Trotzphase? Ab wann wie lange? *Jammer*

Hallo...

O mann, das kann ja was werden. Mein Kleiner ist gerade mal 13,5 Monate alt und legt hier Zornesausbrüche an Tag, die sich jetzt schon gewaschen haben. Besonders wenn er was will und es nicht kriegt (die brennende Kerze zum Beispiel) oder wenn ich böse, böse Mama ihm was wegnehme (die scharfkantige Katzenbürste zum Beispiel).

Keine Ahnung, ob das momentan ein Schub ist (mein Kind schubt nur noch), Zähne, Bauchweh, Weltschmerz oder wirklich die Trotzphase - es zerrt an meinen Nerven! Der Kleine tut mir so leid, er heult und quengelt und lässt sich nur schwer ablenken, beruhigen...

Wie war/ ist die Trotzphase bei euch? Ich erkläre ihm immer, dass ich verstehe, dass er jetzt sauer ist, dass er aber die brennende Kerze trotzdem nicht kriegt. zZt schläft er auch nur schlecht, trinkt nachts auf einmal wieder alle drei Stunden und wir gehen hier langsam auf dem Zahnfleisch... Essen tagsüber ist auch ein Graus, nichts schmeckt und alles wird mit Todesverachtung wieder ausgespuckt.

Ich kann bald nicht mehr... Mein Kind ist eigentlich ein eher fröhliches, aber hier macht sich gerade echt seit Tagen eine miese Laune breit... warum ist er nur so unglücklich??? Ich versuche zu ignorieren/ trösten/ erklären, aber NICHTS hilft...

Kennt das jemand?

LG;
eine mittlerweile halbwegs verzweifelte Singa mit Motzemupfel Clemens *29.06.09

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Hallo! #winke

Ganz normal und leider nicht zu ändern.

Dein Kleiner entwickelt langsam seinen eigenen Willen. Jetzt muss Du Regeln einführen und ihm Grenzen setzen. Diese konsequent (!) durchsetzen.
Ich weiß am allerbesten wie schwer das ist aber da müssen wir Mütter eben durch. Und das geht von Phase zu Phase.
Meine Tochter ist jetzt 6 ½ und es wird nicht einfacher! Nur anders.

Alles Gute und starke Nerven für all die Phasen! #liebdrueck

Liebe Grüße

Petra & Joelina (ab nächsten Dienstag ein Schulkind) :-p

2

Hallo Petra...

ich versuche es ja... konsequent zu sein gelingt mir meist schon, va wenn es halt um wirklich gefährliche Sachen geht. Aber es bricht mir jedes Mal halbwegs das Herz, wenn er so erbärmlich heult und ich hart bleibe.

Ach Mann.

Danke Dir,
Singa

4

Ich weiß genau, was Du da durchmachst! #liebdrueck
Und das wird sicher jeder Mama hier so gehen. Einfach Augen zu und durch - Mama´s MÜSSEN hart sein auch wenn es schwer ist.

Alles alles Gute!!!

Petra :-)

3

Huhu,

bei Lena fing es auch kurz nach dem 1. Geburtstag an und ich dachte echt schlimmer geht es nicht mehr.

Aber es geht! #zitter

jetzt ist sie 28 Monate und die Trotzanfälle sind jetzt echt der Hammer.

Ich kann dir nur sagen diese Phasen halten nicht ewig an, sie vergehen wieder und kommen geballt und stärker wieder. Ich vermute das wird so gehen bis sie 18 sind.;-)

Lg
Jeannine und Lena#sonne

5

O Weh...

ich denke auch, dass es ein bisschen in der Familie liegt. Mein Papa ist tendenzielle eher jähzornig und ich bin sehr impulsiv. Und in meinem Sohnemann scheint sich das alles - nebst Sturkopf vom Papi - zu vereinen.

Ich weiß nur manchmal nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Ich sage ihm dann aber auch, dass ich jetzt wütend bin und dass das so nicht...

Anstrengend.

Danke Dir, beruhigend, dass es auch noch anderen so geht. wir haben halt temperamentvolle Kinder!

LG
Singa

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Das ist keine Trotzphase - diese Bezeichnung ist irreführend und in meinen Augen falsch.

Dein Kind muss jetzt lernen, mit seinen Gefühlen umzugehen. Das ist nicht leicht. Es hat in dieser Altersphase überhaupt nichts mit Trotz zu tun.

Die sogenannte Trotzphase ist eine erste starke Ablösungsphase von den Eltern und beginnt mit etwa 2 Jahren. Dabei versucht das Kind, die Grenzen auszuloten und versucht, herauszufinden, wie es seine eigenen Ziele bestmöglich durchsetzen kann. Es ist also eigentlich kein Trotz, sondern eine Phase des Grenzen testens. Auch hier wird der Umgang mit den eigenen Gefühlen trainiert. Aber aus Trotz machen Kinder nichts. Es steht hinter jeder Entwicklungsphase ein Lernen. Unter diesem Aspekt fällt es einem viel leichter, mit den Gefühlsausbrüchen der Kleinen umzugehen und man ist dann eben nicht gleich genervt.

Natürlich dürfen wir uns auch mal genervt fühlen, wenn es gerade mal wieder sehr viele dieser Ausbrüche auf einmal gibt. Dennoch finde ich, dass diese Haltung den Kindern nicht gerecht wird. Sie lernen mit den Situationen leichter umzugehen, wenn wir ihnen klar die Grenzen aufzeigen und ihnen beibringen, nach möglichen Alternativen zu suchen. Das ist für alle Beteiligten wesentlich weniger frustrierend.

Gruß
marjatta, mit Sohn, fast 16 Monate, der auch öfter mit seinen Gefühlen im Clinch steht

7

Das ist ganz normal. Er wird jetzt immer mobiler und will alles entdecken. Das ist auch richtig so, anders kann er nicht lernen. Also: So viel wie moeglich entdecken lassen. Ja, auch die brennende Kerze und die scharfkantige Katzenbuerste. Ein Kind sollte nur die Dinge nicht entdecken duerfen, die unmittelbar lebensgefaehrlich sind (Auto, Kreissaege, Putzmittel etc) oder aber sehr teuer und sehr zerbrechlich.

Was ist das Problem bei einer Kerze? Nimm ihn auf den Schoss, lass ihn sich vorsichtig der Kerze naehern, fuehlen, wie es immer waermer wird, sag immer wieder "heiss" und lass es ihn selbst erforschen. Im Zweifel verbrennt er sich ein bisschen, aber nicht schlimm. Meine Kleine hat auf diese Weise mit 13M ihr erstes Wort gelernt, "heiss", am Adventskranz. :-)
Genauso mit der Katzenbuerste, warum sollte er die nicht untersuchen duerfen?

Ich glaube euer Problem liegt vor allem darin, dass du ein urtuemliches Beduerfnis deines Kindes (seine Umgebung zu erforschen) dauernd frustrierst. Klar wird er da quengelig und schlechtgelaunt.

Also: Raeum die Sachen die ECHT nicht erlaubt sind weg. Und ueberdenke deine Einstellungen zum Thema, was erlaubt ist. Oft sagt man automatisch "nein das ist kein Spielzeug" bei Dingen wo gar nichts dagegen spricht, dass das Kind sie erforscht. Du tust sowohl deinem Kind als Dir einen grossen Gefallen, wenn du es so viel wie moeglich erforschen laesst. So viele Leute denken nach ueber Foerderspielzeug - DAS ist die beste Foerderung die ein Kleinkind kriegen kann.

LG
Ina

8

Hallo Ina,

prinzipiell gebe ich dir Recht, bei uns ist das NEIN auch auf 3 bzw 4 Sachen beschränkt und konsequent vertreten (zB die Heißklebepistole, auch wenn sie aus ist).

An der brennenden Kerze hat er sich schon die Finger verbrennen dürfen (an seinem ersten Geburtstag) und die Katzenbürste hat schon mehrmals zu schmerzhaften blutigen Kratzern auf seinem, meinem und Papas Kopf geführt.

ich halte mich nicht für eine übervorsichtige Glucke, aber ich finde auch, dass es als Mama meine Aufgabe ist, mein Kind vor Gefahren zu schützen.

Ich denke, was mir zu schaffen macht ist einfach die Häufung: er schläft schlecht, isst nahezu gar nichts, stillt dafür wieder umso mehr, will ständig getragen werden und ist - ehrlich gesagt - sehr weinerlich wenn er nicht kriegt was er will. Wie gerade jetzt, wo er auf meinen Arm will...

Sorry, gotta go!
Signa

9

Dein Kind ist leider normal. Ich war auch sehr erschrocken, wie früh das los geht.
Im Moment ist es bei uns wieder ein bisschen besser, er ist jetzt 14,5 Monate aber seine "ich will das haben" Anfälle hat er immer mal wieder.

Bei uns lässt er sich im Moment auch manchmal nicht in den Autositz setzen und bockt wie blöd. Er hat schon solche Kraft, das ich manchmal echt Mühe habe ihn trotzdem anzuschnallen.

Da muss man wohl durch. Manchmal will ich gar nicht wissen, was noch alles kommt. Für meinen Geschmack reicht das.

LG Rhea mit Adrian 14,5 Monate

10

Hallo,

meiner ist 14,5 Monate alt und ich räume weiterhin alles, was er tatsächlich nicht haben darf, weg, so dass solche Momente gar nicht entstehen.

Mache ich auch, wenn wir wo zu Besuch sind und z.B. zerbrechliche Sachen in Reichweite sind - die stelle ich dann eben eine Etage höher und wenn wir gehen, wieder runter.

Natürlich hat auch mein Kind solche "Anfälle", dann schmeißt er sich auf den Boden und haut mit dem Kopf auf den Boden.. ich lasse ihn dann machen, versuche, ihm etwas anderes anzubieten. Meist fliegt dieses etwas aber auch in die Ecke.. dann ist es halt so. Ich drehe mich um und beobachte ihn nicht, er beruhigt sich sehr schnell und gut ist.

Er versteht (auch wenn er noch kaum spricht) schon sehr viel, so dass wir ganz gut miteinander kommunizieren können, das ist das Gute..

Auch beim Anschnallen im Auto oder im Buggy hat er seinen Kopf und will nicht - muss aber. Also schnall ich ihn ohne große Diskussion an und lass ihn brüllen - spätestens, wenn wir losfahren, ist etwas, was er sieht, interessanter.

Aber solche Momente haben wir, Gott sei Dank, nicht allzu oft - er ist ein sehr ausgeglichenes Kind, kann sich selbst sehr lange beschäftigen.. Die Nächte sind im Moment auch nicht toll, war schon mal besser, er zahnt noch zudem (heute habe ich 2 Zähne entdeckt)..

Ich denke, dass er sich die schlimmen Monate schon geholt hat (war in den ersten 5 Monaten ein Schrei- und Spuckkind) und jetzt z.T. "besser" ist als viele anderen Kinder in seinem Alter. Er fremdelt auch nicht arg im Vergleich zu anderen - alles bis auf die Nächte ist eigentlich echt gut.
Er konnte recht früh sitzen, stehen und laufen - und somit kam gar nicht diese Unzufriedenheit auf, dass er vieles nicht erreichen konnte. Und wie gesagt, er darf sich (bis auf die toilette) hier frei bewegen, weil alles gefährliche nicht in Reichweite ist...

Na ja, und dass er zornig ist (und das ist er), das liegt halt in seinem Charakter.. ich werde sicherlich einer der mamis sein, die sich im Einkaufszentrum neben ihr brüllendes Kind auf den Boden schmeißt *lach*, damit es sieht, wie doof das Ganze ist.

Ich denke, da kommen mit 2 Jahren noch ganz andere Zeiten auf uns zu.

LG - Lucie mit Nick *29.05.2009

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