Alleinerziehend und 400 Euro-Job, nun Theater mit der ARGE. HILFE!

Hallo,
ich muss leider ein wenig ausholen:

ich bin alleinerziehend und meine Tochter ist 3 Jahre alt.
Ich arbeite seit 1,5 Jahren als Kassierein auf 400 Euro-Basis. Sie ist seit 3 Monaten im KiGa und vorher war meine Tochter bei einer Tagesmutter.

Ich arbeite seit kurzem jetzt 80 Std/Monat (in den 1,5 Jahren stets gesteigert von 50 Std/Monat über 60 Std/Monat und 70 Std./Monat) und habe einen Stundenlohn von 5 Euro, das sind nun glatte 400 Euro.

Nun hatte ich heute einen Termin bei der ARGE.
Sie verlangt von mir, dass ich mir am besten eine Vollzeitstelle, aber mindestens eine Halbtagsstelle suche.

Ich persönlich habe nichts dagegen, ich war immer Arbeiten und ich brauche das auch als Ausgleich. Ich war nur 1x in meinem Leben 2 Monate arbeitslos und da war ich hochschwanger (Kind nicht geplant und ich hatte nur einen Zeitvertrag).
Ich bin also nicht arbeitsscheu (ich weiß das es hier gerne unterstellt wird).
Aber meine Tochter verpackt es nicht mehr so gut. Wenn ich sie in den KiGa bringe ist noch alles in Ordnung aber ich werde sehr oft vom KiGa angerufen, dass ich meine Tochter bitte sofort abholen soll, da sie nur noch nach Mama weint. #schmoll

Deshalb hatte ich eigentlich mit meinem AG ausgemacht, das ich meine Stunden erstmal wieder auf 60 - 70 reduzieren möchte, damit meine Tochter nicht immer so lange über Mittag im KiGa bleiben muss. Die Erzieherinnen sagten mit auch, dass sie sehr darunter leidet.

Das habe ich auch versucht der Dame von der ARGE zu erklären, die es nur brüsk damit abtat: "Jaja, das sagen sie alle..... aber Gott sei Dank denkt der Gesetzgeber da anders drüber!"

Wenn ich mir wirklich mindestens eine Halbtagsstelle suchen muß und 1,5 Std Fahrzeit in Kauf nehmen muß, wie um Himmels Willen soll ich das machen? Ich habe kein Auto, muss mich somit auch nach den öff. Verkehrsmitteln richten...

Auch bin ich mit meiner jetzigen Arbeit sehr zufrieden. Wir haben ein super tolles Betriebsklima und ich fühle mich dort richtig wohl. Wenn ich mal kurz abhauen muß um die Kleine zu holen, ist das kein Problem. Auch wenn ich sie dann mit zur Arbeit nehmen muß ist das auch OK.
Bei uns arbeitet noch jeder für jeden und nicht gegeneinander, wie es ja heutzutage leider so oft der Fall ist.
Auch ist die Arbeitsstelle nur 10 Min mit dem Rad vom KiGa entfernt. Eigendlich alles in allem perfekt für mich.

Mein Chef kann mich leider nicht Teilzeit einstellen, da die allgem. Personalkosten sowieso den eigentlichen Rahmen sprengen.

Muss ich wirklich auf KOSTEN MEINES KINDES arbeiten? Sie ist doch noch so klein... Wie gesagt, wenn sie damit klarkommen würde, würde ich es auch machen, aber sie leidet wirklich sehr darunter...

LG
Janina

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bwirb dich um teilzeitstellen, wenn du zum gespräch must dann suche deine ältesten klamotten raus , wasche dir die haare nicht us.s.w.
die arge ist zufrieden weil du nachweissen kannst dich gekümmert zu haben und nehmen wird dich so doch hoffentlich keiner
wenn sich deine kleine dann richtig eingelebt hat und es ihr nicht mehr so schwer fällst kannst du dich ja ernsthaft kümmern

lg kaktus74

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Toller Tipp#augen

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hast du nen besseren ?

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Hallo Janina,

mach es bitte nicht ganz so plump wie meine Vorposterin geschrieben hat ;)

AG melden dem AA gerne, dass der Bewerber gezeigt hat, das er null Bock auf die Stelle hat.

Hast Du denn eine Betreuung für die Kleine, wenn Du eine Vollzeitstelle hättest? Wenn nicht, sag es bei der Bewerbung.

Andererseits sprich mit deinem Kinderarzt darüber, vielleicht kann man ein Gutachten erstellen lassen, dass Deine Kleine es einfach nicht packt, den ganzen Tag ohne Mama zu sein.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass man dich zwingen kann, auf Kosten deiner Kleinen arbeiten zu gehen.

Viele Grüße Irene

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Die Gesetzeslage ist eigentlich klar. Du musst zu Deinem Lebensunterhalt beitragen, solange die Betreuung Deiner Tochter gesichert ist.

Meine Empfehlung: Lass Dir von der KITA die Probleme (auch die der Vergangenheit) schriftlich bestätigen. Hol Dir ebenfalls ein Attest vom Kinderarzt.

Teile dann der ARGE schriftlich mit, dass Du zunächst deshalb nur stundenweise arbeiten kannst. Dass sobald Dein Kind etwas älter ist und sich länger betreuen lässt, sofort bereit bist mehr zu arbeiten.

Abgesehen davon: es gibt sowieso keine Teilzeitstellen für vormittags und um die Ecke. Das ist in meinen Augen reine Schikane.

Gruß und alles Gute

Manavgat

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Kläre doch erst mal ab, warum das Kind solche Probleme hat, rede mit dem Hort bzw Kindergarten und durchleuchte mal wie gut dieser ist! Vielleicht fühlt sie sich dort einfach nur nicht wohl oder es ist etwas vorgefallen. Es gibt viele Gründe!

#snowy

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Hi Janina,

das habe ich auf der Seite: http://www.lilienkelch.de/:

<<< ALG II wird auch an Personen gezahlt, die vorübergehend dem Arbeitsmarkt beispielsweise wegen Kindeserziehung nicht zur Verfügung stehen. Die Ablehnung von angebotener Arbeit darf deshalb auch nicht sanktioniert werden, wenn die geordnete Erziehung eines Kindes durch die Aufnahme der Tätigkeit gefährdet ist. Der Verweis auf mögliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten durch die BA alleine reicht nicht aus.

Die Anspruchsvoraussetzung auf die ALG II –Leistung werden nicht mehr unmittelbar mit der Verfügbarkeit für den Arbeitsmarkt verknüpft, sondern vorrangig mit der Erwerbsfähigkeit und Bedürftigkeit
Dem Hilfebedürftigen ist zwar nach § 10 Abs. 1, S. 1 SGB II fast jede Arbeit zumutbar, die Ausübung der Arbeit darf aber nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 SGB II die Erziehung eines Kindes des Hilfeempfängers oder dessen Partner nicht gefährden.
Art 6 Abs. 2 GG bestimmt, daß die Erziehung von Kindern Recht und Pflicht der Eltern ist. Die BA darf folglich nicht vorschreiben, ob ein Kind in Betreuung, in eine Kita,oder zu einer Tagesmutter zu geben ist. Eine Ablehnung einer solchen vorgegebenen Zwangsbetreuung stellt somit auch keine Arbeitsverweigerung oder Pflichtversäumnis da.
Arbeitspflicht besteht aber in den Zeiten, in denen das Kind betreut (erzogen) wird, d.h. während der Schule, KiGa usw. Wenn es erhebliche erzieherische Schwierigkeiten gibt gibt und die Ausübung die Erziehung gefährdet, ist Arbeit ebenfalls unzumutbar. Hier ist die Bestätigung einer Erziehungsberatungsstelle, eines Psychologen oder eines Sozialarbeiter erforderlich.<<<<


So ist es in Deutschland leider. Statt froh zu sein, dass du wenigstens stundenweise arbeiten gehst, sieht es der Staat lieber, wenn du ganz daheim bleibst#augen.

Lass dir von der KiTa bestätigen, dass eine dauerhafte und konstante Betreuung nicht gewährleistet ist. Vielleicht lassen die dich dann erstmal in Ruhe.

Alles Gute, Nicole

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Vielen Dank für eure Antworten, ich sehe jetzt wieder einen klitzekleinen Streifen Sonne am Horizont.

#danke
Janina

PS: Dann frage ich mich, wieso die Regierung sich wundert, dass hier in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden....

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