KiTa Situation - (wie) handeln?

Hallo ihr Lieben,

Ich bräuchte mal eure Meinung zu einem etwas komplexen "Problem " (bzw möchte wissen ob ihr überhaupt ein Problem seht oder als ganz "normal")
Also unser Sohn ist seit Oktober '17 ein Krippenkind und ist von Anfang an super gerne gegangen, hat nie geweint und sich klasse entwickelt. Seit April geht er in eine andere Einrichtung, weil wir umgezogen sind. Die Eingewöhnung lief auch vergleichsweise problemlos, auch wenn ich immernoch das Gefühl habe, dass er nie so gerne dorthin geht wie in seine erste KiTa. Er stürmt nicht in den Raum wie früher, ist noch sehr anhänglich. ..ist alles ok für mich, 2 Monate sind ja auch noch nicht allzu lange Zeit. Er weint nicht beim Abschied und laut Erziehern hat er Spaß dort und wenn ich komme ist auch alles in Ordnung.
Nun gibt's in der Gruppe 2 Kinder (Zwillinge) die sehr rabiat in ihrem Umgang sind, schubsen und schlagen und da kaum Hemmungen haben (auch Eltern und Erzieher, sie schlagen sich auch gegenseitig ) ich und auch mein Sohn kannten das so noch gar nicht und waren erstmal verunsichert. Habe die Erzieher angesprochen, sie haben das Problem im Blick, ziehen auch Konsequenzen (Ermahnen, Auszeiten, ermutigen Grenzen zu setzen ) und im Sommer werden die beiden getrennt. Mal sehn ob das was bringt.
Nun wird mein Sohn ja nicht das letzte mal in seinem Leben mit schwierigen Menschen zu tun haben und ich dachte bisher "da muss er durch und lernen sich zu behaupten" aber er ist halt das totale Sensibelchen... zu Hause und auf Aufforderung kann er "Halt Stop" "Nein" und " Lass das" sagen, aber wenns drauf ankommt (hier bspw in der KiTa) eben nicht.
Mein Mann will ihn jetzt ermutigen zurück zu schubsen, das finde ich aber in dem Alter (2Jahre 3Monate)doof. Weiß nicht wie ichbihm sonst noch helfen kann. ..
Heute morgen hatte er einen guten Start, ging fröhlich in den Gruppenraum aber kaum sah er betreffende Kinder hing er wieder an meinem Bein.
Zweitens beobachte ich andere Symptome, wo ich nun überlege, ob das auch mit der KiTa zusammen hängt. .
1. Schläft er wieder total schlecht, redet und weint im Schlaf, braucht sehr viel Körperkontakt
2. Stottert er seit ca 1 Woche extrem. Beginnt einen Satz oder einzelne Worte 20 mal bevor es weitergeht.
Würdet ihr diese Sachen im Zusammenhang sehen? Was würdet ihr machen? Klingt das überhaupt nach Handlungsbedarf oder braucht er einfach Zeit um in die Situation reinzuwachsen?

Danke fürs Lesen und über Tips bin ich dankbar!

LG
Avocado

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Huhu,
hast du sein Verhalten auch mit den Erzieherinnen besprochen?
(Also das mit dem schlecht schlafen usw)

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Das gab es bisher noch keine ruhige Gelegenheit aber ich hatte es vor.
Mein Mann sprach gestern wohl das Stottern kurz an, da hieß es wohl wir müssten das gemeinsam beobachten. Aber ich will auf jeden Fall auch mit der Bezugserzieherin darüber reden.

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Hi,

ich beobachte schlechteres Schlafen und auch stottern immer bei meinen Kindern, wenn in und mit ihnen was passiert: wenn sie wachsen, wenn sie reifen, wenn sie irgendwas "verbacken" müssen.

Ihr seid gerade umgezogen, er müsste die Kita wechseln, ist jetzt eh in einem Alter wo ständig in ihm irgendwas passiert.

Ich würde sagen, es ist einfach die Gesamtsituation und klingt für mich nicht besorgniserregend.

Lg

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Danke für deine Antwort! :-)

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Also die ganzen Symptome würde ich auch auf die Gesamtsituation schieben. Er versteht ja sicher noch nicht den Zusammenhang warum er jetzt woanders wohnt, in die Krippe geht und auf einmal kein Kind mehr da ist, welches er kennt.

Aber dass es da 2 Kinder gibt die schlagen und schubsen würde ich nicht hinnehmen #aerger.

Ich mag diese Aussagen von Erzieherinnen gar nicht....sie haben das Problem im Blick. Meiner Meinung nach sollten die zwei gleich getrennt werden. Da geht es ja auch um das Wohl der anderen Kinder. Kann ja nicht die Lösung sein, dass dein Kind erst lernen muss zurück zu schubsen. Klar muss er lernen sich zu wehren, aber nicht so.

Ich würde das Problem auf jeden Fall nochmal ansprechen und sagen dass dein Kind und auch du als Mutter damit ein Problem hat. Und wenn gar nichts mehr geht zur Krippenleitung!

LG

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Danke für deine Antwort!
Wir wurden heute paasenderweise sowieso zum "Erstgespräch/Feedback nach der Eingewöhnung " eingeladen und setzten uns nächste Woche zusammen. Da werde ich meine Gedanken nochmal äußern und fragen, was noch getan werden kann.

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Hab das selbe "Problem" mit meinem Sohn! Er tut sich bisweilen schwer sich zu wehren und macht das in den meisten Fällen nur mit Erlaubnis und auf Aufforderung.

Selbst die Erzieherinnen, sagen zu ihm "Sag Nein" ODER "Schubs/Hau zurück!". Je nachdem um was es geht und wie die Situation ist, ist das auch absolut gerechtfertigt. Ich ermuter damit ein Kind nicht zum ziellosen rumschlagen und das es generell ok wäre. ABER das es ein effektives Mittel ist um sich zu wehren.

Die Erzieher würden im übrigen nur eingreifen, wenn es überhand nimmt und gebissen wird oder Spielsachen als Wurf und Schlagwerkzeuge umgewandelt werden. Bei normalem gerangel, hauen und schubsen. Machen die erstmal nichts und wenn das geschubste Kind auch nix macht, ermutigen sie dieses sich zu wehren.

Krippenkinder sind noch zu klein um von ihnen Impulskontrolle abverlangen zu können. Wenn sie den Drang zum hauen haben, gehen sie diesem nach ohne vorher nachzudenken, ob das in der Vergangenheit negativ aufgefallen ist oder nicht. Man kann max. versuchen umzulenken. Ich bin z.b. jemand der zu meinem Sohn sagt, wenn er meint mich, Papa oder die Katzen hauen zu wollen "Du kannst auf den Boden stampfen und auf den Tisch hauen - kein Thema. Menschen und Tiere werden aber nicht geschlagen."

Das Problem bei Kindern ist aber, wenn sie früh ein Sinn für "was darf ich und was darf ich nicht" entwickeln. Sie leben im Absolutismus. Sprich wenn ich so keine Menschen und Tiere hauen darf, darf ich das niemals - ergo auch nicht wenn ich mich wehren düfte. So das Prinzip Ausnahme von der Regel ist ein Lernprozess.

Wir haben jedes Jahr in der Krippe ein Zwillingspaar das aufgenommen wird (weil die werden von vielen Einrichtungen ungerne angenommen, gegen dieses Mehrlingsmobbing will unsere Leitung ein Zeichen setzen, indem sie aus PRINZIP mind. ein Zwillingspaar pro Krippenjahr aufnimmt.)

Bei uns ist es aber STANDARD das Zwillinge in getrennte Gruppen kommen. Das hat einfach was damit zu tun, dass Zwillinge sich unter dem Einfluss des jeweils anderen selbst in der Entwicklung und Bilden von Freundschaften ausbremsen indem sie sich isolieren und ihr eigenes Ding machen. In der Schulzeit ist das wieder was anderes, aber in der Kitazeit finde ich es durchaus empfehlenswert Zwillinge zu trennen um auch mal ein Universum außerhalb dieser besonderen Verbindung zu einander kennenzulernen.

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meine Frage hat nichts mit dem Ausgangspost zu tun: aber warum werden (deiner Meinung nach) Zwillinge in vielen Einrichtungen nur ungerne angenommen??? #kratz

Und bei Eurer Kita wird von der Leitung festgelegt die Zwillinge zu trennen ohne das diese die Kinder kennt??? #schock

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Hi,

Zu der ersten Frage: Weil bei Mehrlingskindern weniger für das 2. Kind bezahlt wird, bei Drillingen geht das 3. Kind sogar komplett kostenfrei in die Kita. Sprich die Einnahmen sind dann weniger. Denn vom Staat bekommt die Einrichtung ein Fixum pro Kind (egal ob Einling oder Mehrling) - die Zuzahlungsbeträge sind aber anders.

https://www.brk-muenchen.de/wir-sind-fuer-sie-da/mit-angeboten-fuer-kinder/kooperationseinrichtungen/koop-ingolstaedterstrasse/Gebuehrenordnung%20BRK%20Haeuser%20fuer%20Kinder-Fassung%20November%202017.pdf (Die Gebührenordnung ist übrigens der der staatlichen Einrichtungen angelehnt und identisch!)

Das 1. Kind zahlt den vollen Satz, der in der Gehaltsstufe anfällt. Ab 60.000 Euro Jahresgesamteinkommen, den Maximalbetrag (wir müssen das derzeit noch zahlen, ab nächstem Jahr fallen wir gleich mal 2-3 Spalten tiefer!).

Das 2. Kind zahlt für die selbe Stundenanzahl soviel, als würden die Eltern 2 Lohnstufen niedriger eingruppiert werden (das macht schnell mal 100 Euro und mehr an Differenz).

Beim 3. Kind zahlt das 3. Kind gar keine Gebühren.

Wenn man sich mit Zwillingsmüttern austauscht, hört man häufig das sie das Gefühl haben, es schwerer zu haben als Einlingsmütter was Kitaplatzsuche angeht.



Warum die Leitung generell Zwillinge trennt? Weil sie die Erfahrung gemacht hat, dass es so generell am günstigsten ist. Vor allem was die Entwicklung der Kinder angeht. Das ist glaub einfach persönliche Einstellungssache der Leitung. Persönlich teile ich aber ihre Einstellung und würde Zwillinge (insofern ich welche hätte) auch lieber in getrennten Gruppen sehen um sich individuell entwickeln zu können und sich nicht nur alleinig als Einheit wahrzunehmen sondern auch das sie eigenständige kleine Persönlichkeiten mit teils ganz anderen Interessen sind.

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