Ist mein Sohn noch normal? Bitte Leute mit Erfahrungen mit Hyperaktivität

Hallo (vorsicht, langer Text ;) )

Ich habe einen Sohn, er ist jetzt 2 Jahre und 4 Monate alt und er ist eigentlich ein lieber, süßer Kerl.

Allerdings frage ich mich seit einiger Zeit, ob er ganz "normal" ist, oder ob vielleicht irgendeiner Störung vorliegt, zB Hyperaktivität.
Es gibt mehr und weniger aktive Kinder, das weiß ich. Aber bei Kieran ist es schon sehr extrem. Und es sind noch weitere Auffälligkeiten vorhanden. Vielleicht hat ja jemand Erfahrung?

Denke, um das medizinisch wirklich diagnostizieren zu können, muss er noch ein wenig älter werden, oder?
Ich habe leider sehr wenige Vergleiche, kenne kaum Mütter persönlich mit Kindern in dem Alter - aber zB meine Mutter, die 4 Kinder groß gezogen hat und andere Leute mit Kindern kennt, behauptet felsenfest überzeugt, dass sie so etwas "noch nie erlebt" hat.

Also er ist... wie soll ich sagen...
fangen wir mal damit an, dass er sprachlich und motorisch ziemlich hinterher hinkt. Zwar gerade alles noch im vertretbaren Rahmen, aber kein Vergleich zu den meisten anderen Kindern seines Alters - klar, die entwickeln sich unterschiedlich. Ist auch okay und wenn es nur das wäre...

Als er 2 wurde, hat er kaum ein paar Wörter (und die noch undeutlich) gesprochen, mittlerweile sind es schon einige Wörter. Aber wirklich toll ist seine Ausdrucksweise trotzdem nicht. Wie soll ich beschreiben? Kleines Beispiel, quasi Auszug aus einem typischen Kieran-Monolog:
"Hadurm baut. Supaa. Ummeisse! Wieder! Durm baut. Hinfalle. Teppich. wehtan. Knie. Oh mooooi..." (selbst wenn das Hinfallen schon 10 Tage her ist, er hat das halt dann aufgeschnappt und plappert das dann einfach ständig ;) )

Das allein ja kein Grund zur Sorge.
Motorik? Naja... freies Laufen erstmals mit 1,5 Jahren - auch noch okay.
Essen? Eine Katastrophe. Selbstständigkeit? Fehlanzeige.
Ich schäme mich ja fast ein wenig, aber er kann mit seinen fast 2,5 Jahren nichts alleine essen oder trinken, nicht einmal aus ner Schnabeltasse.
Und bitte kommt jetzt nicht mit "ihr lasst ihn nur nicht", oder so - schon mehrere Leute haben es probiert, weil sie uns nicht glauben wollten und sind kläglich daran gescheitert.
Es ist nicht so, dass er diese Bewegungen (Besteck / Tasse zum Mund) nicht ausführen könnte ... er will nur nicht. Interessiert ihn nicht. Egal wie hungrig er ist. Macht er nicht.
Aber so ist es in Allem. Sich selbst anziehen? Fehlanzeige.
Irgendwo raufklettern (Couch zum Beispiel)? Fehlanzeige.

Dann... was mich mehr beunruhigt.
Er spielt nicht. Nicht wirklich.
Er hat alles, was das Herz begehrt - ein Trampolin, tonnenweise Spielzeug, Mahlsachen, Knete... usw. - interessiert ihn nicht.
Nein, wir stimulieren ihn nicht über und wir zwingen ihn auch zu nichts... wir bieten ihm ab und zu was an, aber irgendwelche komplexen Dinge interessieren ihn Null. Er spielt auch nicht mit Bobby Car, Spielzeugautos oder sonstwas.
Wenn er zB ein Stofftier hat, packt er es nur und rennt damit stundenlang herum.
Bücher interessieren ihn auch nicht.
Er setzt sich NIE irgendwo hin und spielt mit was - außer mit seinem "Turm". Das sind ein paar Eimer, die man übereinander stapeln kann. Das macht er kurz, dann hat er nen "SUPER DURM BAUT" und das war's mit dem Interesse.
Man kann mit ihm nichts machen, das in irgendeiner Weise Aufmerksamkeit verlangt.

Kuscheln oder so möchte er auch nicht - dazu ist er viel zu wetzig. Er mag uns, das zeigt er uns schon, will ständig unsre Aufmerksamkeit. Aber körperliche Nähe oder mal auf den Schoß sitzen? Klar... 2 Sekunden und dann geht's weiter mit Action.

Ja, was macht er dann die ganze Zeit?
Herumrennen. Rennen, rennen, rennen. Rennen. Stundenlang. Den ganzen Tag. Wenn wir im Wohnzimmer sind, dann stundenlang im Kreis um die Couch herum.
Hin und wieder irgendwas anstellen....
Und wenn er zu müde ist, zum Rennen, stellt er sich irgendwo hin und wackelt. Wackelt. Und wackelt.
Und wenn er ganz müde ist, sitzt er sich wo hin und wippt vor, zurück, vor, zurück, am liebsten haut er sich dann dabei den Hinterkopf irgendwo dagegen, zB an der Couchlehne. Manchmal so fest, dass ich eingreifen muss.
Das macht er übrigens auch morgens im Bett, sofort nach dem Aufwachen.
Ich habe nicht den Eindruck, dass er das aus einem bestimmten Grund macht, einfach so, als könne er nicht still sitzen. Geht nicht.

Er hat nahezu kein Schmerzempfinden. Manchmal läuft er so schnell, dass es ihn richtig fest hinhaut. Oder er knallt wieder irgendwo dagegen. Da weint er nicht, interessiert ihn nicht. Da sagt er höchstens "hinfalle. wehtan." (auch nur, weil wir ihm das gesagt haben) und weiter geht's.

Und er redet. Den ganzen Tag. Beziehungsweise... er hat die ganze Zeit den Mund offen. Und das in einer Lautstärke, das hält kaum ein Mensch auf Dauer aus. Und in einem Tonfall... wie ein Bierdimpfel im Wirtshaus. Und das geht so die ganze Zeit... in einer Lautstärke... er schreit schon richtig. Ermahnungen nutzen nichts.

Wenn man sich PERMANENT 100% nur mit ihm beschäftigt, dann geht es. Aber kaum wendet man sich IRGENDETWAS Anderem zu (und das muss halt ab und zu sein), dann geht es los... man kann nichts nebenher erledigen oder machen, weil man es kaum aushält, wirklich.

Er kann auch nicht leise sein.

Sogar die Nachbarn haben schon dezent anmerken lassen, dass sie ihn "die ganze Zeit bis spät in die Nacht hören" (er geht auch nicht vor spät nachts schlafen, keine Chance, nur Geschrei).
Wenn man ihm sagt, er soll bitte leise sein, kommt "psst... leise..." und dann gröhlt er weiter. :P

Sogar meine Mutter, die ihn wirklich abgöttisch liebt, ist inzwischen manchmal genervt und sagt, dass sie es kaum noch aushält.

Ich weiß nicht. Ist das wirklich noch normal? Oder könnte er eine Form von krankhafter Hyperaktivität haben? Wie lasse ich das feststellen?

Er ist ansonsten wirklich ein lieber, süßer Junge. Er ist auch nicht aggressiv. Ja, manchmal bockig und zornig, sind, denke ich mal, alle Kinder in dem Alter - aber er ist nicht bösartig. Nur so extrem laut, sooo aktiv und kann sich wirklich auf nichts konzentrieren.

Von mir hat er das definitiv nicht, ich war das Gegenteil - ein extrem ruhiges Kind (und bin auch immernoch eher der ruhige Typ).

Würde mich über Antworten freuen.

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Achja Nachtrag: Er ist keineswegs "dumm". Er versteht extrem viel und komplexe Zusammenhänge. Oft unterschätzt man ihn, weil er so schlecht spricht, aber er versteht wirklich alles, auch wenn man über ihn spricht und das merkt man sofort an seinem Verhalten.
Komischerweise ist er trotzdem in seiner Entwicklung sehr zurück.

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Hallo,
also es hört bzw. liest sich schon seltsam, so wie du euren Alltag und deinen Sohn beschreibst...
Was hat den der KiA bei den U gesagt? Hast du ihn mal auf deine Sorgen angesprochen? Ich würde das sofort tun, ein Beratungsgespräch vereinbaren.
Der Arzt kann dich dann an Spezialisten überweisen, es gibt Verhaltensdiagnostiker, auch für die ganz Kleinen.

Ich will jetzt nicht sagen, dass du übertreibst, das kann ich nicht einschätzen und steht mir auch nicht zu. Aber du solltest dich mit deinen Sorgen an einen Fachmann wenden.

Wie sieht´s zwischenzeitlich mit einer Spielgruppe aus? Dann lernst du auch andere Mütter kennen und hast noch eine weitere Plattform, um dich auzutauschen. Mal abgesehen davon, dass sich dein Sohn dann einiges von anderen Kindern abgucken kann und den Umgang mit ihnen lernt.

LG Julia

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Hallo, danke für die Antwort

Nein, ich übertreibe nicht. Allerdings will ich meinen Sohn hier auch nicht als schlecht hinstellen, falls jemand auf die Idee kommt. Er ist ein wirklich lieber Junge, auch wenn er oben genannte Probleme hat.

Beim Arzt habe ich es nur angedeutet (vor ca. nem halben Jahr), damals hab ich mir noch keine Gedanken gemacht, ob das normal ist, ich kannte es nicht anders.
Ihm ist zumindest nichts aufgefallen. Die Aufgaben (U7) hat er grade so bestanden, das hat dem Arzt aber genügt. Nur das mit dem Sprechen fand er auffällig.
Wir haben jetzt bald einen Kontrolltermin (wegen dem Sprechen), wenn Kieran bis dahin immernoch sprachlich so weit zurück ist, wird er vermutlich einem Logopäden vorgestellt.
Ich werde die Probleme da mal ansprechen.

Spielgruppe haben wir keine, wäre vielleicht wirklich eine Idee.
Danke.

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Warst Du mit ihm schonmal beim Ohrenarzt,nen richtigen Hörtest machen lassen?(weil er ja so laut ist und kaum richtig spricht)
Wenn ja und da nix gefunden wurde ,würde ich mal nen Termin beim Kinderpsychologen machen.
So ganz normal ist das nicht mehr!

LG und ganz starke Nerven

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Hallo, danke für die Antwort.

Ja, wir hätten damals auf Anraten des Kinderarztes eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen, weil er mit 2 noch nicht gesprochen hat. Dann kam allerdings ein sehr dramatischer Schwangerschafts-Endverlauf dazwischen, Kieran hat dann angefangen viel mehr Wörter zu sagen und es hat sich im Sand verlaufen...
Er hört auch gut, das merkt man, zB wenn man flüstert oder wenn irgendwo im Haus jemand spricht, er hört es sofort und wiederholt es (bzw. Wörter daraus), selbst wenn man es selbst kaum versteht.

Nachdem jetzt aber so viele dazu raten, doch mal einen Ohrenarzt aufzusuchen, werd ich das wohl machen... vielleicht kann er es ja nur gut kompensieren.

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Hallo

Als erstes: Ja, dein Sohn ist "normal", auf seine Art....

So, wie sich dein Text liest, solltest du mal einen Termin beim Arzt machen und ihm das ganze schildern... Du sagst selber, dein Sohn ist recht weit zurück... Da sollte längst ein guter Kinderarzt und evtl auch Spezialisten involviert sein...

Ich möchte hier jetzt nicht von Hyperaktivität sprechen, denn danach klingt es für mich nicht... Dein Sohn hat viel Energie, ja, aber ich glaube, er weiß einfach nur nicht, wie er die Energie gezielt umsetzen kann... Da sollten ihm Anregungen und Impulse gegeben werden... Auch kann er sich scheinbar nicht so mitteilen, wie er es vielleicht möchte...

Wie gesagt, da muss ein guter Kinderarzt eingeschaltet werden, das wäre jetzt mein erster Gang... Solltest du das schon versucht haben und es kam nichts dabei raus, würde ich mir eine weitere Meinung einholen... Ich glaube, dein Sohn ist einfach weiter zurück, als du evtl glaubst... Zumindest liest er sich für mich so... Das sollte wirklich abgeklärt werden und das würde ich jetzt wirklich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um da was zu erreichen... Vielleicht fragst du mal im Leben mit Handicaps Forum nach, zu welchen Spezialisten du gehen könntest, um das abklären zu lassen...

LG

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Hallo, danke für die Antwort.

Ja, wir waren zur U7, dort wurde Kieran als "zeitgemäß entwickelt" eingestuft (er hat die Aufgaben alle geschafft, wenn auch "gerade so") - bis auf die Sache mit dem Sprechen. Wir haben deshalb bald einen Kontrolltermin, dann entscheidet sich auch, ob wir zum Logopäden mit Kieran müssen.
Da werde ich das Ganze noch einmal ansprechen.

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Aber hast du da auch alle deine Bedenken bezüglich seines Verhaltens angesprochen? Oder haben die wirklich nur untersucht und das wars?

Unser Arzt nimmt sich für die Vorsorgen immer ewig Zeit, damit die Eltern auch wirklich alle Fragen stellen können und er die Kinder dahingehend untersuchen kann... Unter einer Stunde gehe ich selten bei den Vorsorgen raus, allerdings mache ich die Vorsorgen unserer Kinder auch immer gleichzeitg, weil es einfach passt... Allerdings gehe ich auch nicht zum Kinderarzt, sondern zum Hausarzt...

Wenn du jetzt Bedenken hast, würde ich auch jetzt noch mal zum Arzt gehen und ihm diese schildern, nicht zur Kontrolle der Sprache oder so, sondern wirklich jetzt... Lieber einmal zuviel als einmal zu wenig, das gilt auch bei Entwicklungsverzögerungen, denn frühzeitig erkannt, kann man meistens viel mehr machen und es wird häufig schneller wieder aufgeholt... Selbst, wenn ich nächste Woche einen Termin hätte, würde ich bei so gravierenden Verhaltensauffälligkeiten umgehend zum Arzt gehen... Ich würde mich nicht so abspeisen lassen...

Und wie schon gesagt, wenn euer Arzt auf deine Bedenken bisher nicht eingegangen ist, wolltet ihr über eine Zweitmeinung bzw einen Arztwechsel nachdenken... Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Hausärzte häufig für Kinder viel mehr Zeit nehmen (können) als Kinderärzte... Wie ich schon sagte, ich würde jetzt wirklich sämtliche Hebel in Bewegung setzen, um meinem Kind zu helfen, denn auch deinem Sohn wird es mit dem Verhalten, was er zeigt, evtl nicht gut gehen, er kann einfach nur nicht anders und kann sich schlecht ausdrücken... Unter solchen Verhaltensweisen leiden Kinder meistens noch mehr als Eltern, auch wenn es für die Eltern wahnsinnig anstrengend ist...

LG

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Hallo,

ich würde als erstes die Hörfähigkeit deines Sohnes überprüfen lassen. Er scheint ja auch ziemlich undeutlich zu sprechen. Beim Lesen habe ich sofort daran gedacht, dass mit seinem Gehör etwas nicht stimmen könnte. Am besten gehst du mit ihm zu einem Pädaudiologen oder in ein pädaudiologisches Zentrum. Oder du lässt dich in ein SPZ überweisen, da kann man dir sicher weiter helfen.
Wir haben auch einen ziemlich lauten und bewegungsfreudigen Sohn, aber deiner ist schon noch ein ganz anderes Kaliber. Hast du mal mit ihm ein Eltern-Kind-Turnen besucht? Das finde ich für Koordination und Grobmotorik sehr wichtig, auch um zu lernen, sich anzustellen etc..

Ich würde ihm eben auch viel Bewegung anbieten. Unser Sohn fand Bobby Car fahren auch immer doof, aber Laufrad fahren fand er toll. Oder geht mit ihm schwimmen. Ich würde ihm einfach gezieltere Bewegung anbieten.
Die mangelnde Handkoordination klingt schon etwas aussergewöhnlich, aber ganz ehrlich, als unser Sohn mit 2 Jahren und 8 Monaten in den Kindergarten kam, haben wir auch erst einmal gesagt bekommen, dass er sich wie ein anderthalbjähriges Kind bei Tisch verhält. Unser Sohn war aber auch der schlechteste Esser unter der Sonne, jedenfalls was Beikost betraf und leidenschaftliches Stillkind. Er hat da immer noch nachzuholen, was die Benutzung von Besteck betrifft und ist da auch sehr wenig ambitioniert. In seinem Universum spielt das keine große Rolle. Manchmal kommen einfach mehrere Faktoren zusammen, bei uns waren es der Interessenmangel an Nahrungsaufnahme, fehlende Ambition, sein Essen selbständig zu sich zu nehmen oder sich zu bereiten (als Butterbrot beispielsweise) und unsere Fürsorglichkeit (sonst hätte er ja nie angefangen, etwas Festes zu essen....).

Die Unruhe würde ich aber untersuchen lassen und mich auch nicht einfach so vom Kinderarzt abspeisen lassen. Denn in dieser Form ist es nicht normal, denke ich. Ich kenne viele aufgeweckte Kinder und unser Sohn ist oft aufgedreht, sabbelt den ganzen Tag, aber seitdem er 11 Monate ist, schauen wir uns Bücher an und lesen vor. Und von Anfang an war eine halbe Stunde kein Problem. Auffällig ist es schon, dass es überhaupt keinen Bereich gibt, bei dem dein Sohn mal zur Ruhe kommt und sich konzentriert. Kinder sind da sehr verschieden, auch darf man an einen Zweijährigen keine zu hohen Erwartungen stellen, aber er scheint sehr wibbelig zu sein, wodurch er vielleicht auch eine Menge verpasst und damit ins Hintertreffen gerät.

Ist er denn vielleicht zu vielen Reizen ausgesetzt? Wie sieht es mit Medien aus? Läuft bei euch der Fernseher tagsüber?

Alles Gute
LG
Rufinchen

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Danke für deine ausführliche Antwort!

Ja, zum Ohrenarzt hätten wir schon sollen, weil er zur U7 noch kaum ein Wort gesprochen hat. Leider kam Einiges dazwischen (ich hatte einen katastrophalen Schwangerschaftsverlauf) und plötzlich fing Kieran an, viele Wörter zu sprechen. Er scheint auch gut zu hören, zumindest versteht er alles, auch wenn man flüstert oder irgendwo im Haus jemand was sagt, das man selbst kaum versteht.
Aber nachdem hier so viele mir dazu raten, zu einem Ohrenarzt zu gehen, werden wir das einfach mal machen... kann ja nicht schaden.

Bewegung hat er viel. Gut, ein Laufrad haben wir nicht, ich glaube auch nicht, dass er damit umgehen kann, aber vielleicht kann man es mal probieren.

Ja, was du beschreibst, könnte man genauso über Kieran auch sagen - Interessenmangel an Nahrungsaufnahme und fehlende Ambition, sein Essen selbstständig zu sich zu nehmen. Genauso ist das.
Natürlich könnte er einen Löffel oder eine Gabel zum Mund führen, er putzt sich auch schon alleine die Zähne (naja... noch nicht richtig gut, aber normal, denke ich...), nur er will das gar nicht.
Was kann man da machen? Was habt ihr da gemacht?

Ja, ist schon komisch, dass er sich für gar nichts interessiert, außer rumlaufen und kurz "Turm bauen".
Nein nein, bei uns läuft der Fernseher nie. Wenn er bei Oma ist, läuft dort hin und wieder der Fernseher, aber so oft ist das nicht.

Werden das Thema beim nächsten Termin, der bald ist (zur Kontrolle wegen dem Sprachproblem) auf jeden Fall nochmal explizit ansprechen.

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Wir haben schlicht abgewartet bis es besser wurde. Jetzt ist unser Sohn ein guter Esser. Löffel und Gabel kann er mittlerweile schon ganz gut händeln, mit dem Messer kann er nicht so gut umgehen (muss er meiner Meinung mit 3,5 J. auch noch nicht). Aber er isst immer noch oft mit den Fingern oder nimmt die Finger dazu. Seine Erzieher sagen schon noch, dass das nicht unbedingt altersgerecht ist, sondern dass er bezüglich dessen ein wenig zurück hinkt, aber er hat ja auch erst sehr spät angefangen, ernsthaft Nahrung zu sich zu nehmen.

Wenn er eine Entwicklung nachholen muss, braucht das Aufholen eben auch etwas Zeit.

Bei unserem Sohn hat sich sehr viel im Kindergarten getan, weil er dort mit den anderen Kindern zusammen isst.

Also wenn er andere feinmotorische Aufgaben wie Zähneputzen meistern kann, dann liegt es nicht unbedingt an der mangelnden Fähigkeit, sondern am individuellen Entwicklungsprogramm. Ich hab nach 6 Monaten mit Beikost angefangen, weil man das überall lesen kann, die Hebamme das sagte bla bla bla ....also ehrlich gesagt, war das totaler Bullshit für unseren Sohn und totaler Krampf. Ich glaube, damit hat er einen sehr großen Unwillen aufgebaut. Ich hätte ihn einfach weiter stillen sollen und dann einfach vom Familientisch mitessen lassen sollen. Jetzt bin ich klüger. Es sind nicht alle Kinder gleich.

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Hallo,

so ganz normal klingt das für mich nicht mehr. Aber auch nicht nach Hyperaktivität. Ich tippe eher auf was anderes. Aber da gibt es tausend Möglichkeiten - mit denen ich mich nicht wirklich auskenne.

In der Krippe meiner Tochter war mal ein Junge, der auch sehr hibbelig war und kaum sprechen konnte. Da war er ca. 2,5. Er hatte auch ein gestörtes Schmerzempfinden, konnte schlecht mit Sachen spielen, hat anderen Kindern weh getan, weil er irgendwie nicht begriff, daß das, was er machte, den Kindern weh tat. Andererseits war er sehr intelligent und wollte eigentlich auch gerne anderen Kindern etwas Gutes tun. Es stellte sich dann heraus, daß er auf einem Ohr fast taub war und außerdem eine leichte Form von Autismus hatte.
Er wurde operiert und hat dann einen Mega-Ehrgeiz entwickelt sprechen zu lernen. Ich weiß noch, daß er mal vor mir stand und mir bestimmt 10 mal geduldig erklärt hat, daß meine Tochter ihren Schnuller möchte, weil ich ihn so schlecht verstanden habe.
Er hat dann übrigens als Integrativ-Kind im normalen Kindergarten auf Anhieb den Delphin-Test (Sprach-Test NRW) bestanden. Die Eltern waren soo stolz. :-D

Ich würde Dir raten, hier mal im Forum "Leben mit Handicaps" zu fragen. Da sind nicht nur Eltern von Kindern mit geistiger oder körperlicher Behinderung, sondern auch von welchen mit Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen oder Formen von Autismus usw.

LG

Heike

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Hallo, danke für die Antwort.

Ja, beim Googlen bin ich auch auf das Thema Autismus gestoßen. Aber da gibt es viele Symptome, die auf Kieran gar nicht passen. Er kann zB auf Leute eingehen, Blickkontakt halten usw.
Für ADHS würde laut Symptomen beinahe alles sprechen, aber auch da gibt es ein paar wesentliche Dinge, die gar nicht passen. Zum Beispiel ist er nicht aggressiv. Und er schläft viel. War auch kein Schreibaby, sondern recht unkompliziert.
Aber das kann sowieso nur ein guter Facharzt beurteilen - und oft nicht einmal die. Wo geht man da hin? Kinderpsychologe?

Zum Thema hören kopier ich jetzt einfach meinen Text aus einer anderen Antwort rein, sonst muss ich alles noch einmal tippen, mir sei verziehen :)

"Ja, wir hätten damals auf Anraten des Kinderarztes eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen, weil er mit 2 noch nicht gesprochen hat. Dann kam allerdings ein sehr dramatischer Schwangerschafts-Endverlauf dazwischen, Kieran hat dann angefangen viel mehr Wörter zu sagen und es hat sich im Sand verlaufen...
Er hört auch gut, das merkt man, zB wenn man flüstert oder wenn irgendwo im Haus jemand spricht, er hört es sofort und wiederholt es (bzw. Wörter daraus), selbst wenn man es selbst kaum versteht.

Nachdem jetzt aber so viele dazu raten, doch mal einen Ohrenarzt aufzusuchen, werd ich das wohl machen... vielleicht kann er es ja nur gut kompensieren. "

Danke für den Tipp, werde ich machen.

7

Hallo,
also einerseits klingt das zum Teil schon etwas komisch, andererseits frage ich mich auch, wie so euer Tagesablauf aussieht.
Du schreibst, dass du kaum andere Kinder in dem Alter siehst/ kennst - gehst du mit ihm auf den Spielplatz? In eine Spielgruppe? Irgendwas in der Art? Ein Kind mit so viel Energie braucht ja auch Gelegenheit, sich auszutoben und das nicht nur zuhause. Ich denke da ist es egal wieviel Spielsachen man zuhause hat, die meisten Kinder, die ich kenne, sind draussen entspannter und ruhiger als wenn man den ganzen Tag mit ihnen zuhause ist.
Kinder gucken sich außerdem viel bei anderen Kindern ab. Die Bewegungsabläufe von Erwachsenen sind ja sehr anders, als die von Kindern. Auf einen Stuhl oder die Couch zu klettern, kann man sich von Erwachsenen kaum abschauen. Unsere Maus hat ganz oft Sachen einfach dadurch gelernt, dass sie sie bei anderen Kindern gesehen hat.
Beim essen fällt mir noch ein - lasst ihr ihn auch mit den Händen essen? Er müsste ja nicht unbedingt Besteck zum Mund führen können sondern erstmal nur die Hände mit dem essen. Das geht (bis auf Suppe vielleicht) eigentlich ja mit allem Essen.
Zur Lautstärke haben ja schon meine Vorschreiberinnen was gesagt, lasst mal testen ob er gut hört. Andererseits war meine kleinste Nichte auch so, sie hat unglaublich undeutlich und laut gesprochen, ohne dass irgendein Hörfehler vorliegt. Sie war noch mit 3 Jahren kaum zu verstehen und ist dann zur Logopädin gekommen, seitdem hat es sich stark verbessert. Dass ein Kind auf "Psst, nicht so laut" nicht entsprechend reagiert finde ich allerdings relativ normal. Irgendwie scheinen Kinder ein anderes Lärmempfinden zu haben als Erwachsene. Bei den meisten Kindern die ich kenne, funktioniert das maximal 5 Minuten, dann ist es wieder laut.
Ich würde dir zwei Strategien empfehlen - einmal den Kinderarzt ansprechen, das schadet sicher nicht, grade auch wegen der Hörgeschichte. Außerdem würde ich mir an deiner Stelle irgendeine Spielgruppe oder was in der Art suchen (vielleicht auch eine Beratungsstelle, wo andere Eltern mit Kleinkindern sind), damit du dich auch mit anderen Eltern mit Kleinkindern austauschen und andere Kinder in dem Alter zum Vergleich sehen kannst. Ich glaube die eigenen Eltern sind da nicht immer die besten Ansprechpartner, da wird viel verdrängt und nachträglich schön geredet!
LG

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Hallo, danke für die Antwort

Ja, eine Spielgruppe haben wir tatsächlich nicht, was großteils mit meinem katastrophalen Gesundheitszustand zusammenhängt und meiner extrem komplikationsreichen Schwangerschaft, die ich jetzt zum Glück hinter mir habe. Auch wohnen wir hier noch nicht so lange.
Aber wäre wirklich eine Idee, danke.

Er ist allerdings viel draußen. Dort läuft er auch nur herum oder sammelt Sachen vom Boden auf oder zupft an Sträuchern herum. *g*

Du hast Recht, ich denke, es fehlen ihm Vergleiche zu anderen Kindern. Ich hab deshalb Hoffnungen gehabt, dass sich manches ändert (zB die fehlende Motivation zum Essen oder seine sprachlichen Fähigkeiten), wenn er in den Kindergarten kommt mit 3.
An Spielgruppe hatte ich jetzt gar nicht mehr gedacht.

Zum Thema Hören kopier ich jetzt einfach meine Antwort auf eine andere Schreiberin rein, damit ich nicht alles nochmal tippen muss, mir sei verziehen ;)
"

Ja, wir hätten damals auf Anraten des Kinderarztes eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen, weil er mit 2 noch nicht gesprochen hat. Dann kam allerdings ein sehr dramatischer Schwangerschafts-Endverlauf dazwischen, Kieran hat dann angefangen viel mehr Wörter zu sagen und es hat sich im Sand verlaufen...
Er hört auch gut, das merkt man, zB wenn man flüstert oder wenn irgendwo im Haus jemand spricht, er hört es sofort und wiederholt es (bzw. Wörter daraus), selbst wenn man es selbst kaum versteht.

Nachdem jetzt aber so viele dazu raten, doch mal einen Ohrenarzt aufzusuchen, werd ich das wohl machen... vielleicht kann er es ja nur gut kompensieren. "

Ja, wir haben bald wieder einen Kontrolltermin beim Arzt (wegen der Sprach-Geschichte), dort werde ich das nochmal explizit ansprechen.
Das letzte Mal wurde er als "zeitgemäß entwickelt" eingestuft, er hat die U7-Aufgaben geraaade so bestanden ... außer das mit dem Reden.

LG

8

Hallo

also ich würde auch sagen vielleicht hat er ein Problem mit dem Ohren, weil er so schreit!

Wie ist das wenn ihr ihm etwas sagt? Sieht er euch immer an? Vielleicht liest er Lippen! Weil er es nicht richtig hört!

Wobei er ja schon spricht nur eben sehr laut!

Was sein Verhalten angeht, klingt es für mich WIE frühkindlicher Autismus! Wenn er sich nicht lange mit etwas beschäftigen kann und dann rennt! Klingt wie ein AUTOMATISMUS - sprich er muss das machen, weil er sonst nichts mit sich anfangen kann!!!

Ich würde den KiA drauf ansprechen und eventuell weitere Spezialisten aufsuchen Kinder-Psychologen und wie gesagt vielleicht auch einen HNO-Arzt!

Alles Gute für euch! Und es wird sicher einen Grund geben warum er so "reagiert"!

Gruss mausi111980

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Danke für deine Antwort. Auf jeden Fall ein interessanter Ansatz, danke.

Ich kopier einfach meine Antwort auf eine andere Schreiberin rein, damit ich mich nicht wiederholen muss, ich hoffe, das ist okay:

"Ja, beim Googlen bin ich auch auf das Thema Autismus gestoßen. Aber da gibt es viele Symptome, die auf Kieran gar nicht passen. Er kann zB auf Leute eingehen, Blickkontakt halten usw.
Für ADHS würde laut Symptomen beinahe alles sprechen, aber auch da gibt es ein paar wesentliche Dinge, die gar nicht passen. Zum Beispiel ist er nicht aggressiv. Und er schläft viel. War auch kein Schreibaby, sondern recht unkompliziert.
Aber das kann sowieso nur ein guter Facharzt beurteilen - und oft nicht einmal die. Wo geht man da hin? Kinderpsychologe?"

"Ja, wir hätten damals auf Anraten des Kinderarztes eine Überweisung zum Ohrenarzt bekommen, weil er mit 2 noch nicht gesprochen hat. Dann kam allerdings ein sehr dramatischer Schwangerschafts-Endverlauf dazwischen, Kieran hat dann angefangen viel mehr Wörter zu sagen und es hat sich im Sand verlaufen...
Er hört auch gut, das merkt man, zB wenn man flüstert oder wenn irgendwo im Haus jemand spricht, er hört es sofort und wiederholt es (bzw. Wörter daraus), selbst wenn man es selbst kaum versteht.

Nachdem jetzt aber so viele dazu raten, doch mal einen Ohrenarzt aufzusuchen, werd ich das wohl machen... vielleicht kann er es ja nur gut kompensieren. "

Ich hoffe sehr, dass er nicht irgendein ernsthaftes Problem hat. Er ist sonst wirklich so ein lieber Junge.

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