phimose und pendelhoden bei u8

hallo,mein proplem steht schon oben,das wurde heut beim kia bei der u8 festgestellt.
wennes in einen jahr net beser wird sollte leon operiert werden.
wer kennt sich da aus,mit der op,wie lange er im krankenhaus bleiben muss,narkose usw.
mache mir halt wieder mal sorgen weil es immer uns zur zeit erwischt l.g. jacky#zitter

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*hust*... nicht böse gemeint, aber warum wartest du das eine Jahr nicht ab?
es ist doch noch gar nicht so weit... vielleicht wird es nicht nötig sein und du stresst dich jetzt schon damit...
ich verstehe ja, dass du dir Sorgen machst... aber, sorry, dass ist übertrieben :-)

LG

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Also, ich möcht' dich da an der Stelle mal ganz dringend ein bisschen beruhigen:

Sowohl ein Pendelhoden als auch eine Phimose sind absolut NICHTS OP-bedürftiges, insofern mag ich dir da deine Angst mal etwas nehmen.

Zum Pendelhoden:
Es wird unterschieden zwischen
1. Pendelhoden
2. Gleithoden
3. Leistenhoden
4. Hodenhochstand

Kleine Anatomiekunde:
Die männlichen Hoden haben eine automatische "Temperaturregelung", durch einen Muskel, der sie bei Bedarf stärker an den Körper heranzieht oder weiter in den Hodensack hinablässt. Sie benötigen nämlich 2° weniger Temperatur als der Körper, also rund 35°. Wird's einem Jungen/Mann kalt, zieht dieser Muskel ("Cremastermuskel") die Hoden näher zum Körper. Ist's einem Jungen/Mann wieder warm genug oder zu warm, wandern die Hoden wieder weiter hinab.

Bekanntermaßen wanderen die Hoden während der Schwangerschaft vom Bauchraum, wo sie gebildet wurden, durch den Leistenkanal in den Hodensack hinab.

Dieser Kanal wächst erst mit den größeren Wachstumsschüben vor der Pubertät wirklich zu, so dass die Hoden bis dahin noch immer durch passen. Wird's dem Jungen nun kalt und der Muskel zieht den Hoden hoch, kann's eben passieren, dass er im Leistenkanal verschwindet und erst bei Wärmeeinwirkung wieder nach unten in den Hodensack kehrt.

Dies ist der PENDELHODEN. Er ist ganz normal, solange eben der Hoden, wenn's Bub wieder warm wird, wieder runterkommt.

Er ist, wie gesagt, NICHT behandlungsbedürftig, denn das Problem erledigt sich von alleine wenn der Leistenkanal vor/in der Pubertät so weit zu wächst (und gleichzeitig die Hoden wachsen), dass die Hoden da nicht mehr durch passen.

Bei einem GLEITHODEN sieht das ganze genau anders aus. Da sitzen die Hoden permanent zu weit oben im Leistenkanal, lassen sich zwar mit den Fingern in den Hodensack drücken, verschwinden aber direkt wieder wenn man sie loslässt.

Dies muss behandelt werden, weil die "Temperaturregelung" da natürlich nicht funktionieren kann, sprich, die Hoden liegen permanent zu warm.

Wäre das so der Fall, wären 4 oder 5 Jahre aber sogar reichlich spät für eine Behandlung.

Bei einem LEISTENHODEN sind die Hoden ebenfalls die ganze Zeit im Leistenkanal, lassen sich aber auch per Finger nicht in den Hodensack dirigieren. Behandlung genauso wie beim Gleithoden.

Das selbe beim HODENHOCHSTAND, nur dass die Hoden da eben sogar im Bauchraum liegen geblieben sind (also nicht in der Schwangerschaft nach unten gewandert sind), sprich, der Hodensack ist ständig halb oder ganz leer. Behandlung hier genauso wie bei Leisten- und Gleithoden.

Wenn dein Doc aber von Pendelhoden gesprochen hat und du auch selbst sehen kannst (siehst du am besten mal wenn du deinen Sohn gebadet hast), dass die Hoden soweit im Hodensack drin liegen, sich halt nur gelegentlich mal "verstecken", dann ist das ein GANZ NORMALER Zustand, der NICHT operiert gehört!

Nun zur Phimose:

Es ist bedauerlich, dass es sich immer noch nicht durchgesetzt hat, dass eine Phimose im Alter deines Jungen da hin gehört! Die natürliche Enge der Vorhautöffnung + die Verklebung der Vorhaut mit der Eichel (die beides ein Zurückziehen der Vorhaut unmöglich machen) ist eine natürliche SCHUTZFUNKTION des Körpers für die empfindliche Eichel, die streng genommen eine Schleimhaut ist und gerade z. B. vor dem agressiven Windelklima geschützt werden muss (ebenso wie die Harnwege).

Beides löst sich über die Jahre bei fast allen Jungs von selbst OHNE dass irgendwas dazu getan werden muss. Dies ist jedoch ein hormonell gesteuerter Prozess, der normalerweise erst im späten Grundschulalter überhaupt erst beginnt, so dass alles vorher so sein darf wie es jetzt ist.

Leider wird das immer noch von sehr vielen Ärzten als "Befund" angesehen und voreilig irgendwelche Behandlungen (leider meist die Beschneidung als angebliches Allheilmittel) angesetzt, die in diesem Alter aber überhaupt nicht nötig sind.

Man rupft eine Blütenknospe doch auch nicht vor ihrer Blütezeit gewaltsam auf, sondern wartet auf sie!

Genauso ist's mit der Vorhaut auch!

Sofern die Vorhaut also mit 9-10 Jahren (und zwar wirklich FRÜHESTENS dann) sich noch so partout und gar nicht öffnen will, kann man DANN mittels einer schwach dosierten Kortisonsalbe, die auf die enge Stelle der Vorhaut von außen aufgetragen wird, verbunden mit gezielten und vorsichtigen Versuchen die Vorhaut zurückzuziehen, nachhelfen. Dann kann der Junge das auch selbst machen und begreift warum und wird nicht vorschnell irgendwelchen Behandlungen unterzogen oder gar an seinem intimsten Stück unwiderruflich "verändert". Viele Jungs schämen sich dafür wirklich in Grund und Boden, auch wenn immer wieder behauptet wird, sie hätten damit überhaupt keine Probleme. Aus mehrfachen gegenteiligen Erlebnissen kann ich dir sagen: Sie haben!

Insofern lehn dich entspannt zurück. Dein Sohn braucht mit Sicherheit jetzt genauso wenig eine OP wie in einem Jahr, außer es träten wirklich massive Komplikationen mit der Phimose auf, was aber wohl kaum der Fall sein wird. Wichtig ist, dass ihr da nicht dran herum rupft oder sonstwas macht. Wenn er selber damit "spielt", OK, aber gezielt dran herumzuziehen hat da jetzt gar keiner!

Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.

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