach bedarf ohne Uhr anzuschauen , schlafen gemeinsam seit Geburt . Das alles wirkt nur positiv . Ich habe meine Tochter 2 Jahre lang gestillt , bis 1 Jahr in trage getragen , und schlafen heute noch zusammen . Sie klebt heute noch an mir , was finde ich nicht schlimm . Ich genieße einfach die Zeit mit ihr . Und ich bereue es , das ich beim großen alles anders gemacht habe . Da war ich noch jung , und habe gehört auf anderen , leider .
Ich merke Unterschied

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Hi,

das Problem ist, von vielen Gegnern und manchen "Falschgeleitetenten" wird diese Methode des Familienbildes wie ich sie bezeichne (weniger als Erziehungsmethode) oft falsch interpretiert. Und oft mit Laissez-Fair verwechselt. Das eine hat aber im Grunde NIX mit dem anderen zu tun.

Attachment Parenting ist eher ein Mittelweg zwischen Laissez-Fair (dort gibt es überhaupt keine Regeln - oft als Anarchiemodell angesehen von Kritikern) und dem Autoritären Erziehungsstil (den ich selbst als "Diktatur" empfinde wo es keine Mitspracherechte gibt). Attachment Parenting bedeutet für mich die Bedürfnisse ALLER Personen wahrzunehmen und dann demokratisch abzuwägen, wessen Bedürfniss jetzt individuell höher wiegt. Das muss aber auch nicht IMMER das Bedürfnis vom Kind sein! Es bedeutet nicht, Kind meckert - ich spring in jeder Situation sofort im Dreieck um die Wünsche meines Kindes zu erfüllen. Mein Sohn ist 2,5 Jahre alt und möchte gerne noch getragen werden. Da ich wieder schwanger bin im 7. Monat übernimmt dies mehrheitlich mein Mann und ich selbst nur sehr kurze Strecken (wie die ca 200 Meter von daheim zur Kinderkrippe oder zurück). Mehr kann ich einfach nicht bewältigen. Da kann er manchmal meckern und mosern wie er will - hier wiegt mein Bedürfnis höher da ich körperlich derzeit eingeschränkt bin und weniger belastbar als OHNE Schwangerschaft. Mein Ziel ist es. Mein Kind durch gegenseitige Rücksichtnahme, Erklärungen und das (zumindest mehrheitliche) wahren persönlicher Grenzen für IHN auch im Umkehrschluss beizubringen, dies an andere weiterzugeben. Ich bin davon überzeugt, dass ich von meinem Sohn keine Rücksicht und Respekt erwarten kann, wenn ich ihn in jeder noch so kleinen Alltagssituation reglementiere und bevormunde und mich permanent über seine Bedürfnisse und Befindlichkeiten hinweg zu setzen. Wenn das in manchen Situationen unumgänglich ist, kann mein Sohn das auch besser tolerieren und akzeptieren wenn das eine Ausnahme darstellt, statt die Regel.

Bei uns gibt es auch Regeln und Grenzen! Wenige aber es gibt sie und ich bin auch konsequent. Sprich wenn ich mich einmal dazu durchgerungen habe ihm etwas zu verbieten, dann bekommt er seinen Willen auch nicht, egal wie sehr er weint. Aber er würde mit seiner Frustration darüber auch nicht im Regen stehen gelassen werden. Wenn etwas nicht so läuft oder funktioniert wie er es gerne hätte. Ist es altersbedingt völlig normal zu weinen, zu wüten und zu schreien. Das tröste und begleite ich auch und versuche zu beruhigen und zu erklären. Aber eben auch nicht nachzugeben. Denn Frustrationstoleranz lernt sich auch nicht, indem ich jedesmal einknicke wenn Tränen kullern. Er kann auch altersbedingt die Folgen auch noch gar nicht abschätzen, manche Folgen sind tragbar, sie ihn das auch spüren zu lassen - andere nicht. Wenn er an manchen Tagen (das ist selten) erst gegen Mitternacht zum Einschlafen zu bewegen ist... soll er ruhig spüren wie er am nächsten Tag unausgeschlafen ist. Von 1-2 einzelnen Nächten passiert hier nicht gleich was, er passt sich spätestens nach dem 2. Tag von ganz alleine an und reguliert sich darauf herunter früher einzuschlafen. Das ist daher tragbar. Umgedreht Zähne putzen, das kann ich nicht schleifen lassen. Denn was hat er von Karies? Von fauligen rausfallenden Zähnen? Schmerzen? - Das kann ich nicht schleifen lassen. Geht einfach nicht. Die Folgen die das bedeuten kann er selbst ja noch gar nicht abschätzen.

Meine Schwiegermutter meint immer (obwohl sie selbst immer nachgibt bei ihm) er muss dies und er muss das. Z.b. Essen. Wo mein Mann und ich ganz klar sagen. Der muss nix essen wenn er kein Appetit hat. Am vollen Tisch ist noch keiner verhungert. Und ich bin sogar davon überzeugt jemanden dazu zu erziehen, etwas zu essen obwohl man gar kein Hunger/Appetit hat der Hauptauslöser für das heutige Übergewichtsproblem ist. Weil Menschen essen, obwohl kein Hungergefühl vorhanden ist aus Gewohnheit, Langeweile etc. weil sie gelernt haben in früher Kindheit die Signale ihres Körpers zu ignorieren. Das kann doch nicht gesund sein?

Mein Sohn wird immernoch gestillt - obwohl seit mindestens 3 Monaten kein Tropfen Milch mehr kommt (Schwangerschaftsbedingt), wurde bis er eineinhalb ist noch täglich mehrere Stunden über den Tag verteilt getragen in der Babytrage... ich zwing ihn auch nicht aufs Töpfchen nur weil Hinz und Kunz der Meinung sind, mit 2,5 Jahren müsse ich ihn einfach regelmäßig aufs Töpfchen setzen dann würde er schon trocken. Wenn er Nähe und Aufmerksamkeit sucht bekommt er diese IMMER DANN wenn ich dies gewährleisten kann. Er schläft auch noch im Elternbett, weil er nicht selten noch nachts unruhig schläft und vor allem nach meiner Anwesenheit im Schlaf jammert. Und ich bin da faul und bequem und hab nachts keinen BOCK das Zimmer ständig zu wechseln. Ich seh es auch nicht ein, mir mein Leben nur weil ich ein Kind hab, künstlich schwerer und anstrengender zu gestalten nur weil andere keine Geduld mit ihren Kindern haben und schon mit einem Jahr wollen, dass ihre Kinder abgestillt, durchschlafend und gefügig gestellt sind.

Bei uns gibt es sehr selten Machtkämpfe. Es gibt sie... aber sie sind zugegeben selten. Und er hört auch sehr gut auf das worum wir ihn bitten. Da muss man wirklich selten mal strengere Töne anschlagen. Ich will nicht behaupten nie... denn manchmal hat er auch so Grenzen austesten Phasen wo er bewusst das Gegenteil macht. Aber zugegeben nicht häufig.

Ich binde ihn auch in fast alles im Alltag mit ein. Und er ist sehr hilfsbereit und aufmerksam. Hilft beim Einkaufen, beim Wäsche waschen, bald werd ich ihn auch ins Kochen mit einbeziehen... aufräumen. Und ist sehr fürsorglich. Er achtet immer drauf das die Katzen was zu essen haben, schaut ob das Katzenklo sauber ist und wenn nicht verlangt er das es sauber gemacht wird... oder gestern war sein besser Freund da und die zwei sind beim Spielen mit den Köpfen zusammengerauscht. Meinem tat es nicht weh, der andere Junge musste erstmal weinen und schreien. Da kam er sofort zu mir und meinem Mann an und sagte ganz streng "ist nicht witzig!" (als ob jemand gelacht hätte, was nicht der Fall war - aber das man auch nicht auf die Idee kommt zu lachen!) Also soooo viel kann ich bei ihm nicht falsch machen. Und das er sehr weinerlich und sensibel ist, ist ne reine Charaktersache... entweder man ist sensibel oder man ist es nicht und die die es sind, sind als Kinder halt kleine "Heulbojen" - war ich selbst als Kleinkind. Das verwächst sich auch noch über die Jahre. (So ein bisschen zumindest.) :-p

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Wir leben auch bedürfnisorientiert. Stillen nach Bedarf, tragen und Familienbett mit schlafen nach Bedarf. Dass es so sein wird, hat sich erst nach der Geburt rausgestellt. Unsere Tochter ist sehr sensibel, hat sich lange nicht ablegen lassen, hasste Kinderwagen und Autofahren. Wollte auch lange nichts essen und wird mit nun 26 Monaten auch immer noch gestillt, auch nachts. Wir erziehen größtenteils nicht, sondern leben vor, bzw. leben miteinander. D.h. nicht, dass sie nicht vor Gefahren geschützt wird und natürlich lernt, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben. Meine Eltern sagten, da war sie grade 11 Monate, dass sie ja alles bestimmt. Und ja, sie wusste tatsächlich schon sehr früh was sie "will". Aber sie lernt immer mehr etwas zurückzustecken, wenn das Bedürfnis andere überwiegt.
Das es für das Konzept einen Namen gibt, habe ich erst später erfahren, weil in meiner Umgebung keiner verstehen konnte, wieso wir so leben. Und die wird uns auf der Nase rumtanzen und niemals aus dem Familienbett ausziehen. Also hab ich das Internet bemüht und gesehen, dass wir nicht alleine sind und doch nicht so "unnormal". 😀
Und rückblickend würde ich das genauso machen. Klar sie ist noch klein und ich weiss nicht, ob es alles "richtig" ist, aber es fühlt sich gut an. Ich musste sie noch nie bestrafen oder laut werden. Und ja sie hat ihre Trotzanfälle und die sind manchmal sehr laut, aber die werden halt begleitet. Und es ist tatsächlich so, dass wirkliche Grenzen auch schnell akzeptiert werden.

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Ist ja wie bei mir #winke nur dass mein Vater derjenige ist der es belächelt (wobei er immer mehr Verständnis zeigt je mehr ich ihm von bedürfnisorientierter Familie erzähle, gabs halt früher bei ihm nicht...).
Er hat autoritär erzogen und dieser Erziehung hab ich einigen "Ärger" zu verdanken... Naja ich hab mich belesen über "Geborgen Wachsen", "Geborgene Kindheit" und aktuell "Ich will aber nicht!" von Susanne Mierau weil ich es eben auch anders machen will.
Ich schaff es nicht immer so bedürfnisorientiert zu sein wie ich gern wäre, aber ich gebe mir die größte Mühe und reflektiere auch wenn was nicht so gut geklappt hat und entschuldige mich dann dafür bzw erkläre warum das so war (wenn ich laut war oder nicht geduldig) - und ich finde, dass wir ein sehr harmonisches Miteinander haben! Ich versuche meine Tochter und ihre Gefühle immer ernst zu nehmen, sie nie klein zu reden und sie im Rahmen ihrer Fähigkeiten selbst entscheiden und ausprobieren zu lassen, außerdem erkläre ich ihr nach Möglichkeit immer warum und wieso ich dies und jenes allein entschieden habe bzw nicht ihren Wunsch erfüllt habe (ist ja was anderes wie ein Bedürfnis) und sie darf natürlich auch sauer auf mich sein, dafür habe ich Verständnis. Wenn ich sauer bin oder etwas nicht möchte sag ich ihr das auch. Bedürfnisorientiert muss für jedes Familienmitglied gelten, ist zwar nicht immer einfach die unterschiedlichen Bedürfnisse (manchmal sind es auch "nur" Wünsche) unter einen Hut zu bringen, aber man kann über alles reden denke ich.

Sie ist selbstbewusst und empathisch, sagt laut und deutlich was sie mag und was nicht und sie "hilft" mir viel wenn ich sie darum bitte (wenn sie Zeit und Lust hat ;)). Ich finde es so toll wie sich ein kleiner Mensch entwickelt, dem mit viel Liebe und Verständnis begegnet wird! Und "Trotzanfälle" sind auch schneller vorbei, wenn das Kind merkt dass das Gegenüber Geduld mit ihm hat und ihm helfen will mit diesen heftigen Gefühlen (Wut, Enttäuschung, Trauer) klarzukommen - bei uns zumindest klappt das sehr gut.

Find ich toll dass du dich für diese Art der "Erziehung" interessierst! Geborgene Kinder machen die Welt zu einem besseren Ort.

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Hallo!
Ich tue mir schwer damit, meinem Erziehungsstil einen Namen zu geben. Aber ich denke schon, dass mein Freund, unsere Tochter und ich oft ist das Raster "bedürfnisorientiert" fallen. Für mich ist das völlig normal, denn schon ich wurde auf ähnliche Art erzogen. Ich kann mich an keine einzige Strafe wie Hausarrest, Fernsehverbot oder ähnliches in meiner Kindheit erinnern.

Allerdings haben Attachement Parenting und wie diese ganzen Strömungen noch heißen ein echtes Image-Problem, glaube ich. Wie schon jemand schrieb sind die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder wichtig. Das wird glaube ich selbst von Anhängern dieser Bewegung teils falsch verstanden und stattdessen werden die Bedürfnisse der Kinder über alles gestellt. Solange alle damit glücklich sind, meinetwegen. Aber ich könnte das nicht.
Beispiel: Ich hab meine Tochter 14 Monate gestillt. Auf länger hatte ich echt überhaupt keine Lust mehr. Meine Tochter hätte sicher noch weiter gestillt, wenn ich sie gelassen hätte. Mein Mittelweg war, dass ich das Abstillen von langer Hand und sehr an den Bedürfnissen meiner Tochter (Nähe, Trost, Beruhigung) orientiert für sie und mich vorbereitet habe. Und siehe da, es ging echt problemlos, ich war selbst überrascht.

Daher mein Tipp: Beschäftige dich ruhig mit dieser Art des Aufwachsens, ich glaube, alle Mitglieder einer Familie können daran wachsen und davon profitieren. Aber mach keine dogmatische Religion draus und vergiss deine eigenen Bedürfnisse nicht.

Alles Gute

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Sehr sehr gut geschrieben!

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Wir sind auf jeden Fall dafür <3

Für uns war es sehr wichtig, da wir nun zu 6. sind und nicht möchten das sich irgendein Kind vernachlässigt fühlt. Außerdem lieben unsere Kinder das Kuscheln, außer der große;-)
Wir haben ein 2m mal 2m Bett, dass wir uns sehr gern mit unseren Kindern teilen. Die große (5) bringen wir Abends ins Bett wo wir jeweils jeder 10-15 min bei ihr verbingen, kuscheln, singen, vorlesen etc. Sie geht ca. 19:00 ins Bett und kommt gegen 23 Uhr zu uns gekrabbelt, was wir aber auch genießen, schließlich wollen sie früh genug weg von ihren Eltern:-p

Bei der Erziehung ist es uns sehr wichtig Bedürnisorientiert zu erziehen, also mit sehr viel Geduld zum Beispiel beim Thema Anziehen. Da gibt es immer eine Schreiattacke. Wir gehen dann immer auf Augenhöhe mit dem Kind und erfragen das Problem. Meistens kommt nur als Antwort, das es ja blöd ist und auf einmal juckt alles und die Schuhe sind auch zu klein. Dann hilft nur Geduld und alles "untersuchen" auf juckende Schilder oder zu dicke Sohlen. Das ganze kostet schon mal 20 min. Zeit, aber die nehmen wir uns gern. Ich persönlich finde es schlimm, wenn ich Eltern sehe beim abholen der Kinder in der Kita die auf sowas nur antworten: "so ein Quatsch du ziehst das jetzt an, ist mir jetzt egal" und mein absoluter Hasssatz "weil ich das so sage!" FURCHTBAR.
Man kann alles mit den Kinder ausdiskutieren bzw. besprechen.

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Wie schon manche geschrieben haben, ist das mit der Definition von Erziehungsstilen schwierig, irgendwie macht oder interpretiert es ja doch jeder anders und das soll ja auch so sein, aber gerade aus dieser Richtung habe ich auch viel Inspiration bekommen!
Und ich merke auch, dass Eltern, die diese Begriffe eher sympathisieren schon oft "ähnlich ticken" wie ich.

Für mich ein sehr wichtiger Aspekt ist die ich - nenne es einfach mal - Gleichwertigkeit.
Mein 2,5 Jahre Alter Sohn hat natürlich andere Rechte und Pflichten als ich, aber trotzdem nehme ich alles, was er sagt ernst und behandele ihn als vollwertigen Menschen. Ich sehe mich und meinen Freund nicht als "Familienoberhaupt", die bestimmen, wie der Hase läuft. Ich versuche immer uns als ganze Familie im Blick zu haben.
Erziehung bedeutet für mich in erster Linie, an mir selbst zu arbeiten. zB ist es mir ein sehr großes Anliegen, dass mein Sohn mir ZUHÖREN kann. Also nicht nur mit einem Ohr, sondern mit Augenkontakt und Aufmerksamkeit - zumindest wenn es um wichtige Dinge geht. Dazu muss ich ihm das vorleben. Sobald die Konversation über ganz nebensächliche Dinge hinausgeht, begebe ich mich also zu ihm auf Augenhöhe und schaue ihn an, lege zur Seite, womit ich mich gerade beschäftigt habe (bei dem Smartphone sehr wichtig, nicht nur Bildschirm sperren, sondern wirklich weglegen) und schenke ihm meine ganze Aufmerksamkeit.
Ja, ich verbringe schon deutlich mehr Zeit als vorher auf Knien :-D Das gehört dazu. Beobachte das oft auf dem Spielplatz, dass Eltern so von oben herab mit den Kindern reden, gerade in Konfliktsituationen.
Außerdem finde ich wichtig, dass jedes Nein gehört wird bzw alle Emotionen akzeptiert werden. Das heißt ja nicht, dass man das immer erfüllen kann oder möchte. Aber nie nie nie tue ich einen Protest von meinem Sohn ab mit "Das ist doch gar nicht schlimm/Stell dich nicht so an/Hör auf zu heulen/Das ist kein Grund zu weinen/...."
Mein Mantra ist "Ich sehe dich, ich akzeptiere deine Gefühle" :-)

Achja ich finde du bist keineswegs zu früh! Bedürfnisorientierung beginnt schon mit der Geburt, wenn nicht schon davor :-)

Wenn du (oder irgendwer anders, der mitliest) Lust hast, dich mehr mit anderen Leuten auszutauschen, die ähnlich ticken, schreib mich gerne an! Dann lade ich dich in unser internes Forum (Club) hier bei Urbia ein :-)

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Hi, danke für deine Nachricht und die Einladung, die würde ich sehr gerne annehmen! Echt toll wie ihr das alle macht ❤️

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hallo,

mein großer ist 13, der kleine 2. ich habe also schon paar jahre eltern sein hinter mir.
als mein großer geboren wurde, war ich zwinschen anfang, mitte 20 und natürlich noch nicht so in meinen ansichten gesetzt wie jetzt. wobei ansichten ncht das richtige wort ist. eher: vertrauen auf mich selbst.
ich habe eigentlich damals von anfang an auf mein bauchgefühl gehört. ich war seit jahren die erste in der familie, in beiden familien, die gestillt hat. mein großer kleiner war sehr sehr anstrengend. ein sog. 24h baby. und ich konnt emir von allen seiten anhörte, dass ich besser die flasche gebe, dass er nicht satt ist, dass ich ihn zu viel trage etc.
und so komisch das klingt, diese nett gemeinte, gegenwehr, hat mich mehr bestärkt au mein bauchgefühl zu hören als alles andere. ich habe gespürt, dass mein baby mich braucht und nicht eine flasche, kein bett, kein ablegen und für sich jammern. und so habe ich es dann auch gehandhabt.
erst viel später habe ich von bedürfnisprintiert gelesen und mich darin sehr weder erkannt. meine kinder und ich haben eine gefestigte beziehung. ich erziehe, ja, aber hauptsächlich über eine sichere bindung zu meinen kindern.
und ich habe esnicht bereut. auf meinen instinkt zu hören, so iel liebe zu geben, wie ich kann, sie brauchen etc. auf ihre bedürfnisse zu achten.
es hat mich selber so viel gelehrt.
vor einer weile hat mir mal eine alte freundin gesagt, die ich paar jahre nicht gesehen hatte und die mich einen tag mir den kids erlebt hat: du bist die coolste, liebevollste und dennoch klareste mutter, die ich bisher erlebt habe.
mit klar meinte sie, dass ich konsequent bin in den dingen, bei enen es keine diskussion gibt. über die straße kommt das kind an die hand, beim fahren gibts nen helm, beim essen nicht rennen etc.
bei vielem anderen bin ich kompromissbereit. ich lass meine kinder auch mal diskutieren. und überzeugt mich was sie sagen, dann kriegen sie eben auch recht.

ich könnte noch romane schreiben, aber im grunde bin ch froh diesen, meinen weg, der dem des ap so ähnelt gegangen zu sein bzw. zu gehen.

lg