Krankenversicherung in der Elternzeit - heiraten oder nicht?

Hallo zusammen #winke ,

Ich möchte gerne mal eure Meinungen und Erfahrungen zum Thema Heiraten vor der Geburt besonders im Hinblick auf die Krankenversicherung währen der Elternzeit erfragen. Denn ich hab so das Gefühl, dass wir momentan die einzigen sind, die nicht glauben können, was sie zu diesen Themen von den Krankenversicherungen mitgeteilt bekommen haben.

Aber erstmal zur Erklärung bzw. Dem Hintergrund meiner Frage.
Aktuell arbeiten ich und mein Partner Vollzeit in Anstellung und verdienen auch recht gut (ich > 80000, er > 120000). Unser erstes Kind soll im April zur Welt kommen und ich hatte geplant, mindestens 2 Jahre, besser noch 3 Jahre zu Hause zu bleiben. Wir sind noch nicht verheiratet, hatten aber geplant, im Januar zu heiraten.

Ich hab mich also diese Woche bei meiner gesetzlichen Krankenkasse (freiwillig versichert) mal erkundigt, wie das eigentlich mit der Krankenversicherung während der Elternzeit so ist.

Die Aussagen dazu:

Wenn ich ledig bin...
...kann ich mich während der Elternzeit für den Mindestbeitragsatz (~180 € pro Monat) weiter versichern. Kostenlos wäre das nur, wenn ich jetzt schon gesetzlich Pflichtversichert wäre. Knirps könnte aber auf jeden Fall kostenlos über mich versichert werden.

Wenn wir verheiratet sind...
... hab ich die Wahl, mich wie mein Partner Privat zu versichern (mit den entsprechenden Kosten) und unser Kind müsste auf jeden Fall privat versichert werden
Oder
mich weiter freiwillig in der gesetzliche Krankenversicherung zu versichern zu einem unverschämt hohen Beitrag (Bemessungsgrundlage ist hier die Hälte des Jahresgehalts meines Partner, ergibt also > 8000€ pro Jahr)

#kratz

Fazit:
Würden wir nun vor der Geburt oder während der Elternzeit heiraten, müssten wir in jedem Fall wesentlich höhere Kosten für die Krankenversicherung zahlen (teilweise 24000€ versus 8000€ für die drei Jahre). Daher überlegen wir, die bereits geplante Hochzeit doch abzusagen bzw. um ein paar Jahre nach hinten zu schieben.

Stand jemand von euch vor dem gleichen „Dilemma“ und wie habt ihr euch entschieden? Hat jemand einen Tipp wie man die steuerlichen Vorteile berechnen kann, um so herauszufinden, ob sich die krassen Krankenversicherungskosten dann ggf. gegen die Steuervoteile aufheben lassen?

Und bevor sich hier jemand die Mühe macht, einen fiesen Kommentar zu hinterlassen zum Thema Heirat aufgrund von Steuervorzügen: so ist das nicht. Wir sind bereits seit 16 Jahren ein Paar und haben auch vor 3 Jahren beschlossen, aus Liebe #liebdrueck zu heiraten. Die Frage ist nun mehr, ob der Zeitpunkt klever gewählt ist.

Danke euch :-)

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Hi!

Uns würde ein Heirat ordentlich Krankenversicherung für die Kinder kosten.

Der Kindsvater ist privat und ich gesetzlich Pflichtversichert. Da ich pflichtversichert bin war die Elternzeit für mich kostenlos. Die Kinder sind bei mir kostenlos versichert.

Würden wir heiraten, müßten die Kinder entweder in die Private (wenn sie überhaupt genommen würden) oder wir zahlen einen Betrag in die Gesetzliche.

Es gibt so viele Paare die natürlich nur aus Liebe heiraten, das aber ganz zufällig in der Schwangerschaft mit natürlich geplanten Wunschkind tun - lächerlich.

Warum sollt ihr den Spieß nicht umdrehen dürfen und aus finanziellen Gründen mit der Hochzeit warten?

Regelt Vaterschaft und Sorgerecht in der Schwangerschaft, dann habt ihr Ruhe und Zeit für die Entscheidung.

LG,
Hermiene

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Natürlich kann man das ,aber würde ich nicht tun ,“nur „ wegen finanziellen Nichtigkeiten .denn davon kann man bei dem Verdienst glaub ich sprechen :-) heiraten ist für mich immer noch Romantik und nicht nur finanzielles ,ich würde nicht nur wegen einem doch recht kleinen monatlichen Beitrag in Hinblick auf den Verdienst ,mit der Hochzeit warten 🙈

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Hallo 🙋‍♀️ wir haben das selbe Problem. Ich verdiene 70000 und er 130000 im Jahr, wodurch mein Freund natürlich privat versichert ist und ich gesetzlich.
Wir sind eigentlich auch schon seit über 2 Jahren verlobt aber haben beschlossen nicht zu heiraten.
Denn egal wie man es dreht und wendet, für das Kind das im Juni kommt, müssten wir mit einer Heirat mehrere tausend Euro mehr im Jahr für die Versicherung zahlen. Und die investieren wir lieber in gemeinsame Aktivitäten, einen teuren Kinderwagen, etc.
Eine geplante Hochzeit jedoch abzusagen ist eine andere Nummer als nur verlobt zu sein. Ich weiß nicht, ob ich das übers Herz bringen würde, weil ich generell schon sehr gerne heiraten wollen würde.
Aber letztendlich ändert es an eurer Liebe kein Stück ob nun ein Blatt Papier da ist oder nicht.
Wir haben uns auch aufgrund der steuerlichen Nachteile die dadurch für mich entstehen würden dagegen entschieden...

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Es entstehen doch keine steuerlichen Nachteile wenn beide Lohnsteuerklasse 4 haben...

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Wir haben es uns doch ausgerechnet. Und doch es entstehen sehr viele Nachteile. Ich hab momentan Steuerklasse 1 und würde in eine viel höhere rutschen, er in eine niedrigere, wodurch wir in summe viel mehr Steuern zahlen. Er weniger als ich, aber ich viel mehr als er. Es ist ein enormer Unterschied.

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Schöpft dein Partner den Arbeitgeberzuschuss zur PKV komplett aus? Wenn ihr verheiratet und in der PKV seid, kann er für dich und euer Kind zumindest bis zur Höchstgrenze Arbeitgeberzuschuss bekommen. Was es steuerlich ausmacht, kann ich dir leider nicht genau sagen. Wenn mein Mann mich und unsere Kinder (alle in der PKV) bei seinem AG mit angibt, wirkt es sich steuerlich aber tatsächlich günstig aus. Er hat dann ein paar 100€ mehr Netto. Aber man weiß ja nie, ob man am Ende mit der Steuererklärung nicht doch wieder was zurück zahlen muss oder sogar noch mehr wieder erstattet bekommt. Da hilft wohl nur, den Steuerberater zu fragen.

Habt ihr schon mal weitergedacht, soll es bei einem Kind bleiben? Wenn nicht, müsstet ihr ja noch später heiraten, auch blöd... Wir bekommen andererseits gerade das dritte Kind und das geht echt ins Geld in der PKV. Verglichen mit der GKV hat sich die PKV für uns aber bisher finanziell gelohnt, weil z. B. die Brille meines Sohnes komplett übernommen wird. Er braucht alle 8 Monate eine neue und ich würde es nicht übers Herz bringen, ihn mit dem Kassenmodell rumlaufen zu lassen.

Schwierige Entscheidung! Alles Gute euch! 🤗

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Schön, dass ihr vor der Geburt heiraten wollt und euer Kind dann gleich in eine echte Familie kommt😃!
Das mit der Krankenkasse ist seltsam, aber ihr bekommt ja durch die Steuerklassen soo viele andere Vorteile im Gegenzug! Alles Gute und herzlichen Glückwunsch!

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Also sorry, aber ich find nicht dass das Kind durch die Hochzeit "in eine echte Familie" kommt! Familie wird doch nicht durch einen formellen Akt und einen Ring am Finger definiert!

Zur TE: die Aussage der Krankenversicherung ist richtig, auch wenn ich persönlich diese Regelung überhaupt nicht gut und nachvollziehbar finde. Es ist wie du sagst, entweder in der gesetzlichen oder in der privaten die Beträge selbst zahlen.
Ich find es schwer etwas zu raten, es kommt ja auch darauf an, welche Versorgung ihr euch leisten WOLLT.
Eine geplante Hochzeit wo schon Gäste eingeladen sind und alles organisiert ist, würde ich aber wohl nicht absagen...
Alles Gute

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Steuerklassen Vorteile....sorry, der eine bekommt mehr Geld, der andere um so weniger. Das gleicht sich doch fast aus.....oder wird von sonstigen Kosten für die Kinder aufgefressen.
Kinderprodukte haben übrigens den höchsten Mwst Satz, gegenüber Tierfutter, etc.

da spart man rein gar nichts

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Ich kenne mich mit den Beiträgen bei der Pkv nicht so aus, würde euch allerdings zu einem Termin bei einem Steuerberater raten, der sich auch mit den Versicherungen auskennt.

Eventuell bringt es bei der Krankenkasse einen Nachteil, aber über Hausrat etc einen Vorteil. Lasst euch vernünftig beraten!

Alles Gute

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Hallöle!
Das war bei uns genau der Grund warum wir beide freiwillig gesetzlich versichert sind und nicht in die private gegangen sind.
Hatten uns, als es das Erste mal Thema wurde dazu informiert.
Also ja leider ist es so wie du geschrieben hast.

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Hallo,

wenn ihr irgendwann heiratet, dann muss euer Kind ja offensichtlich in jedem Fall in die private KV. Ohne Gesundheitsprüfung kommt es aber nur direkt bei Geburt hinein. Wenn es später privat versichert werden muss, wird es eine Gesundheitsprüfung geben und wehe es war in den letzten Monaten dann häufiger mal erkältet …. das wirkt sich dann direkt auf die zukünftigen Beiträge aus.

Wenn du einen Job oberhalb von 80 Tsd hast gehe ich mal davon aus, dass es sich um einen höher qualifizierten Job handelt. Kannst du da tatsächlich 2 oder 3 Jahre einfach "wegbleiben"? Wird es nicht eher so sein, dass du nach einem Jahr vielleicht Teilzeit in Elternzeit arbeitest? Falls es so geplant ist, dann fällst du dann ja wieder in die gesetzliche Versicherung.

Die Schätzung deiner Kosten für deine KV erscheinen mir zu hoch (hast du berücksichtigt, dass Kinder das anrechenbare Gehalt deines Mannes mindern?). Der Verdienst meines Mannes ist mehr als deutlich höher und trotzdem zahle ich "nur" ca. 370 Euro KV im Monat (da ich zur Zeit Hausfrau bin) - wir haben 2 Kinder, die auch jeweils mit 150 Euro monatlich zu Buche schlagen ….


Aber nein, das war für uns kein Grund, nicht zu heiraten.

VG
B

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Es gibt leider gut bezahlte Jobs, da kann man als Mutter z.b. gar nicht mehr arbeiten, egal ob man 3 Monate oder 3 Jahre draussen ist.
Und wenn man dann diesbezüglich den Arbeitgeber wechseln muss, will Teilzeit arbeiten, da kannst du teils froh sein, überhaupt was zu bekommen, ....ich habe alleine nur noch 1/4 an Gehalt als Mutter als davor.
Hochqualitfiziert, mit Studium, etc....aber Zeilzeit, da kann man nur lachen gute Jobs zu bekommen

lg
lisa

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Hallo, genau aus diesem Grund bin ich jetzt leider eine "studierte" Hausfrau … Ich kenne daher das Problem selbst schmerzlich. VG B

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das ist das Problem, wenn der Hauptverdiener privat versichert ist....lass es dir mal ausrechnen, wie teuer das Kind wird.

Wir haben selber die Konstellation, nur das wir schon verheiratet waren.
Bei Kindern ist es so, wenn sie bei mir in der gesetzlichen gewesen wären, gibt es keine Familienversicherung sondern das Kind muss einzeln versichert werden . In der gesetzlichen war es dann teurer als wie bei der privaten versichern zu lassen,.. diese kostenlose Mitversicherung beim Kind wäre ich vorsichig, das würde ich mir schriftlich geben lassn!!!!! Bei meiner KK hätte bei mir jedes Kind um die 110;00 Euro gekostet.

Bei meiner Versicherung rechnet es sich auch nach dem Einkommen des Mannes aber es gibt eine Höchstgrenze, wären um die 600,00Euro gewesen.

Schöner wird es dann, wenn du mal Arbeitslos bist und das Arbeitslosengeld ausläuft, da bekommst denn gar nix mehr und dein Mann darf dann deine Krankenversicherung auch noch zahlen.. Da musst man dann jeden Job annehmen, um ja die Krankenkasse zu zahlen.

Wir haben hier mit dem Steuerberater geredet, hätte sich nichts gelohnt.

lg
lisa

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Ich hasse falsche Infos von der GKV:
Ok, der unverheiratete Teil stimmt.
Der Verheiratete Teil sieht so aus, dass ihr die Wahl habt:
1. Papa PKV, Mama PKV, Kind PKV - jeder zahlt einen eigenen Beitrag
2. Papa PKV, Mama freiwillige GKV (ca. 370€ monatlich aktuell), Kind freiwillige GKV (ca. 175€ aktuell)
3. Papa PKV, Mama freiwillige GKV, Kind PKV

Für das Kind könnt ihr frei wählen, solange ihr beide in PKV und GKV seid. Alles andere ist eine Lüge. Das Kind muss nicht in die PKV nur weil der Vater mehr verdient und ihr verheiratet seid. Das Kind darf nur nicht in die beitragsfreie Familienversicherung. DAS ist das Einzigste, was nicht geht. Nur in der PKV zahlt man für das Kind mindestens den identischen Betrag wie in der freiwilligen GKV.

Höhere Kosten durch die Krankenversicherung entstehen in durch die Heirat, das stimmt. Aber du beachtest 2 Dinge nicht:
1. deutlich weniger Steuern durch Splittingtarif
2. steuerliche Absetzbarkeit der Krankenversicherungskosten
Letztendlich kommst du wahrscheinlich auf das gleiche Netto wie jetzt auch. Bei uns war es zumindest so. Du kannst es natürlich einmal durchrechnen. Entsprechende Steuerprogramme bieten haben ja diese Optionen.