Freiberufler: Miete absetzen; Frau anstellen - Elterngeld

Hi,
wir haben gleich mal zwei Fragen und hoffen auf schlaue Köpfe auf dieser übrigens tollen Platform:
1. Ab 2007 werde ich mich selbständig machen. Als Geschäftsraum haben wir (in einer anderen Stadt) eine Wohnung angemietet - ist aber kein Gewerberaum! Können wir die Miete für diese Whg absetzen, und zwar so lange, wie wir unsere andere Whg noch halten? (unsere derzeitige Whg ist deutlich kleiner und deutlich billiger...) Oder sollen wir besser gleich komplett umziehen und alles andere aufgeben und ggf. ein Arbeitszimmer ind der neuen Whg einrichten? Da wäre dann wiederum die Frage, welches der Zimmer (Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer) man da überhaupt als solches deklarieren darf - sprich, welche Kriterien ein Arbeitszimmer erfüllen muss...
2. Meine Freundin möchte mir gern zu Beginn meiner Selbständigkeit (erste paar Monate) mit einfachen Schreibarbeiten zur Hand gehen. Dazu hat sie eine Erlaubnis zur Nebentätigkeit von ihrem Arbeitgeber eingeholt. Hier stellen sich folgende Fragen: Sie geht ab Ende März in den Mutterschutz (mit vorgeschaltetem Resturlaub). Darf sie dennoch theoretisch bis zur Entbindung (01. 06.) für mich arbeiten? Und welches Gehalt darf ich ihr zahlen? Muss es in einem "angemessenen Verhältnis" stehen?? Das hätte ja nicht unbedeutende Auswirkungen auf das folgende Elterngeld...
Sind gespannt auf Eure Antworten.
Viele Grüße
a & m

1

deine fragestellungen verlangen eine beratung bei einem steuerberater.

zum deinem punkt 1:

wenn du als mieter das gefühl hast da "geschäftsräume" angemietet zu haben - solltst du mal umgehenst in den mietvertrag schauen. wohnungen die zu wohnzwecken ausgewiesen sind können nicht einfach so vom mieter zu geschäftsräumen umdeklariert werden - dazu sind noch ein paar andere aus dem steuergesetz wichtige faktoren sowie der eintragung des eigentümers "was er den eigengtlich gebaut und vermietet" massgeblich. auch hier zu kann dir ledigklich ein steuerberater alles erklären das für freiberufliche relevant ist. - ein kinderzimmer oder sonstiges zimmer das letztlich bewohnt wird kann nicht als "geschäftsraum" deklariert werden UND der vermieter hat denn auch in seiner betriebsabrechnung einige erhebliche änderungen vorzunehmen - er muss zb. gewebliche räume und verbräuche EXTRA ausweisen das geht aber nicht bei einer vermieten sache die nur zu wohnzwecken ausgewiesen ist UND der vermieter als vermieter rein nur für wohnungen auftritt.

zu deinem punkt 2 - da frag mal deine krankenkasse die du benötigst was bei beschäftigung bei dir wichtig ist - wenn du deinen freundin "einstellst" könnte sogar sein das du da auch noch beim gewerbeamt vorsprachig werden musst...

und im übrigen - ihr zieht zusammen bzw wohnt zusammen? warum soll sie leistungen dir gegenüber erbringen wenn sie eh dein kind entbindet und du dadurch eh ihr gegenüber und nicht nur dem kind unterhaltspflichtig bist?

2

kopfschüttel...
freiberufler sind von gewerbetreiben abzugrenzen - damit sind schon einmal 75% dieser antwort am ziel vorbei!
mit dem rest wollte man mich hoffentlich nicht absichtlich beleidigen! nur so viel: meine freundin SOLL NICHT Leistungen mir gegenüber erbringen, sie MÖCHTE mich gern unterstützen!! Und natürlich soll sie dies nicht umsonst machen...
vielleicht hat ja doch noch jemand - mit ahnung von der thematik - einen sinnvollen beitrag zu einer ernstgemeinten frage leisten!?

3

natürlich - nur du machst deinen vermieter ohne seines wissens zu einem gewerbetreibenden.

und wenn du deiner freundin gehalt zahlen willst - dann schaut das total anders aus als wie eine "freundschafltiche gefälligkeit" ihrerseits - da haben auch die hochgelobten freiberuflich sich an die gesetze zu halten - und ich habe deswegen nicht von ungefähr geraten:


wende dich in diesem punkten an deinen steuerberater, frag deine kasse und informier dich beim gewerbeamt.

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Hallo,

habe ein ähnliches Problem. Kann dir nur raten, mit der "Anstellung" vorsichtig zu sein. Ich habe schon verstanden, worum es geht, du brauchst ihre Hilfe für den Start, willst aber nicht, dass sie das für umme macht. Ehrenwert, aber gefährlich, weil du sozialversicherungspflichtig wirst. Da hat dann weder sie noch du was von. Wie wäre es mit einer Honorarkraft? So habe ich das gelöst. Ich zahle keine Sozialversicherungen und trage keine Verantwortung für einen "Arbeitnehmer" (Lohnfortzahlung, Krankengeld...), sondern zahle das vereinbahrte Honorar nach vorlage der Rechnung. Jetzt weiß ich natürlich nicht, was du für ein Freiberufler bist, möglicherweise gibt es da von Fall zu Fall Unterschiede.
Zur Miete: Dein Arbeitszimmer muss dein Arbeitszimmer sein, sprich, kein Wohn oder Kinderzimmer. Auch so ist das schon sehr kompliziert mit dem Absetzen. Bei mir klappt es nicht mehr, weil der Schwerpunkt meiner Arbeit (Musikpädagoge) nicht im Arbeitszimmer statt findet, sondern nur die Vor- und Nachbereitung und Organisation.
Steuerberater, Finanzamt, IHK, Krankenkasse, einfach alle Fragen, damit man ja keinen Bock schießt.
Wünsche dir einen guten Geschäftsstart.
Viele Grüße

Tessy

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Hi,
und danke zunächst für Deine wertvolle Antwort.
Honorar wäre schon die beste Lösung, da hast Du recht, aber sie will sich nicht auch noch selbständig machen... Naja, ich denke, ich werde es als kurzfristige Beschäftigung über die Bundesknappschaft laufen lassen - zwei Monate am Stück oder 50 Tage im Jahr: das wird ja locker reichen und ist dann auch ohne Sozialleistungen. Klar, ne Lohnrechnung muss ich machen, aber gut...
Arbeitsmittelpunkt wird eindeutig zu Hause liegen. Bin Berater, und als solcher immer mal hier mal dort, aber im wesentlichen daheim, um zu recherchieren und was weiß ich. Da setze ich mich dann ins Wohnzimmer (Schlaf- und Kinderzimmer ist ja wohl schlecht) und los gehts. Wenn dieses Zimmer nun zB ein Drittel meiner Whg ausmacht, kann ich dann ein Drittel der Miete, ebenso der Neben- und der Stromkosten und auch der Kosten bspw. für den Stellplatz absetzen?
Nochmal Danke und Grüße, m.

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Das Büro (muss klar ein Büroraum mit Tür sein) incl. Einrichtung kannst Du absetzen, wenn es eindeutig Dein Arbeitsmittelpunkt ist.
Deine Frau würde ich, wie schon vorgeschlagen, nur auf Honorar- oder 400 Euro - Basis beschäftigen - sonst habt Ihr soviel Abzüge. Bis zur Entbindung darf sie im Übrigen (freiwillig) arbeiten. Die 8 Wochen Mutterschutz NACH der Geburt sind aber Pflicht.
Liebe Grüße,
Katrin

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Hi,
und auch Dir herzlichen Dank. Das mit dem "freiwillig arbeiten" bis zur Entbindung ist mir neu und gut zu wissen.
Zur Einrichtung noch einmal: müssen die Möbel explizit als Büromöbel deklariert sein!?
Grüße, m.

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