21 Monate und treibt mich in den Wahnsinn....

Ich bräuchte mal eure Erziehungsratschläge!

Ich habe ein sehr willensstarke Tochter, schon sehr früh machte es sich bei ihr bemerkbar.

Wenn es nicht nach ihrem Kopf geht bekommt sie richtige ausraster. Erst habe ich gedacht, alles eine Phase das wird schon wieder. Mittlerweile wird es immer schlimmer. Schreien, toben, hauen, treten, spucken sich auf den Boden werfen alles dabei.

Am schlimmsten ist es beim Einkaufen. Habe schon alles probiert. Ablenken funktioniert nicht. Streng sein erst recht nicht. Verständnis zeigen, blockt sie ab und haut mir noch dabei ins Gesicht o.ä.

Ich setze sie in den Einkaufswagen. Dort fängt es an. Geschrei ohne Ende. Gespuckt wird auch... Sie wehrt sich ohne Ende. Sitzt sie endlich, was zwischendurch auch problemlos Klappt, versucht sie ständig rauszuklettern. Sie macht immer so Theater das alle Leute schauen und das Einkaufen für mich nur noch Stress bedeutet. Wenn ich irgendwann nachgebe (ich weiß eigentlich nicht richtig, aber sonst fällt sie aus dem Einkaufswagen) Sage ich ihr sie läuft an meiner Hand. Das geht ne Minute gut und Zack reißt sie sich los. Wieder Theater... Sie läuft weg, räumt die Regale leer. Sage ich ihr das es so nicht geht und sie an der Hand bleibt/ auf dem Arm kommt/ in den Einkaufswagen kommt wie auch immer, wird wieder gespuckt, gehauen geschrien. Ich bin mit meinem latein am Ende. Packe ich sie an, schreit sie, Mama aua, Mama aua. Alles dreht sich um, als wenn ich sie geschlagen hätte.

Ich weiß ich habe jetzt alles ziemlich wirr geschrieben bin aber mit Handy im Internet und dann finde ich es nicht so einfach Texte zu verfassen.

Wie gehe ich am besten an die Sache ran. Meine Ruhe hätte ich wenn ich sie laufen lassen würde. Kommt aber nicht in frage, sie lässt einfach nicht stehen und läuft ständig weg. Gestern waren wir bei ikea. Das gleiche Spiel. Nur Theater. Man kan ihr auch sagen, Schau mal hier, hilf mal der Mama oder sonst was... Sie will einfach "ihr ding" machen..

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Hallo! Gleich mal vornweg: Mein Beitrag wird sicher kein Zuckerschlecken, ich möchte dich aber nicht beleidigen oder angreifen, sondern dir eine andere Sicht auf die Situation ermöglichen und hoffe, dass es eure Situation bessert.

Ich bin ernsthaft schockiert, wie du hier über dein Kind bzw. über die beschriebenen Situationen schreibst. Gleichzeitig fällt mir auch auf, dass du viel darüber nachdenkst, was andere denken, andere sagen, was "man tun soll" etc. Du schreibst z.B. du "weißt, dass man nicht nachgeben soll", wenn das Kind aus dem Wagen rauswill. Ja aber bitte, warum denn nicht? Weils irgendein schlauer Ratgeber sagt? Weil man Angst hat, dass die Kinder einen terrorisieren? Was für ein ausgemachter Käse! Dein Mutterinstinkt sagt dir doch schon das richtige: Wenn das Kleine nicht mehr im Wagen sitzen bleiben will und es keine sinnvolle Notwendigkeit gibt, drinzusitzen, warum kann es denn nicht raus? Es hat doch noch nicht viel andere Möglichkeit als zu quengeln. Dein Kind hat aber offenbar gelernt, dass man erst eine riesige Terrorbombe loslassen muss, und dann bekommt man - nach genügend Schreien, Hauen, Kratzen - endlich doch noch seinen Willen. Wieso darf denn dein Kind nicht - bevor die Situation eskaliert - einfach mit dir im Supermarkt laufen, sobald es nicht mehr im Wagen bleiben will? Du wirst sehen, ohne vorheriges Geschrei, in guter Stimmung wird sie dir sicher nicht gleich alle Regale ausräumen. Außerdem musst du akzeptieren, dass Einkaufen keine gute Beschäftigung für Kinder in dem Alter ist, d.h. ein bisschen Entgegenkommen deinerseits (also z.B. ne Breze, die man anfangs kauft und die dann während des Einkaufs verzehrt wird oder mal ein Keks, der gekauft wird oder eben eine absolute Beschleunigung des Einkaufs) ist da schon notwendig. Ikea ist eine nette Freizeitbeschäftigung für Erwachsene. Kleinkinder kann man bestenfalls damit locken, dass sie jedes Spielzeug, das da rumsteht, auch mal ausprobieren dürfen. Am Samstag oder so zu vollen Zeiten ist Ikea für Kleinkinder meist purer Stress, den sie eben durch "Theater" kompensieren. Und: Sie will "ihr Ding" machen? Also, jetzt bleib mal bitte auf dem Boden: Du willst "dein Ding" machen, sonst gingst du mit der armen Kleinen nicht zu Ikea sondern in den Garten raus.

Wir versuchen übrigens diese kleinen Ausraster (die jedes Kind hat, auch mal mit Beißen, Kratzen, Hauen, die Kleinen können das nicht so einordnen) erstens von vornherein zu vermeiden. Das hat nichts mit "Verziehen" zu tun. Aber ich hab auf ner ADHS-Fortbildung (berufsbedingt) nen guten Satz gehört: "Man muss nicht jede Situation zwanghaft zum Platzen bringen." und der gefällt mir auch im Zusammenhang mit kleinen Kindern. Die Kinder müssen eh so oft tun, wie die Eltern wollen. Wenn man von vornherein schon sieht (und meist ist das so), dass die Situation nicht gut ausgeht, ist es eine sehr vernünftige und erwachsene Herangehensweise, die Situation zu umschiffen, oder auch mal von vornherein schon so zu tun, wie das Kleine will anstatt auf seinem eigenen Willen absolut zu beharren. Die zweite Sache ist dann, wenn der Ausraster passiert, möglichst ruhig zu reagieren. Wenn mein Kleiner auf mich haut, dann nehm ich ihm ruhig die Hand weg und thematisier das gar nicht mehr weiter. Wenns nicht aufhört, geb ich ihn freundlich runter und such mit ihm ein Spielzeug oder irgendwas, das ihn ablenkt. Klar, immer funktionierts auch nicht und manchmal bin ich auch nicht so ruhig und es nervt mich total, aber dann wirds eigentlich immer noch schlimmer.

Wie gesagt, es hat nichts (!) damit zu tun, dass mein Kind alles bekommt, was es will. Zu 100% nicht! Aber er bekommt die Dinge, gegen die nichts rationales spricht. Klar, im Auto muss man sich anschnallen. Klar, man kann nicht nur Süßes essen. Klar, man kann im Aldi nichts rausräumen, etc. etc. etc. Aber man kann auch als Kind mal recht bekommen. Und man muss auch als Mama einsehen, dass der Wille des Kindes grundsätzlich genauso viel "wert" ist wie sein eigener.

Jetzt würd ich dir raten, dein Kind mal für nen Tag und Abend zu jemandem zu bringen, dem du vertraust. Dann mach dir nen schönen Tag und Abend und hol morgen Früh dein Kind mit nem Lächeln und gut gelaunt wieder ab.

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Vielen Dank für deine ehrliche Meinung!

Allerdings wird mir gerade wieder klar, das es in einem geschrieben Text ohne das man die Situation selbst mitbekommen hat, falsch/anders oder wie auch immer rüber kommt.

Mit "ihr Ding" meinte ich das ich ihr nicht helfen darf, sie nicht anpacken darf rein gar nichts.

Deinen Tipp mit direkt so in den supermarkt haben wir schon gemacht. Leider ist auch dieses total nach hinten losgegangen. Es wurden wieder alle Regal ausgeräumt und wenn Ich ihr Sage das das nicht geht ist wieder Theater. Ich habe sie mit ins Einkaufen integriert, was auch ganz gut klappt, bis die dann Dinge in den Einkaufswagen landen die da nicht rein sollen. Nimmt man diese wieder raus ohne groß darauf einzugehen oder auch mit Erklärung, alles nicht richtig. Das Geschrei fängt von vorne an... Wenn es nur das Geschrei wäre nein es wird mit hauen und Spucken begleitet.

Und ja natürlich scheert es mich was, wenn meine Tochter so lange aua aus schreit bis ich von anderen darauf angesprochen werde.

Wie du bestimmt gelesen hast, habe ich geschrieben das jegliche art von Ablenkung ausprobiert habe. Es funktioniert einfach nicht.

Und dann noch zur Info: meine Tochter ist ein tolles Kind. Und ich will sie mit Sicherheit nicht ändern, sondern ich habe gefragt wie man mit der Situation anders umgehen kann.

Im übrigen bekommt unsere Tochter alle liebe die sie braucht, ich fand dein Beitrag hat sich so dargestellt als sei ich eine Mutter die von Grund auf negativ auf ihr Kind eingestellt ist.

Meine Tochter ist 21 Monate hat erst 5 Nächte durchgeschlafen und schläft bei uns im familienbett. Für mich ist das okay, von anderen bekomm ich zu hören das ich sie verwöhne. Das nur mal um zu verdeutlichen wie mein Verhältnis zu ihr ist. Ich könnte sie auch schreien lassen und ins Zimmer stecken was ich aber nicht möchte.

Aso da fällt mir noch was ein wo ich Stellung zu nehmen möchte, damit du mich auch richtig verstehst.

Mit Ikea hast du vollkommen recht, ABER ich kann im Moment nicht mit ihr in ein Garten da wir keinen besitzen. Wir stehen gerade im umzugsstress um ihr genau das bald geben zu können. Ziehen für unsere Tochter von einer Wohnung in einer Doppelhaushälfte und genau aus dem Grund waren wir bei Ikea. Normalerweise würde ich sie bei solchen Aktionen zu meinen Eltern geben welches aber leider nicht möglich war da die beiden leider krank im Bett liegen. andere Betreuungsmöglichkeiten haben wir leider nicht.

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Hallo!

Ich möchte mich im Großen und Ganzen meiner Vorschreiberin anschließen.

Mein Sohn ist auch im Alter deiner Tochter und ich habe mir recht früh vorgenommen, keine blödsinnigen Machtspiele auszutragen. D.h. konkret: ist das, was er jetzt will, wirklich nicht möglich? Wenn er unbedingt laufen will, dann darf er das. Fahrstuhlknöpfe mehrfach drücken, Radio an und aus machen, im Supermarkt laufen, auf der Treppe kurz sitzen bleiben: alles Dinge, wo ich gemerkt habe: eigentlich gibt es keinen Grund, reflexartig "Nein" zu sagen.
Natürlich geht das nicht immer, Sachen ausräumen, kaputt machen etc. dulde ich selbstverständlich nicht. Aber ich unterscheide zwischen sinnvollen und weniger sinnvollen Verboten.

Wir haben selten Schreierei, kaum in der Öffentlichkeit, vielleicht weil er auch mal über sich selbst bestimmen darf. Wenn er doch bockt, dann ist es halt mal so, dann gehe ich so schnell wie möglich mit ihm aus der Situation (beim Einkaufen also schnell an die Kasse und dann raus/Einkauf abbrechen, wenn's nicht wichtig ist).
Wenn dann andere schauen, stört es mich nicht, weil es so selten vorkommt und weil die meisten gar nichts böses dabei denken.

Versuch gelassener zu bleiben und ihr ein bisschen Mitbestimmung zu überlassen.

Vielleicht sehe ich das in ein paar Monaten anders, ich hab in Erziehungsdingen auch nicht mehr Erfahrung als du, aber bisher funktioniert es bei uns ganz gut so.

LG!

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Danke für deinen Beitrag. Ja du hast recht man sollte nicht zuviel nein verwenden. Aber ich mag es einfach nicht das sie alle Regale ausräumt oder so weit von mit wegläuft, das ich sie nicht mehr sehe. Und gerade dieses weglaufen das ich nicht sehe was sie macht, das macht mich innerlich total unruhig. Aber an der Hand laufen und neben dem Wagen mag sie auch nicht, und ich weiß einfach nicht wie ich ihr das schmackhaft machen soll. :(

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Ich glaube, ihr habt das Thema Supermarkt von Anfang an falsch in Angriff genommen.

Seit unser Sohn (20 Monate alt) nicht mehr in Einkaufswagen sitzen mag, darf er laufen. So hat er gleich gelernt, sich im Supermarkt angemessen zu verhalten, ohne mit mir Machtkämpfe ausfechten zu müssen.

Bei DM packt er - warum auch immer - immer 5 riesengroße Niveadosen in den Wagen. Meist sage ich dann etwas in der Art wie "Paul, sooo viel Creme brauchen wir heute nicht, dafür aber Spüli. Komm, wir gehen schnell dorthin" Schwups, ist die Nivea egal und wir flitzen zum Spüli o.ä. Dann darf er natürlich das Spüli in den Wagen legen und er freut sich wie ein Schnitzel (Wo kommt eigentlich diese Redewendung her?).

An der Kasse (bei DM) legt er die Sachen aufs Band. So fühlt er sich "gebraucht" und hat überhaupt keinen Grund, im Laden Theater anzufangen.

Im Supermarkt lässt er sich an der Kasse sogar freiwillig in den Wagen setzen, nachdem ich ihm erklärt habe, dass er von dort viel besser helfen kann. Meist zeige ich ihm dann noch mal die Sachen, bevor ich/wir sie aufs Band lege/n, er sagt, wie es heißt. Positiver Nebeneffekt: Er kann fast alles, was ich häufig einkaufe, benennen ;-)

Mittlerweile kann er schon fast ohne mich einkaufen gehen #verliebt - kleiner Scherz am Rande.

Natürlich dauert unser Einkauf ein wenig länger, vermutlich auch weil bzw. Paul ständig angesprochen werden. Negative Blicke oder Äußerungen haben wir noch nie erlebt, ebenso wenig einen Wutanfall.

Ich glaube, bei euch ist die Supermarkt-Kiste schon total verfahren. Vermutlich bist du sofort genervt, wenn ihr den Laden betreten, das überträgt sich auf dein Kind usw.

Ich finde eh, dass diese extreme "ich muss jetzt streng und konsequent sein" völlig übertrieben bzw. in falschen Situationen gehandhabt wird und Kinder so eher zu blindem Gehorsam erzogen werden statt zu selbstständigem Denken und Handeln. Nein, man muss ihnen nicht alles erlauben, aber auch nicht bei jedem Bisschen "Nein" sagen und ein Verbot aufstellen. Verbote machen in gefährlichen Situationen Sinn, aber wirklich nicht überall. Grenzen setzen wir dort, wo es unsere eigenen Grenzen berührt und Gefahren lauern, aber wahrlich nicht überall.

Versuch dich ein wenig zu entspannen. Ich würde sie im Laden laufen lassen. Auch wenn die nä. Einkäufe so ablaufen, dass du fast alles vergisst ;-) (weil du ihr hinterher laufen musst.) Im Wagen sitzen können Kinder nicht lernen, sich im Supermarkt angemessen zu verhalten. #nanana

Drück euch die Daumen und schick dir eine Portion Kuchen #torte und Gelassenheit #winke

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Auch dir ein danke das du dir die Mühe gemacht hast um mir zu Antworten. Ich finde deine "Taktik" sehr gut, wie ich weiter oben geschrieben habe klappt diese ja auch am besten bei meiner maus. Das non plus Ultra ist es leider nicht, denn auch hierbei bekommt sie mindestens einen wutanfall.

Z.b beim rossman gibt's diese tollen Einkaufswagen für Kinder. Den durfte die Kleene schieben. Alleine klappte das aber nicht so toll und sie fuhr ein paar mal in die regale, pappaufsteller. Wollte ich ihr helfen und den Wagen ein wenig mitlenken, ein Riesen Theater. Nein nicht!!!! Schreit sie dann immer.

Bei ihr ist glaube ich einfach der Punkt das sie Super selbstständig sein möchte und auch schon ist, was mich ja auch stolz macht. Aber in solchen Situation wo sie einfach noch nicht so weit ist, darf man aber auch ja nicht helfen. Da hilft auch kein feinfühliges erklären. Ich bin einfach ratlos.

Eine Freundin hat einen schlimmen Wutanfall miterlebt und sagte o-Ton:
Mensch das du so ruhig bleiben kannst, na so einer Aktion wüsste ich nicht ob ich mein Kind noch lieben würde...

Ich muss dazu sagen, ich war darüber sehr schockiert das sie so denkt, denn ja in dieser situation auch wenn ich noch so ruhig wirke, brodelt es in mir und ich würde die Maus am liebsten zum Mond schießen. Aber sobald der wutanfall überstanden ist und sie mich wieder mit großen Augen anlacht dann könnt ich die ganze Welt umarmen und es ist alles vergessen..

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*Z.b beim rossman gibt's diese tollen Einkaufswagen für Kinder. Den durfte die Kleene schieben. Alleine klappte das aber nicht so toll und sie fuhr ein paar mal in die regale, pappaufsteller. Wollte ich ihr helfen und den Wagen ein wenig mitlenken, ein Riesen Theater. Nein nicht!!!! Schreit sie dann immer.*

Die sind toll, die kleinen Wagen. Paul liebt die auch. Natürlich darf ich den Wagen auch nicht anfassen, er ist ja schließlich groß und will alleine schieben. ;-) Auch er konnte den Wagen nicht auf Anhieb fehlerfrei durch den Laden steuern und bleibt auch jetzt noch manchmal am Regal hängen. Das müssen sie ja auch alles erst lernen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Wie sollen sie es denn auch ohne Übung können?

Auch wenn ich den Wagen nicht schieben darf, man kann ihn schon "lenken", z.B. mit dem Fuß oder wenn man nebenher läuft, kann man ihn mit dem Bein ein wenig schieben. Verstehst du wie ich meine? Ganz unauffällig. Man wird ja schließlich kreativ mit Kind ;-) Dort wo halt im Laden Glasflaschen o. andere zerbrechliche Sachen stehen, muss man nebenher laufen, das ist klar, aber mit ein bisschen Übung kann sie sicher auch recht bald unfallfrei durch den Laden manövrieren! Ich rufe auch oft "Achtung Paul, lenken" oder "nicht die Frau umfahren". Meist nehmen die Leute das mit Humor und machen Platz ;-) Wirst sehen, mit Übung wird das bald ganz wunderbar klappen!

#liebdrueck

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Liebe Otowon,

nun will ich auch mal meinen "Senf" dazugeben :-) Auch wenn die meisten Urbiamütter vermutlich gleich Amok laufen bin ich völlig anderer Meinung als meine Vorschreiberinnen :-)....
Bin selber Mutter von 22 Monate alten Zwillingen und der festen Überzeugung das Kinder Grenzen brauchen um sich gesund entwickeln zu können!
Spätestens mit 1 Jahr verstehen die Kinder schon sehr viel von dem was man ihnen sagt, mit 2 Jahren erst recht.
Natürlich kann man z.B. nicht von 2 Jährigen erwarten das sie stundenlang ruhig am Tisch sitzen oder friedlich warten während die Mama einen Shoppingmarathon veranstaltet.
Aber kann ich als Mutter erwarten das mein Kind sich mal 10 Minuten friedlich in den Einkaufswagen setzt? Ich meine ja und das auch ohne Brezel oder sonstige Bestechungen!
Das ganze Leben besteht letzendlich aus Pflichten,Regeln und wir müssen viele Dinge tun ob wir möchten oder nicht und je früher das Kinder lernen um so besser für sie.
Das Kinder mal bocken oder wütend sind finde ich völlig normal und in Ordnung, aber die Eltern hauen,treten etc da ist die Grenze längst überschritten.
Durch eine Freundin die auch Säuglings bzw Kindertherapeutin ist weiss ich wie schwierig es ist Kinder mit 5 oder 6 Jahren zu betreuen die sich absolut nichts sagen lassen, weder von den Eltern noch von den Lehrern etc. Und nicht nur die Eltern leiden sondern auch diese Kinder fühlen sich nicht wohl.
Es ist völlig falsch seinen Kindern immer alles recht zu machen damit es eben kein Theater gibt.Im Gegenteil...kein Theater-Belohnung-Theater -gibt es gar nix !
Jeder hat da natürlich und zu recht seine eigenen Ansichten und Meinungen.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt das es eben so viel besser läuft.
Nur Liebe allein macht auch die Kinder nicht froh das ist ja gerade der Witz, sondern auch wirklich die Grenzen und damit das Vertrauen und das Sicherheitsgefühl das die Eltern durch klare Ansagen vermitteln.
Vielleicht lässt Du Dich einfach mal beraten bei einer Ergotherapeutin oder in einem SPZ die leiten super die Eltern an im richtigen Umgang mit ihren Kindern, gerade in dem Alter ist es eigentlich ganz leicht das Ruder noch rumzureissen und dann habt ihr beiden bald wieder mehr Spaß und Freude zusammen :-)

Viel Glück dabei und alles Liebe wünscht Finchen

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Oh, hier hast du mich völlig falsch verstanden. Ich bin durchaus dafür, seinem Kind Grenzen beizubringen. Ein Kind muss auch lernen, dass es Situationen gibt, in denen man schlicht den Mund halten muss. Wir gehen z.B. relativ oft in die Kirche, maximal gibts nen Schnuller, aber nie irgendwelche Speisen/Getränke (manche Leute bringen tatsächlich Brotzeit mit in den Gottesdienst #zitter) oder Bücher etc. Nein, das sind 35 Minuten, wo einfach Ruhe ist. Und das mag der Kleine sogar sehr gern. Aber ich denke schon, dass man sein Kind in Situationen, die es selber sicher überhaupt nicht schön findet (z.B. einkaufen), auch ernst nehmen muss und ihm in gewisser Weise entgegenkommen muss. Stell dir vor, dein Mann würde dich ne halbe Stunde in ein unbequemes Sitzchen sperren und durch den Baumarkt kutschieren (oder durch nen Pornoladen #rofl). Du würdest 5x sagen "ich will raus" - er "nein, du bleibst drin, weil ich das so will". Du würdest ziemlich sicher die Scheidung einreichen und vllt noch eine Anzeige wegen Nötigung hinterher schicken. Mein Kleiner darf im Aldi laufen, wenn er will oder er bekommt eben eine Breze (meist hat er um die Zeit ohnehin Hunger und würde auch daheim was essen, was spricht also gegen die Breze?), nur er darf eben nichts ausräumen (tut er auch gar nicht), nicht abhauen, nicht "spinnen" und die Breze z.B. auch nicht runterwerfen etc. Das sind m.E. sinnvolle Grenzen. Sinnlose Grenzen sollte man aber nicht setzen, denn dabei provoziert man erstens Gegenwehr und Theater (und gibt dann irgendwann genervt doch wieder nach) und zweitens - und das ist noch viel schlimmer - lernen die Kinder bald, dass Mamas eigensinnige Grenzen sowieso völliger Käse sind und deshalb dazu da sind, überschritten zu werden. Ob es dann um "im Einkaufswagen sitzen bleiben" oder "auf die Straße laufen" geht, kann ein Kind leider nicht unterscheiden.

P.S.: Die allermeisten Probleme entstehen einfach in unserer dörflichen Idylle hier nicht. Bei unserem Tante Emma Laden kennt der Kleine die Verkäuferin, bestellt sich mittlerweile sein Frühstück selber, bekommt gleich mal "das erste Stück" auf die Hand und wird dann an der Kasse von allen möglichen Leuten unterhalten, während Mama noch schnell Butter, Nudeln oder sonstwas im überschaubaren Laden sucht. Was bin ich froh, dass ich mich damals gegen die Karriere und für ein Leben im Heimatort entschieden hab.

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Ich denke dass diese Tipps bei den meisten Kindern gut funktionieren. Allerdings gibt es tatsächlich Kinder, die sich nicht ins "gewöhnliche" Muster hineindrücken lassen(Meines gehört bis dahin zum Glück nicht dazu#verliebt) Aber in unserem Haus wohnen auch Leute deren Sohn dauernd auf dem Spielplatz die anderen Kinder verhaut, ihnen böse Schimpfwörter oder das Mittelfingerzeigen beibringt. Ich sage dann immer, wenn ich die Mutter wäre, hätte ich den kleinen schon lange ins Haus zitiert und ihm mal klargemacht, dass das nicht geht. Wahrscheinlich, sind unsere Nachbaren einfach überfordert mit seinem Verhalten. Ich an deiner Stelle würde mir auch Rat bei einem Experten holen.

Viel Glück und weiterhin gute Nerven#winke

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