Schimpfen mit 15 Monate altem Kind ohne Wirkung?

Hallo zusammen,
bin neu hier, um gleich mal eine Streitfrage zwischen mir und meinem Mann loszuwerden:
unsere Tochter reagiert nicht auf mich, wenn ich schimpfe. Zum Beispiel wenn sie unsere (ungesicherte) Treppe raufklettert oder wenn sie mal wieder versucht, an den Herdknöpfen zu spielen. Ich sag einmal nein, sie reagiert nicht. Ich sage nochmal vehement nein, keine Reaktion, höchstens mal ein Grinsen. Also sag ich ein drittes Mal nein und hol sie dort weg. Ich bin der Meinung, sie wird es so schon irgendwann lernen, mein Mann meint, ich müßte so sehr schimpfen oder ihr zur Not auch mal auf die Händchen oder den Hintern klapsen, daß sie es versteht. Bei ihm hört sie merkwürdigerweise meistens und fängt oft sofort an zu weinen. Hat er recht, daß sie mich einfach nicht ernst nimmt oder hab ich recht, daß es auch so irgendwann bei ihr klick machen wird? Wie war das so bei Euch?
Vielen Dank für Eure Antworten...
Anja

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Hi Anja,

also erstmal würde ich die Treppe sichern!

Und dann kann ich Dir nur sagen, dass Lotte (16 Monate) auch nicht hört, wenn wir nein sagen, sie sieht das dann auch eher als spiel an. Ich denke Du handelst da völlig richtig und mit hauen kapieren sie`s doch auch nicht! Lass Dich von Deinem Mann nicht verunsichern.

LG Anne

2

Hallo.
das war bei uns genauso, vielleicht liegt es an der tiefern Stimme der Männer das die Zwerge da besser hören. Die testen uns ja auch sooft wie möglich aus.
Klar gab es bei uns auch mal eins auf die Finger oder die Windel, aber das bringt ja eh nix, von dem her mach ich das auch nicht mehr. wenn Finn partout nicht hören will, dann kommt er in sein Zimmer, da dauert dann keine Minute und er ist wieder brav. und mittlerer Weile ist er ja auch schon groß (22 Monate) und jetzt brauch ich ihn nur zu fragen ob er in sein Zimmer will, und schon hört er auf Unsinn zu machen.
Aber das sieht jeder anders und Männer denken manchmal ganz komisch! #kratz

Lg yvonne

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Hi,

es ist oft so das auf den Papa besser gehört wird. 1. hat er weniger Zeit fürs Kind und 2. klingt eine dunkle Männerstimme einfach anders.

Ich hab mal gelesen, das sich die Kinder bei der Mutter, da sie ja die meiste Zeit mit dem Kind verbringt, eher mehr rausnehmen als bei anderen Personen. Es wird noch die Zeit kommen, wo sie woanders total lieb sind und sobald die Mutter auftaucht das Heulen oder Trotzen anfangen. Das hat abe nur den Hintergrund, das sie sich von der Mutter zu 100% geliebt fühlen und sich daher auch "gehen lassen" können.

Aber das mit dem Schlagen bringt garnichts. Wenn du mal im Erziehungsforum reinschaust wirst du lesen: Sie/Er hört nicht, und auch Klapsen bringt nichts.

Es hilft nur konsequentes "Nein-Sagen" und aus der Situation rausnehmen und ablenken.

LG,
Nina mit Samuel 19 Monate

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dein mann hat nicht recht, du hast recht....

meine maus ist genauso alt.... und ich bin manchmal auch richtig verzweifelt, weil sie das nein versteht , es aber trotzdem macht.... was hilft, ruhig bleiben, bzw. bin ich jetzt dazu übergegangen, wenn sie was wegnimmt oder runterzieht, sage ich ihr, dass sie es wieder hoch tun soll, sie macht das meist auch....oder ich hole sie weg, manchmal werde ich böse.... mich nervt das auch

aber tausend mal wiederholen und konsequentes verhalten bringt dich auf lange sicht weiter....

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treppe sichern.
nein laut sachen und ernst, hauhen natürlich nicht, sowas macht man nicht, was soll das bringen?? ich denke den mann sagt laut nein und deshalb hört sie, was sie gleich weint ist normal, hat meine am anfang auch gemacht, sie wollte testen ob sie damit durch kommt und vielleich doch darf.

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Hauen macht man nicht. Dadurch lernt das Kind nur, dass man sich mit hauen durchsetzt, wenn man anders nicht mehr weiter weiß. Es ist außerdem erwiesen, dass eigener Schaden (also z. B. das Verbrennen an der herdplatte) dauerhafter ist als, wenn die Eltern hauen. Was jetzt nicht heißt, dass sie sich erst verbrennen muss, bevor sie es lernt, aber manchmal ist es tatsächlich so.

Auch mit dem Schimpfen ist es so eine Sache. Sehr viel mehr wirkt positive Bestätigung. Wenn sie also etwas gut macht, solltest Du niemals vergessen, sie zu loben. Leider gehen positive Dinge sehr viel öfter unter als negative.

So wie Du es machst, ist es absolut richtig. Unter anderem auch, weil Du dich informierst, wenn dir selbst nichts mehr einfällt. Ansonsten ermahne sie einmal, beim zweitem Mal würde ich eine Konsequenz androhen und beim dritten Mal umsetzen. Konsequenzen sollten für das Kind logisch sein. Wer z. B. andauernd an der Herdplatte dreht, darf vorerst nicht mehr in der Küche spielen. Überleg dir vorher schon wie eine logische Konsequenz aussehen kann und setze sie dann unbedingt um, wenn sie einmal angedroht ist, selbst wenn sie bei nährerer Überlegung nicht mehr ganz so logisch ist. Im Zweifelsfall kann man auch mal eine Auszeit verhängen, d.h. eine kurze Zeit zum Nachdenken, die aber nicht länger sein sollte als Alter des Kind plus eine Minute. Da wäre ich aber immer sehr sparsam mit. Ich habe es mir aufgehoben für wirkliche "Vergehen" wie z. B. Beissen, das geht gar nicht.

Ansonsten würde ich zusehen, so viele Gefahrenquellen wie möglich zu sichern. Ich hatte nie einen "Herddreher", brauchte da also auch keine Sicherung. Wenn man aber ein Kind hat, was ständig dran dreht, würde ich mir vielleicht sowas anschaffen. Was die Treppe angeht: Da sind wir gut ohne Sicherung zurecht gekommen, d.h. wir haben nur die wichtigsten Treppen und immer nur oben gesichert. Unten können wir in den meisten Fällen nichts anbauen (Fachwerkhaus, alles schief und krumm und jede Menge Sondermaße) und haben dann anfangs nur Stühle davor geschoben. Nach und nach haben wir aber auch die weggelassen und haben mit Java einfach viel Treppensteigen geübt. Wir haben sie auch immer angehalten, die Treppen rückwärts runterzukrabbeln und das hat sie auch sehr lange gemacht. Mit 2 Jahren hatte ich überhaupt keine Bedenken mehr, weil sie es einfach sehr gut beherrschte. Stürze sind natürlich immer drin, aber die Wahrscheinlichkeit ist jetzt genauso hoch wie bei uns auch (bin auch schon mal abgesegelt). Gott sei dank fällt man bei uns nie weit, aber das muss jeder selbst abwägen.

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Bei uns ist es auch so, dass er auf Papa besser hört. Das liegt meiner Meinung nach daran, weil die Männer nicht so oft daheim sind und demzufolge weniger schimpfen bzw seltener nein sagen und es ist für die Kinder evtl schlimmer wenn Papa nein sagt, als bei Mama, denn Papa ist ja seltener da und da will man sich ja verstehen.

Die Treppe solltest du sichern (wieso ist die ungesichert?).

Wir versuchen generell so wenig wie möglich nein zu sagen, so dass der Kleine (18Mon) viel erkunden kann.

Aber bei so Sachen wie dem Herd, hat der Spaß ein Loch und wenn ich dreinmal nein gesagt habe, gibts u.U. schon mal einen Klaps auf die Finger.

Aber besser als sich auf Machtkämpfe einzulassen ist, es, das Kind gleich abzulenken (indem es zB ein Spielzeug holen soll) - klappt bei uns schon immer wunderbar.Also nicht das Kind da stehen lassen und immer wieder nein sagen bis es selbst weg geht, sondern ihm auch Alternativen bieten und es ablenken. Manchmal ist der Entdeckerdrang ja so groß, dass die Kleinen gar nicht anders können...

LG k.s

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Hallo,

ich find "schimpfen" in dem Alter insgesamt nicht so toll. Klar rutscht einem da mal ein heftiges Wort raus. Aber als "Erziehungsmittel", nö.

Natürlich muss man dem Kind vermitteln, was es darf und was nicht, gefährliche Sachen müssen immer auch gesichert sein und ein "Nein" dazu mit klarem Ton auf Dauer.

Lene liebt den Mülleimer. Wir sagen jedesmal NEIN, wenn sie hingeht und spielt. Wenn sie nicht weggeht, wird sie weggesetzt. Das geht so seit 4 Monaten. Seit 2 Monaten krabbelt sie hin, sagt NEIN, NEIN, tippt mit kessem Gesichtsausdruck drauf rum und krabbelt wieder weg. Mit Absicht geschimpft wird bei uns bisher nicht und ich finde eigentlich, dass Lene für ihr Alter ganz gut hört.

Grüssle, Ma

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