Sorgen mit der Oma- wer kennt das?

Liebe Mamas!
Schreibe heute mal hier, weil es ja eigentlich um meine Tochter geht und ihre eigenartige Beziehung zur Oma. Die Oma liebt die Kleine über alles, aber dennoch haben sie eine sehr eigenartige Beziehung zueinander. Die Oma erlaubt nicht nur mehr als ich, sie erlaubt alles. Ob das rosa Haarsträhnen, essen auf dem Boden oder der Umgang mit dem kleinen Bruder ist, das Wort "nein" gibt es bei ihr nicht.
Ständig ärgere ich mich, weil unsere Regeln überschritten werden, weil ich immer die böse Schimpferin sein muss, weil ich meine Tochter nach meinen Werten erziehen will. Wenn sie dem Kleinen Bruder absichtlich weh tut, dann gibt es keine Diskussionen mehr, dann wird sie in ihr Zimmer gebracht. Oder wenn sie mit knapp 3 Jahren rosa Strähnen und Nagellack und Lippenstift will, dann gibt es das einfach noch nicht. Und wer Hunger hat isst auch am Tisch gerne.
Aber die ganzen Diskussionen mit der Oma hab ich einfach schon aufgegeben. Wenn sie zu Besuch kommt sitzt sie nie am Tisch zum Kaffee trinken oder was zu essen. Sie verschwindet mit meiner Tochter irgendwo. Der Kleine wird sowieso nie beachtet, was mir auch weh tut.
Wenn sie dann geht ist unser Haus ein einziger Spielplatz und die Kleine ist so überdreht, dass ich sie 2 Stunden nur schimpfen muss. Ein ernstes Gespräch hat auch keinen Sinn, weil die Oma ja auch keine Zeit für mich oder eine Gespräch mit mir hat und wenn sie mal 5 Minuten einschiebt hört sie gar nicht wirklich zu. Langsam hab ich das Gefühl, dass auch meine Beziehung zu unserer Tochter leidet, weil ich immer die Spielverderberin und die Böse bin, weil ich ja auch Sachen verbiete und mal "nein" sage.
Ich hab mir schon überlegt den Kontakt einzuschränken, aber Großeltern sind doch auch wichtig für Kinder. Aber jedesmal wenn die Oma in unsere Stadt kommt ist Ärger angesagt und die Laune ist danach immer ganz unten. Da auch meine (eben strengere) Erziehung in Frage gestellt wird fühle ich mich jedesmal danach wie die schlimmste Rabenmutter schlechthin, eine totale Versagerin eben und ein kalter liebloser Stein im Umgang mit den Kindern.Ich weiss ehrlich nicht mehr wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Reagiere ich da über oder was würdet ihr tun?

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hmm wie oft sieht deine tochter die oma?

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So jeden 2. bis 3. Tag...

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Hallo,

danke für deinen Bericht! Der könnt original von uns stammen, nur dass unser kleiner Mann noch etwas jünger ist.

Wir reagieren beide so wie du. Reden hat nichts gebracht und wird weiterhin nichts bringen. Momentan ist bei uns die Sitation total eskaliert. Aber das hilft dir nichts weiter.
Wir versuchen jetzt eben zu agieren und einfach klare Grenzen zu setzten. Umgang gibt es momentan einfach keinen mehr.

LG Maya

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Hi,

ich fühle mich angesprochen, Dir zu antworten, weil ich einige Deiner Schilderungen aus eigener Erfahrung kenne. Bei uns ist es allerdings nicht so dramatisch wie bei Euch.

Ich finde nicht, dass Du überreagierst. Insbesondere nicht, wenn Ihr Euch doch relativ häufig seht. Würde sie so 2-3 mal im Jahr hereinschneien, würde ich evtl. sagen, lass sie doch, das sind ja klare Ausnahmesituationen für Deine Tochter. Wenn sie allerdings alle paar Tage Chaos verbreitet, finde ich es nicht egal. Das hat ja auch nichts mehr mit dem grundlegenden "Großelternrecht" auf Verwöhnen zu tun. Großeltern müssen nicht alles genauso machen, wie die Eltern, finde ich, aber die Hauptlinie sollte stimmen und sie sollten die Erziehungslinie der Eltern nicht torpedieren. So, wie Du es schreibst, wird Deine Tochter Euch gegeneinander ausspielen, fürchte ich. Kann man ihr dann kaum verübeln.

Von außen betrachtet musst Du dringend mit Deiner Mutter / Schwiegermutter (?) reden. Wenn es Deine Schwiegermutter ist: Was sagt Dein Mann dazu? Allerdings wäre es sicherlich gut, dieses Gespräch in einer anderen Situation zu führen als üblich. Also vielleicht kannst Du alleine mit ihr bei ihr zu Hause sprechen? Ein gemeinsamer Spaziergang? Also nicht das übliche bei Euch zu Hause, wenn sie sowieso mit Deiner Tochter spielen will. Vielleicht wird ihr dann auch deutlicher, wie wichtig es Dir ist. Großeltern sind wichtig, und genau das muss ihr klar werden: Es ist wichtig, wie sie sich ihrer Enkelin gegenüber verhält.

Ein Satz macht mich noch stutzig: "die kleine ist so überdreht, dass ich sie 2 Sunden nur schimpfen muss". Gibt es nicht Alternativen, um sie wieder runterzubringen? Erst mal zusammen 'ne Runde raus gehen? Spielplatz? Irgendwas, wo sie sich "abkühlen" kann?

Vielleicht hilft es parallel auch, die Art ihrer Besuche zu verändern? Seid Ihr fest verabredet? Könntet Ihr gemeinsam was unternehmen, wenn sie kommt? Also so in der Art, dass sie zwar am Leben ihrer Enkel teilnehmen kann, aber nicht so "unstrukturiert" mit Deiner Tochter durchs Haus fegt? Meldet sie sich an? Ihr seid ja sicher auch nicht jeden Tag zu Hause, vielleicht macht es mehr Sinn, ihr häufiger mal zu sagen, dann und dann geht es nicht, aber am Freitag können wir doch zusammen in den Tierpark / in die Stadt / ... gehen. Oder sie kann Dir helfen, indem sie auf den Kleinen aufpasst, wenn Du mit Deiner Tochter was zu erledigen hast?

Weiß nicht, ob das praktikabel für Euch ist, aber vielleicht hilft Dir die ein oder andere Idee.

Wünsche Dir, dass Ihr die Situation verbessern könnt!
LG
vertigo

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Ich dachte bisher mein Mann wäre ein Einzelkind, ist aber scheinbar nicht so, denn Du redest doch da von meiner Schwiegermutter, oder? Zwar liebt sie bei uns den Kleinen abgöttischer, als die Große, aber da sie beide im Wechsel einen Tag die Woche bei sich hat, wird auch die Große dort verzogen. Emeliza hat letzte Nacht sogar bei ihr geschlafen (ich wurde gar nicht gefragt sondern nur darüber informiert), heute war sie nicht zu ertragen. Ich kann mir den Mund auch fusselig reden, das ändert gar nix. Felix wird nach wie vor mit Gläschen vollgestopft (das Kind ist 2,5) weil er die doch sooo gerne ißt (komisch hat er zu hause seit Ewigkeiten nicht nach gefragt) und ständig kauft sie den Kindern irgendwas (am liebsten Klamotten, die irgendwann zur Einschulung passen dürften). Ich weiß langsam schon nicht mehr wohin mit dem Plunder. Die Kinder dürfen dort alles. Gut sie ist schon Mitte 70 und will wohl nur noch verwöhnen, aber sie ist Erzieherin und hat früher einen Kiga geleitet, da muß doch eigentlich was hänge geblieben sein.

Ich bin nur froh, dass Emmi ab August endlich in den Kiga geht und ich für Felix ne Spielgruppe gefunden hab, dann wird das zum Glück weniger mit den Ganztagsbesuchen. Ich bin bestimmt nicht zu streng, aber ich möchte schon dass gewisse Regeln eingehalten werden und ich stimme Dir zu, bei uns wird auch nur am Tisch gegessen und der kleine Bruder (oder auch inzwischen die große Schwester) werden weder geschubst noch getreten oder geschlagen und vor allem nicht gebissen (das ist leider momentan bei uns ein großes Thema). Vielleicht solltest Du dich wirklich mal mit "Eurer Oma" zusammensetzten (schick doch Deinen Mann mit den Kids mal kurz nach draußen kurz bevor sie das nächste Mal kommt) und Ihr doch mal ein paar Sachen sagen - auch dass sie noch ein 2. Enkelkind hat. Ich habe mir das auch vorgenommen, ich bin einfach immer zu nett, des lieben Friedens willen, aber ich glaube, dass ist ein Fehler.

LG Sandra

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